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Der Israelit · 1927-11-03 · Heft 44 (3.11.1927) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 44 (3.11.1927)
Date
1927-11-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Sette 4 Nr. 44 Der 3 « t a e ti t Drucke her Verhältnisse ergriffen wir daher in schwerer Zeit den Plan zur Gründung eines eigenen Ferienheims. Arbeitsfreudige Mütter und Väter unserer Schülerschaft taten sich zu einem freien Komitee zusammen und halfen uns ein Werk schaffen, das in seinen jüdW-ergie^erisM MMkMUN Mt HttfEfö EfflHFl tungen Übertküffm hat. Vorläufig noch in wechselnden Mietsräumen in der Umgebung Berlins untergebracht, wagen wir für das kommende Jahr schon den Erwerb eines eigenen Heimes im deutschen Mittelgebirge ins Auge zu fassen, wenn die jüdische Oeffentlichkeit auch Mlikstlil « IM iiji opfmwp MM Dielet Seite jüdischer Jugendfürsorge zuwenden wird. Wir stehen noch mitten in unserer aufbauenden Arbeit; die Fülle der andrängenden Probleme und Aufgaben läßt noch keinen Ruhepunkt der stillen Betrachtung Mm. An allen Elken brauchen wir geistige llwyi ftd tiH£ gleistet tner >err! Seter fieilrag zu unserer Arbeit an der jüdischen Jugend hilft die eigene jüdische Zukunft sichern! Die Alken und die Zungen. DM Dl. U: Mll IN VkliKiiM: (Fortsetzung). H. Ursachen des Leidens. Das Problem ist nicht von heute. ..Wenn TOR Mit such mit iittiR MW-, ft ÖierSe ich euch mit Skorpionen züchtigen" (B. d. Könige I, 12, 11), war der Rat der Jungen, der dem Rechabeam und dem ganzen Lande schweres Unglück brachte. Schon in jenen alten Zeiten sehen mir Din WWW piffljfn WM unD 3unpn grell in die Erscheinung treten. Dieser Gegensatz ist wohl schon von der Natur aus gegeben. Die Jugend, in der Regel wild und ungestüm und ohne Erfahrung, muß erst die Schule des Lebens stuchmllchm bis ]u Die MWM ormirDt, ein vernünftiges Urteil fällen zu können und Rat zu erteilen. Um wie viel mehr ist der Gegensatz zwischen Alten und Jungen in einer Zeit wie der heutigen^ njenrt au^ ni^t £>erec^tigtj jo bocfj1 erklärlich. Alles brodelt. Das Mbstbewutztfem ist erwacht. Täglich werden neue Pflichten und neue Rechte geboren. Geistige, politische und wirtschaftliche Kämpfe stehen an der Tagesordnung. Jeder glaubt, es laste ein Joch auf ihm und jeder trachtet darnach, sich >davon zu bosreion. Dabei verwöchZ selt man nur allzuleicht natürliche Pflichten, die als süße Last empfunden werden müßten, mit unnützem Ballast. Was Wunder, wenn es da der Jugend schwer fällt, sich richtig auszukennen. Wenn Bi such sHMv ist, mtw srltzzn Umständen eine entsprechende Erziehung zu geben, so können die Alten hennoch keineswegs frei von Schuld befunden werden. Ganz im Gegenteil scheinen die Alten ihre Pflichten gegenüber der ZllZZkkb schmz? gesrrrHlässiA zu hadern über den Judenhaß enthält, findet sich die folgende Erklärung des Bischofs Antonius von Heuler „Judenhaß verwerfe ich mit jeder Faser meines Herzens» weil jeder Haß unchristlich ist;: aber, man fei auch vorsichtig rnit dern Dorrvurf. In den Meisten liH M m srrtlWtMMzrmrrr mt um Raste und Religion, sondern gegen den Abfall davon!" Möge der edle Verstorbene in Frieden ruhen! Die bayerischen Israeliten werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. (Jüdische Heschichlsknnde und AamirisnfsrschUttg). Unter dem Titel .Jüdisches Archiv" erscheint seit Beginn des jüdischen Jahres eine neue Zeitschrift für jüdisches Museums- und Buchwesen, geschichtliche Volkskunde und Familienforfchuna unter der Re- Mfifln von L Males: Mm. Die ZellsSM will nicht nur Nievervflerreich und das Burseuläbd. sondern darüber hinaus das Gesamtgebiet der jüdischen Volkskunde und Geschichtswissenschaft berücksichtigen. Das uns vorliegende erste Heft enthält Arbeiten von Wachstein und Archivar Hlawatsch geschichtlichen Thararms, fomtg einen Miraa zmMMsn Simfc lopographie von Dr. I. Brotttter ,vom Wiener jüdischen Museum. Eine Reihe bedeutender Fachgelehrter haben ihre Mitarbeit zugesagt. Das 9. Heft der Gesellschaft für jüdische Familtensorschung enthält eine Abhandlung von Etnst Wolf Über die Aufgabe« eines Farnilienarchios. (sträf. Klfch-Mln üörr bi« ^«chkoanntnr schüft des Maharal von Prag, Dr. Berlin über Bürgerkriege am Anfang des vorigen Jahrhunderts. Rabbiner Dr. Posner-Kiel veröffentlicht ein Verzeichnis der 1941 in Kiel wohnenden Farni- 8r mmm m Ein Teil dieser Schuld kommt auf Konto des jetzigen-Kulturzustands, der schon von. den. Vätern der Alten und den Vätern der Väter vererbt wurde. Die Jugend ist nicht so dumm wie.man Wyl glauben machen WM, M AM MH. schaut die konventionellen Lügen des Menschengeschlechts, zumal die Heuchelei der doppelten Moral und mag sich nicht länger foppen lassen, Verbitterung ist die natürliche erste ^olge. Vetraästen wir doch nur einmal die voift den Alten überkommenen. Gesellschaftsformen, den Fluch des Tabaks, des Alkohols, des Kriegs, der Staatsschulden, so muh es uns jämmerlich Vorkommen, M, Am Sbttil A WW zu lintfrit IfS kkSfUz fii$t IMP Hi I|ora, fönSern au$ nichtjüdische Weisen die Lehre des Rechts und der Wahrheit uerfünDeten, es gelang ihm nichi,.. durchzusetzen. Noch heute bestimmt der Mächtige kraft seiner Stärke, was als Recht zu betrachten lk! lfflB ÖlB MW 211 Qlüsn tjaDß. Har unD deutlich beweist Kant, daß der Staat nicht eine einfache durch äußerliche Regelungen und Abkommen miteinander verbundene Gemeinschaft nicht ein Verein bloß zu geminnützigen Zwecken ist, jvrrdern eine jittfid^e ©ememjcbM fches Gemeinwesen" ist. Er legt dar, daß die Grundlage der Staatsgemeinschaft die sittliche Gerechtigkeit ist; er billigt dieser sittlichen Gerechtigkeit solch hohen Wert zu, daß er gar ausruft: ..Wenn die Gerechtigkeit untergeht, so hat es keinm « « ■ neu Wen mehr, daß Menschen aus Erden leben." Er und mit ihm die besten Menschen aller Völker und aller Zeiten brandmarken die Gewaltrechtstheorie als verbrecherisch, bekämpfen mit moralischer Entrüstung die Behauptung, dast die Staaten eine eigene politische Moral besitzen: sie erheben ihre Stimme gegen Geheimverträge und gegen die Ausbeutung eines Staates durch den andren und verlangen mit großer Strenge die Unterordnung der Politik unter moralische Prinzwien. Aus all Dom macht mnn sich gtzss Nichts; Noch heute erblicken die Staaten im Machiavellismus ihr Ideal und machen sich kein Gewissen daraus, die Faust triumphieren zu lassen. Der Pflug wird zum Schwert umgewandelt und alle Fortschritte technischer Wissenschaft werden gleich m bie Dorm totbringender Waffen gegossen? Das Recht wird mit Füßen getreten, die Liebe ist aus der Welt geschwunden und eine Entwertung aller sittlichen Werte war die Folge. Wenn nun ejp von *§chtinmoral überkleistert wird, so müßte man wohl sehr naiv sein, glauben zu wollen, daß die Jugend es nicht durchschaue. Dann aber muß man nicht rnehr staunen, dast die Äugend durchaus ihre 9|S?g« gw Hthsn Wünscht, 1£ßegt> btt uns Itert. Der Mitgliedsbeitrag der Gesellschaft beträgt zehn Mark. (Kin historisches Dokument bkt AatästinaMröeil). An der «National bi vlio tHVk Q2 [Ö^-öTSlflTI ftovst stch Vas stfts Mtm'dllGvM der Kollüttn ans dem Jahre 6608. Die Sendboten pflegten damals keine separaten Verzeichnisse der Spenden und Spender zu führen, sondern alle Eintragungen waren in einem großen Hauptbuchs vereinigt, in vem jeder Senddote seM $\gm tzkttkr SflS Buch sollte 180 Selten umfassen, es fehlen aber einige Teile. Unterm 7. Aw 5620 wird von Iechiel Brill, (dem früheren Herausgeber des bezeugt, daß das Blatt Nr. 8 nicht mit Absicht vernichtet wurde, sondern verloren gegonaenift Leiderfehlen aber ans andkle Mütter mh zwar dw Mswötts der ersten zehn Jahre. Es find dsrirr die Namen der Sendboten wie der Aussichtsbeamten von sieben Jahrzehnten genannt. Erstere gingen nach Amerika und nach den weitesten überseeischen Ländern. Manche hatten Mandate sowohl von den aschkenasischen wie sephardischen Gemeinden. (Gcn Rekord in Isußwanderring). ' Der Chaluz Israel Priß machte einen Fußweg von Brasilien nach Palästina, sofern das Meer feine Wanderung nicht unterbrach und eine. Schiffsreise ihm aufnötigte. Er hat viele Zehntausende *»** Kilometern guWMklkSt LNtz wllk MM ÄS ttnmat nnttr Mtvtn Menschen nnv TNren ln Lebens», gefahr. Er langte nun glücklich in Jerusalem an und erhält den für diese Leistung, von einem Amerikaner ausgefetzten Preis von zehntausend Dollar. nimmermehr gefallen können. Und ist so unsre Umwelt gestaltet, so ist es nur naturgemäß, daß auch unsre jüdische Jugend Gefahr läuft, dem Zeitgeist Altäre zu bauen. Um die Abwege dieser MMett ZügeÄ zu versieijen,!si es nötig, die Erziehungsfehler der jüdischen Eltern zu studieren. Wir haben da mit Fehlem solcher Eltern zu tun, die von ihren Kindern jeden Thorageist ftzrnhalten Md nr!t.E^ sas^ Mt-M, Fjß MUli, ihre Kinder ini Sinne der Thora zu erziehen. - Beginnen wir damit, uns die Folgen des thoralosen Wegs zu vergegenwärtigen: Es Handelt sich zumal um eine VerkennMH des Begri f§ ÜSk FMsit Uö W!> M N uul.wA jemand jm GeMl falsch verstandener Freiheit dem andren eine Ohrfeige versetzt, so ist der andlk ' ffdtlmhnpdjitrilMiAf. ftlrW ben Rücksichten und Pflichten gegenüber dem andren Menschen und bei Vernachlässigung derstlvm mikö ÖiS FW«k 85! Jm«. I;iK Ät der Freiherr des andren in Konflikt geraten. Die Freiheit des einen reicht immer nur bs zu den Grenzen der Freiheit des andren. Der Freiheit Schranken richtig festzusetzen, ist Aufgabe der.Bildung. A? MgikWllff W öM mm VkWW zumal zu zeigen, welche Pflichten es als süße Lasten auf sich zu nehmen hat, um im Leben glücklich zu sein. ' Wo die Alten wähnen, Freiheit heiße, man könne tun, xoas einem beliebe^ dcr Jugend die Freiheit falsch verstehen und der Konflikt zwischen Eltern und Kindern naturgemäß immer stärker werden. Dabei stellen sich die Alten die Freiheit in der Regel ganz anders vorals die 3ungen. Die Ältest NdHsNIN ftE ßjx Freiheit, fürs Geschäft allem zu leben und vernachlässigen ihre Pflichten gegenüber den Kindern, beachten nicht ihre Eigenart, nehmen an ihrem Erleben nicht teil. Die Jungen wieder wähnen, frei feilt f)eif$e nor allein frei sein vorn Wö Titcrn sicsi m^st um h\t Kinder kümmern, oder der Vater gar ein Säufer oder Spieler ist oder zwischen den Ehegatten Zank und Hader herrschen oder die Eltern ihren Unmut an den Kindern auslassen und durch chre Un^reundli^keit den Kindern Bftßil* lern, da muß man sich nicht wundern, wenn die Jugend bestrebt ist, sich bald auf sich selbst zu stellen. Viele Eltern auch möchten sich gern den Kindern widmen, doch der schwere Lebenskampf '8* fie(?rn ß&ufg 8MksM gu [ein: Dann bringt doch wenigstens der liebe Sabbat Trost und Heilung. Wenn aber die Eltern Sabbat und Festtag gar entweihen, den Armen von der Tür weisen, kein Gottvertraueni besitzen: will s!H 8l§§8llN KUlMkN: MMN ÜllZ GMÜl des jungen Menschen sich verbittert und er eher in der Lebensgemeinschaft mit seinesgleichen das Sichverstehen findet?! Die Jugend dürstet nach Freudigkeit und Liebe, nach glücklichem Familienleben und nach Verstandenwerden. , ScDon imi sich in (olfonan MllW m bett nach Wahrheit, welches alle Hindernisse gu überwinden versteht, ein Streben nach Vertiefung des sittlich religiösen Lebens, ein Wille zur Selbstzucht und Selbstverantwortlichekit. ein litte jur Marööil am gsifligM und ftzirlra Fortschritt der Menschheit.' Man lernt wieder unsre alte herrliche nun und es kommt schon vor, daß aus religiösen Bedenken die Kinder nicht mehr bei den Eltern essen wollen und si<H gegen dök! SBÜlAtl biy (EI i-BVH üt et gern, am dahhgt beit zu verrieten. In weitaus den meisten Fällen finden junge Wochenkalender. D. Ö. - 18. OlBB. B. 10. — 1? Silijfcllt Samstag 5 10 Sonntag 6 li Montag I? 12 . riMW Won 8 nuraf 13 y 14 Donnerstag 10 15 Freitag 11 16 Samstag 12 17 KTV3 3-na

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