Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 40 (7.10.1927)
- Date
- 1927-10-07
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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7 Oktöber 1027 _ Der Israelit i\ö) hier in löblichem, reinem Sinne. So enteine SDlenge jogen. a’:nnn «n'fc Her Erfüllung heiliger Gebote,/ bei Bollgtchung religiöser Handlungen treten sie in Erscheinung, spiegeln in enger Verbindung den Geist der mxa wieder, die nicht mechanisch zu vollziehen ist. ’wn *-pDä •••pi» irm •••jin vp?m " iriiiän — 0V1» *?» nia-i ' »vvi »BWp'iw “>oiQ^jjn «nd die uns geläufigsten Einleitungen und Formeln. Beim Anlegen der Tefillin, des Tallis, vor dem Omerzählen, dem Luloffchütteln, dem Eingug in, dis -Suiio, bem Ssdergsben usw. jprictjt m«n f«m ^?Tg?k«^e lllld NZHgotzM. Chassidimkreisen ist ohne diese eine Vollziehung von Mizwaus kaum denkbar. Sie verschmelzen sich schließlich mit der Sache selbst, wie die Ornamente mit dem Bau, der Ausputz mit dem Kleidungsstück. Kahle Wände öden uns an. Der mk«ü ML kaum. 3ms, wsm glauben, mit der Abschaffung jedes fisn tp »jun 'I2N usw. einen ]ipn geschaffen zu haben, sollten sich fragen, ob gerade dieses harmlose Vorgebet bezw. Nachgebet schuld ist an der minderwertißtU Fläli sein Verschwinden die Sache besser macht, Sb die Äiwde besser werben, wenn ttttlltt sie ihres Schmuckes entkleidet, oder'ob man nicht zum alten Nebel auch noch den Schönheitsfehler fügt. Solche Mittelchen helfen nicht. Jene Einleitungs- und Schlußgebete sind bei den breiten Mastön doch immsrtzm uovulär uuü burO Dsyrhunderte gewissermaßen sanktrüttiöl't. Jhvr Cntfernung bedeutet noch lange nicht, das Nebel an der Wurzel fasten. Wie man das Leben sozusagen restlos zu erfassen suchte, beweist die Tatsache, daß man mm Wlilmm }m W rgnnt mm ©intritt in eine fremde Stadt, beim bezw. vor dem Verlassen derselben, ja sogar vor dem Aderlässen, vor dem Badem, vor dem Messen seiner Frücht auf der Tenne. Das Golus lastet auf UNS allen und macht dem 8udcn ßen Ramps uni $64 läßliche Brot doppelt schwer. Als Stab und Stütze wird uns das tägliche Lesen der Mannanuns empfohlen. Die Wundermacht des Allgütigen kann uns auch in der Zerstreuung erhalten und ernährett, wie willst &4W MgM Öfll hlMllMsW Brot zur Erde niedersiel, selbst für den heiligen Sabbattag. Es knüpft sich daran ein Bittgebet, das demstillen, selbstzufriedenen Glück des jüdischen Hauses gilt: "12 W? nona pan 'sn sas ns 'b jr> n-n» vrib nbiv»>, »-,22 Mlio M12 Ml« hu ’jVatam 'N"NS nvans *iid!l2 161 1ON2 i»X2 «bi NN22 nno 112221 '2NbV 7» DlVW2 2V81 — na^?21 NV12 Ölt? N2 ...'121 '71'2 '22 b3 öv „Ach, Herr, der Nahrung jedem Geschöpfe bereitet, Kleid allem Geschaffenen bestimmt, ihnen ^LN ^k^eN§Unier^crli ßstz 3ll^ Ml? dllg Nötige zum Leben, verpflege und ernähre mich nebst all meinen Hausleuten durch eine gute, angenehme Existenz, ohne Plage, in gesetzlich erlaubter Weise, nicht in sündiger Art, eine Ernährung fern von Beschämung und Erniedrigung, m lg ich nicht SKPWigsM bin Ms Die ClM voll Menschen aus Fleisch und Blut, sondern aus Deine volle und weite Hand, eine Ernährung, bei der ich mich beschäftigen kann mit Deiner reinen, heiligen und vollkommenen Lehre und öeTrerr ©ebote er|uffen ofyxxe fiafi, bei der ic£y irt MMn an meinem Tische sitze' and in Ehre bei all meinen Hausgenossen, daß nicht auf mir laste Menschenjoch, nur das Deiner Regierung, daß ich das Glück habe, arme Wanderer (Gäste) in mein Heim einzuführen und Liebe jedem Menschen zu erweisen, Almosen an Würdige zu verabreichen und ich nichi sirauchir $urch dige. Amen!" (Fortsetzung folgt.) sonerponaenrev, Nacbilcbten. Keietz. Eine Mahnung für Vorsteher, Verwaltungen, Ausschüsse, Kommissionen und Finanzreferenten von jüdischen Gemeinden. igerün, 0. DttoDti: Aus Veamtenkreisen wird uns geschrieben: In den nächsten Tagen wird für die Beamten und Angestellten des Deutschen Reiches, ' der deutschen LlMlkll.- ükr ößUWkll KLMNMften usw, eine neue Befolt'ungsordnung genehmigt, welche Erhöhungen dSk bisherigen Bezüge um 18 Proz. bis 25 Proz. enthält. Die Beamten, bzw. Angestelltender unteren Besoldungsgruppen erhalten hierbei prozentuael höhere, jene der fjißfjeren Besoldungsgruppen niedrigere Zuschläge, damit drm Malen GBsichispunkl Nerynung getragen werde. Es werden selbstverständlich auf diese Weise die Beamten und Angestellten der höheren Besoldungsgruppen ziffernmäßig höhere Zulagen erhalten, als jene der unteren Besoldungsgruppen: Dies ist aber insoferne mtmt, m öle MklMMkli mm mnlimit!?in? ganz andere Vorbildung nachzuweisen vermögen und für ihren Aufwand mit Rücksicht aus ihre besondere Stellung erheblich höhere Geldmittel benötigen, sofern Rabbi 5Vetoi gab ihnen zur Antroort: . U 8 i - I } -... »s» n, »11 „Ich habe in London wohl viele aber zu meinem großen Leidwesen, gar keine o’ai? gesehen; in Halberstadt gibt es zwar wenig cr-uv, dafür aber mehr L'2^"- R. lleroi uik fiiiu Wgtzllllllg im JMo kW Äontora: R. Zewi wohnte im zweiten Stock, der Kantor!tN westen. Da war es im Monat Elul. Rabbi Zewi saß in seinem Zimmer, ganz in Lernen vertieft, da begann unten der Kantor mit lauter Stimme neue Gesänge für Rosch- Haschonoh einzuüben. Dies störte R. Zewi im Lernen, und R. Z«roi listz den Kantor bitten, ruhiger zu üben. dcher kümmerte fitf? }f^v4 äiSfß Sitjjß, öl ließ ihm einfach antworten: „Jeder in seinem Fache, R. Zewi beim Lernen und ich beim Singen" und sang ruhig weiter. R. Zewi mußte infolge dieser Störung fein Lernen beenden und so saß er da und hörte unwillkürlich den Ui ÄSktlM ZU- Am Rösch Haschonoh trug N. Z^wi die bto. Mb er während des Uebens des Kantors ganz unwillkürlich gehört und ausgenommen hatte, zu minv vor und verletzte die ganze Gemeinde in Bewunderung. Als dann : der Kantor zu -svi» dieselben sang, war er beschämt. . I Noch Ur giU4 ü{i KMtS? zu N. ZMI unu rrufl i chli, warum er so gehandelt habe. Lächelnd ällltvüktLtS. 'hm R. Zewi: . f »Jeder in seinem Fache, ich bei ivnnv und Ihr bei einer Predigt in Reriin °erg»hi^ 8^- „ElU: '""l sah ich einen Mann an einer Ecke stehen, der wir wegen seines so kummervollen, traurigen Gesichtsaus- MM Wni!W fliifpei. Ich war verwundert, denselben Menschen an einem anderen Orte wiederzusehen, diesmal mit geschäftiger Miene und in aller Eile an mir vorbeigehend. Ich wollte ihn ansprechen, er sah sich aber nicht einmal um und rief mir weitergehend zu, er habe keine Zeit. kUks QM LHMM ich ÄM Munö. Da satz er in einem Wirtshause" und oerbrachke die Zell mll Plaudern und Trinken. Ich war sehr neugierig zu erfahren, was das zu bedeuten habe, daß sich dieser Mann jedesmal in einer andern Stimmung und Verfassung befand und bat ihn,!I!ll Auskunst ^u geben. ,<Br erklärte mir: Ich bin der mn ~\v in eigener Person! Bcrwuntcre dich nicht, wenn du mich einmal traurig herumstehend, dann wieder geschäftig saufend und nun gar im Wirtshause die Zeit vertreibend findest! Einmal trafft du mich in Halberstadt; ja, da mußte ic^ truurib herumtrobdeln, benn böi dlessr thorakundlgSN nnb gomssürchllgen ^we-ni-e rncrr all meine fflüfyi vergebens. Nicht eine Seele konnte ich sangen. Es war in London, als du mich so eilig laufend sahst und ich keine Zeit hatte, dir Rede zu stehen. Dort fand ich ein günstiges Feld für meine Tätigkeit vor, und wahrlich, ich hatte beide Hände voll zu tun und ließ tältvmite UTtg«Tiix^t. Und wenn du mich Mi hier in Mrlin, mir im Gastchaufs Lie Zeit vertreibend, siehst, so ist es deshalb, weil ich hier keinen Finger mehr zu rühren brauche. Bei meiner Ankunft habe ich hier bereits alles nach meinem Wunsche angetroffen, ich habe hier nichts mehr zu tun unti kann ruhig iw Gasthause schmausen." Nr. 40 Seite 3 sie den an sie gestellten Forderungen im Beruf und im öffentlichen Leben gerecht werden wollen. Diese Rückttcot nimmt km NM m NM, 8ll B^örve bzw. öffentliche Körperschaft. Auch die jüdischen Gemeindeverwaltungen sind nunmehr gezwungen, mit dem Reich gleichen Schritt zu halten und die bisher bereits in die Besoldungsordnung des Reiches eingruppierten Beamten in die neue Bei8WüU8s8kllllj8 gar manche rückständige Verwällllllg sich um. private Dinge der Beamten kümmern wollen, an die eine nichtjüdische VerwaltMg niemals denkt, insofern sie sich von manchen nicht!.großzügig denkenden Referenten vor Augen führen M&t ob nicht die neue Besoldung ein zu großes Plus für Üg HMM. Mg wird in der jüdischen Gemeindestube, wie so oft schon geschehen, die Frage aufwersen: wieviel Mitglieder der Gemeinde verdienen soviel, wie dieser oder jener Beamte, zu dessen Gehalt sie unter großen Entbehrungen ihre Kultussteuern entrichten? Oder die neue Besoldung öi& Sßamtßit 1 ist M iu DQ(p: süM rnsli nW kr wögen, ihn in eine niedrigere Gehaltsgruppe zurückzuversetzen? Oder, wenn die Besoldung so hoch ist, sollte man nicht beschließen, daß die Beamten künftighin selbst die Umlagen, die „bedauerlicherweise" die jüdische Gemeinfce bisher aus ihrer Kasse an Versargungs-, 2nvalivenr, Michsverstrherungs- und Krankenkasskn rntri^tet hat, aus eigener Tasche zahlen sollen? Und noch.ähnliche andere Fügen werden nach reiflicher Ueberlegung mit „unendlich viel Geist" und „unter Aufwand an Zeit" bei diesen Beratungen vorgebracht werden. So ist es EkvllöMhklt — Mit sk! LWt nr^i in allen pidisc^en Geme'kridött — äbsr isidsr in mm großen Teil lleiL selben. Die Besoldungsordnung des Reiches ist naturgemäß auf nichtjüdische Beamte und Angestellte gemünzt. Dies sollten sich namentlich die jüdischen Gemeinden zu Gemüts führen und die nötigen Konsequenzen hieraus ziehen. Das jüdische Religionsgesetz fördert von dem streng rituell lebenden jüdischen Kultusbeamten ganz erhebliche Mehrausgaben bezüglich seiner^gesamten Lebenshaltung. Es' ist nicht viel gesagt, wenn behauptet rvird, haß die jüdische Haushallüng 'minöBstBiis Bin Drittel mehr kostet als die nichtrituelle. Man denke nur an den Genuß der unter ritueller Aufsicht hergestellten Lebensmittel, wie Bptter, Käse, Fleisch- und Wurstwaren, an dis Trennung von milch- und fleischdig. UN die besondere KllchcneinrilhttLnz für dis Pkhnchsrirringr tmV V4 teure« Lebensmittel für die letzgenannten Tage usw. Solche Tatsachen sollten in den jüdischen Gemeindestuben besprochen und berücksichtigt werden. Sofern dann die Verhandlungen über die Besoldung von den ^jSrtnjjijpten der Religion und damit des Rechts und der GLröchllgkäll zllLllsi wsrdsn, müßlBN Wllyrhast rBligivsB und riligiösdenkende Vorstands- und Verwaltungsmitglieder zu dem Beschlüsse kommen, daß die Besoldungen V, Frankfurter Fiscbliallen Lüdw. Brenner G. m. b. H. Hauptgescbält: SGblfergagie 0, an der Seii Filialen*. Leipzigerstr.37 « Schnurgasse36 Fahrgasse 29«Spohrstr.l7a«Mainz.Ldsir.234 Telefon Hansa 6768-69 Liefer. frei Haus ♦ Bestellungen erb. frühzeitig Statt jeder besonderen Anzeige Am Samstag Nacht verschied mein teurer Mann, unser guter Vater 11ö. MAX ASCHER im 48. Lebensjahr an einer schweren Lungenentzündung Mannheim, den 2. Oktober 1927 Im Namen der Hinterbliebenen: Fiula Aicncr goDi Afllir Beranttoortlich für bett allgemeinen Teil und das Neuilleto» 8. Tchachnowitz, Fraukfurt a. M.; Inserate t.B>: «.Schach» nowitz, ebenda. — Für die piwaaogische BeUage: Lehrer L. flaufmattn in Snrendlinaen (Kr. Offenbach). — «erlag .38MkM": ULK-v-i Nl»mm 8,Ni IM MMllgksrllschaN» mmamn «< ati