Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 42 (21.10.1927)
- Date
- 1927-10-21
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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gl. Oktoder 1827; J^nge wird Bayern in öiefer,.splendid isolation“ verharren können? Wird es sich auf die Dauer dem Beispiel des Reiches entziehen, dem Druck -er Lehrer, die eben wieder in Landshut energisch M Ängleichunz Mw, MMkUN können? Es ist anzunehmen, daß das Reichsschulgesetz direkt oder indirekt auch auf dieses Problem im Sinne einer Vereinheitlichung hinwirken wird. Zetzt sich absr Das neue mtm mfy (natürli^ unter weitgehendem Einfluß des Klerus auf die Lyzeen) dann steht die bayrische Judenheit vor der schicksalsschwersten Frage: Sollen unsere Lehrer sich. darauf beschränken, Kantoren, Wchtr? uhD MtglnnsiiDrer §u [eiih sie die nichtjüdischen Bildungsanstalten besuchen? Was wird dann aus unserem Seminar? Die Frage ist hier schwieriger wie im Reich, weil wir nur eine achtklassige Volksschule (in Nürnberg) habsn. -Mrm kLMMt M M MM Schule in Betracht, wo die unteren Realschulklassen für Elementarlehrer noch Beschäftigung bieten könnten. Alles andere sind nur oder kaum vierklassige Schulen. Dafür wird sich der Kandidat nicht neun Safte Ms ps? e^ute und Dann noch zwei bis drei Jahre auf die Akademie begeben. . Da kann er. ja schon bald Studienrät werden. Und was wird dann aus der vierklassigen jüdischen Volksschule, die gerade auf dem Lande M MgklMW MM und Fühl-N verbreitet hatte, werden? All diesen Fragen gegenüber, die vielleicht schon morgen brennend werden, dürfte es angezeigt erscheinen, gegenüber den Großgemeinden, lU je chstt js lisböx hm Mflnsung ökk MSiftzen Schulen sehen möchten, alle Kräfte zusammenzusassen, um einerseits das Lehrerseminar in Würzburg als Ergänzung der Lehrerakademien für die angehenden jüdischen Lehrer zu öchsttm null anümjiitß einen MeM gu finden, der den Lehrern gestattet, durch Einbeziehung der Kultusämter ein Auskommen zu finden, das einer so langen Vorbereitung entspricht: Das eine bleibt sicher: die jüdische Volksschule und der jüdische Lehrer müssen erhalten WMn. So gern wir anch ftll Liberalen auf einen weiteren und schnelleren Rückgang des Antisemitismus in Bayern rechnen wollen, fo wenig darf das zur Preisgabe der jüdischen Anstalt führen. Je inniger sich das Verhältnis zur nichtjüdischen Umgebung gestaltet, desto mehr musftn rbir bödscht sein, Last 3iiMm zu pflegen, 3lur wenn die Stimme Jakobs noch vernehmbar ist, hat die uns umgebende Kultur keine Gefahr für uns: #ui *?ipn. (Schluß folgt.) Korrespondenzen « ßacftricbten. Der Hilfsverern der deutschen Juden. Berlin, 20. Oktober. Der Hilfsverein der deutschen Juden erläßt einen Aufruf, in dem es u. a. heißt: .Seit Dem CiiDe Des MMkWes ist ber Hichsverein der Deutschen Juden nicht an die Glaubensgenossen Mt der Bitte herangetteten, größere Mittel für feine Aktionen zur Verfügung zu stellen. Jetzt glaubt der . Hilfsverein die Zeit gekommen, zur Fortführung feiner Ar- Mt in Bsütftijimü üiif . um MSim m Pogromwajfen- und Studentenfursorge, sowie KUk Wiederaufnahme ferner Tätigkeit in Rußland und im Orient die Mitwirkung der deutschen Juden wieder-in stärkerem Maße in Anspruch nehmen zu dürfen. te DmSi WiMAMM MotmmüiüMtm vollzieht sich gegenwärtig in. Rußland , der lleüergang. der Juden zum Äckerbau und zur industriellen Arbeit. S f F 8? f a * 1M Die zuständigen russischen Behördenfördern die ländliche Ansiedlung der Juden, die großen jüdischen Wohlfahrtsgefellschaften beteiligen sich an ihrer Durchführung. Der Hilssverein, der als Vertreter der deutschen Ju- Deilheii s8l füvisl^e Anslcmbshilfe in Deutschland fett Anfang des JahrhUNdkktS Mn Juven tu öftsvurpfu im Orient in bewegtesten Zeiten zur Seite gestanden hat, rechnet auch, jetzt auf die tatkräftigste Unterstützung. der deutschen Juden, die es ihm ermöglichen soll, an der Lösung bev zurzeit im Vordergründe stehenden großen Ausgaben mitzrnoirten." Ablehnung des. völkischen Antrags auf Schächtverbot. Berlin. 14. Oktober. Der LandwirtseMstliche Äussihuß hes Landtages befaßte sich in seiner Sitzung am 13. Oktober mit der Schächtsrage und faßte unter gleichzeitiger Ablehnung eines Antrags der Völkischen auf Derbot des Tchäcl»tens die sorgende Resolution: Die Staatsregl-eruttg wird ersucht, geeignete Naßnahmen zu treffen, daß 1. das Schlachten von Tieren der jüdischen Bevölkerung an geschachtetem Fleisch Berlin. Die Völkischen lehnten eine Beteiligung an einer Trauerseier für den verunglückten Botschafter . in Amerika, v o n M a I fe a n. ab. weil er angeblich von einer MM MilttSk iin UM M» [51: — Die diesjährige Hauptversammlung des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten findet vom 22. bis 24. Oktober in Breslau statt. Magdeburg. Während des Koluidrs-Gottssdisnstes brach in der Wohnung ' m(U*£r ZU sich in Sök ZyMgM öeiM Feuer aus. Es war durch das Umfallen einer Jomkippurkerze entstanden. Der alarmierten ^.Feuerwehr gelang es, den Brand bald zu löschen und so eine Panik unter den Besuchern der Synagoge zu verhüten. Breslau. Landgeklchisriai ffieiiin; Der M m in einem hiesigen Wöinlaka-1 scharfer annsemmscher Redeexzesse schuldig gemacht und anwesende Juden beschimpft hatte, ist nunmehr vom Amte suspendiert worden. Genf. Der von der Züricher Konferenz zum Schütze der jüdischen Rechte begründete C o u n c i l for the R i g h t s of Jeroish 9Ätrtortit6S hat NUN sein' Bürom MnE, lBö[f.6ffiUnD6§, eröffnet. Belgrad. Auf dem jüdischen Kriegerfriedhos wurde ein Denkmal zur Erinnerung an die im Weltkriege 1914 bis 1918 gefallenen jüdischen Krieger aus den Ländern Jugoflaviens unter großer Teilnahme der jüdischen Bevölkerung und der Behörden entjjm Mni§ f&hmbM llsß sich Durch einen Offizier vertreten. Jerusalem, Die MM Pkl - lästina Währung kommt am 10. Novem- .. ber zur Einführung. Sie basiert auf dem englischen Pfund und wird von einem palästinensischen Währungsrat, der seinen Sitz in Lmkum killü fonMim. — Hn ver Nük>e des Damaskus-Tsrss wurds um Samsttlg vor Rofch-Haschono eine Gruppe von Juden von 12 x Arabern mit Stock und Messer überfallen. Ein Jude wurde schwer verwundet. Die Polizei griff ein, und eine Untersuchung ist im Gange. durch das rituelle Schächten nicht über den SeWf , hinaus erfolgt und das. Verbot des wilden Schächtens durchgeführt wird, 2. das Schächten ordnungsgemäß .ausgeführt, ferner bei der Vorbereitung des SchächtinSbei der Sfti eberleg urig der Tiere. . Vorkehrungen geüöffsn msrdön, di« gMigMt sind, dis Tiere vor unnötigen Aengftigungen und Schmerzen zu schützen, 3. beim Schächten überhaupt die vorhandenen technischen Berbesserungen in humanitärer Hinsicht angewandt und alle Roheiten möglichst verhindert werben." Für diese Resolution stimmten die Vertreter sämtlicher Parteien mit Ausnahme der Deutschnationalen, die für den völkischen Antrag eingetreten waren. WMmeverwge Ute Völkisch««. Ha mb u rg, 10. Oktober. ■ Bei den gestern in Hamburg statiMfundeüen Wahlen zur Hamburger Bürgerschaft hüben die Nal Iß ffll f f pgfali |ten nur die Hälft« ihrer bisherigen Mandate,: ttäwltch zmoi, «rhültsn können. Die bisher m Hamburg regierende Koalition von Sozialdemokraten, Nr. 42 Sette 8 Demokraten und. Polkspartsi verfügt über eine Mehrheit auch in der kommenden Bürgerschaft. Neben den Sozialdemokraten und Demokraten ist auch die Deutsche Volkspartei mit einer scharfen Parole gegen den Antisemitismus in den Wahlkampf getreten. Der Ge- «MlsskkMx ter Mriki.- 28* K. Nsfk, in eiw*r Wahlversammlung aus, es könne sich kaum sltt Fmanzr minister anderer Länder des Reiches rühmen, eine so günstige Anleihe vom Ausland erhalten zu haben, wie der Chef der Finanzdeputation, Senator Cohn . Königsberg i. Pr., 13. Ötroher. Bei den dieser Tage stattgefundenen Stadtverordneten wählen ist der völkisch-soziale Block von sieben auf «in Mandat herabgesunken. Die Jüdische Centralwohlfahrksstelle in Danzig. Danzig, 30. Sept. Man berichtet uns aus Danzig u. a.: Die jüdische <Derrir«lu,ahlf<lhvtsstslle in Danzig ist btt Spltzenorgansation von allen 14 hier wirimhen Wohlfahrtsvereinen.. Sie ist durch die unermüdliche, zähe und zielbewußte Arbeit unseres Vorsitzenden, Herrn Julius Becker, der Vorsitzender der Centtalwohlfahrtsstelle ist. im Jahre 1925 geschaffen worden. Sie hat in den ktben. Zcchreü HiÄS MstchsriL KM Mk Mm MvM wachsende segensreiche Tätigk-eU entfallet. Vondem Umfang ihrer Arbeit mögen einige Zahlen sprechen. Im Jahre 1925/26 sind für Wohlfahrtspflege rund 175.000 und im letzten Jahre rund 190.000 Mk. verausgabt worden. hiervon über die Hälfte für hier nicht'ansässige feu, D MHMlMM, für stmtmn aber für polmftfye Staatsangehörige. Im verflossenen Jahre sind rund 1000 Personen in der Wanderfürsorge abgefertigt worden, m diesem Jahre werden es weit mehr fein. Unsere Volksküche hot im letzten Jahre 21000 Portionen Esten veraörsjchj, «ft rr. 76 WksilsiM Mi köstigt. Täglich werden von uns im Durchschnitt etwa 8—10 Personen in ihre Heimat-befördert. Die Fälle, die unserer Fürsorge obliegen, häufen sich enorm und umfassen alle Arien des Auswanderungseteitös, All dkft chjrö öhM MiWtfim MH Jllir von der kleinen Danziger Gemeinde, die rund 1000 Steuerzahler zählt, geleistet. Durch eine angestrengte Propaganda wird innerhalb der Gemeinde die Gebefreudigkeit und Opserwilligkeit unserer Mitglieder aufs äuherste in Anspruch genommen. Seit über einem Jahr finden auch «tt W WarMUkl M meinde zwecks Organisation einer Wandersürsorge in Polen statt, aber unsere Bemühungen sind nach dieser Richtung bis heute ohne Erfolg geblieben. Auch im übrigen ausländischen Judentum haben unsere Arbeiten jum Teil roohl V««chturrg, «ber keine materielle llnterflntznng srfahven. Andererseits können wir dssi unsere Bemühungen bei den hiesigen städtischen Behörden sowohl wie auch beim polnischen- Generalkommissariat in Danzig von Erfolg gekrönt gewesen sind. Wenn wir «uc£> DOtt dieser kerne materielle Unterstützung erhllltsn. so ist doch durch Emge^en «uf unsere jözsiNStzllsigen eine gute Zusammenarbeit erfolgt. Cs sei zum Schluß nochmals betont, daß die Tätigkeit der jüdischen Centralwohlsahrtsstelle in Danzig, die, wie aus der Lage der Dinge geschlossen werden muh, mit Wick,erkort immer größeren Umfang annehmen wird. nicht aus die Dauer von uns allem geleistet werden?«nn. Es wäre tief betrübend, wenn ihre Tätigkeit aus Mangel an Mittel beschränkt oder gar eingestellt werden muß. Jüdische internationale Hilfe tut dringend not, und diese $)[[[% iSffflfjt festen Enbes nicht all ben Armen unb Vedürftigen, sölidsm Such dsm gafümisn Iudenmm zu Tute. Dr. Seipel und die Juden. WlSN. s. DrtflBir, Der österreichische Bundeskanzler Prälat Dr. Serx e l hielt einen öffentlichen Vorttag über „Christliche Sozialpolitik", in dessen Verlaus er sagte: „In den heiligen Schriften steht, daß alle Menschen Brüder sind mb sich lUe» ftrlenm Wmf km mv ödö nur nach dem srtttrchett Wort ihrer Taten verschieden, sonst aber gleich sind; daß es daher vor Gott keinen Unterschied macht, ob die einen Christen, die anderen Juden sind."