Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 43 (27.10.1927)
- Date
- 1927-10-27
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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üir. 43 Sette 3 |7_ Oktober j.927 |jll 'üTT jüdischer Sitte alle Umwege zum > e! i g l ä s e -n , auch den über die K u n st, z u 1? i t e n. Vielleicht wird d i e g a n z e u m - >.,,^zende Ties-e und Erschütterung der ILiigion uns dann wieder als Kinder alten. lkugionsbeg-rbter^ Volke- “;*• rjMIL ren. Vielleicht werden wir dann wl'wer Istart genug sein, bewußt und entschlossen an die letzte Ifriir su klopfen, es wagen, uns mit dem Ewigen zu ^nsrontieren. Stark genug sein, nicht Schönheit /.„suchen, sondern Wahrheit, nicht Trost, Sfufßöfit; nw *on* [öcrn Weg. — Wir möchten diese Worte insbesondere der Lii'- ralen Vereinigung" ins Stammbuch schreibt, die diese Woche hier ihre Hauptversamm- , [imn cbbielt. Der- Liberalismus glaubt, für die ‘ sevfonne religiöse WahrliclissrünöläZL durch ästhetische Mittel Ersatz bieten zu können — die El-tenntnis, daß dies unmöglich ist, kann Nicht ousdleiben, und das „Entweder—Oder", das so xrn'lsht, mag denn doch manchen tiefer Schürenden aus den Äeg ^er DälME MkÜckfÜsikkü: Guter Wille in Ungarn. Die „Erwachenden" haben Ungarn in einen SfljlQf ben eS spät, aber noch nicht zu spät, aus den Augen reibt, und wir können der Regierung Glück wünschen zu diesem wirklichen Erwachen. Wie von allen Seiten bestätigt wird, hat Ministerpräsident Graf B e t h l e n M II6 2t D f ÖJ:Q ff H H u m er u s cI Vujus in aller Form angökündigt', und dU'- mit wird eine Aera schlimmer konfessioneller Unduldsamkeit ihr Ende erreicht haben. Ungarn war in der Kümgszeit ein Hort der Freiheit und des Aechkes. EH mch ta Irißßg fanD Die Nkp hetzung im geschlagenen Lande einen fruchtbaren Loden. Es setzte der weiße Terror ein, sür den freilich die heutige Regierung nicht verantwortlich gemacht werden kann. Schlimm war es aber, stäI Dkl Dkl Nstderke^r geregelter Verhältnisse und WiödSkhsrstöllMg der gesetzlichen sich ein Ausnahmegesetz gegen die Buden erhalten iünnte, das gerade im Rahmen des Gefetzeslcdens wie ein zum Programm erhobener Antisemitismus wirkte: der Numerus clausus. Wird Daß DerMMn ZMlkst? ein^löft, und wir zweifeln nicht daran, daß es bald geschieht, dann ist das Konsolldierungswerk in Ungarn beendet, auf das das Ausland und der Völkerbund immer noch warteten. Wik wallm Diis ÜlWWlZ Wer erfreulichen Wandlung nicht in Vetrachtuugen ergehen, vb und inwieweit sie mit Rücksicht auf das Ausland oder auf Einwirkung von Genf aus geschieht. Es genügt, daßesgeschieht, und der Jubel in $m UMmM imD MWen Pkkssk Ungarns und Oesterreichs beweist, daß Ungarns Juden Der Israelit kein LanLc wnl (eiülf Rsgiomng vm Anl V diese Wiedergutmachung nicht schuldig bleiben werden. * * * Mch NißDßrMist Dikskk Men gemngendie telegraphischen Nachrichten aus Budapest' Über schwere Ausschreitungen auf der Straße, vor dem Nationaltheater und der Universität zu uns. Es ist somit einigen Hetzern gelungen, das „Volk", fa. t einige RsiMr pip öio gsplanlk Dteform mobil zu machen. .Wir geben uns der Hoffnung hin, daß diese Gewaltakte an der Sache nichts ändern, im Gegenteil die Regierung veranlassen, den Rechtszustand je'eher je besser durch Gesetzgebung m Der Kam gu Die Schulen der Israelitischen Synagogengemeinde Ädatz Iisroel zu Vekliii. Von Dr. E. Viberfeld in Berlin. Der Augenblick für die Abfassung einer zusammenhängenden Darstellung der Geschichte unseres CHUlMM Willi Z. Z. NW NW W kommen. „Eine Schöpfung," so lehren unsere Weisen, „die sich noch nicht voll ausgelebt und entfaltet hat, darf noch keinen Anspruch auf gerechte Würdigung erheben." Und wie unbegrenzt null) unsere JastkespHD AsgMUlM Dßk, QÖiti lichen Vorsehung ist, die sichtbarlich mit ihrem Segen und ihrer Gunst die Entwickelung unseres Schulwerks aus Schritt und Tritt begleitet und MlkUkl ijCitj un^ |° st^>br trt sich ruhend und allen Stürmen trotzend, dam der Öpfersreukjlgkili unserer Gemeinde, auch seine Grundlage und sein Gefüge sich in den 8 Bahren seines Bestehens erwiesen haben; so ist der Tag, an dem wir zu ihm und von ihm sagen dürfen sie ■»> es als -geschichtliche MschMung ansmMkil unD beumr len dürfen, solange doch noch nicht geLsüüMll, als: einmal an dem Oberbau die Krönung durch die beiden Prima-Klassen noch aussteht; zum anderen die Mittel noch nicht ausreichend aufgebracht find, um für das kostbare Gebilde den onisprechenden Nahmen in ZWllsll UlMillM men zu schaffen. Die solgerden Darlegungen sollen und wollen darum nur als ein kurzer Aufriß dieser noch erst zu schreibenden Geschichte gewertet werden. Den willkommenen Änta^ zu ftlHsU Rück? blick in diesem Moment bietet mit qutem Grund das Ereignis im Leben unserer Schulen, das in den Herzen aller ihrer Freunde den lebhaften Widerhall echtester Freudenäußerung geweckt, und das m. <§. H. von .n - 1gg£>|^tvyng für die Weiterentwicklung unserer Lehranstalten zu werden verspricht. Äm 29. Märzes. Bs. fand an unserem Realgymnasium unter Leitung des beauftragten Regierungskommissars die Prüfung der Schüler unserer bis- Derigen ÄhsHlLWaffe, *** Unterjetunba, für die mittlere Reife Ehemaliges Einjührigenexamen) statt, mit dem über alle Erwartung günstigen Ergebnis, daß alle dreizehn Examinanden die Prüfung bestanden haben! Dieser schöne Erfolg sichm unform Utßalgmnafium m ffaanifS? Anerkennung als private höhere Lehranstalt und gewährt den von unserer Schule ausgestellten Zeugnissen die Gleichberechtigung mit allen gleichartigen Schulen. Bedeutet so dieser Erfolg unfeiei kinen Wendepunkt in ihrenr Schicksalsleben, dessen Auswirkung der Zukunft Vorbehalten ist, so darf er der rückschauenden Betrachtung auch als ein kurzer Ruhepunkt dienen, geeignet, aus den Vergangenheitserfahrungen Gewinn und Zielrichtung für diese Zukunft zu erschließen. So überheblich es rm ersten Augenblick klingt: unser Schulwerk hat nicht nur bereits eine Geschichte, sondern sogar auch schon eine lange VorgefEiE^ st^ und bte^ Vorgeschichte führt bis dicht an die GründungSZeit unserer Gemeinde zurück. Die klare Erkenntnis von der vitalen Notwendigkeit jüdischer Volks- und höheren Schulen für die Heranbildung einer, ebenso für das MMsWWDkU M »te für bas Ervigkeitsleben der Thora ausgerüsteten Jugend ruhte in Israel Hildesheimer Vst genau so fest wie in Samson Raphael Hirsch Nur daß hierzulande die Widerstände, die sich öiefer 8Ui HßTl lilMülisiMMN Im denzen jener Tage entgegenstellten, unüberwindlich erscheinen mußten und dazu zwangen, sich mit dem unzureichenden Ersatzmittel des Religionsschulsystems, das dafür aber zu hoher Blüte ge- Dküttzi I" befreunden und crbzufinden. mm in 6m yörzsn der in m Dinge tiefer fchun enden Männer jener Periode lebte und webte doch zu allen Zeiten die sehnsüchtige Hoffnung linzerstörbar fort, daß mit ihren Trägern endlich einmal auch jene Widerstände ausgeschaltet wer- DCI1 MD slMkt fev bie iübi[4e Schule ihren Weg machen werde . . . Einmal erfuhren diese Bestrebungen sogar einen kräftigen Impuls, der sie vorzutragen verhieß: das war im Beginn der achtziger Jahre des vorigen Jahrqunüirli als Das DkköWW ZvWr'sche Reskript mit einem Federstrich den Anspruch der jüdischen Abiturienten auf Berücksichtigung des Schreibverbots am Sabbat bei Seite schob, und damit die Möglichkeit der Ablegung des Abiturienten- WINM8 für Die llMallkM Wgksid gong und Segen der Menschheit sich diese Ausgabe erfüllen werde. Das Volk Israel der Thora Israels im Lande Israels! Als diese Bestimmung nicht erfüllt wurde, mutzte 5sia-r ins GolLch mnbm. WM noffl zooo Jahren ist auch die Schule des Galuth unwirksam 'ieworden. Aus dieser Schwäche heraus ist heute im Volke Israel der Glaube erwacht, datz Erez.Jisrael wieder für das Volk Islael bereit ist. Ein neuer Anfang! Ein Anfang mit dem Chaos WMS AüfäügzZ? Esll Mi miam Ml maülfflf Anfang bleiben, dann muß das jüdische Volk den Geist Gottes, feine Thora, mit dem Werk des Ausbaues vereinen. Die materiellen Voraussetzungen sind durch götLnches Eingreifen wieder gegeben; sie werden zur ^aerrareicögn WirMtmsn IVksyen, wenn die idealen VorällSsStzUNgSN sw bösMleu. Saly Geis. Das QU USIfl ArUkieh jy<325aruTn.^matt leise und lüüi iagt“. gestatten Sie mn einigeberichtigende Bemerkungen: Unter den Gründen für das leise Sprechen des die der geehrte Verfasser des Artikels a'nführt, vermisse ich den vom Talmud selbst — rs — angegebenen: datz nämlich apy am Sterbebette angosichts tzos einmMssrr BsköMvlWs m -H Dum ÖQS die Worte D"2W2 gefprdchött hsdv, dÜIMI sprechen wir auch »"2V2, nur werden Jie während des ganzen Jahres letfe gesprochen, weil nvv diese Worte nicht gesprochen habe. Im Anschlüsse an eine Erklärung einer Talmudstelle durch den Verfasser des jaian rm*?E& bemerkt der Verfasser des Artikels: ,.rr2y \t» ist aramäische Heber* setzunq des a"rwn.' Dem muß ich -mro nV’naa des Verfassers entschieden widersprechen. Es ist M ÜKKlMllgf ab*x llicbt bcs T J.onber” des im Talmud — a — vockommenöen «n? •piao Viun TO* Hiervei wäre auf die Aeberlteferung zu verweisen, die den Gebrauch der aramäischen Svräche nicht mit Rücksicht auf die crafj« erklärt, sondern mit der — sehr beklagenswerten Talfachk. Dag üü DM niwn m*i*r ”av T' wesend tt>nun, denen die hebräische Sprache crne unbekannte Größe war, die aber sich im. täglichen Leben der ihnen allen bekannten und vertrauten aramäischen Sprache bedienten. Und damit auch diese MLNNN TO das2"V3 verstanden, habe man aramäisch gxfprochensSiehe übrigens v"» :nsw)- ZUM SchlUssk gOasten Sie eiüL DSMüMllNg zum Artikel „Von allen und oeuen Nigunim^. In seiner berechtigten Entrüstung gegen die „Veräußerlichung" des Gottesdienstes führt der Verfasser eine Stelle in der mvu iTO» des Chofez Chafim an bnpn nsr“! 21^22* Hierzu verweise ich aus Dkll BillUU JÜii'?u T5°tn Derfasser des Ariiköls üngMhtten Wolken genau vicselvcu Morte gebraucht: Vn]??? nyi v^2^2»V. Rabb.-Dr. Berthol d Rosenstein. Kleines Feuilleton. RMmM? Geschicken. Uebersetzt aus dem Eammelbuche meines Katers "G'tän (v/2> Don Jalioö Lupotianskst Siatlatußc. Rabbi Iefafa Muskat kam nach Prag« als RzWssök. Zöim GaMDiellile Dm&m & viele beim Leienen nicht zuhörten Uüd sich NNlDI-r hielten. In seiner Predigt sagte dann Rabbi Jesaja: „Ich mutz leider seststellen, datz man hier die Thora zu lieb hat." Befragt, was damit gemeint sei. sagte R. Jesaja: 2Ich IjaBS gkskHkrl» öag man die Tbora, solange stv zu m, ... wenn sic vom heiligen Gchrelne g»7n Vorlesepult getragen wird — sehr lleb hat; alle stehen aus und Küssen sie ehrfurchtsvoll. Sobald sie aber geöffnet wird und man zu leienen beginnt, Kümmern sich manche wenig um sie und unterhalten sich mit anderen Dingen. Man hat die Thora leider nur HT IM: * * * Der Malbim Kam einmal in eine Stadt. Da sah er beim Gottesdienste, daß die Baale-Batim die ausgehobenen Sforim mittels der Hand, nicht mit dem Mund Küßten. Beim Leienen fiel ihm auf, datz die zvL Ttzsks mmmn mu 0wran?n lMMmn. Cr erkundigte sich däüll, sß dis Söuls diese Vvs träge auch wirklich bezahlten; dies wurde verneint. Da meinte der Malbim: ^Ihr tut doch Verkehrtes! Ihr küßt mit der