Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 40 (7.10.1927)
- Date
- 1927-10-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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WWUWWWNW mm Seite 4 Nr. 40 Der Jsrae 7 Oktober 1927 des Reiches, des Staates usw. für jüdische Kultusbeamte k-sinssMZ lwsksichsn ksnns«. Lstttt Ä ten jütöföstt Kultusbeamten ein sogenannter Zuschuß für rituelle Lebensweise zweifellos zuteil, sei es in Form eines prozentualen Zuschlags zur Reichsbesoldung oder durch höhere Eingruppierung, wie dies in einzelnen Gemeinden ÖßMtS W Füll ist. England. Anruhen in TebAwiw? London, 29. Sept. mm rimm m HsWillSi öqb ti üm 26. Geplanter, hem Vortage des jüdischen Neujahrsfestes, in Tel-Awiw zu Unruhen gekommen ist. Jüdische Arbeitslose verlangten die Auszahlung einer Aushilfe; die städtischen Behörden waren aber nicht in der Lage, dem Verlangen zu entsprechen. Radikale Elemente Itürmten hieraus Dag Mthauß und rilhwn in Den M nenräumen Verwüstungen an. Der Polizei gelang es erst nach längerem Kampfe, die Arbeitslosen zurückzudrängen, wobei mehrere Personen verletzt wurden. Türkei. Dir L»zr in drr TüM. Konstantinopel, 26. Sept. Die Regierung hat die vor kurzem erlassene Vorschrift, daß Juden aus den Städten, die nach Anatolien reisen wollen, einer besonderen Erlaubnis der Behörden bedürfen, zurückgezogen. Dies hat die Stimmung unter der türkischen Judenschaft gebessert. — Der Staatsanwalt hat gegen den Freispruch der acht Konstantinopeler jüdischen Bürger Berufung eingelegt; man nimmt an, daß sie abgelehnt werden wird. Führer geschaffen. Stein auf Stein mußte gefügt roer- Vückebnrg, 2. Oktober. Unsere Gemeinde Bückehura hßU, öhö ÖQ5 j)QUß (Jßfjßlll BßE Dp AlüUbkM 3J4114H, stöjjs gang wnlev tarn ^mbrutfe des schmerzlichen Dtzk ue mußten verzagen, aber^ ihr Führer ließ nicht ab von lustes des Hermann Herzberg welcher am Perfönalie». Rabbiner Iosef A. Buttenwiefer Mannheim. 29. Sept. Ein Fürst im Geiste, ein Großer in Israel hat am 26. Elul seine gütigen, klugen Augen für immer gessylosseg, MM Ms in öks ötunfö, in M wir uns rüsteten, den iav zu empfangen, da folgte Rabbiner Josef A. B u t t e n w i e s ex seiner vor wenigen Monaten auch in dieser Stunde in Sie Ewigkeit gegangenen gleichgestimmten und gleichstrebenden Gattin in die Welt in des rnv Mit der trauernden Familie trauert um den Verlust ihres Vaters und Führers die Gemeinde in TtrgWlrg, ön grötze Kreis m tzWler und SreunDt; das gesamte gesetzestreue Judentum. Ein Raw der alten Schule, ein Führer und Lehrer, eine in sich geschlossene Persönlichkeit, ein kluger und stets hilfsbereiter Mensch ist von uns gegangen. Die Tradition feines Elternhauses, in dem Generationen hindurch Rabbinen und Lehrer f^ü^rer ihrer Gemeinden waren, tzaj tzxs MlklWkllk erfolgreich fortgesetzt. Geboren in Neichenberg bei Würzburg, hat er von seiner Kindheit aus den Quellen der Thora geschöpft, hat er seine Jugendjahre bei Reb Hile Wechsler in Schwabach, bei Jona Rosenbaum in Zell und vor allem beim alten Würzburger Raw lernend verbracht. Rabbiner Vuttenwioser gehörte zu der ersten ßonorafion M dsutschM Jünglings, dis u Mn§U «sch den Stätten der Preßburger Jeschiwoh. Dort hat er bei Reb Bunem Sofer und bei Reb Nathan Wolf reiche talmudische Kenntnisse gesammelt. Ausgerüstet mit diesem tiefen jüdischen Wissen und mit einer hervorragenden, profanen Ausbildung an den deutschen Unioersitätew! wurde er durch die Großen seiner Zeit Srnnson Rafael i)irpl), ben allen Würzburger Naw vmb Sv. 3)!. tkb* mann in Mainz beeinflußt. In dem Geiste dieser Führer des gc;ctzestreuen Judentums zu wirken,.sah er. seine, hehre Aufgabe. In jungen Jahren wurde er nach Mannheim berufen, um dem thoratreuen Judentum, das dort vollkommen verwaist war, eine Pflanzstätte zu Mssen. Noch zahlreiche Schüler «US biafei Mt MM heu:e mir besonderer Liebe ihres großen Lehrers, der sie erst einsührte in den echt jüdischen Geist. Bald aber sollte der mit hohem Idealismus erfüllte Mann eine Lebensaufgabe finden, die er meisterhaft erfüllte. Im Elsaß, das jahrhundertelang der Sitz von Gdolim war, war leider nim nun geschwunden. Eine Schar mallerer Männer — m knappss Minjün — berief Nabbiner Buttenwiefer nach Straßburg, um gemeinsam mit ihm die eben gegründete Kehilloh Ez Chajim auszubauen. Wer die Kämpfe der 80er Jahre nicht mitgemacht hat, der weiß nicht zu würdigen das große Werk, das dieser dem einmal begonnenen Werk und trotz aller Schwierig ketten wurde schrittweise das Terrain erobert. Es entstand in Straßburg eine Kehilloh, wie sie mustergültiger nicht gedacht werden konrüe. Alle Institutionen, die me MimlM Brautfrt;; muröen geschaffen. Da qqö eg leine Bedenken, dar einmal gsstsSts Ziel mußte skk/tcht werden und wurde erreicht. Der Heroismus und der Idealismus von Rabbiner Buttenwiefer war beispiellos . Auf diesem vorgeschobenen Posten zeigte Rabbiner Buttenwiefer der Mlt die Kraft und die Stärke des gefetzestreuen Judentums. „Auf dem Hauche der Jugend beruht die Zukunft" —- und so sah m in dsr> bbh ihm Z4jchrff4»4ll Nell^bösschule b{? «Mutigste Quelle für den Geist, zu dem er seine Gemeinde leiten und erziehen wollte. Die große Schar seiner Schüler ist der lebendige Beweis der großen pädagogischen Fähigkeiten ihres Lehrers. Aber nicht nur die Jugend zog er heran zu seinen Idealen, auch mit den Erwachsenen lernte er täglich und groß sind die Erfolge, die er zkiiWn Eonnte, Sn einem wunderbaren WM wwM sein Haus geführt. Mit seittsr würdigen Gattin, ber Tochter des Schönlanker Raws V-xi' wurde das Straßburger Rabbinerhaus der Mittelpunkt nicht nur der Gemeinde, sondern der gesamten gesetzestreuen studierenden' Jugend. Die zahlreichen Akademiker, die die Straßburger Universität besuchten, sie denken noch heute mit besonderer Liebe an die gastlichen Stätten dieses Hauses. Hiäi> jjjlliÜ4ü sts all die Tbeale» b!e lljntn vom Straßburger Raw als Lebensziel hingestellt wurden, in Wahrheit erlebt. Die Anregungen, die sie hier empfingen, nahmen sie mit in ihr eigenes Leben. Für die Lehrer im Saargebiet und in Lothringen richtete Rabbiner Buttenwieser Kurse ein und konnte durch diese Kanäle auch diese Gebiete rnit seinern Geiste befruchten. Groß war bas Änpben, bas bleuer seltene Mann bei den Behörden genoß, und in dem Kampfe gegen die Schechita-Gegner konnte er aufgrund seiner Beziehungen wichtige Waffen liefern. Aber neben all diesen großen Geistesgaben und Fähigkeiten war es das vorbildliche Menschentum des Verblichenen, das nur Güte ausstrahlte, das jeden, der mit ihm i» Vsi-ützr-llttZ kam, lii seinen gyg, An diesem Manne war kein Falsch! So war der Einfluß dieses Mannes bei allen ein gewaltiger und unauslöschlicher. Mitbestimmenden Einfluß übte er auf sämtliche Organisationen und Verbände des orthodoxen Judentums aus, besonders galt seine erfolgreiche Arbeit der „Freien Bereinigung". Er war nicht nur der Raw feiner MMiM Mein er war Dag MW Düeröaum der zahlreichen ostjüdischen Kreise in Straßburg, für deren Sorgen und Nöte er stets vollstes Verständnis hatte. Wie zu einem Vater schauten sie zu ihm empor, der ihnen stets mit liebendem Herzen half und der mit vollstem Verständnis ihre Interessen zu seinen eigenen machte. Als der Verblichene aus Gesundheitsrücksichten vor ungefähr 6 Suhreu schweren Snwns fein Ami niß? derlegen mußte und nach Mannheim zu seinen Kindern zog, blieb er auch dort m Wahrheit der Vater und Führer seiner Gemeinde. Mit allen großen und kleinen Sorgen kamen sie auch dorthin zu ihm als ihrem Berater. Lik gNW MW öikfkZ MaumZ zeiglk sich!m tragen seines schweren körperlichen Leidens. Kein Wort der Klage kam über feine Lippen, dankbar war er rrspri für alles, was er an Freude in seinem Familienkreise und in dem weiten Kreise seiner Freunde und Verehrer erleben durfte. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend war das Leben der Erfüllung der Mizrvoths und dSi» Ü4S»4» H4i»4lhj. Mit der ihni eigenen^ äuÄj in feinem Alter von Leiden nicht gebeugten Willenskraft suchte er alle körperlichen Widerstände, die ihn an ihrer Ausübung verhindern konnten, zu meistern. Das schwerste Leiden, das ihm die letzten Monate brachte, war der plötzliche Verlust der Gefährtin seines Lebens, die in jeder Hinsicht die harmonische Ergänzung, seines Wesens bebeutete unb b!e!n ben schweren Jahren, seines Leidens ihm die Last zu tragen half unter.Hintanstellung ihrer eigenen Presönlichkeit. Aber auch in-ldieser schweren Zeit blieb er der Unerschütterliche, der bas Schicksal als die Fügung Gottes auffaßte. In dieser Phase seines Lebens bot er all denen, die seinen ungebrochenen Geist in Simm hinslllligsn Körpsr schauisn, sin LxschüitsMM Beispiel seelischer Größe, wahrster und tiefster Gottesfurcht. Das letzte Wort, das sich den Lippen des Sterbenden entrang, war: n:vn v«-- Mit dem Gedanken an den heiligen Tag zog er in die Welt der Ewigkeit als ein *wi? rira für fr . Bei der VestaUung in Mannheim hielten die Herren Nabb. Dr. U n a , Rabb. Dr. B r u n s ch w i g und Dr. Hausmann aus Straßburg, Rabb. Dr. B o n d i aus Mainz und Rabb. Dr. Brom aus Luzern warm empfundene Trauerreden. rraxan* 3. Elul seine reine Seele im 76. Jahre seines taten-- reichen Lebens aushauchte, mxv und o'2iv d'ewb, gepaart mit vorbildlicher Bescheidenheit und Menschenfreundlichkeit bildeten seines Lebens Inhalt, In glühender Veaatfleruna für seine Mische» üebenM-^le UiUMf sr lange Jahre bas Vorsteheramt der Israelitischen Gemeinde Bückeburg, wobei er eisernes' Pflichtgefühl mit vornehmer Lauterkeit und Gerechtigkeitssinn verband. Das Wort der Thora: lrmm -rr nr diente ihm als ßeitstern, indem er stets bemüht war, die Gottesgebote in ganz besonders schöner Weise zur Ausführung zu bringen. In dern von Reinheit und Innigkeit jjetpajjenejj miilfinieben mar cs ihm vergönnt, znsmnmen mit sein er Gattin, einer wirklichen ov», Kinder und Enkel aufwachsen zu sehen, welche ganz im Sinne der Thora leben. Mögen die trauernden Hinterbliebenen nsm finden in dem hehren Bewußtsein, daß sie die edelsten Errungenschaften eines gottgeweihten Lebens übernehmen, um irn Geiste des Dahingegangeueu rveiter zu leben. frankfurter Berichte. Mlly Mayer ^>"SK . Mil ZW linü, Tesillin gMwM, als sollte sich seine letzte Stunde hienieben zum konzentrierten Symbol seines Lebens. gestalten, so . hat Willy Mayer, kurz ehe das alte Jahr von uns schied, seine irdische Wallfahrt beschlossen. Man darf auf ihn das Wort unserer Weisen anwcnden: »Kim Kin mrina kV umrai ipxna i'Vvoi maaa v'X'x iV iv'v ->» Mm mm Dißtes Soöon oinoE Wli^aH las»3i„B2i? nie in die Oeffentlrchkekt trat, auszerchnete, war jene peinliche, immer auf der Warte stehende »rvn my» die jeden Schritt dreimal wägt und mißt an dem Maßstab des Gottesgesetzes. Aus Bierstadt bei Wiesbaden stammend, errichtete der Jüngling zusammen mit seinem vor einigen Sa&rsn heiiMMgenen glkiLgesinnsen älteren Srnöor MöJ Maysr nach dsn Lehr- und Wanderjahren hier in Frankfurt eine Ledergrohhandlung, die ihm die Möglichkeit der frühzeitigen Hausesgründung bot. In dem gleichen Geiste, in dem er im Geschäftsleben die Grundsätze des jüdischen Rechtes gewissenhaft zu verwirklichen und den jüdischen Namen zu heiligen strebte, wie er auf langen Reisen in srernde Länder rnit bei^iello^em Entbvhrungswillen unter Berschmühung jeder SelbsttöU'- schung, ja jeder irgendwie zweifelhaften rrVir den Speisegesetzen die Treue wahrte, so widmete er sich in seinem Heime, an der Seite seiner Gattin, einer Tochter des Münchener Hauses Feuchtwanger, der Erziehung seiner Söhne und Töchter. Abhold allen Kompromissen und jeder liebenswürdigen S^roäche^ ^tark und grade den Blick aus die eine große Lebensausgade nmbi ntift mDAvi -tcuV gerichtet, kannte er kein Schwanken und Wochenkalender. o. 8. _ 15. Olt. 1927. i v. 12. — 19. Tischri 5887. Samstac 8 12 Sonntag 9 13 Montag 10 14 M2V Dienstas Ott. 11 •ntwi 15 VldVI 'S BV Iffittu-sch 13 U J*7130“T 'n, Dl’ Donnerstag 13 NV1VN ^>in*7 'K QT> Freitag 14 18 ivinn i-inidt> Samstag 15 iVivn bin nao <Be6e(jeifen. Freitag Abend 5.20 Samstagmorgen 8.— Samstagnachmiltag 4.30 ZSMßtgMkNS 6 68 WocHengottesdienst: Morgens 6 15 Nachmittags 5.30 Tefilin-Legen am Morgen 5.40 fVöB Montag abend 5,35 ' Morgens 8.— Nachmittag 4.30 Ausgang 6.30 - <r ui'