Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 45 (10.11.1927)
- Date
- 1927-11-10
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 Nr. 45 Der Israelit 10 November 1927 hauptere, in der Moldau werden die meisten 'Wirtshäuser von Juden geführt. Der Vorredner hätte, als er Die MMlWulMN ÖiQF ZuSöll pvssr-tzrb, zu Juden zu nennen, die während des Krieges mit den Feinden paktierten. Senator Carp erwiderte, man dürfe wegen einzelner Ausnahmen nicht das ganze jüdische Volk verurteilen. Die Parteiungen gingen durch das g an Ae nimönifdjc Volt. Tr forderte Einhaltung des Minoritätsgesetzes gegen die Juden. An der Universität kamen abermals schwere Unruhen vor; 10 jüdische Studenten wurden mißhandelt. Die Regierung kündigt Gsg«nrnaßnahrnen «n. Eia allgemeiner Bildungsgrad für die Rabbiner in Litauen Morsen. Kvwnv, 1. Rov. Die „Mische Stime" erfährt, daß die Regierung die Rabbinate benachrichtigte, daß sie an ihrem Standpunkt festhält, daß jeder Rabbiner, um sein Amt ausfüllen zu können, über einen allgemeinen BildUN^S^^ JlSI" fügen Müsse; sie werde darum einzig die Tetscher Jeschiwah als offizielles Regierungsseminar anerkennen, weil die Zöglinge dieser Anstalt auch eine allgemeine Ausbildung genießen. Eine Rabbiner-Abordnung verhandelte mit dem Referenten für religiöse Angelegenijkltkn Ml KullUMlliMium, Dom Löistlitzsn WMkeitis, über eine Abänderung dieser Bestimmung, die Verhandlungen führten aber zu keinem Erfolg'. Die Regierung hat für das Jahr 1927 den Zuschuß für Rabbinergehälter um 25.000 Lit (2500 Dollar) erhöht. Lseheehs-Ktsivakei. - Die Gemeindewahlen in der Slowakei. VMisIZwa, 1 ®Öi, Wir haben bereits über einige der wichtigsten Ergebnisse der Kommunalwahlen der Slowakei berichtet. Ein vollständiger Ueberblick ist mangels genauer Daten noch immer nicht möglich. Fest steht atver jedenfalls, daß die „jüdische Partei", die mit dem lauten Schlachtruf der Betonung der jüdischen „Minderheitsnationalität" in den Kampf gezogen war, vollständigen Zusammenbruch erlitten hat. Die Partei hat in der Wahlbewegung, insbesondere um der Orthodoxie m Müll zu Di«, MW ly WM PWramm ln bte Tasche gesteckt und sich zunächst harmlos gebärdet. Trotzdem haben die Orthodoxen dort, wo sie sich reif genug erwiesen, um eigene Kandidatenlisten einzureichen, gute Erfolge erzielt. So in Bratislawa, Nitra, Trnawa, Vranow. Secovec und zahlreichen anderen Orten. Wichtiger no^ ifl: y« durch die Wahl erzielte innere Stärkung der Orthodoxie und ihre Erziehung zur politischen Willensbildung. In dieser Hinsicht werden die letzten Wahlen das jüdische Leben aufs günstigste beeinflussen und der Orthodoxie verstärkte Möalichkeiten geben, auch der o 1 1 vek nichlsüdischen Umwelt gegenüber, wie es sich gebührt, als Vertreterin der jüdischen Bevölkerung aufzutreten und jener auf diese Weise ein wahrhaftes Bild von dem Wesen der historisch jüdischen Gemeinschaft zw geben. Oberrabbiner Lhafim Lau. Presov, 1. Rov. Rabbi Chajim Lau aus Sucarva wurde mit erdrükkender Mehrheit zum Oberrabbiner der hiesigen Gemeinde gewählt. Der neu gsrvählto Qbsrräbbinsr gehört zu den f.-..ffl ei .. hervorragendsten Gestatten der jüngeren Rabbiner-Generation in Polen, zeichnet sich durch flammende Beredsamkeit aus und ist durch seine eifrige propagandistische Tätigkeit für die Agudas Jisroel in weiteren Kreisen bekannt geworden. Der Akunkaczer Gemeindestreit. Munkacz, 4. Rov. Infolge der Gegensätze zwischen dem Munkaczer Oberrabbiner und einem Teil seiner Gemeindiemitglisdsr hatlM ülösö aus oribeboxen Gemeinde auszutreten und eine selbständige Gemeinde als Status-quo- Gemeinde (da zwei orthodoxe Gemeinden an einem Orte nicht zulässig sind) zu gründen. Wir verlautet, hat nunmehr das Ministerium endgültig entschieden, daß der Austritt zuru Cnbe des Satjves möglldj jjtj äHB* tretenden. ihre Kultussteuern für fünf Jahre zu deponieren haben, und daß nur die Gründung einer n eo lo gen Aemrmbc» nicht einer StalusrgllllrGemeinM Massig sei. Es ist anzunehmen, daß diese erschwerenden Bedingungen wohl dazu führen werden, daß die Parteien sich schließlich verständigen und die Einheit der orthodoxen Gemeinde erhalten bleibt. Die Woche. Berlin, Ale berliner jüdische Gemeinde Hai anläßlich des achtzigsten Geburtstages des Reichspräsidenten einen Hindenburg- Fonds geschaffen, dem sich nun ein Ebert- Fonds anschließt. Die Erträgnisse sind den Kriegsbeschädigten und anderen sv^wlPN gewidmet.' kionigsderg i Pr. Bei einer großen Kundgebung des Hilfsvereins der deutschen Juden sprachen Direktor Hermann Marx und Dr. Wischnitzer, letzterer speziell über die jüdische Aufbauarbeit in Rußland. Aehnliche Veranstaltungen wurden in gFoiau unn mum MnWMM aöp: hüllen. Wien. \ Die Valsourfeier nahm hier einen imposanten Verlauf. Die Festreden hielten Dr. Goldhammer, Dr. Rothblum und Oberrabbiner Prof. Chajes. Belgrad. Der Advokat Schemja d e M a j o wurde zum Mitglied des Jugoslawischen Parlamenl k k MWlr U ist Dkl kW IM, DA lm Parlamente Jugoslawiens Sitz hat, Jerusalem, Die amerikanische Universität in Beirut h hat auf Anregung der jüdischen Gemeinde der Stadt die hebräische Sprache als Lehrgegenstand eingeführt. — Die Vorarbeiten für den Hafenbau in ifatf a finü im BSHllt Gasige. 3 er Pau wirb aus bec von England garantierten 4 % Millionen- Pfund anlei he bestritten' Newyork. Bei aller Hetze in der europäischen Presse wurde Charles' A. L e o i n e bei feiner Ankunft in Amerika ein feierlicher Empfang bev&itei. 2>er § 0 f § <Mr 8t e t [t e r von 9ienjt)or! rühmte die Leistung Levines in einer ehrenden Ansprache, ebenso 'Kongreßmitglied Hamilton Fl s ch, der die Tatsache würdigte, daß sich zum erstenmale ein Jude in diesem Maße um die Förderung des Luftverkehrs Verdient gemacht hat. *•—8 - ,> tarfchau. Eine große Balfour-Feier schloß mit einem imposanten Festzuge durch die Straßen mit Fackeln und Fahnen. Es wurde im Namen der polnischen Judenheit -ein Huldigungstelegramm an Lord Balfour abgesandt, komm. Nach «iner Miellen Mittei- °-r 1!?j' UMk WW WWW Ml' kommunistischen . Organisation auf die Spur gekommen. Im Zusammenhang damit wurden 18 jüdische Studenten und Arbeite r verhaftet. Budapest. Nach fünftägiger Pause wurden an der Budapester Universität die Vorlesungen wieder ausgenommen. Die jü- Irschen -Störer getonnten una-eftört in Öte Vpr- 1 i ) ) .. o««<itge|coct tu Die ÖOt* tragssüle. Die Höret wurden von den Beamten zur Ausweisleistung angehalten, so daß Fremde nicht hineingelangen konnten. Malmö. Anläßlich der Ernennung des hervorragenden Theologen, Dr. S. S t a d e n e r , zum Bischof, ‘ rietet« der £t|>jje NEmer Dr. ein warmts Glückwunschschreiben an denselben' Der Bischof dankte herzlichst für di« freundliche Aufmerksamkeit und fügte hinzu: „daß er diesen Glückwunsch aufbewahren werde als eine teuere Erinnerung von einem guten Freunde." ülosfau bietl Sutiläumsfeierfi^feiien aus Mplyb bd« inisr.M N l t «II Anlaß des lOzayrrgen Bestehens der Sowjet - regierung umkreisten die Demonstration 30 Aeroplane, deren einer den Namen „Der arbeitende Jude" trug. Das Flugzeug ist von jüdischen Arbeitern gestiftet. London. Das zionistische Organ in England, „New Judea", gibt zum zehnjährigen Jubiläum her Balfour-Dsk- Mi! « FWMM WMß.!« mit Artikeln zur Geschichte und Würdigung der Deklaration die Staatsmänner Lord Balsour, Lloyd George, Sir Herbert Samuel und Viscount C e c i l vertreten find. Itattei» König Victor Emanuel über das italienische lubcnfum. Rüm, 2. Noo. König Viktor Emanuel von Italien äußerte sich dem Präsidenten der Zionistischen Weltexekutive, Nahum Sokolow, den er am 28. Oktober in Audienz empfangen hat, über das jüdische Leben in-Italien: «Nnr skU ungern mMWiHm if Qrl™; üLr Uc Auflösung der kleinen jüdischen Gemeinden in meinem Lände." Der Hinweis des Nk Lllj: fache, daß als Ergebnis der Abwanderung des jüdischen Elements in die großen Städte mehrere kleinere jüdische Gemeinden in Italien wegen Mangels an Mitgliedern der Auflösung verfielen. Der König wies auch auf den Patriotismus der italienischen - Juden hin und lnrM llnch vüll Mi Mir m U: IuUü UäliruK im italienischen Leben ernnehmen. Die 40 000 Juden während des Krieges, sagte der König, ^stellten der italienischen Armee elf Generale. Der König sprach auch mit großer Sympathie von den Juden in den italienischere Kolonien RWDD, XripDlit Uslv. Fmirkveieh. Jahresversammlung der Jewish Lolomsation AWiSliS«. Pnris, 1. Nvv. Die Jewish Colonisation Association (JCA) hielt in diesen Tagen in Paris ihre ordentliche Jahresversammlung ab. Aus der Ansprache des Herrn frinFSisn kimikMn mir: m iDlonlßn in WM: Unten, Brasilien und in Kanada sind in einem blühenden Zustand. In Osteuropa befaßte sich die JCA mit der Berufsausbildung der Jugend und mit der Versorgung der jüdischen Handwerker und Händler mit billigem Kredit, sowie mit der Unterstützung der jübischsn LnndßF&ßUm1. Bll länöwrrMMstrbe Sdügf'elt in ArMiMnien hat einen großen Fortschritt zu verzeichnen, die Kolonien umfassen eine immer mehr potenzierte landwirtschaftliche Bevölkerung. Die argentinischen Kolonien umfassen 371000 ha Land mit einer Bevölkerung von 3902 Ko- SSN mm 0ö8T UmilMllDUWuplök M.AllPk diesen leben in den Kolonien oder in Verbindung mit ihnen als ihren Lebensunterhalt verdienende Handwerker und Kaufleute 5348 Familien mit 33124. Seelen. Es existieren bereits 579 „emanzipierte" Kolonisten mit lü SS WM \k U« iMeft, ständigung der Kolonisten schreitet rüstig vorwärts. Den Kolonien werden immer neue Kräfte zugeführt. So z. B. hat der Emigranten-Verein in Buenos Aires im vorigen Jahre 596 Cinrvanberer den Kvloni-en Angekübrt- So< ■ o o I ) n Argentinien, wo vor 40 Jahren, bei Beginn der JCA- Tätigkeit, 1000 Juden waren, leben. heute mehr als 200 000 Juden. Sie bilden — wie die größte argentinische Zeitung „La Prensa" seststellt — ein sehr geschätztes Ele- Mllt Geiamtbevölkerung. Sie Men kulturell aus ffl« WWNMM Wtz, In den Kolonien Brasiliens leben heute 2118 Personen in güten Verhältnissen; sie haben zur allgemeinen Entwicklung des brasilianischen Judentums viel beigetragen. Mehrere jüdische Gemeinden wurden gegründet, öS bestehen 19 jüdischa Schlllsn. Das Land Wird in der Lage fein, in nächster Zeit Tausende jüdische Einwanderer aufzunehmen. Im vorigen Jahre wanderten in Brasilien 3906 Juden ein. Erfolge sind auch in Kanada zu verzeichnen. 1926 rvanderten 4825 Inden dort ein. ' In Palä st l n a ist die Siedlungsarbeit des Barons Edmond de Rothschild der JCA'unterstellt. Gute Resultate brachte auch die Arbeit in Polen und Rußland. «MMW: Dr. Stephen Wise gegen die zionistische Führerschaft. N e w y o r k, 1. Nov. Am 31. Oktober begann in Cleveland die Konferenz d^-Slc fi i n e Üt p p <t t i>f-e über Die tm - , |I i| 4I< 94l( •(# CIM Jahre 1928 für die ziamftischen Institutionen auszubringende Summe zu bestimmen hatte. Die Tagung verlief sehr bewegt. Der Ehrenpräsident, Rabbiner Dr. Stephen S. Wise, übte scharfe Kritik an der zionistischen Führerschaft und an der britischen Regierung wegen der Öi9 Jltt WsWiU!M ZllßisG« rü Palästina befolgten Politik. Die britische Regierung, -führte Dr. Wise aus, hat die von ihr übernommenen AufgabeNi, die Arbeit der jüdischen Pioniere bei der Schaffung, des Jüdischen Nationalheims zu erleichtern und zu unterffStzkll: imr Ml MIWlhO ÖFfÜltl MW Ul BöSitt-' Wartung ruht nicht allein auf ihr, denn auch die zionistische Führerschaft. hat es unterlassen, mit dem gehörigen Nachdruck die gerechten jüdischen Forderungen zu vertreten. Der zionistischen Exekutive in Jerusalem kann der Vormurf fshlsrhaftsr Denoaltung und jroriei- ^rgimrs nM erMN wrrdrn. Dr." Wise Much