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Der Israelit · 1927-10-10 · Heft 41 (10.10.1927) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 41 (10.10.1927)
Date
1927-10-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Der Israelit Nr. 41 eenes Die Wissenschaft für die Schachtmethode. Berlin, 5. Oktober^ In der Letzten Nummer der „Berliner Derö^MchStt Wochenschrift" liefert der Direktor des Schlacht- und Mehhofes Stettin, Dr. Basel, einen „Beitrag zur Schächtfrage" und schreibt: ÜGM'8 WK pprgenommenen llnierfru^un'gicn hsrvorggjjt’ schwäntt dis Zeit zwischen dem Beginn des Schächtschni'ttes und dem Ende der Hauptausblutung zwischen 1 Min. 30 Sek. und 2 Min. 30 Sek. Ferner ergibt sich, daß in keinem Falle die Beobachtung gemacht wurde, daß ein Tier sich nach Lösung der Fesseln er-' Mb poröntfc DMWNM ftte- <£s ift mir daher unverständlich, wie die von anderer Seite gemachten Beobachtungen gerade das Gegenteil von meinen Versuchen ergeben haben sollen. Die Versuche roerden weiter fortgesetzt werden und ebenso wird der gemacht merben, bi« Vorgangs tm Film festzuhalten, und dann würde es meines Erachtens zur Klärung dieser verschiedenen Ergebnisse von Vorteil sein, wenn eine Kommission vielleicht durch den Reichsverband der Gemeindetierärzte eingesetzt würde, um diesen strittigen Punkt unb bis noch offenstehenden Fragen des bMuduiMlofen Schächlens gu liwmx Ei« ällfeiftZL Beachtung der Mahnung des Kollegen Dr. Junack „Mehr Wissenschaft in der Schächtfrage" erscheint mir nicht nur der wissenschaftlichen Würde des Tierärztestandes angemessen, sondern auch geradezu eine Forderung der MMHM imD BOfDIifSML' öMN sktztkll Endes die deutsche Wissenschaft ihren ausgezeichneten Ruf in, der ganzen Welt verdankt." Das Kalb von Gelnhausen. Leipzig, 30. Sspt. Wie seinerzeit berichtet, Hütte der Tierarzt Dr. Linde» mann in Gelnhausen eine Beleidigungsklage gegen den israelitischen Schächter Sigmund Marx und den Metzgermeister Ludwig Reis angestrengt ,weil diese eine Schilberung fiinhemanns über den Verlauf einer Schächtung in Gelnhausen in einer öffenülciren ®rfl«rWö alß 1188 bewußte Verleumdung bezeichnet hatte. Das Schöffengericht Hanau hatte die Beklagten freigesprochen, die Strafkammer sie zu je 160 Mk. Geldstrafe verurteilt. Das Reichsgericht hat das Urteil der Strafkammer auf- MhLökll Wb bie jrü^ere Bnftuuz Karückgemiefen. Für Abwehr des konzentrischen Angriffs der Schächkgegner. Hamburg/ 2. Oktober. ObsrrlÄNMi Dr.. Turlcbach (UÜQm\ Äviur j Schweriner (Berlin) sprachen vor 800 Zuhörern in der überfüllten Aula des Hamburger Wilhelmgymnasiums über die Schächtfrage. Dr. Carlebach sagte: Nur die jüdische Religion verbiete jede Art von Tierquälerei, sie oeröiofö Daher mit) Die flaaD; imü sOsrsr «M für Tier einen Ruhetag vor. Das finde auch seinsn Ausdruck in den Vorschriften des Schlachtens, denn das Schächten fei die humanste Tötungsart. Alle Gelehrten von Ruf feien sich darüber klar, daß durch den Schächtschnitt sofort das Bewußtsein des Tieres aufilcfil jel^r schnell ausMute; bas, mas man nach dem Schächten noch an Bewegungen wahrnimmt, fei lediglich Reflexion, die ohne Bewußtsein des Tieres geschehe. Aber die Bestrebungen für ein Schöchtverbot seien nicht getragen von der Liebe für das- Tier, sonbern diese Bestrebungen motten hie G em i f.f e.tr <3 sreihsn D*r jüdischen Bevölkerung?inschränken. Dagegen müssen wir kämpfen. — Die polittsche Seite der Frage beleuchtete Herr Schweriner, der stellvertretende Syndikus des. C. B., des Veranstalters dss Abends. Er erinnerte daran, daß die HchWtfrsge Wen y?t ÖW^lAg Ü4. schästigi habe. Während heute noch hie und da die staatsbürgerliche Gleichberechtigung der deutschen Juden nur aus dem Papier stehe, sei die religiöse Gewissensfreiheit in Deutschland bisher nicht bedroht worden. Die Gefahr bestehe, daß in Bayern demnächst-der Anfang damit ANIM MM wo wir. MM Mt Mk in letzter Minute kommt, sehr bald vor einem Schächtverbot stehen werden. Wie auf Geheiß einer unterirdischen Die Woche. Breslau. Wie amtlich mitgeteilt wird, ist m?n LMDgkiMlZM Grll;n, P?rsich I^roere VLlsidigüngsn dsr Juden in «Imm öMMlichen Lokale zuschulden kommen ließ, ein staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Auch das „Berliner Tageblatt" teilt mit, es habe gegen „diesen eigenartigen Richter" das Erforderliche unternommen. Danzig. Äst! ^eTl 25- September mürbe bie neue Synagoge in Danzig - Langfuhr emgeweiht. Berlin. Samstag, den 16. Oktober, 8% Uhr abends, veranstaltet der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten eine geschlossene Kundgebung im Plenar-Sitzungsfaal des ehemaligen Herrenhauses zu Berlin, auf Der u. a. llnMMlZMWt Sh ütm Oppenheimer- Frankfurt a. M. Informationen über die Möglichkeit der Ansied - lung jüdischer Bauern in der deutschen Heimat geben wird. — Unter den Reichsverbänden, die dem Reichspräsidenten (Sonntag it^re Glückmansche überbrachten, mar auch der Reichs Sund jüdischer foldaten vertreten. Nürnberg. Landtagsabgeordneter Streicher, sowie die Stadträte Holz und Ertl standen vor dem Schwurgerichte wegen schwerer Beleidigung von Mitgliedern des Bundes j ü d i - IVkk di« in Artikeln im „Stürmer" zum unflätigsten Ausdruck kam. Der Staatsanwalt beantragte drei bzw. zwei Monate Gefängnis für Schreiber und Holz. Die Verhandlung wurde zum Zwecke weiterer Vorladungen vertagt. Wien. Artur T r e b i t f ch , rühmlich bekannt durch UM MMWMMklt gegen das Judentum und — obwohl selber von jüdischer Abstammung — seine Mitarbeit an der Verbreitung der Legende von den „Weisen Zions", ist in Graz im Alter von 47 Jahren g e - st o r b e n. Budapest. Der neue Dekan der Vudap öfter Universität. Professor Me he ly, sprach sich in \&m MsühruiWiM für kim Verschärfung des Numerus Clausus gegen die Juden aus. London. Zwei neue Synagogen wurden in London durch den Oberrabbiner I. H. Hertz eingeweiht. Es sind dies die vergrößerte Synagoge von Golders Green und die neue Bow and Mile End Symmrn. MM Mmonim wursten vom §r? rtior Vizepräsidetttstt der Bereinigten Synagoge, Sir Nobert Waley-Cohen, geleitet. Die Synagoge Golders Green umfaßt 1000, die Bow and Mile End Synagoge 850 Sitze. — Die von vielen Zeitungen gebrachte Nach- Ml non mnm Mmrmm £ouw Mar? fhalks an die gronrstifche ExLkUtidö itt London in Sachen des fünfzehnten Zionisienkongreffes wird von offizieller Seite dementiert. Warschau. Trotz aller Dementis bestätigt sich, daß die Aufnahme von Christen in die jüdische Gemeinschaft den Gemeinden und RMin»» M Strafe nerDoton ist. unD zwar unter Berufung auf ein «lies Gesetz üUS dSk Zarenzelt. Athen. Der Gouverneur von Cypern, General Störs, früherer Gouverneur von Jerusalem, besuchte die Insel Rhodos, und wurde ihm dort von der jüdischen Bevölkerung ein warmer Empfang bereitet. Gürten »ottt Rabbiner Reubsn Israel an ihn gerichteten pratschen djrüfj ßeaüÜSStÜlfl 8? mit einer hebräischen Ansprache. Moskau. In der ukrainischen Stadt Scherk a s wurde die alte Schul mitsamt allen Thorarollen ein Raub der Flammen. Am Tage, da man die heiligen Reste zu Grabe DratfürsgWk W g«ngr Zememde und alle Aktzsit kuhts. Tlewyork. Das vmerikamsche Christliche Komitee für Hilfe an Juden hat dem Joint 438 000 Dollar für seine Aufbauarbeit im Osten zugewiesen. Sofia. In Sofia wird am 7. Oktober die Union der VLlkerbundsgesslls 0f tf f f einer Sagung gtifcjrtmeriireierr, feei der auch die Lage der jüdischen Minderheit in Rumänien, sowie die Schaffung eines internationalen Rechtes für die Staatenlosen zur Berhandlung kommen^ wird. Macht bringen die Völkischen nicht nur in allen Parlamenten Deutschlands, sondern des gesamten Kontinents Antrag« auf Schächtvsrbot >öin. sogar in den KvMMU» nalverwattung^n d^r großen Astiöle füchi man Wik dk? Schächtfrage ein antisemitisches Süppchen zu foefjm Im Vordergrund des Interesses steht Preußen, das sich im Ausschuß gegenwärtig mit einem Antrag auf Schächtbeschäftigt. Aafklärany tue mehr als bisher not. Dev Redner schloß Mi einem Appellden Ernst der Lage zu erkennen, um mit derselben Energie gegen den religiösen Antisemitismus Sturm zu lausen, wie wir es in Zeiten politischer Not mit so schönem Erfolg gegen den politischen Antisemitismus getan haben. Die Schächtfrage in Deutschland.. München, 2. Oktober. In der vom Ministerialrat Prof. Dr. v. Ostertag herüllZWbökükll LklWrkst für NkiW" üük £™1Wene" Heft 19 ist Veterinärrat Dr. Vützler, Direktor des städtischen Schlacht- und Viehhofes in Köln, dem auf der Darmstädter Tierschutzversammlung von Herrn Rabbiner Dr. Munk in Berlin zur Schächtsache in längeren SSll8S}hI}8?)1 vertretenen Standpunkt entgegengetreten. Herr Dr. Munk höi, ZUMäl M ÜUS der Bützierschm Dorr stellung seine Ausführungen nicht genügend ersichtlich waren, die Redaktion um Aufnahme einer Erwiderung ersucht, die in dem soeben erschienenen Heft 1 des neuen Jahrgangs vom 1. Oktober d. I. veröffentlicht ist. Dr. Munk führt vre von Dr, Meinung, daß die landesgesetzlich vvrgefchriebene Untersuchung des Fleisches die Nachschau durch den Beauftragten der Religion überflüssig macht, ad absurdum und kommt zu dem Schlüsse, daß die beiden Beschau- WM für stkü Äü Mll? ®f8fnläüe barpeaen: ]ondern als wichtig« Erfordernrffe neßenelnander vö» RLligions wegen bestehen sollen. Sehr wirksam widerlegt Herr Dr. Munk auch die Behauptung Dr. Bützlers über die Unvereinbarkeit der Zurückweisung eines Tieres, dem zam Schlachtzmeck and in Verbindung mit der Schlachthandlung Die Hirnhaut mechanisch unmiite&ar vor Um Halsschnitt verletzt worden ist, mit der Zulassung eines Tieres, dem die Halshaut — eben beim Halsschnitt — verletzt, eingeschnitten wird. Das Religionsgesetz, schreibt Dr. Munk, lehrt im Gegenteil, daß es ganz einerlei ist, OB Mk KMktzUW SkM F?lge die Unguläfligkeit des Fleischgenustes lst, vor dem Cchlachtakt und getrennt von ihm oder in Verbindung mit ihm eingetreten ist. Selbst di« kürzeste, nur den Bruchteil einer Sekunde währende Unterbrechung des Halsschnittes kann den Schächtakt unüiiltiQ mH Mn gimsmü unWWl momih Herr Dr. Munk schließt: ..Herr Dr. Bützler versucht, die Bedeutung der Gutachten der namhaftesten Physiologen herabzusetzen, die trotz eigener Beobachtungen in Schlachthäusern und trotz Kenntnis der Urteile der Sc^lack^tk^oftierär^te bestreiten, daft bas Schächten tierquälsrisch ist, weil sine solche Dehaupmng ven allgemein gültigen wifsenschastlichen Erkenntnissen widerspricht. Als Laie fühle ich mich nicht berechtigt, in diesem Blatte über den Gegensatz zu urteilen, in welchen sich Schlachthostierärzte zu den Forschern stellen. Nur eines darf ich hemorheben. Es mutet merkwürdig an. wenn Herr Dr. 25. erklärt, das Schächten fei „nach den üUrem^cmmenden Gutachten der Tierärzte" eine Tierquälerei. Ein Blick in die Fachblätter gerade des letzten Jahres zeigt, daß das nicht der Fall ist, und es bestehen Anzeichen dafür, daß die Zahl der Schlachthofdirektoren und -ärzte im gWgeü feegriffeü ist, Me Mk lsiMrrsHzftlichs» Mmpf vieler Kollegen gegen das Schächten sehr bedauern und verurteilen, ihnen aber auch Vorhalten, daß sie allg«- mein anerkannte Grundsätze der physiologischen Forschung unbeachtet lassen. ^!e ÖLJiglon getleiei meUefie fltekc zakt Tier. Darum werden die Trerschützler bei allen Maßnahmen, die weiser, wohlbegründeter Barmherzigkeit mit dem Tiere entspringen, uns an ihrer Seite finden." I „der“ Staubsauger und elektr. Bohner OPERNTLATH10

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