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Der Israelit · 1927-10-21 · Heft 42 (21.10.1927) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 42 (21.10.1927)
Date
1927-10-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seile 4 Nr. 42 Sphäre des Weibes die Welt des Gefühles, der feinen und reinen Empfindung ist, so trifft das bei der jüdischen Frau in verstärktem Maße zu. Sie ist als Priesterin des Hauses gedacht und seit Jahrhunderten hochgeschätzt. Das besagt alles. Es wäre MMzu eine lomlji? es für sie nicht eigens verfaßte Gebete. Schon im Mittelalter entstanden dergleichen Andachtsbücher im sogenannten „Weiberdeutsch". Neben erbauendem hatten sie oft auch belehrenden Inhalt. Man denke an den d?s Isak ben Jakob aus Prag. . Selbstredend erstreckte sich das Belehrende auf die drei helligen, spezifischen Frauenpflichten npHn 'fna* Damit sind aber sofort auch erbauliche Betrachmm MkuMli, fitst k8lt M mkAnW sollte die Frau nbn adsondern, die Sabbatlichter entzünden. Sie sprach zuvor eine nmndurchflossen von zartinnigen, kernjüdischen Gedanken, Sie hatte nunn für Werktage, Sabbat und WertlW, mmn für äm Ehegatten, für Diß Kinder und deren Erziehung, imnn für freudige und andere Gelegenheiten, nunn bei verschiedenen Kultushandlungen in der Synagoge oder bei Erfüllung ritueller Pflichten im Hause. Als 1621 Bär Frank in Preßburg sein ngf]» für Frauen herausgab, war es kein Geringerer als der V'XT iviv cmN' der eine empfehlende Vorrede dazu schrieb. Er hatte praktischen Sinn und Scharfblick genug, sich darüber zu freuen, daß nunmehr ein Werkchen in modernem Deutsch vorhanden sei, da Bisheriges ou^ diesem Gebiete den Frauen nicht mehr Zusage. Die Sprache sei veraltet — D’jVy pffV- Es fanden dann besondere Verbreitung die nimri D"V' die nunn in neuerer Zeit das Andachtsbuch von Fanny Neuäa. Es wäre oerlottenä, veifpielss weife -inen Auszug aus der IS. T-china der >,'.7 mtppni mnn zu bringen: Diese rhsn soll jeLe!^" Wesen der vielgeruhmlen Gememschasts- Frau bbsnvsein, um ’TaVm v'p'ix onDT O’ODn zu haben. Auf 10 Seiten, zuerst Der 8 s r a e l t t Bayrisches Mldungswefen. Don Schuldirektor Ar. Mas in AürtH i. A. ... - -- 1^ Ullül? erMkint m Münzen eine Zeitschrift, die eindrucksvoll zeigt, daß eine starke pädagogische Welle das Erziehungs- und Bildungswesen Bayerns durchflutet. Allenthalben regen sich neue Kräfte, erstehen Führer, die die MagogiW Weit mit neuem Leben erfüllen. Ob wir Juden an diesen neuen Wegen teilhaben können oder auch nur teilhaben wollen, ist eine Frage, die wir gern bejahen möchten, wenn nicht noch gar so viele Fesseln uns hinmtm mm WM MzuWMll. Die bayrischen Volksschulverhältnisse lassen sich vielleicht am besten am neuen Reichsschulgesetz vergegenwärtigen, dem sie in seinen Grundzügen gleichen. Die Konfessionsschule ist die öälleöen giöl es aber dücb 6emeinf<Aästsschulen und im Rahmen privater Schulen auch weltliche. . Bis vor kurzem gab es nur zwei Gebiete, wo die Simultanschule als Regel galt, in dem Sinne, baß föine anborg Schule daneben gegründet werden konnte: Weißenburg und Fürth. Inzwischen hat Weißenburg auch seine konfessionelle Schule bekommen, so daß nurmehr Fürth übrigbleibt, wo eine starke demokratische und sozialdemokratische Mehrheit im Stadtrat die Fiktion einer muirnmu aummit unti »5 teidigt, gestützt von der israelitischen Kultusgemeinde, die gegen jede konfessionelle jüdische Schule ist. Nichts ist — gerade tm gegenwärtigen Kampf um den neuen Schulentwurf — bezeichnender für in beblllWen Sätzchen, Dann auf DeuM ist hier so Wundervolles gusammengetragen, daß man glauben möfyte, eine zweite Hannah habe ihr jüdisches Mutterherz vor Gott ausgeschüttet. Ein Kind, das diese Ergüsse aus mütterlichem Munde andachtsvoll mitanhört, muh unverlierf»Ffi tiM 'bUii'üüH' in sich susrmwkil. LMkr ist jetzt die O’Vnrr unb nunn sagende jüdische Hausfrau seltener geworden. Kalt und mechanisch hält man die sogenannten Hauptsachen. Die Abkehr von der schönen altjüdischen Gepflogenheit sucht man durch die fadenscheinigsten Gründe plausibel zu machen, oft gar zu beschönigen.*) Wir glauben gezeigt zu haben, daß die inoffiziellen Gebete eine besondere, beachtenswerte Sparte der jüdischen Andacht darstellen, die nach des Dichters Wort zum Guten bon Glanz und den Schimmer fügen. Die Farbentönung ist eine lebhaftere als bei den Pflichtgebeten. Mehr als diese sind sie das treue Spiegelbild der jüdischen Seele in ihren tiefsten Empfindungen, in ihren zartesten Regungen für Freude und SHM?z m CinzMn m öry Mirn, Unsere erhabene Vergangenheit, unsere ernstbewegte Gegenwart wie unsere seligste Zukunftshoffnung in gleichem Maße, in gleicher Stärke umfassend. *) Wir möchten im Anschluß hieran Mitteilen, daß in Kürze ein neues jüdisches Andachtsbuch für Frauen von Heinrich Einstädter im Hermon-Derioge Red. schule wie die sogenannte Simultanschule in Fürth, die wohl im Sinne der Bekämpfer des jetzigen Entwurfes als Regel ausgestellt werden soll. §m Rumpf gegen die Konfessionsschule wechselt sie ihren Namen, so oft sie will und je nach der Front. So oft die Schulneulinge gebraucht werden, wird auf Flugblättern verbreitet: Die Nürnberg-Fürther Simultanschule ist eine christliche Schule, und den Israeliten wird in tfurifj immer mleber gejagi: bie fjlefige Soifs* schule ist eine Gemeinschaftsschule für alle. In Wirklichkeit handelt es sich bei dieser Einheitsschule um eine konfessionelle Schule, in der nur die verschiedenen christlichen Bekenntnisse gemischt gewürdigt werden, deren Einheit darin besteht, baß fie Die christlichen Stoffe in einer den Katholiken und Protestanten gemeinsamen Form behandelt, beiden die Lehrer entnimmt, und im übrigen auch — wie an rein konfessionellen Anstalten — jüdische Kinder aufnirnrnt. Von einer Ausschaltung christologischer Stoffe aus dem gemeinsamen Lesebuch kann keine Rede sein, jüdische Lehrer oder gar Lehrerinnen können nicht hoffen, angestellt zu werden, es handelt sich eben nur um eine christliche Schule.. KgZ TristllU MöNMt erMM natüffitfi durch die Mischung dreier Bekenntnisse, die alles Trennende unterdrücken, etwas gemildert, aber doch stark genug, um Schülern und Ettern, die auf ihr Judentum etwas hatten, Verlegenheit zu bmitm. Für Demotratßn mia Hellpach und Väumer wiegt das freilich verschwindend leicht. Was ist schon dabei, wenn der verschwindend kleine Teil von jüdischen Kindern „wie in der Praxis, so auch in der Theorie und Geschichte das christliche Sittengesetz kennen lernen"? 21. Oktober! 192? . Aber eine auf Selb, st acht ÜNK und 6 elbsterh altung bedachte Jud enh e i t müßte solcher Art moderner. Mission gegenüber die jüdische Schule zur selbstverständlichen Forderung erheben. Und wo die Kinder da sind müßte jüdischen mm fs Un kiljv-' lifchen und protestantischen das. Recht auf eine Volksschule zustehen, ob sie nun eine Gemeinde bilden oder nicht. Das. wäre etwas für den Gemeindeverband. 2- Die neue Lehrordnung für die bayrischen Volksschulen atmet einen Geist der Individualität und des Schöpferischen,, der dem Verfasser alle Ehre macht und sich sogar auf den ReligionsuntökkiW sksttsK. Steffl WWn Miztens. unterricht findet man freilich auf diesen Seiten nichts. Das wirkt befremdend, wenn man bedenkt, daß der Lehrplan für alle, also auch die jüdischen Volksschulen gelten soll, wird aber fchtteAttch aucf) {ein Suiee fjaben. Erfreulich sind die durchaus modernen Grundsätze, die darin vertreten sind und dem Lehrer mehr Bewegungs- und Gewissensfreiheit lassen. Voraussetzung ist freilich: daß zur Aufgabe der Volksschule in erster Linie äie Erziehung, und Erziehung noch mehr als Unterricht gehöre. Aber dieser Satz wird ja doch wohl allgemein anerkannt, nur gerade im Kampf um den neuen Schulentwurf als unbequem empfunden und — wie kürzlich von Adam Röder.— in Zweifel ge- DWiti MKig mit mm NW: mm mim schule, die sich aufs Lesen, Rechnen und Schreiben beschränkt und die Bildung der Seelen den Ettern überläßt, gehört dem vergangenen Jahrhundert an. Dis bayrische Will vm Mm solchen Mechanisierung nichts wissen. Sie geht noch weiter: „In Bekenntnisschulen sollen diejenigen Unterrichtsgebiete und Unterrichtsaufgaben besonders ausgeweitet und ausgewertet smme aus einander bßßogen Werden, dis zur» Erziehung im Geiste des Bekenntnisses Gelegenheit bieten. Wichtig für die Erziehung der Menschen, die aus ihrem Glauben leben, ist, daß daZ Lehrgut in diesem Sinne in werterfüllten Lehrerpersönlichkeiten lebendig ist und so auch in den lugmdllchm Seelen Mm itpi." pan Kölsa . Eine Perle tm Munde unserer Lehrer! Ihren Glanz in den Dienst der jüdischen Schule zu stellen, ist eine Aufgabe, schön und schwer genug, um die nächste; Generation zu beschäftigen. Das Lehrerseminar, da^ seine Lehrer für ^iese Aüsgäb^ ergiehtz ein unschätzbares Verdienst um das Judentum. Jetzt können wir jüdische Menschen erziehen, ohne von einem nichtjüdischen Stoffplan erdrückt zu werden. Diese Lehrordnung verpflichtet uns, Lehrer zu Wählsn, dis Nicht mit Um. NsMyst lisch Mett sind, erlaubt uns, jüdische Stoffe auch außerhalb des Religionsunterrichts, so wie sie sich der Seele aufdrängen, zu behandeln, und macht es uns zur Pflicht, sobald als möglich an die Einführung jüdifchre Lehrbücher zu gehen. 3. Gegenstand größter Sorge ist das Problem der Lehrerbildung. Wie man es änsieht, bietet es die größten Schwierigkeiten. Heute zwar ist öß noch Nicht aktugll. Wähkmü im Reichs öte Lehrerausbildung durch die neunklaffige höhere Schule und zwei- bis dreijährige Lehrerakademie auf eine vollständig neue Grundlage gestellt wird, ist in Bayern, Württemberg und Mecklenburg einstweilen noch alles beim alten. Aber wie SßhokolacL& * 0r<ilinei\s begehrt undL berühmt " s '»M-MiM

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