Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 43 (27.10.1927)
- Date
- 1927-10-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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v, '7ip ^■.yy^/safly»^ Sette 4 Nr. 43 Der 8 sraeltt 27. Oktober 192? gar von dsrn guten Willen der Schuldirektoren rtjjjj « - 5 abhängig machte. Aber dieser Impuls verebbte nur allzuschnell, als sich herausstellte, daß die Objektivität des altpreußischen Beamtentums sich in den Direktoren stark genug auswirkte, um sie säst ausnahmslos den Gervisfensnöten ihrer «> .!! - , nj«oi Primaner Rechnung tragen zu lassen . . . Aber trotz aller Rückschläge lebte der Gedanke der jüdischen Schule mit der unzerstörbaren Kraft der Wahrheit in den Herzen und Geistern fort und fatj von zaS gg Lüg mehr Die Zahl stiller W wußten, prinzipiellen Gegner einschrumpfen und kleinlauter werden. Und verdichtete sich sogar schon vor Jahren zur Tat! Im Jahre 1913 begründete unsere Gemeinde aus Anlaß des Regierungsjubiiäums des ehemaligen Kurses Hssstll §Hulsvnd in der Ansangshöhe von Ml 50 000, der den Grundstock für den geplanten Aufbau eines Profanschulsystems bilden sollte. In dem Zusammenbruch, der dem unseligen Kriegsende folgte, ist mit allen anderen in^wijl^en 0erbif^d" gellten Mitteln freilich auch dieser Fond in den Orkus hinabgestiegen; aber der Gedanke, den er verwirklichen helfen sollte, hat auch diese schweren Stürme überdauert und ist trotzdem in unseren Ü8a^rhe!l unb Äjirkllchkett gsrnordsn. Mehr noch! Gerade die schwere Sturms und Drangperiode der allerersten Nachkriegszeit hat dem langen Spiel der Gedanken, ein Ende bereitet und Helferdienste bei der immer wieder hinausgezögerten und aufgeschobenen Tat geleistet. In den örruiiBcn LtnD »rangen, VIS flM MsMNm. bruch des alten Reiches folgten, als mit der proklamierten politischen und sozialen staatsbürgerlichen Befreiung auch alle Bande sittlicher Scheu sich zu lösen und in der Anarchie unterzugehen braten; bcnnat* fertig &j| Z^MMllDk M Schulwerks unserer Gemeinde. Die klare Einsicht in die voraussichtliche Entwickelung, die das öffentliche Schulwesen unter der Herrschaft der damals uneingeschränkt schaltenden religionsfeindlrchen Tendenzen, nehmen rnu^te, ergmartg mit kategorischer Unbedingtheit die Bereitstellung eines vor dem Zugriff jener Zerstörungskräfte sicheren Zufluchtsorts für unsere Kinder, der die Möglichkeit bot, die Gefahren jener Irrlehren ihnen fernzuhalten und die Wege der Thora in Qepre und fieBen ihnen zu eröjjnen. Ärn 13. Marg faßten unsere Gemeindebehörden den einstimmigen Beschluß, eine höhere Schule, deren Typus (Realanstalt oder Gymnasium) später festzulegen wäre, zu errichten und die Borarbei-. ten s? enesgM öH'fiEtrtiüen; daß schon mit ginn des neuen Schuljahrs die untersten Vor- MiMm kkössnkl mcTpen lonntsm Uns: „m Unbeschreibliche, hier wards getan!" Mit einer durch Lehrermangel erzwungenen Verspätung von knapp 2 Wochen wurde Ostern 1919 (am 2 Mai) die Schule planmäßig mit den beiden unvmifn ipü. Da 8ÄM ytäurne vorerst nicht zu erlangen waren, so muß ten in aller Eile alle verwendbaren Räumlichkeiten im Gemeindehause Artilleriestraße 31 für die Schulzwecke hergerichtet werden, und auch m Dßll fDlÖßtlta ZllhWll, äl-§ kk uns glühte, bas Erbe der aufgelösten Ollinann'schen Schule (Mon bijouplatz 10) anzutreten, waren wir doch infolge des ungeahnten Aufschwungs, den die Schule alsbald nahm, noch einige Zeit gezwungen, fliezmsk MW in Dir WMMMßs zu tzslrßM Und zeitweilig auch noch die bereitwilligst gewährte Gastfreundschaft des Rabbinerseminars in Anspruch zu nehmen. Daneben erzwangen die großstädtischen Verhältnisse ein Entgegen- §8NNNW llkgknnbki NN bßrklhiihM WünschM M im Westen wohnenden Mitglieder unserer Gemeinde, deren Kindern die weite Entfernung die Möglichkeit der Teilnahme am Unterricht in der Altstadt unterbanti, Diesem BeöiirsW ttUltg irctgertb-, tourben gleic^geiücj teransialt auch noch aus "Charlottenburger Gebiet (Wielandstraße) Parallelklassen errichtet, die den dort wohnenden Kindern wenigstens in den ersten Schuljahren die Gefahren einer stundenlangen Straßenbahn- oder Stadtbahnfahrt ersparten Lik WWW All ZWlUWlWNWkW Mktrug die Gemeindeverwaltung einem Schulrat, dem als Mitglieder die Herren: Dr. Ed. Bib erf e l d , L. V i e r , M. B o n d i, Dr. M. Hilde s h e i m e r , Rabbiner Dr. Munk und Prof. Sy. P i «L artge^öriert. £>i| gvt| sich ergebende angestrengte Tätigkeit des Schulrats, die namentlich der erste Aufbau des Schulwerks erforderte, fand ihre nicht hoch genug anzuerkennende Unterstützung und Ergänzung durch die selbstlose und uttermüb^tc^e Mitarbeit von Fräulein 3r. 8illy Fr e im ann. (Fortsetzung folgt.) mit bssr Bayrisches Bildungswesen.^ Von Schuldirektor Ar. Mas in Mrty i. ZS. 4. Die höhere Schule ist in Bayern wie im Reich paritätisch. Die Juden nehmen aber einen un- *) Im dritten Teil dieses Artikels, der übrigens schon Dor fcrei Monaten getrieben MMkj muß es MM „da es neben Würzburg nur eine 8klüsfige Volksschule bei uns gibt/' Hand und spendet mit dem Munde, küßt doch lieber mit dem Munde und spendet mit der Hand'. . Zn?i Vettin Deutete einmal Den Talmudausspruch vip'vi Vun an (,i"vp inna km); Im Osten, wo die Mehrzahl der Juden wohnen, werden die Mizwas mpvb DTK sehr gewissenhaft erfüllt, in Dingen vix s'2 frn) dagegen ist es weniger gut bestellt. Im Westen — er meinte das d-rrn-rttge - fgg IBClUflK Zullbll flfDf. ist es umgekehrt. um Die Erfüllung der Mizwaus ivanV ülit fei man sehr besorgt, dagegen kommen Uebertretungen in Bezug virr 7'2 (nr»ny) häu figer vor. Als ihm nun jemand entgegnete, er habe doch auch inr Osten die Sünde von n-pnar angeiroffeir, fQfltß 3t- Ö8J BSffime eben dcch^r, man es dort mit Dingen DTK T’3 ftn) nicht so genau nehme, und da haoe man die ni'"w-Sünde von Berlin gestohlen. (Etwas kür SchäiLtgegner.) Der Würzburger Generalaniktllßr molDat In ftlnss M. 212 ai, Oktober 1927 Folgendes: Flammersbach. (Spessart) 20. Oktober. Einen merkwürdigen Fang machten Leute, die Waldstreu holten. Sie fingen einen Rehbock, der nur drei Beine und ein ganz verkümmertes Geweih auswies. Anscheinend war das Tier arg aebetzt. denn es ü!«(S!5 mm AMtlMll zur muwt. DllL Diöüts Bein mar aDgsfHvsten, aber bttöits sehr gut geheilt. — Was sagen die Tierschützler zu dem Fall? Das gleiche Blatt konnte vor zwei Jahren von einem wütenden angeschossenen ..Keiler" melden, der sehr „schweißte" und in ein Dorf im Spessart rannte, wo er erledigt wurde. Sicher hatte der Rehbock auf Skr. DMllgö und dkl .scbwsißMdö" KriUk dasselbe Gefühl wie der „quiekende" Hase im Lesestück von Wilhelm Curtmann, das jedes Schulkind kennt. — Ein ganz ähnlicher Fall rvis der des obigen RSVVüM m UM UM döl? Wök ssit 40 34^« bebannt. Damals fand man das angeschoffene Tier an einem Bache im Waldtal. — Da jetzt die Saison der Schweineschlachterei beginnt, so sollte man nicht versäumen, Beobachtungen zu machen und mitzuteilen. Im Herbst 1924 zählten wir bei einem Schweine. bas bei einem Bauern ^ejtoc^en |§ sstgsUM schättetude Schmetzeusfcytet'e'.' "idl5 fchlachtele eln junger Metzger ein Schwein unter Beihilfe eines Kriegsgefangenen Franzosen. Die Prozedur dauerie 7 Minuten, d. h. so lange schrie und blinzelte das Tier noch, wobei man öfters mit dem Zeigefinger in das Stichloch griff und auch öfters nachstach. Da TEWlUWmr mm mit Dtm Min lliMM. sv kann man nm bedauern, daß solche Fälle von unserer Seite nicht in größerer Zahl gefilmt werden, Es würde ein wirkungsvolles Gegenmaterial bieten. A. Alannheimer, Dettelbach a. M. Wochenkalender. v. 89. Okt. bis 5. Nov. 1927. , v. 3. - 10. Marcheschw. 6688 Samstag Okt. 29 3 na Sonntag 30 4 msmss 31 5 Dienstag Nov 1 6 Mittwoch 2 7 Donnerstag 3 8 Freitag 4 9 Samstag 5 [10 öZHaÜntsma^ig gro^en.Platz.m ihr ein, wie von. gewissen Kreisen mißtrauisch wahrgenommcn wird. Die Zeitschrift des bayrischen Philologenverbandes „Das Neue Land" bringt eine Statistik von 1626, übsr dis Frsqusrrz her ^öl^eren un^ fleSt fest, daß die Besuchsziffer der Juden an den höheren Schulen im Sinken begriffen ist, daß sie aber noch immer ihre Bevölkerungsquote um das Dreieinhalb bis Neunfache übersteige. Das zuletzt er^ienene bastsWx WllglllUNillU'fl buch von 1927, bestätigt diese Zahlen noch. Die Frequenz sinkt. Ob daran der Antisemitismus, die Abschaffung des Einjährigen oder eine sich anbahnende Berufsumschichtung die Schuld trägt, ist schrver ZU sagen, jedenfalls zdirH attes!»mmen. §s wäre sehr bedauerlich, wenn di« Zahl weiter fiele. Das Interesse am Geistigen, das uns mit der höheren Schule verbindet, wollen wir uns doch nicht rauben lassen. Das „Neue Land" trt Ue£>erexrt|'iimmxmg mit ber bayrischen Jerufsstattfttk, deren Ausführungen es bringt, hat freilich andere Gründe zur Hand, um die große Zahl der die höheren Schulen besuchenden Juden zu erklären. Sie führen fie ll!ch! (Mf ßrf)öl)ta5 Wbungsmteresse, nicht auf dis iDnpnmmon in Don mmm M tym k;Wen Bildungsmöglichkeiten, sondern vor allem daraus zurück, daß die Juden mehr Mittel haben und den Beschäftigungen zustreben, die weniger körperliche Arbeit erfordern. Also zu reich und zu bsauem! Wie man die Katze rvivft, fällt fie kden j ...... o | { | ... immer auf die Beine! Dabei muß man wissen, daß der Schulgeldsatz bis vor kurzem so gering gewesen ist, und bie Befreiung so leicht zu erreichen war, daß der Prozentsatz der Nichtjuden, die es „sich hätten lOiftQJ) WsiM", Re! größer ^äüe?e!n Tonnen. Was aber die Erwerbs- und Anstellungsmöglichkeiten für die aus der höheren Schule tretenden Juden anbetrifft, so hat man wenig Grund, darauf neidisch zu sein, von den höheren Beamten- .kkllkll gar nicht zu toDon. Dllß Dis ZMy Wchk zur Selbständigkeit in Handel und Industrie drängen, kommt doch wohl daher, daß sie in abhängigen Stellen ihrer Religion oder auch nur ihrer Abstammung wegen nicht weiter kommen, wenn sie überhaupt dazu kommen. Wir wollten Mgsns; kW Die SimüDunflon von W8lß ja. 'fönt wüfdeu, dre den Juden im Handwerker¬ und landwirtschaftlichen Berus ein durch religiöse und antisemitische Schwierigkeiten nicht gehemmtes Fortkornmsn schaffen mallen, mie gerne WÜNdSll Eltern and einer ^erufsumschichtung das Wort reden, die vielleicht von niemand o sehr ersehnt wird wie von unserer Jugend. Das hätte aber nichts mit dem Besuch der Schule zu tun. Selbst wenn die Ausillllm mt DanDiüsrf Doffer rvlMN mb mit LüNdwirischast ermutigendere Erfahrungen gemacht würden, wie im verflossenen Jahrzehnt, würden wir unseren Eltern nicht raten, sich von der'höheren Schule zurückzuziehen. Es gilt, die Entscheidung über die endgültige Berufswahl so Mg M MDgW DMllllZzuWoöSN, vm m jU8W Nenschen nicht in Berufe hineinzudrängen, für die sie weder Neigung noch Befähigung haben. Es ist schon schwer genug, nach der Untersekunda eine Entscheidung zu treffen, aber die Gefahr isr „Vsrpfufchung" ist bod^ nxd^t jo wie nach ber vierten BottsfchuMasie. Wir MÜsibll ehen, die Jugend in dem gefährlichen Alter, wo ie sich am wenigsten klar ist über das, was sie wünscht und kann, möglichst allseitig zu beschäftigen. Denn unjere beste Waste SjfgSn Ölß ©?* fahren Des Anttfemittsmus UND Des Materialismus ist noch immer, die Jugend auszustatten mit geistigen Fähigkeiten, wie sie an der höheren Schule gepflegt werden. 5. Unterschulen wird Das Gym» nafium von uns am wenigsten (3 Proz.) und das Realgymnasium trotz seiner Jugend am meisten requentiert. In der Tat bietet ja auch das Gymnasium dem jüdischen Kind keine Möglichftttxg, tzjk nißit auch Das Realgymnasium ore öffnet. Der starke Besuch des letzteren (dH Proz.)