Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 41 (10.10.1927)
- Date
- 1927-10-10
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 Nr. 41 Der Israelit Ungarn. Ausweisungsverfahren in Ungarn. Budapest, 2. Oktober. Der Wiener „Tag" meldet aus Budapest: Im ZuismiMngano mit Den in Derößeip Woche i.urchgeführten Fremdenrazzien in den Nordostgebieten Ungarns wurde gegen 2800 Personen, di« bei den Razzien angehalten wurden, das Ausweisungsverfahren aus Ungarn eingeleitet. Diese Razzien erstreckten, sich bekanntlich vorwiegend auf Juden, deren ungarische Staatsbürgerschaft nicht sofort und lückenlos nachgewiesen werden konnte. Sie wurden daher von der ungarischen Presse schlechthin „Iudenrazzien" benannt. Sicherung des jüdischen Religionsunterrichts an den polnischen Mittelschulen. Warschau, 30. September. m MniWn UMerriWmimstserllm ««rbe in diesen Tagen eine Beratung der ministeriellen Referenten mit jüdischen Vertretern über die Sicherung des jüdischen Religionsunterrichts an polnischen Mittelschulen abgehalten. Es wurde beschlossen, in Warschau und in Lemberg je eine Kommission einzusetzen, die aus 11klivsksilätsxrosessyr?n und jüdischen Gelehrten bestehen und di« Prüfung und Qualifizierung von Kandidaten für das religiöse Lehrfach vornehmen soll. In Zukunft wird für den Nachwuchs von Religionslehrern in der Weife gesorgt werden, daß an den philosophischen Fakuliäien ber UnWersWM LkUsWeis für Wissenschaften eingerichtet werden. In kurzer Zeit wird Unterrichtsminister Dobrucki gemeinsam mit Vertretern der jüdischen Gelehrtenwelt das Programm für diese Lehrstühle ausarbeiten. (I. T. A.) Curlei, Versöhnung in der Türkei? Konstantinopel, 3. Oktober. Mehrere prominente Juden der Türkei haben sich, zu öinfiP vereinigt, bi« das Ziel verfolgt, die türkische Sprache allmählich zur Muttersprache der Juden in der Türkei werden zu lassen. Die im Zusammenhang mit dem Konstantinopeler Judenprozeß in Smyrna stattgefundenen antijüdischen Demonstrationen und Ausschreitungen haben auch in ISN!scheu Kreisen peinlich feüüljrl. An« Abordnung türkischer Notabeln, Aerzte, Advokaten und Geschäftsleute, drückte den jüdischen Notabeln in Smyrna ihr Bedauern und ihre Empörung darüber aus, daß türkische junge Leute, aufgestachelt durch die unverantxoorttidje Pvessek^«, sg ßhrknhnslD uni) skiöd- Uches Element, wie es die jüdische Bevölkerung der Türkei ist, so schnöde sich benehmen könnten. Es fand auch eine Zusammenkunft türkischer und jüdischer Notabeln statt, in der über Mittel bereaten wurde, ein festes Band zwischen d-em türkischen und hsssj WWkn Clemkn! zu schmieden. Die jüdischen Notabeln erklärten, die Juden der Türkei wären stets loyale Söhne des türkischen Vaterlandes und sind gegenwärtig treue Anhänger des republikanischen Regimes. Es wurden verschiedene Beschlüsse gefaßt, so u. a. für die Einwurzelung der türkischen Sprache unter den Juden zu wirken. Rirtzlaird Eine Konferenz der Bergjuden in Moskau. Moskau, 30. Tn Moskau wurde in diesen Tagen eine Konferenz von Delegierten der kaukasischen Bergjuden abgehalten. In das Ehrenpräsidium wurde der Präsident der Sowjetunion Kalinin, die Volkskommissare Rikow, Stalin, Lunatscharski, sowie Dimantstsi» gsrvählt. Die ScratlinflSH in der §f>rqch« dtzr Vrrgjudku, dem sogenannten „tatischen" Dialekt, geführt und ins Russische übertragen. Die Redner schilderten die traurige Lage der Bergjuden, deren wirtschaftliche Position durch Weltkrieg und Bürgerkriege vollkommen vernichtet worden ist. Die einzige Rettung ist die jetzt vor sich g«hsnbs <sieb- IUiPB&ffllUilg. ftie aDer noj; nicht genügend unterstützt wird. Angestrebt wird eine zusammenhängende <?mm% Skr SeröiuMn auf Dem LünDs, hu itzttön bi« Möglichkeit ökonomischer und kultureller Wiederauflebung geben könne. (I. T. A.) 689 sranMW 3«n(ial(onfi(fo(ium u«>!>- ausländischen Inden. Paris, 30. September. Der soeben erschienene Jahresbericht des israelitischen Zentralkonsistoriums Frankreichs befaßt sich tu «lnetzt besonderen Abschnitt auch mit den Angölegenheilen der eingewanderten Juden. Es heißt darin: „Die letzten Umwälzungen brachten es mit sich, daß eine große Zahl Juden aus den osteuropäischen Ländern nach Frankreich eingewandert ist. Wenn in früherer Zeit osteuropäische in kMerer Zahl nach Frankreich kamen, so verschwanden sie unter der Masse der französischen Juden und wurden von diesen aufgesogen. Die verstärkte jüdische Einwanderung der letzten Zeit aber schafft ein neues Problem, schafft neue Verpflichtungen und Aufgaben. Unsere Organisation ist ganz und 8«s slnWsjW nach unfein MMsn müsse» all* Mglieber unserer Gemeinden französischer Nationalität sein. Aber ebenso wie die französische öffentliche Verwaltung, die ja ebenfalls geschlossen national ist, die elementaren Interessen aller Einwohner Frankreichs wahrnimmt, so müsse sich auch unsere Fürsorge auf alle Ciuwohner jüdischsn Nsltgjon erstrechn. Wie unser Titel besagt, sind wir das Zentralkonsistorium der Inden Frankreichs, und alle französischen Juden, sowie die in Frankreich wohnenden ausländischen Juden sind Gegenstand unserer Fürsorge. Wir betrachten es als unsere Aufgabe, die crusläudischen ^uden «N M ZMtz M WM MlD M öflgll zu bringen, sich intterhalb unserer großen französischen Familie eine Position zu schassen. Wir wollen in diesen Glaubensgenossen, die wegen ihrer Treue zu der Religion ihrer Väter ihr Heimatland verlassen mußten, um in dem traditionellen Lande der Freiheit und Gerecht-i^- Itß« Sviftutlji zu suchen, die Siebe zu Frankreich und den Wunsch wecken, ihren Dank für diie großmütige Ausnahme dadurch abzustatten, daß sie sich im Lande naturalisieren — was ihnen durch ein bald in Kraft tretendes Gesetz erleichtert werden wird." ItolSftiiut. Jerusalemer Brief. Jerusalem, 2. Oktober. Offiziell wird mitgeteilt: Die Regierung Palästinas hat «ine SUMM« von 100 000 Pfund zwecks Gewährung non DflFlß|)0n W Trbbebengefchabigte beveitgestellt; die Darlehen sollen für Wiederausbauarbeit verwendet werden. Die Darlehen sind in spätestens 10 Jahren rückzahlbar. Der Zinsfuß beträgt 6 Prozent jährlich. Zwischen der Regierung Palästinas und der Aegpptens LWMM in Der Wgs W Währung, Die Verhandlungen werden zwischen dem Finanzminister der ägyptischen Regierung und dem britischen Oberkomm'sjar in Kairo, der die Palästina-Regierung vertritt, gepflogen. Die ägyptische Regierung erhebt Anspruch auf -ine Ent^ädrgugg stzs M Werwerlnst öqp Mhzr>- müuzm. Den diese während ihres Umlaufs in Palästina durch Abnutzung erfahren haben. Der, Vertreter Palästinas führt demgegenüber ins Treffen, daß dieser verhältnismäßig kleine Verlust reichlich ausgewogen wird durch den Nutzen, den Aegypten durch den zehnjährigen Umlauf seiner Währung in Palästina gehabt hat. Umtrila. Ein amerikanischer Roschhaschono-Wunsch. Newyork, 28. September. Der Gonnernen? lsrnq »äü hat sorgenden Neujahrswunsch am 27. September veröffentlicht: „Die herannahenden hohen Feiertage des jüdischen Volkes, Rosch Haschono und Jom Kippur geben mir die gern ergriffene Gelegenheit, ihnen ein glückliches neues gu ryWWli, WllZ W non MiNM slM Nächka^n auf de? East Side von den religiösen Gebräuchen dieser heiligen Tage sah, da sie sich in den Synagogen zur Betrachtung und zum Gebete versammelten, machte einen tiefen Eindruck auf mich. Sie lehrten mich, daß der Neujahrstag nicht bloß zur freudigen Erholung benutzt *~rk*n n s°Mll 8IB MWWtt' W pl&n Sammlung, zur Demut und Neue, um unsere Lebensführung im kommenden Jahr auf eine höhere Stufe zu 10 Oktober 1827 10. beben. Sie religiöse Erbschaft Ihres Dost kes follte'von der jüngeren Generation heilig gehalten werden. Sie hat auf ander« zivilisierte Rassen einen großen Einfluß ausgeübt und die Kinder können unserem a m e r i ka ni s ch«„ rein« größere G§hz als wenn f t e b re Lehren ihrer Väter aus die Lebensprobleme inmitten der freien Institutionen unseres Landes anwenden. Indem ich meinen Mitbürgern jüdischen Glnubens E ßli^SL von Nüä' und Frieden ausgezeichnetes neues Jahr wünsche, schließe ich mich ihren Gebeten an um die Weiterentwicklung jener tiefen Grundsätze, auf denen unsere Nation gegründet ist, und die von dem jüdischen Volke immer in der edelsten Weise aufrecht erhalten worden sind." Personalien. Amtseinführung des neuen Rabbiners. R a n d e g g . 2. Oktobsr. Ml Sis WMene unD MMzru Siimnmng M-. läßlich der Amtseinführung des Ortsrabbmers Gailingen- Randegg, Herrn Rabbiners Dr. Bohrer, beobachtete, mußte sich sagen, diese konnte nur der Liebe zu unserer heiligen Thora entspringen. Eine große Versammlung hatte sich Sonntag mittag, den 25. September in der Synagoge in Gailingen eingefundsn. Nach dern Mmchogey^ unD Gesängen Des Wllagggsnchärs Herr Borfleyer Neuburger die Anwesenden, insbesondere die Ehrengäste, und entbot dem Herrn Rabbiner Dr. Bohrer den herzlichen Willkommensgruß mit dem Wunsche, daß dessen Amtsführung eine segensreiche fein möge. Alsdann sprach Herr Bezirksrabbiner Dr. Ch o ne als Vertreter des Oberrats in Karlsruhe, Unter großer ®f«npng MM nun Dorr De. bi« Kanm, um seine Pflichten als orthodoxer Rabbiner darzulegen, ferner sein Bemühen, den Frieden zu erhalten und zu fördern. Anschließend wurde die weltliche Feier im Kaffee Biedermann abgehalten. Hier erhielt zuerst das Wort der Vertreter des Vereins zur Wahrung r»er Interessen ÖCS OefeDöDtreMD Miniums in Anden. Mit großem Beifall wurde das von Liebe durchdrungene Glückwunschschreiben für die zwei Gemeinden des obengenannten Vereins angehört und spontan beschlossen, an Herrn Prof. D a r m st ä d t e r ein Danktelegramm abzusenden. Fast in allen folgenden Reden wurde hervorgehoben, welch dornenvoller Weg mit Kämpf«» u»r» Mühe ^urüct^eteat «mm mutte, um MDlich IU öUrch bi« BerkkMNg der Bszirksrabbinerstelle nach Konstanz notwendig gewordene Ortsrabbinerstelle mit denselben Rechten für Gailingen-Randegg zu erhalten. Ausführliche Eingaben waren nötig, um den Oberrat und die Synode zu überzeugen, daß es ein Bedürfnis sei, den Gemeinden ein orthodoxes Rabbinat zu genehmigen. Oeffentlicher Dank ebührt einzelne» Pevson-s», voetctje unter Dpsxnn gtz (ßit UäD ®llb bte ^ache zur Entwicklung bringen mußten. Sodann der Presse, ganz besonders auch dem „Verein zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judentums", welcher eine ganz besonders rege Tätigkeit entfaltete, und endlich dem Oberrat und. der Synode. Zusammenfassend kann man sagen, daß die Gemeinden in ^errrt Rcrbbiner Dgßkkr DkU IMM SWlsSeP? für diesen schweren, aber dankbaren Posten erhielten. Nicht unerwähnt mögen bleiben die goldenen Worte des Herrn Pfarrers von Büfingen, welcher u. a. in seiner Rede ausführte, er begreife nicht, daß die Menschen trotz anderer Ueberzeugung nicht in Eintracht und Frieden zusammen lsb«n sollten. Nic^t weniger HssgUD! mnron Die Sß^rie bes -^«rm Aürgrimeisiers voll Gaillnaeu. üo dürfen wir hoffen, daß die Gemeinden Gailingen- Randegg von dem Los der Landgemeinden bewahrt und daß die äußerste Ecke Deutschlands auch fernerhin ein Bollwerk für das orthodoxe Judentum sein und bleiben möge. 2» ^UilUSn MW DEQtDf Herr Bankcer Jakob Hahn sein 25jähriges Dienstjubiläum als Kreisvorsteher der Israelitischen Gemeinden des Kreises Hersfeld. In rastloser, aufopferungsvoller Arbeit hat es der Jubilar verstanden, die seiner Obhut anvertrauten Gemeinden zu großer Blüte zu bringen. Möge es des überaus verdienten Jubilar vergönnt sein, in so vorbisZjWx Wßisk llUlß meittzrhlN WftZ ThSelläMk zu fuhren, zum Nutz und Frommen der ihm anvertrauten Gemeinden. Berlin, 5. Oktober. Die vor einiger Zeit anläßlich der 100. Wiederkehr des Geburtstages des früheren Oberrabbiners von Posen Dr. Wolfs F e i l ch e n -! c»ld *(!.. 2 statt. Platt Post'' Schul uB 3 I,!S C Aon Geseil sprach - «l- > dem der 2 düng Köln in Pl seiner solger er al Pose: einer giöser ftimN Pjalr Rühr Werr Repr als! mi s auf Grab Seifte ist m über« Kiep< und und Jahr einen nach Erde beink und dern! Ziele geisti Leop zur An 1 sodai mein sinnr egen Weil aus schick Li ernu nellc am stau der lak mit den gui erstr binc The Leb sein- Noj mal nier an Ver ern \m mo Vo, Fri hohe Res der Irl