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Der Israelit · 1927-10-27 · Heft 43 (27.10.1927) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 43 (27.10.1927)
Date
1927-10-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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27. Oktober i»Ä 2 i F 9'SFIfilfl geht sicherlich aus eine einseitige Neigung für Sprachen und Lernfächer zurück. Die Neigung zu Geisteswissenschasten ist wohl ursprünglich und Vir MMN um nirir PUH ifsto fie nur auch, ihrem Ursprung entsprechend, den jüdischen Disziplinen zu gute käme. Das ist aber leider nicht der Fall. Die große Zahl der die höheren Schulen besuchenden Zöglinge sind beim Verlasse Ui AllstSltSN Mm IMslhM MU M? fremdet als ihre Eltern. Schuld ist freilich der Zeitgeist, dieser aber dringt eben auf dem Wege über die weltliche höhere Schule durch lausend Kanäle auf sie ein. Aber selbst in den jüdischen mm Isl ei mit Din KkNllNWll 8si8 f?pen in Iudaieis nicht überall so ibcctt bestellt, wie Ößf gute Jude gerne möchte. Viel liegt an den Anforderungen, die der Staat stellt, der dem profanen Unterricht solche Ziele steckt, daß der Lehrer alle MW W. sie Zu kkkkWll, Lkllll fr Ni^t drillen und nicht überanstrengen will. Es fehlen aber auch die jüdischen Lehrer, die ein homogenes Lehrerkollegium bilden und im profanen Unter- W so viel WWeit geben könnten wie umaetefrrt- Sas ist eine offene SQSimhe, tttt der viel «••••)■ I f f Qi zu achtlos vorbeigegangen wird. Die Klagen über Lehrermangel beziehen sich gewöhnlich auf Volksschullehrer. Der akademische Lehrerstand weist wenig Juden, noch weniger fromme Juden und eine verschwindend kleine Anzahl solcher auf, W MSI MljWMs 01k N88k?lkKi!Nz 8ü lösche Schulen gehen. Die erste pädagogische Konferenz von Vertretern der jüdischen höheren Schulen in Frankfurt hat noch energisch auf dieses Mißverhältnis hingewiesen, inzwischen ist Ff cjetoorben, bte Jrnsits Konfsrsnz tlt Hamburg hat, wenn ich nicht irre, gar nicht met)r davon gesprochen. Die ganze jüdische Schule, von Hirsch mit so großen Hoffnungen begründet, ist verloren unb zerbricht an dem Mangel an religiösen Lehrkräften, die sich der einzigen Schule versagen, die ihnen zur 8rtüllüng SlPUfBS als Lehrer und Juden, zu einem inneren Verhältnis zu den Seelen der Zöglinge verhilft. Dieser harte Vorwurf verliert auch nichts von seiner Berechtigung, wenn auf den Mangel an ffltittetn l^ingetmejert nsirb. her die richtige Bssolvung der Lehrkräfte und die notwrnb!g?n Reformen im inneren Betrieb dieser Anstalten so schwer macht. Gute Lehrer können bei der heutigen Sachlage immer eine Stellung sich erringen, Mb fifi.matöM NW WMkk JtsBt an ni^tjüdischen Anstalten. Freilich kann MM die Eltern und Verwaltungen der Schulen nicht eindringlich genug aus die Verantwortung Hinweisen, die da auf ihnen ruht. Sind sie sich dessen bed^nberr bie Eltern »on überall her dis Schüler zu uns und zeigen sie am Orte selbst Uz richtige Interesse? So manche bittere Erfahrung treibt die frommen Lehrer von uns weg. Daß die Eltern oft keine Ahnung haben von den Schwierigkeiten, mit denen der innere Betrieb »erüunben i|^ bas Verzeiht man ihnen, daß fie aber oft so wenig Interesse geigen für Schule ihrer Kinder und des kommenden Geschlechtes, das tut weh, entmutigt, und drückt'auf die Leistungsfähigkeit. Wäre das Interesse auf Seite der Frommen größer, so würden jüdische EtzulZtt such nicht gLMMgm feüi Schüler aust zunehmen, die nicht aus jüdischen Gründen sie besuchen. Diese Erfahrungen sind wohl — wenn ich rnich irre, soll es mich freuen —. allgemein. Auf jeden Fallest es g. V. in MrH [ö. EZ ist ftsilich nicht schön, in eigener Sache zu sprechen. Aber wenn ich die Geschichte der Fürther Schule durchblättere, wenn ich in den Akten lese, mit welchen Hoffnungen die ehrwürdigen Gründer dieser Schule an sie herangetreten sind, töte sich Di. Dessau NiMsetzi häi, um. bas recht zu erlangen, um ein ruhiges Studium von Thauro im Derech erez darin zu ermöglichen, dann fühle ich um jener Männer und Geschlechter willen die Pflicht auf mir zu sagen, daß ein sehr größM Teil ihM Tchüler — und sie hat deren Hunderte in die Welt hinausgefchickt' — sie im Stich lassen. Auch daß die nähere und fernere Umgebung so wenig Schüler in die einzige jüdische Realschule Bayerns schickt, muß beklagt werden. Nur wenn diese eben geschilderten Verhältnisse anders werden, können tvir tttieber hoffsn. 6M gediegenes jüdisches Schulwesen, ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl und ein Bewußtsein von der Verantwortung für die Zukunft des Judentums zu erzielen. Korrespondenz?« «Nachrichten. Aus der Jüdischen Gemeinde. Berlin, 21. Okt. Die Repräsentanten wählten gestern Abend mit 11 Stimm«« fl Mstwrtüi, 1 Kochmtim. 2 Mittel« JJOfM, 1 ML Zkllllj Pf in i? «ff™:: -ff— Herrn Kommerzienrat Gerson Simon an Stelle Felix Makowers in den Vorstand. Simon wird wohl Vorsitzender des Vorstandes werden. Sonst tritt keine Veränderung im Vorstände ein, der jetzt aus drei Liberalen. zwei Bolkspartsilern. dem konservativen Herrn GalewSN und dem Miiteiparieiier 8«rjon Da die Reichseinkommensteuer in Groß-Berlin für 1926 um 30 Proz. mehr erbringt als im Jahre 1925, wird die Jüdische Gemeinde die Kultussteuerquote voraussichtlich von 15 Proz. auf 10 Proz. herabsetzen; Ein- I8TOB W W. AN- WM WNlsiki' |8W m Mk. 3600.— zahlen 6 Proz. Zuschlag zur Nerchssinkommensteuer. Elllk litzLkSlk für jüdische Lehrer und Lehrerinnen. Berlin, 25. Okt. Die vom Preußischen Landesverband errichtete Vorbereitungsanstalt für jüdische Lehrer und Lehrerinnen ist gestern mit Ansprachen der liberalen Führer, Professor on. Miro Lk; sggf g ttnf Dßuhnann, des Leitet U* AnMt. SkössMt W0WM. Die Anstalt will ihre Zöglinge zum Abitur führen und ie gleichzeitig in Religionswissenschaften unterrichten. Nach der Reifeprüfung soll es den Schülern überlassen »b sie tie Pä^Zrzischz AklltzzWiL. oöBr eins vom Landesverband noch zu gründende Religionslehrer-Akademie besuchen wollen. Wir machen nachdrücklich darauf aufmerksam, daß für gesetzestreue Eltern diese Anstalt nicht in Betracht kommt. Vom Rabbiner-Seminar. Berlin, 20. Okt. Das Verzeichnis der Vorlesungen im Winterhalbjahr 1027-28 <5688) ist ausgsgeben. Dr. Josef W o h l g e - M U t t) VUK ^egijoren 9ßx>niacpr tag und Freitag 10,—11 Uhr, über Pentateuchexegese Mittwoch 11—12 Uhr, über Systematische Religionslehre Mittwoch 10—11 Uhr. Homiletische Hebungen werden in noch zu vereinbarenden Stunden abgehalten. Dr. gkMl WrillkLii FM DOr in Abr. Ar Sonntag bis Freitag 8.30—10 llhr, Montag, M'NMvÜ) und Freitag 12—1. Dr. Samuel Grünberg lehrt Vibelexegefe Dienstag 11—12 Uhr, Sonntag 10—11 und Donnerstag 12—1 Uhr. Außerdem Hebräische Grammatik. MllMg 11---13 Mh LttkrswrgriSichiH Montag und Donnerstag 8—6 Uhr. Hebräische - NeftkätS fMdHN Montag 12—2 Uhr und Uebungen Dienstag 7—8 Uhr abds. statt. Dr. Moses Auerbach trägt Talmud vor in Abt. B>: Sonntag bis Freitag 8.30—10 Uhr und Montag bis Donnerstag 10—11 Uhr. Außerdem Montag 11—12 Uhx und Dionstaa 12=1 IM: Uebungen finden am Montag abend 8—9 llhr statt. Die Aufnahmeprüfung findet Mittwoch, den 26. Oktober 1927, vorm. 9 Uhr statt, die Eröffnung des Semesters am Donnerstag, den 27. Oktober (1. Marchechrvcmj nachm. 5 U^r im ■S)örfa<tt III. 5>ert (Sröffnungs« vanrnfr HM Herr Di. 3. WDylgnemutrj: Bom StfF und feiner Wertung nach Bibel und Talmud; den halachi- SNr 43 Sette 5. scheu Eröffnungsvortrag (nn'nö) Herr Dr. Zechte! Weinberg am Freitag, den 28. Oktober, 9 Uhr im Hörsaal I. Zugleich sei aus die von Dr. Wohlgemuth abgehalte- M östzikuisr in Zlttri ünö (ssr chentlich 10 Stunden) für vorgeschrittene Studenten und junge Kaufleute hingewiesen. (Talmud Traktat Baba mezia: Sonnabend 10—1, Sonntag, abends 8—10, Donnerstag. abends 8—10. Vibelexegese Psalmen: Sonntag von §.39—ii U^r.) Gesuche um Ausnahme und sonstige Anfragen smd an Dr. Josef Wohlgemuth, Berlin R. 24, Lintenstr. 147 (Norden 6041) zu richten M SchächlskW vor dem randwirisihasiii^en Ausschuß. Berlin, 16. Okt. Wie schon mitgeteilt, hat der Landwirtschaftsausschuß 8^2 Jct^eTX Landtags den oötJifcfyen Antrag auf Verbot des betäubungslosen Schlichtens üdgetehnt und eine Resolution angenommen, daß nur nach dem Bedarf der jüdischen Bevölkerung geschächtet werden soll. Vor der Beschlußfassung wurden Sachverständige gehört. Der Warsidende des Tlerschnhvekel-NS. sowie einige ärz« Wen o«m 5S« PM DU WW ten aus, weil die Tiere noch nach dem Schächten Zeichen von Bewußtsein von sich geben. Diese Behauptung wurde vom Direktor der tierärztlichen Hochschule in Berlin, Prof. Dr. Bongert, widerlegt. Dieser meinte, daß die gjjjjjlge 'etwa mögliche 5£iercjuäleret nur in dem Niedertverfen des Tieres vor dem Schächten bestehen könne, und er gab Mittel an, dieses Niederwerfen zu vermeiden. Großen Eindruck machten die Ausführungen des Rabbiners der Berliner orthodoxen jüdischen Gemeinde, Dr. <£sra Munk ,ber erklärte, daß feie rituelle Schlachtung eine religiöse Handlung des 8u^ensiims sii die Juden das Fleisch nur solcher Tiere essen dürfen, bei denen kein wesentliches Organ verletzt sei. (ITA.) SIRS jfjjnynjtfje Siljuntj ber ©etneinbenerfrefung. Breslau, 23. Okt. Die letzte Sitzung, der Gemeindevertretung führte infolge einer etwas sonderbar anmutenden Rechtsbelehrung des Vorsitzenden, Iustizrat Perser zu scharfen Auseinandersetzungen mit der zionistischen Fraktion, die (ffö 5j3rcUej'i gegen bie 58-ezniil'tgunQ einer Subvention alt Den „äentralDerem" Den Tesamülal m üst Tchlnhaö- 'timmung abgelehnt hatte. Justizrat Perser behauptete, die Ablehnung des Etats bedeute Zeinen Verstoß gegen das Staatsgesetz und gegen die Gemeindesatzung. Ihm 18t MHtMNMll OaCODfOIl Mft MSglRi wobes es ihm natürlich leicht fiel, die unhaltbare Nechtsüllsassung des Vorsitzenden zu widerlegen. Festzuhalten ist jedoch vom gesetzestreuen Standpunkt aus die Behauptung des zionistischen Vertreters, daß es rechts- ZentralHerein eine Gubrcnüon aus <B*emöindemitteln zu bewilligen, weil diese MmcinvrmttNl u. a. auch von zionistischen Mitgliedern aufgebracht seien, also nicht zur Unterstützung einer dem Kampf gegen den Zionismus dienenden Organisation verwendet werden dürften. Es ist erfreulich, daß sich die Zionisten damit W einem ©runb|<r^ befennen, b-en £>is^ernur bte Qr£I)0'‘ doxie auf Grund dbr hnlnlhischen Destimmungrn verachten hatte. Es wird hiernach als unzulässig angesehen werden müssen, daß Gemeindemittel, die u. a. auch von eiten orthodoxer Juden aufgebracht sind, zur Bezahlung eines die dogmatischen Grundsätze des Judentums leugnenden ziw suü? mtkistz NMk DnflieL Ml zur Unterhaltung einer liberalen Religionsschule verwendet werden. Denn alle diese Institutionen bedeuten icherlich stärkere Angriffe aus die Gewissensgrundsätze des orthodoxen Juden als das Wirken des Centralverf"r bas 8en»issen ier Zt5Ulst8tz. - Fttz llbklMll brachte die Sitzung keine für die Allgemeinheit bedeutungsvollen Momente. ist und bleibt der Beste!

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