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Der Israelit · 1927-11-10 · Heft 45 (10.11.1927) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 45 (10.11.1927)
Date
1927-11-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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10 November 1927 D e r 3 s r a elit Nr. 48 Seite 3 und-es. war auch nicht meine Msicht, anonym zu Ucitili.*} ür!!« ich «»miWsP», vah mim Ausführungen von irgendwelcher Seite als parteipolitische Polemik aufgefaßt würden, so hätte ich ausdrücklich um Nennung meines Namens gebeten. Den von Herrn Fellner erwähnten Artikel habe ich nicht gelesen. 1 Win Dir MM MZ MkNiW M einer geistigen Bewußtheit zu vertiefen" bedeuten soll: . „düs Judentum in unserer geistigen Bewußtheit zu vertiefen", so findet sich diese Tendenz in misrachistischen wie nichtmisrachistischen NW. «ökökW glvl N in De» LMn tief religiöse Naturen, deren unkomplizierte Gläubigkeit nicht danach verlangt, ohne daß man ihnen Selbstzufriedenheit in der Weltanschauung tadelnd vorwerfen dürfte. Sollte der Ausdruck ab» Unfc. Jim Uns WW» WM Rahmen des Judentums durch Hinemlegen unserer jeweiligen Ansichten einen neuen Inhalt geben", so wäre diese Tendenz der Versuch einer Unterhöhlung des Judentums. 9; M pfiRiupgMi 5s822n!lJ~ zwischen Glaubenswahrheiten und Erkenntnis ist an sich durchaus nicht destruktiv. Sie soll gerade dazu dienen, uns immer von neuem zum Nachdenken über die Glaubenswahrheiten und zur VerüesrniA ihres Verständnisses ZU führen. Destruktiv" wird sie, wenn die 8bje!!!v!!äi ^er Glaubenswahrheiten in Frage gestellt werden soll und von dem Resultat der Problemlösung abhängig gemacht wird. 4. Gewiß gibt es Dinge, die der menschliche Seist schniHt ätWulich MMn kann. Wrzu gehören die letzten Fragen über den Ursprung alles Sems, vor allem das Verhältnis Gottes zur endlichen Körperwelt; hierher gehört auch der. Begriff des göttlichen Ursprungs der Thora. Es ist uns zur Ausgabe gefteSt, über all fcitfc 3inge nachzudenken und sie immer mehr zu verstehen, ohne daß wir sie jemals restlos unserem Ver-' stände zueignen können. Doch ist die Wahrheit Ski MMsktl TKtsNHLN unabhängig von dem Grade unserer Fähigkeit, sie zu erfassen. Hierdurch unterscheidet sich unser Verhältnis zu ihnen grundsätzlich von dem zu den Thesen und Hypothesen .menschlicher Wissenschaft. 5. ' Dch fagie: „Stber ungesund und religiös unzureichend bleibt die nicht der inneren l^eöer- *) Der einleitende Satz schien uns notwendig: um dem Mißverständnis entgegenzutreten, als handle es sich, bei den nachfolgenden Ausführungen um abstrakte oder gar homiletische Auseinandersetzungen und nicht, wie es der £fatt, urrt «ine kröchst nfiuette FraA« bes jüdisch-akademifchen ^eöevs. 9R«rtw|lrlpi teiiz JiL nen Namen, so daß wir annehmen müßten., der Herr Verfasser wünsche anonym zu bleiben. Red. Feuilleton Lin Alm von aufreizender Wirkung. In der .C. D.-Aeilung'' No. 44 kennzeichnet Herr Dr. Ludwig Ho ll Snder, Direktor des Central-Dereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, den seit einigen Tagen in einem Berliner Kino-Theater laufenden Film ..König der Könige', der ans Amerika stammt und die Passionsgeschichte. iunt ©eoeifiaiiDi Batm mi Fewish Doiee* hat ein Aavvmer verms vaians ym» gewiesen, daß durch den Film ein neues Anwachsen der antisemitischen Bewegung zu befürchten sei. Der Film enthalte eine Drohung, insbesondere gegen die Juden Ost- und Mitteleuropsa, und es besteht djI VkfÜhß putz ss die Unwissenveu gw . religiösem Wahnsinn nnv zu Dlülvergiesien ausreizen werde. Von der englischen Filmzensur soll der Film verboten worden sein, der Eindruck, den die Darbietung in Berlin erweckte — und das haben auch christliche Zuschauer bestätigt - läßt das Urteil der „California ^?s?ish als becec^tigt erfe^etnen. Aür uns Inden, MN Dr. Holländer son, Ist LS tzeMämend, daß Schildkraut Vater und Sohn in der Person des Oberpriesters und in der des Judas Gestalten geschaffen haben, wie sie verzerrter nicht gedacht werden können. Die Peiniger der Ehebrecherin erscheinen wie Fratzen eines antisemitischen Pamphlets. Mil MUH MBkMTLW 888 MMS 88N SWMtNW Eindruck empfangen, daß die Regie nicht absichtslos zeugung entspringende Tat." Das bedeutet: Die mnm.llülMkMng m W noifflsnßip mmr setzung für die Vollwertigkeit der religiösen Tat. Das ist eine Wertung der Ueberzeugung für die Tat oder eine Minderwertung der Tat ohne Ueberzeugung. Das hat an sich noch garnichts damit zu tun, ob das jüdische Ge- Iktz die Ueber^enanna ooranssetzt oder sie als erf »kc crcoctg»»,!)....;) «.|.ß, . , Endziel beivacfytet. In jedem Falle ist sie Voraussetzung der , V a l l w e rtigke U. Ob die Ueberzeugung bereits bei Beginn des selbständigen Denkens vorhanden oder „Siegespreis im MW Mm?jf H Wzr??r!**? de- Einzelnen, ab. .Wer in schwerem inneren Ringen mit göttlicher Hilfe seine religiöse Ueberzeugung sich erkämpft hat, soll den Selbstverständlichgläubigen ebenso wenig für intellektuell minderroeriig pin, M viisir lym ßtc rctigißfi m Wertigkeit absprechen darf. Verde sind verschiedenartige, aber notwendige und vollwertige Vertreter der religiösen Gläubigkeit. 6. Keinesfalls anerkenne ich die Unmöglichkill I» „MIM WIMM MNIklW" des jüdischen Gesetzes oder einfacher: „einer Fundierung durch den Glauben". Vielmehr halte ich diese Fundierung nicht nur für möglich, sondern für notwendig. Und doch glaube ich, ba^ ber örl^opraje, ber bnrch nationale 93erankerung des Gesetzes sich die praktische Thoratreue retten will, nicht zurückgewiesen werden soll. Als taktisches Prinzip für den Einzelnen während des Kampfes kann die nationale Verankerung des Gesetzes vorüberz 1| t 8 B sthk Nützlich M. Wsr alß l v ß ü i d s gisches Pringip ist sie völlig unzureichend , und wenn sie gar grundsätzlich als einzige Fundierung der Thoratreue verkündet wird, bann ist sie „als furchtbarste Gefähr-!)ung lies reügwstn 8ül)!ens «i^s M 8^- kämpfen." 7. Niemand fordert, daß der „innerlich aufrichtige Mensch mit tiefem Wahrheitsstreben immer mm" lkm fvL Köhl fr sich rend des inneren Kärtipfes s t\ si e kllNf S k t i gk e i t b e w u ß t s e i n und sie als Weg, als etwas Vorübergehend-sein-sollendes und nicht als Ziel und Dauernd-sein-so.llendes betrachten. Die Aner-. fennuttg des „nationalkonstttutiven Charakters" des Gesetzes kann in brc Perlst Wv II n? e rt i g k e i t — sei sie kurz oder lang — Motiv zur Gesetzeserfüllung sein, und deshalb soll der Erzieher auch bestrebt sein, dieses Bewußtsein zu pflanzen und zu pflegen. Die H a u p t a u f - gäbe ber Kubische n Er g l S h 11 n g i st sie aber nicht. Me Hauptaufgabe ift, ben Weg zu bereiten und zu weisen zur inneren Ueberzeügung von dem göttlichen Uusprung der Thora nnb der inneren religiösen Verbundenheit des « « i y I , Einzeljuden mit Gott und feiner Lehre. Höchstes Ziel der Erziehung ist ja, Wegbereiter und Wegweiser zu sein, daß einst der Zögling den Weg, den jeder allein gehen muß, findet, liebt und allen Widerständen zum Trotz beharrlich zum Ziele geht. Nicht für jeden, aber für viele ist es dann die I CM Lebensaufgabe — und darin stimme icf) gern mi! Herrn Fellner überein — sich „in ehrlichem Streben und. an den Quellen der jüdischen Gedankenwelt mit seinen jüdischen Lebensformen auseincrndergu^etzen, sie gedanklich-weltanschaulich zu verarbeiten." Ich füge noch hinzu: und dann aus tiefinnerster Ueberzeugung danach zu streben, das Gottesgesetz durch die Tat zu erfüllen. wochenttmöjchau, Aus dem liberalen Lager. Bei verschiedenen Anlässen traten in letzterer Öeit öie (W>ei Strömungen innerhalb bes Itberactt etc (J«*et m«iii!j»11 t. . ) Im Judentums deutlich zutage. Der „positiven" Richtung einer noch Halt und Äütze suchenden Jugend gegenüber steht das liberale Dogma von anno dazumal, vertreten von einigen Herren, die in den letzten fünfzig oder sechszig. Jahren wenig gelernt tznb nichts Per|ej{£H Iffüf fidF Frankfurter liberalen Tagung hat man den Führern der jüngeren Richtung das Schreckenswo'rt „Neuorthodoxie" zugerufen, ein Titel, mit dem ansonst die sogenannte Äustrittsorthodoxie liebevoll belegt nmrW. Seniient!)llben feie „positiven" Jungliberalen diesen Vorwurf in der Tat nicht. Sehr richtig konstatiert Ernst Simon in der „Jüdischen Rundschau", daß ein Teil der DUNMMlkN ök! 88fr Sssssositwn gegen die vlrrtlöse Neforrü deö vorigen Jahrhtmverts „einer Theologie huldigt, die grundsätzlich, wenn vielleicht auch nicht in Praktischen Einzelheiten, über fast alltzß hinausgeht, was die Reform an Ablehnung des jüdischen Gesetzes bisher hervorgsbracht hat." ilnd wenn 2r. a! g b r r s e r rn?? £Uü&. enttäuscht und verbittert schauende Auge der Jüngeren auf Zionismus und Palästina hinlen k t, so hat Simon wiederum Recht, wenn er das, was wir feit Jahr und Tag sagen und Jcfpreiben, etwa ans die folgende Formel bringt: „Es wird der Gedanke versvlyten, erst PalMna mache den Liberalismus überhaupt möglich, da es an Stelle vorgeaangen ist. Alles wird eindeutig zu ungunsten der jüdischen Volksmassen ausgenutzt. M MllMSK MMLi LkLüNS SkllllR wir höken. datz der Regisieur Kvisiyrs Dim in M trägt, und daß die Hauptdarsteller Juden sind. Traurig genüg, daß aus' einem Ereignisse letzten Endes zu geschäftlichen Zwecken Sensation gemacht wird". _ _ j/ Lin neues MischesILexiton. Vom..Jüdischen Lexikon" (Ein enzyklopädisches Handbuch des jüdischen Wissens, mit über 2000 Illustrationen. Beilagen. Karten und Tabellen. HerausgegLben von Dr. Deor« Herlttz wub Dr. SBruimo Mrschnei) ist im Isivischrn VortagVrrltn der erste Band erschienen. Tr umfaßt 191 Quart» seiten und behandelt in größerer oder kleinerer Ausführlichkeit die Titel von Aaron bis Aldo. Der Wille zur „wissenschaftlichen Objektivität ist nicht zu verkennen, Leiber macht aber dieser LBille auch vor brm Gegebenen' üßöL LÜLL Forschung Stehenden nicht Halt. Man freut sich gute, in gedrängter Kürze doch erschöpfend abgesatzte Abhandlungen über die „Agudas Iisroel's über die Berliner Adatz Jisroel-Gemeinde und ähnliches mehr zu lesen und ist umsomehr erstaunt zu srbrNi fflf bW itiiß ßzi lll Behandlung biblischer Themen der rav ttzalsten Bibelkritik Tür und Tor öffnen. Wie das Kapitel Abraham zeigt, scheint das Lexikon die Methode zu verfolgen, bei der Behandlung biblischen Stoffs einen Trennungsstiich zu ziehen zwischen unb Wstsensc^ast. nnb letztere, huttdenmlll ividerirgl und üderlrot, üörr vir rrstsrr g« stellen. Dom gesetzestreuen Standpunkt-laus kann' eine solche Art von „Neutralität" Mchr-!!gebilligt werben. Der erste ©onb bietet uns mie bie Probe« drs CsMvl»L«Mons efüe Enttäuschung. -tz- Wer und die Hierquäter?) Man schreibt uns: Es ist wieder einmal der Zeitpunkt gekommen, mo die Damenwelt den Einkauf von Pelzwaren befti-zt. ssßr SMößtS BMMwlMM. m Wv nannte Persianer, wird in einer höchst grausäwett Art gewonnen. Trächtige Schafe, die zu diesem Zwecke in Ost-Rußland gezüchtet werden, bindet man an einen Pfahl und bearbeitet sie solange mit Stockhieben, bis sie vorzeitig Junge werfen, die in biesem Stabinm bas feinste Fell haben. Erwähnt mau ' bta bW g^fchsibffefe 9r«üsämKe!l AükschdKV gegenüber, wird man mit den Worten aögeferttgt, daß dies ein Märchen sei. Wir drücken hier wörtlich den Artikel einer Wiener Fachzeitschrift »Die PelzmodeLrM, wo diese Frage von einem Standpunkt aus gelost wird, der alles andere als Mitleid «it dem Tiers vertritt und der lautst? ,KaraKÜl",z das feitte woireartig gemusterte Breitschwanzsell, womit sich die Damen so gern schmücken, ist Das Fell frühgeborener Lämmer. Um dieses teuere Fell zu erhalten, pflegten die Züchter i» früheren Zetten das trächtige Schaf ganz einfach MuWllllvtsn. 3n der Ußllßstsn Zsu dal man ein vollkommeneres Mittel erdächt. MüN diNdkt NUN das trächtige Schaf und bearbeitet es solange mit Stockhieben, bis es das Junge wirft. Dieses Verfahren ist viel praktischer. Denn früher, unter dem Messer, waren naMrlich alle Schafe umgekommen, also auch das Mutterschaf. Jetzt aber, unter den kömmt um mrhv nt dütte TM um, mW

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