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Der Israelit · 1927-10-27 · Heft 43 (27.10.1927) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 43 (27.10.1927)
Date
1927-10-27
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Sette 6 Nr. 43 Der Israelit 27. Oktober 1927 Die Breslauer Tagung des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten. BrcsIau, 24. Oki. Die Hauptversammlung des Reichsbundes jütischer Frontsoldaten, die vom 22. bis 24. Oktober in Breslau stattfand, nahm einen eindrucksvollen Wsrlauf. Sie führte 2000 Kameraden «us Vresiau, Echtesten uuö dem ganzen Mich zusammen. Der Vorsitzende der Ortsgruppe Breslau, Dr. Ernst Frankel, begrüßte die anwesenden Ehrengäste und die Kameraden, die Vertreter der Stadt und des Staates wie ver Reichswehr, HMkZMMM W- LöwflN st e i n erinnerte an die Tagung des Reichsbundes vor zwei Jahren im Westen, die auf eine eineinhalbtausendjährige Geschichte der Juden am Rhein und Main zurückblickte und für die Zusammengehörigkeit mit dem mnjffin fflumMrn 3tugnis atiitm Ißitö. EoMnn begrüßte der Oberbürgermeister von Breslau die Versammlung. Letzterer streifte das Unrecht von Tannenberg und forderte Gerechtigkeit für alle. In der Kundgebung sprach Herr Prof. Dr. Franz Oppcn!)citner Frankfurt «, M. Ü&ey dNS T p lern der Siedlung, die Ausgabe, der der N. }. F. sich mit besonderer Energie zuwendet .Er betonte, daß sie eine gewaltige deutsche und hinreißende jüdische Aufgabe sei. Am Nachmittag um 3 Uhr begann der beratende Teil bu Hauptversammlung in Gegenwart von etwa 300 Delegierten, die insgesamt ca. 500 Ortsgruppen mit Untergruppen vertraten, mit einem Referat des Bundesvorsitzenden Hauptmann a. D. Dr. Löwenstein, der die Politik des Bundes im Abwehrkampf umriß. WkM sank) im fmlitf) WschmüMM ZQQsg Mv „Msellschaft der Freunde^ ein Festbankett statt. Hauptversammlung der Vereinigung für das liberale ^udenturn. F r a n k f u r t a. M., 24. Okt. Am Sonntag und Montag hielt hier die Vereinigung für das liberale Judentum ihre Hauptversammlung ab. Das Hauptreferat hielt' Herr Dr. 2ienemann( Offenbar^ Über VäA HhksiW //DnSi?!* duum und Gömeittschüft". Er sprach von der Bedeutung des Gemeinschaftsgedankens im Judentum und von den Pflichten des Einzelnen gegenüber der Gemeinschaft. Alles könne man vom Juden verlangen, nur nicht ein Opfer des Intellektes. Er will damit die persönliche des Einzelnen g-genübes HMMlMMW „bei aller Treue zum Judentum" betonen. Herr Erich Bayer, Breslau, wünscht in einem Vortrage über den Kultus Aendsrungen des Gottesdienstes und der Gebete „gemäß der kritisch geistigen Haltung der Zeit", dabei könnte der Genreinschaftsgedanke durch mehr aktio-e Beteiligung der Gemeinde im Gottesdienste gestärkt werden. Frau Blanko Hamburger, Berlin, sprach über das jüdische Haus als Erziehungsstätte für jüdische Gemeinschaft. Zuletzt referierte Herr Justizrat Dr. Blau, Frankfurt a. M.^ über bi« Gemeinde,. Der Konflikt zwischen Individuum und Gemeinschaft könne in der einheitlichen .Z w a n g s g e me i n d e nicht ausbleiben, gänzlich ausgeschlossen kann dieser Konflikt nur bei freiem Zusammenschluß von Gleichgesinnten sein. Trotz dieser weisen Erkenntnis wünscht er im Interesse ber Einheit bic Cinhcits- und Zroangsgemeinde. In der Verbundenheit mit der Gemeinde finde die Durchsetzung des Einzelwillens ihre natürliche Schranke. In der Diskussion platzten die Meinungen scharf aurefnantir. M zum Nchtungsn mmr-halb Hz Mr. alismus, die radikale und die gemäßigte, — sie wird non den anderen höhnisch „Neuorthodoxie" genannt —, fanden ihre beredten Dolmetscher. Berliner und Kölner Delegierte klagten über die „Tyrannei der Könservatikkn", Vir Vre LlbeiMli eMich atzwersön Mützen. DSMgegenüber lobten Dr. Blau unb Dr. ellgmaN 7l die Verhältnisse in Frankfurt a. M., wo der Liberalismus, im Besitze aller Freiheiten, auch ohne Separation gut auskomme und sich ohne Störungen betätigen könne. Es meldeten sich auch Vertreter einer (Britppe, fcle tirjren ^cmun-eipunlf In ber „Liberalen Synagoge Norden" hat und der Methode eines jedesmal neu aufzubauenden, also r i t u s s r e i e n Gottesdienstes für die enge verbundenen Gesinnungsgenossen huldigt. Dr. Salzbergen tritt all diesen neuen Reformbestrebungen scharf entgegen. Es fei schon genug res Q B R! ö B s lll 3 p i tt. Eins 9ve|orrn o^n« Üäl|(«n un*0 aus reinem Individualismus gehe aus Willkür hinaus. Wer das Bedürfnis hat, für sich allein seine eigenen Gebete zu beten, dem stehe nach altjüdischem Rechte nichts im Wege. Die Gemeinde als solche und die Synagoge mü^ey feffen Normen haben. Me Ausführungen finden bei einer Minderheit Beifall, werden aber von der Mehrheit abgelehnt, besonders scharf und entschieden von Dr. Geiger, Frankfurt a. M. Er nimmt auch dentum frommt, durchaus verschieden waren von denjenigen der Konservativen Vereinigung. Die CSrüni^ Us rvesi'alischcn Vereins waren von der Ueberzeuglivg durchdrungen, daß nur das Prinzip der selbständigen, von der Neologie völlig unabhängigen Organisation den Prinzipien der jüdischen Gesetzeslehre entspreche und der Rsinorhaltung der Tradition dienlich fei. Die Woche. Berlin. Nach einer Mitteilung des Wolff'- Wm [mb Ms $mti stftm Hotels auf der Antifemiteninfel Borkum in Zahlungsschwierigkeiten geraten, so daß Zwangsversteigerung eintreten muß. Die Einwohnerschaft ist überzeugt, daß dieser Zusammenbruch von den Völkischen verschuldet sei. Königsberg. Bn der Nacht von >S0NN" abend zu Sonntag Wurde aus dem jüdischen Friedhof zu Eydtkuhnen ein Grab geschändet und der Grabstein in gröblichster Weise beschädigt. Die „Eydtkuhner Grenzzeitung" bringt diesen Fall in Zusammenhang mit der Stahlhelm-Tagung, die am gleichen TW in EMkichNM Vreslün. In Oppeln wurde der Mörder der jüdischen Kausleute Kirschbaum und Regen, Alois Klein, vom Schwurgerichte zum Tode verurteilt. Der Mord geschah 1921 während des oberschlesischen Aufstandes im Walde. München. Bei dem Emfpangsabsnd, den dis Statut Münchsn zu Lhr-sn Ur ÄLülschen Aka. b em'i e veranstaltete, waren auch Vertreter des Bayerischen Israelitischen Gemein d e v e r b a n d e s und der Münchener Kultusgemeinde anwesend. Wien. Gins ausgenommen« Statistik ergibt 23 Prozent jübijdjt Studierende an den Wiener Hochschulen. Prag. Bei den Wahlen in die Stadtoertretung von Groß-Prag hat die Jüdische Partei zwei Mandate errungen. Dr. Ludwig Singer und Dr. Emil Kafka sind wiedergewählt. Paris. Es wird zur Zeit in fflüi Mk AuMllMg m Werke Mar Liebermanns organisiert. Warschau. Der Beschluß der jüdischen Gemeinde und des Stadtrates zu Pinsk, den im Jahre 1919 unschuldig Hingerichteten 37 jungen Juden auf dem Friedhofe ein Denkmal zu setzen, wurde von der Militärbehörde annulliert. Belgrad. Auf dem jüdischen Friedhof zu Belgrad rourds eine Äeb-enkkasek eniijlUU mit b«n NaM«N VVN 134 Juden, die ihr Leben für Serbien hingegeben hatten. Die Regierung war offiziell vertreten. Moskau. Wie immer in den letzten Jahren, kam es auch dieses Jahr am Jomkippur in vielen Städten Rußlands und der Ukraine g« WMWjW yj]& LMMMll MWkll frommen Juden und Radikalen, welche den Jomkippur mit Demonstrationen und Vergnügungsveranstaltungen begingen und von den empörten frommen Juden angegriffen wurden. Kiew. In W i n n i z a in der Ukraine st ü r z t e am öik Örautnfioltrie in der großen Synagoge ein. Neben einem Todesopfer gab es mehrere Schwerverletzte. Budapest. Nach langjährigen erfolglosen Bemühungen ist es der Zionistischen Organisation endlich gelungen, bei der ungarischen Regierung ihre Legalisierung zu erwirken. Man darf auf eine stark einsetzende zionistische Proifögtmöa rtfömen. Anstoß an einer freundlichen Aeußerung Salzbergers an die Adresse der Zionisten und wird darin von Generalsekretär G ö tz, Berlin, stark unterstützt. Das Schlutz- Mölik ^Lkts 4*" '• * n f m « n n » Vcr «ine 23tr? öhnung der Gegensätze versuchte. Jüdisch-konservative Vereinigung. ' Dortmund, 25. Okt. Hiß iiiltflffc 3ii^i|d^-fon|eri>ai{»e Bereinigung hielt am Sonntag in Dortmund eine Delegrertentagung ab. Erschienen waren rund 60 Delegierte, die vom Vorsitzenden der Konservativen Vereinigung, Dr. Ist Kahn- Berlin begrüßt wurden. Der Vorsitzende gedachte einleitend der verdiensivoll?n Prrfönttchkeittn. M vor 86 Jahren vsn „Bersrn ü r d i e I n t er essen des gesetzestreuen Judentums in Westfalen" gegründet hätten, ohne allerdings dabei zu erwähnen, daß die Anschauungen dieser Männer über dcrs^ rvas vem Zefetze§sP^H^si mn anderem Boden sieht die Konservative Bereinigung, die bekanntlich in erster Reihe innerhalb des allgemeinen Preußischen Landesverbandes ihre Tätigkeit ausüben will. Dem entsprach auch, daß der erste Referent wnservyM MWsW Öff sikMwI'M jNWM Miner (Bemeknhe, Gemeinderabbiner Dr. Rosenthnl - Köln war, der über „Schul- und Lehrerbiid u n g s f r a g e n " referierte. Im Anschluß an das Referat wurden zwei Resolutionen angenommen, von denen k!k enff Dir ErrWllW GIM üösonNkM ksllftWäiivcn Abteilung der in Berlin zu errichtenden Lehrerbildungsanstalt fordert. Der Lehrplan dieser konservativen Abteilung soll alle Fächer, nicht bloß Religionsunterricht, umfassen. - Die zweite Resolution forbert We der MsiNtzlM für MM ÜUs fÜdjsch'S Bekenntnisschulen auf 20 Kinder und ferner die Gleichberechtigung ausländischer Juden mit den inländischen beim Antragsrecht. Der nächste Redner, Rabbiner Dr. Ne u ha u s - Mülheim a. d. R. sprach über das Thema: „ W a s wollen f ff ) si j> || - I a [ e n und Rheinland ", Gememderepräfentant CH. I. Läufer- Dortmund über: „ D ie L a g e d e r Ost ju den im Ruhrgeb i et", Moritz A. Loeb- Berlin über: „Aktuelle Aufgaben". Alle vorhandenen Kräfte des konservativen Judentums im Rhein- Illüsi II nÖ WMsülM MÜßkM zUsÄMMeätzesa^ wertzea. Nach einer lebhaften Diskussion wurde beschlossen, einen Westfälischen Gruppenverband der Beveinigung zu gründen. Zum Vorsitzenden des Provisorischen Vorstandes wurde Moses Haas- Vorkoa, zum ^tellv«r- Wenben Vertreter Rabbiner Dr. N e u h a u s - Mülheim d. R. gewählt. Im Anschluß an den Delegiertentag fand eine öffentliche Versammlung statt, in der M. A. Loeb-Berlin den Vorsitz führte. Gemeimderabbiner Dr. Rosen- 1 ijü 1? MU lU ff! BQ ff) IH ^4 reichen Sfusfüfjttmgen über: „Das Wesen des konservativen Judentums", während Dr. Ist Kahn- Berlin „Die besonderen Aufgaben des konservativen Judentums in der G r o ß st a d t" beleuchtete. Er trat besonders dem Versuch entgegen, zwischen Ost- und Westjuden Unter- 211 MllchM. 3111 I4M Dieser sprach, Rabbiner Dr. N e u ha u s- Mülheim a. d. R. über seine Erfahrungen im Ruhrgebiet. In der Diskussion meldete sich als einziger Redner der liberale Rabbiner Dr. Appel- Dortmund. Er erklärte, daß die Sammlung der konervaliveg ßi£Qm M ZNdiWöNtismus den Liberalen nur erwünscht sein könne. Ttationalfofwtiffen bei ber Arbeit. Beuthen (O.-S.), 15. Okt. Am 1. Suckoth-Abende, als unsre jüdischen Glaubensgenossen in ihren Laubhütten sich der Festesfreude sorglos Hingaben, hatten sich die Nationalsozialisten zu einem Vortrage des sattsam bekannten Kapitänleutnant Mücke versammelt. Das Heldenstück sollte sich im großen THÜWUlISsllllliß mwMffiPQllBnto WMtH m wohnt-tiebllchen Tone der Völkischen gehalten, luden zu zahlreichem Besuche ein, Juden war der Eintritt verboten; zur Deckung der Unkosten sollten 25 Pfg. Eintrilt erhoben werden. Seitens der Polizei wurde in letzter Stunde di« Auf- "fpvmß erboten und der EchlltzeilyMsBal gesperrt. Ihrer gerechten Wut darüber machten die Hitlerleuie dadurch Luft, daß sie beschlossen, im Protestzuge durch die Stadt zu marschieren. — Auf dem Ringe versuchten Kommunisten, die Versammelten auseinanderzutreiben; M l&m yü SäiüJjLllem. mußte eillschiei' teil, um weitere Ausschreitungen zu verhindern. Aus ihrem weiteren Zuge wurden die Demonstranten von einem Lastauto mit starkem Schupo-Aufgebote begleitet. Itn^arti. Aufhebung des Numerus clausus in Angarn. Budapest, 20. Okt. Unterrichtsminlster Graf Klebelsberg veröffent- IiSsi in M Weste im MttQMum, dsß btt tarn W-

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