Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 45 (10.11.1927)
- Date
- 1927-11-10
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2446951-2450442-2450487--74443-2531916- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Gerte 4 Nr. 46 Der Israelit W. November 1927 der soziologischen Bindung durch das Gesetz, die im Galuth nicht entbehrt werden könne, die soziologische Bindung durch das Land sstzs. Nun erst kann man, nun aMt mty [all mah äai Csfstz abumstn. Cim sslchs, rein soziologische Begründung der chalacha bedeutet eine ungeheure Verflachung der Judenfrage und schiebt sie in der Tat, wenn auch wieder von einer anderen Seite her, in den Bezirk eines zweckbestimmten Nationalismus, der sich seine politischen Schutzwälle mit religiösem Anstrich schuf." Daß die Reformführer von gestern gar nichts hinzugelernt hätten, stimmt übrigens nicht. Die auf den ersten Rausch gefolgte Ernüchterung ist doch zu stark, als daß sie nicht auch die Alten ein rveni^ aus^erüttelt Hätte. Auf -der Sitzung des liberalen Kultusausf ch u f f e s des PreußischenLandesoerbandes jüdifcher Gemeinden, auf der Dr. Seligmann, Frankfurt a. M. Hauptberichtorswttox mar, Mdoto don Hauptpunkt Der Tagesordnung das Einheitsgebetbuch für dieliberalenGemeinden. Der genannte Vorsitzende konnte den ersten Band des von ihm im Manuskript fertiggestellten Gebetbuches im OsDrätfcOen leiiß auf Den TW legen, mit Dim Wunsche, der Ausschuß möge seine Ansicht über einige wichtige Einzelpunkte vor der endgültigen Festsetzung des Textes, äußern. Und er wünschte -— man höre! — Wiederherstellungder Zisnsgöb sts, rr(a West sitz mssstättstche Deutung zulasten." Wir wollen nicht über dieses „Soweit" mit dem Schöpfer des liberalen Gebetbuches rechten. „Insoweit" und „allsolange" —es sind dies Wen- Dirngon, Die Der Terminologie Der „ütiipnien" entnommen sind. Aber immerhin, man wünscht, achtzig Jahre nach der Braunschweiger Attacke gegen Hebräisch, Zion und Jerusalem im Gebetbuch, wieder hebräische Zionsgebete! Man wäre versucht, MM otb auqurufen, könnte man dabei das unsichere und beunruhi? gende Gefühl loswerden, daß auch das, was uns wie eine Etappe, ein Weg zum Ziele erscheinen könnte, doch in Wahrheit nur eine Laune der. Ziii ist. Ms Dir üripiitjni ijintir Dim fiftin, in Ewigkeitsgründen fundamentierten Bau der Tradition w e ch s e l t die Szenerje alle paar Jahre. Der Emanzipationsdusel vor knapp 100 Jahren vertrieb ^Moschiach, zerstörte Zion und Jerusalem mMMs buche. Vorkriegsmaterialis m u s erforderte „Richtlinien", in denen Sabbat uttb andere Religionsgesetze „allsoweit" und „allsolange" Geltung erhielten. Eine nach festerer geistiger Nahrung hungernde Nachkriegszeit erzeugt WÄWMW, WSW, Wn MS salem, — wiederum „soweit es usw." — in Gnaden ausnehmen. Was wird die Mode von morgen bringest,'? .Die liberale Vereinigung, sagt Selicjmcmri^ köstst neckst allen Las Gleich rend sich die andern zwei Drittel wieder erholen'und nächstes Jahr derselben Operation ' unterzogen.werden können. Trotzdem geben die Züchter die.-Felle auch nicht bill^er . ab und so kornurt es, daß sich noch irnnrer nichl ieve Dame einen Vreitschwanzmante! Lemen kann. Die aber, die es sich leisten können, werden mit Recht von der ganzen Welt bewundert und sehr beneidet. A. Z. Iwan Narschiwm". Es ist unglaublich, mit welchem Zynismus eine wirtschaftliche Frage erörtert wird, und die barba» nfdje Quälerei wehrloser Tiere zum bloßen LuruszwMs Mg das aertnafte BMlltzlM Dir Siranti Wörtlichkeit und des Gefühls geschildert wird. Frauen, bei denen wohl Gefühl vorauszusetzen ist. sollten das Brettfchwanzfell nicht tragen. Diese Frage sollte nicht mit der Ausrede abgetan werden, daß man dem Tiere nicht mehr hilft. Durch Einkauf des Brsitschwanzfelles unterstützt man' die Aabgier drr zsfühllsss» Züchter und rrügk dazu BoL Daß tm nächsten Jahre wiederum andere Tiere unmöglich grquält werden. Ist es denn nicht genug daran, daß ein Tier sein Leben lassen mutz, damit der Mensch ein Fell habe, und würde nicht ein weniger feines» aber auf eine humanere Att gewonnenes Fell «llch genügen 9 muß in Gottesdienste j e d e m d a s Sei n e gebe n. Damit ist alles gesagt. Die über Zeiten und Menschm hmauZ emense UND verölNDMk Kraft des Gottesdienstes ist aufgehoben. Ob sich dieses im Rahmen der Ein heitsgemeinde ermöglichen läßt, bezweifelt das offizielle liberale Presseorgan. Auch rvrr! In diesem Punkte gehen mir vollkommen einig. Der treugebliebene Rest Js raels Hab seine Richtlinien, befestigt von Thora, Talmud, Schulchan Aruch, Mahril und allen Späteren, die das Religionsgesetz gelehrt und den Gottesdienst nach den ältesten Traditionen — bis auf kleine unwesentliche Abweichungen im Ritus — zum Einheitskitt aller Gemeinden des zerstreuten Israel geregelt haben. Die liberalen Aus - t r i n 11X; Die Die MumjläuDe am Diesem Einheitsrahmen herauslocken, werden nie imstande fein, die Fühlung zu dieser Einheit zu erhalten, oder unter sich eine Einheit herzustellen. S i e werden Jedem das Seine geben . . . Die Krise in Erez Jisroel. Professor Weizmann ist gleich nach dem Zionistenkongreß nach Palästina gereist, um dort durch seine persönliche Autorität die naturgemäß äußerst schwüle Stimmung, Die infolge der Budget-Reduktion bei der jüdischen Arbeiterschaft Platz gegriffen hat, so gut wie möglich überwinden zu helfen. Gelungen ist es ihm nur dadurch, daß man sich entschloß, die guten Vorsätze der CWkrm-Witil zunächst mmi um m Drucke der Tagesnotwendigkeiten über Bord zu werfen und zum großen Aerger der amerikanischen Ersparnis-Kontrolleure die Erregung der Arbeiterschaft durch Gewährung einer Sonderzulag? «n DU AMtrlrssn zu WnstiW. Zuzwischen hofft man, daß der in Amerika neu eingeleitete Palästina-Appell, dank dem erhöhten Einfluß, den sich die Amerikaner auf dem Kongreß auf die Exekutive errungen haben, starken WIDerhsll Men, und Durch reichliche Eingänge die Lage -erleichtert werden wird. Beachtung verdient eine Veröffentlichung des bekannten holländischen Zionisten JacobusKann, .der Nüchternheit mit Schärfe des Urteils vereint, und der im Anschluß m eine kritische (Stimme, die im „Jewish Chronicle" zur Geltung gekommen war, eine völlige Umgestaltung der wirtschaftlichen Verwaltungsorgane in Palästina verlangt. Die Zionistische Organisation solle sich ausschließlich auf Propaganda beschränken und die Ärbest in Palästina einem allgemeinen unpvlilischen Komitee überlassen, in dem die Zionisten nicht die Mehrheit haben dürften. Lediglich Sachverständige dieses Komitees soften die Einwanderung Kolonisation, Kredit^ervä^rung und Philantropie leiten. Außerdem müsse ein jüdischer Agent bei der Palästina-Regierung ernannt werden. - > Wenn wir diese Vorschläge recht verstehen, so scheint Herr Kann gn glauben, Last die Äervis^ Ägsney, die ja eigentlich im Großen dasselbe ist wie das von ihm vorgeschlagene Komitee, einen allzu starken zionistischen Charakter trägt und infolgedessen nicht nach rein sachlichen wirtschaftlichen Methoden arbeiten kann. Auch wir sind dieser Meinung. Die Bervich A^enc^ in chrer jetzige Verfassung wirb die Nirhlzwniflen niemals zur Geltung kommen lasten, wie sie andererseits durch ihre im Mandat. festgenagelte Identität mit der Zionistischen Organisation auch politisch vor vornherein parteimäßig abgestempelt ist. Man muß aUökdmgL zugeben, daß die Kanstruktlan Bor Jewish Agency, wie sie heute aussieht, das äußerste war, das Weizmann seinen mehr auf das Politische und Parteimäßige als auf die Sachlichkeit eingestellten Parteigenossen abri-ngen Evnnttz. Ein Organ des litauischen Thorajudentums. Indem wir im Westen neue Wege und neue ZM vielleW arm me Wege ZU allen ZiklkU, für, die Jugend suchen, sitzen im Lande des kicks - sischen ThorastudiuMs, . in: LPt-a u m viele Hunderte von Jünglingen an dev Quelle und kttfvkgku M mit Der Kraft) Die in einer ihm. armen Zeit dem Judentums der. Welt, den Gemeinden in Ost und West in absehbares Zukunft neue Impulse geben wird. Die. Zeit ist nicht unbeachtet an den litauischen Lehrhäuserni vorübergegangen. Was den Tk>orabeslistenen tm heutigen Litauen von dem Bachur von dazumal auszeichnet, ist der klare Blick für das Leben, für die Zeit und ihre Fragen, denen man keine Konzessionen machen will, die man aber vom Zentralpun-kte des jüdischen Lebens aus, von'der Thora, zu tosen versucht. Das ist ein öichtstrahl bei all der geistigen Not, die heute hie und. da ubd überall zum Himmel schreit. InTelschi, der litauischen Stadt, die neben (slobotifo map bis größte Uttb Msutmpk 5*= schiwo des Ostens in ihren Mauern birgt, haben sich junge Leute zusammengetan zur Schaffung eines Organes, das einmal im Monat die Bestrebungen der Thorajugend zum Ausdruck Dringen nun, um Diefe in Das riöjiip iBor? hästnis zu den großen Fragen der Jugend, wie überhaupt der jüdischen Welt, zu bringen. Der uns zugesandte Aufruf ist jugendlich, frisch und resolut. Alle gut jüdischen Kräfte, die von den destruktive» EtWMuugsu te Zöit usch Nicht M ihren Strudel gezogen sind, mögen sich sammeln^ um Wege zu ebnen und das jüdische Leben aufzubauen. Die Zaudernden und Zögernden, vom Zweifel zwischen Ja und Nein Geschüttelten, möchik Das Organ irfapi 35mm unM prauf soll die Arbeit beginnen, darum sei in der Monatsschrift den E r z i e h u n g s f r a g e n dergrößte Raum gewidmet. Mitteilungen aus den Städten sollen ein Bild vom Stande der jüdi- Wen lZHniuröiii irgibm, Aufsützö, Vorschlags,. Anregungen, Aussprachen sollen unter verschiedenen Gesichtspunkten das eine Ziel verfolgen, zu bauen und zu bessern, wo das Werk der Erziehung aufbau- und verbesserungsbedürftig {ft Lik m Der Mama ins ße&en DinausfirDmenDe Jugend soll im Organe die Brücke haben, die sie mit der Quelle chres Lebens verbindet. Die Monatsschrift, natürlich in klassisch Hebräicher Sprache, trägt den Titel ivrr^n. Als Redakisur zsichinst Iizchak lschmulawitz, als' Herausgeber: der Verband „Zeire Jisroel" in Telfchi. Wir begrüßen das Organ als Symptom und neuen Auftakt zugleich und wünschen ihm von Herzen Erfolg. , Die Alten und die Zungen. Von Dr. W. Ascher in Wer-les-vais. (Fortsetzung). , * llnfre Thora fileifii für; omig^Äta in Dorr selben Weise wahr und es? ist MMneMchr getattet, irgend Konzessionen, zu mgchen. Wir Haien aber die Pflicht, in einem Zeitalter der 'Wissenschaft unsren Kindern zu ze'itzen, daß unsre ipn mm au® allen rnfprüerun^n wabm Wist enschaft gerecht wird. Nicht nur, daß der Thoraude die Forschung nicht zu fürchten hat^ die Forschung dient ihm vielmehr noch. dazu, der Welt gegenüber seinen Standpunkt. als^ den einzig richtigen zu kennzeichnen. Inn u»i IM« mlOiiim ifin mi nüim maipm •H n’yi^’) irri kV pt iv'2' kV . Wer es versteht, Einsicht m die astronomrfchen: Berechnungen der Himmelskörper zu gewinnen und dies vernachlässigt, vost dem heißt es:' „Das Werk Gottes rvollsn sie nicht schauen und haben ür seiner Hände 8ßert tem Äuge." (7Sa Wenn wir vernachlässigen, unsre Kinder gegen' die Gottesleugner zu wappnen —3TO na j?*r omp’SKV — wofern wir vernachlässigen,, ihnen hik Msinnigrm jener Wern>issenschaft, die durch Anpassung alles entstehen läßt und nur an bas! glaubt, was sich sezieren läßt, ad oculos zu beweisen, tragen wir selber Schuld, wenn die Kin-!)er die Lehre der Väter verlassen, und in letzter Konsequenz gegen die Eltern sich wenden. — Ans wenn rnsn flstt gnrn GemA Vm zu ubm ml ihm ckllss m Lisbs zu erklären, sich.