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Der Israelit · 1927-10-07 · Heft 40 (7.10.1927) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 40 (7.10.1927)
Date
1927-10-07
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Nr. 4V Der Israelit setzung der einzelnen Studentenschaften des Auslandes diesen Studentenschaften selbst überlassen. Die Studentenschaften in Oe st erreich unD Z 6 hm 5 8 Mzy szrt mii MöP° hertsbeschluß als Mitglieder lediglich auslandsdeutsche Studenten arischerHerkunft zugelassen und dadurch nicht nur die auslandsdeutschen Studenten jüdischer Geburt, sondern auch diejenigen auslandsdeutschen Studenten ariftfjgr ßßrfimft MMslWssM. öiß m Mit ipss Weltanschauung nicht vereinbaren können, in eine auf arischer Grundlage aufgebaute Organisation einzutreten. Infolgedessen bestehen gegenwärtig in Oesterreich und Böhmen nebeneinander arische, naftona^-fret^eti^tc^e urtb fogtctfrfiifcfje ^fwbeTtfen» gruben. Sic preußischen' Stuß en'tk'nschaftkn Mb aber nur mit den arischen Gruppen koaliert. Obwohl es keinem Zweifel unterliegen kann, daß diese Koalition dem geltenden Studentenrecht nicht entspricht, sind dennoch mannigfache Bemühungen. die preußischen Studentenschaften zu LttteM Attjgöbön ftjHkr kin!ssii8kn Rvttsision gu veranlassen, bis vor kurzem ohne Erfolg geblieben. Erst kürzlich hat ein vom Hochschulverband und der Rektorenkonserenz eingesetzter Profes- TlßÖJ kNMhkHM LelllMllgeN IN Oesterreich berichtet, daß köülittonsjährge Studentenschaften im Sinne der Verordnung vom 18. September 1920 gegenwärtig in Oesterreich nicht existieren, und die Ergebnislosigkeit von Verhandlungen feststellen müssen. Unter diösm UmftänüM muß dir StsrtLväZiLrung, worauf schon in einem Erlaß vom 24. Dezember 1926 die preußischen Studentenschaften hingewiesen sind, daran festhalten, daß sich die preußischen Studentenschaften nur mit solchen Studentenschaften verbinden dürfen, die roie die j>reu|t tzen Studentenschaften alle deutschen Studenten ohne Unterschied von Rasse und Konfession im Sinne des § 1 Abs. 2 der neu vorgelegten Verordnung UMMkll: Staatenlos. Im Lehrbuch „ S e y d l i tz 's ch e Geographie für höhere Lehranstalten". fißömtm Hsft, Sülflsgs 1097, Mvd uutLr der Üeberschrift: „Erde und Menschen" über Mgemeine Staatskunde doziert und dabei folgender Satz vom Stapel gelassen: „.Völker ohne Land sind staatenlo.s, wie die Zigeuner und Jude n." 8as »berliner Tageblatt" richtet eine Aue frage an den Herrn Kultusminister, ob er von dem Inhalt dieses Lehrbuches Kenntnis habe und es biPge. Namens der deutschen Reichsangehörigen jüdischen Glaubens und namens der vielen tau» ^erstfchen Suben» bte für das Vaterland gekämpft haben und für das Vaterland gefallen sind, protestiert der Einsender gegen die F e st - stellungderStaatenlosigkeit und die Gleichstellung mit den Zigeunern, und fordert, daß dieses Buch unverzüglich aus den i§^ttlen entfernj p? { Wir meinen, das fei nicht allein Sache der Judenheit Deutschlands; alle, die sich ein Gefühl für Recht und in der Wirrnis der Zeit ein Minimum klarer Vernunft erhalten haben, werden sich Kiefern Prvtefte und dieser Forderung MWMllr Inoffizielle Gebete. Von A. Mannheimer in Dettelbach. Die in feste Formen und Umrisse gegossenen TMkr fflie sie MlsiW in unseren Gllttßßhällsern vorgelragen werden und anderfeits allgemein für die häusliche Andacht angeordnet find, faßt man unter dem Ausdruck offizielle Gebete zusammen, auch nvi2p nfcsn Tinxn oder Jiain n^stv Weben ihnen steht die a'Nöie Pr.Ivaianbatbi, bas nicht offizielle Gebet. Solche Gebete bestanden und entstanden zu allen Zeiten, schon im grauen Altertum und in der talmudischen Zeit. Es fei nur an das bekannte Gebet Nechunjah den Hakonas erinnert. fEeva^vft Pevek 4(2.) BkW ^kUklM VkS Lktzk" Hauses verrichtete er eme „Tefilla KeZara", sme kurze Andacht. Bon seinen Freunden befragt, welche Bewandtnis es mit dieser rfrsn habe, gab er zur Antwort: „Beim Betreten des Lehrsaales bitte ich den Höchsten, daß durch mich kein Strauchel entstehe, (b. h. eine unrichtige Lehrmeinung llUskMMj Ni« WW» US IttäS n'i fcanfc ich Gott für den mir gewährten Anteil (an der Verbreitung heiliger Lehren). Im Talmud Berachot und anderen Teilen werden uns Herzensergüsse einzelner Großen rnrtgeteilt, die später saukttoutert tvllröen, ß. y. Aufnahme m Me vffi-- zielle Gebetsordnung fanden, wie nxa ’pV« am Schluffe der Schmauno Esre, ursprünglich Privatbitte des ms na» Es kann nicht unsere Aufgabe sein, hier etwa den ganzen Krystalli- ^>kr mnF nVan aufgugeigert, nachdem unsere Weisen eigentlich nur die Pflicht des -Lesens und des Gedenkens des Auszuges aus ms» vorfanden und daran den Morgengottesdienst knüpften. Nein. Wir nehmen — töte gejagt — die einmal allgemein bekannt^ Uffd öffentlich öingefüyrte GeMsorßnung als ms Offizielle an, ohne eine QuellenfcheÜrung bezüglich 7 Oktober 1927 Seidenu. Garn-Handelsges.m. bl 4? BieidenstraHe 4T (früher: Grosse Eschenhel merstra sse 3) SPEZIALHAUS in Näh- und Stick-Seiden HandarbeUs-Carnen jedbr der streng wesentlichen Teile von den sonstigen Partien vorzunehmen. Auch die letzteren haben nun einmal öffentlichen Charakter angenommen. Unter dem Gesichtsminkel dss Qäbli«Hsn. Empft^Iens^örtsrr urt%- EN^Unb^N flDll eine Menge direkt neuer Gebete oder solcher in enger Verbindung und mit Anlehnung an Bibelstellen und Bibelteile, deren Lesen als frommer Brauch hingestellt wird. Die Welt, bester gesagt das Meer der Gefühle, ist schwer zu beherrschen. Mnn Dar 3uöa ..lernt", ft ist kss mmi mindestens ebenso intensiv tätig wie der scharfe Verstand. Und umgekehrt ist des Juden „Andachtsbuch", wo doch dem Gefühle die Souveränität zukommt,. ebenso stark von „Lernstücken" durchfe^t und durchrnoben rvie von Teilest schaulicher Betrachtungen und GemAsreflexionen. So war es kein Wunder, daß die Westen schließlich den Grenzstein setzen mußten zwischen der Andachtsbetätigung und dem eigentlichen Thorastudium: rrn1? h^sn |»n iw* * *? 11»% ]Jöt> Wenn der Tchnlchan Mn im Z 1 Absatz g sagt'. W JWWW1 fisN h&Ssi irrfgr nirns njs.iV sid 'DtöKi nxom bra&an nmvi stVip es ist löblich, den Abschnitt von der Opferbindung Jsaks, den Mannaabschnitt, den Dekalog, die Abschnitt vom Ganz- und Mehlopfer, vom Friedensopfer ufw. täglich zu lesen, so ist das eins zwar nl«fjl offigieße Anweisung, wohl aber eine offiziöse, es gehört somit das Lesen jener Abschnitte zu dem nicht offiziellen Gebet. Aehnlich § 134 und alle jene zahlreichen Stellen, eingeleitet mit -ra* .g-OTi AstY Ähnlich, $85 MlM liche Leben vollzieht sich nicht tn starren Formen, mag es sich äußern, wie es will. Sollte das Reich des Gebetes etwa eine Ausnahme bilden? Ganz naturgemäß, der menschlichen Natur vollständig entsprechend und artgetrtejjert^ entstanden mit der Zeit all Me mofflziellen Ger betsteile, die nunmehr einen stattlichen Band darstellen. Die jüdische Volksseele im allgemeinen, die Psyche der breiten Massen möchte sich der Fessel entrüsten, sich frei ausleben, die Bahn des ^dioidrsMxn fcsispügn; öen Mg Der üretDeit; bH Subjektivismus, ernherwandeln „auf der eignen Spur als freie Tochter der Natur", frei- Die Lehrender Sukko.' Aon MSSbtäv Äe. A. Lötz« 1« D«fel. "SW 1. Als unsere Väter aus Aegypten zogen, mußten sie vierzig Jahre lang durch eine Einöde dahinziehen, mußten im Sonnenbrand den weiten Wüstensand durchwandern, und in gebrechlichen Hütten wohnen. Spiegelt nicht den lllMM Moh MMMiZ SU ZZlrzr jüSiM beschichte wieder? Durch eine Menschenwüste hat. Gott uns geführt, in welcher feindliche Gewalten uns von allem ausschlossen, was das menschliche Leben verschönt und genußreich gestaltet, in welcher das Streben unserer Verfolger konsequent auf das eine Ziel gerichtet war n*** M lliSt Mhl genannt nrcrvrn."Aber Gott war unser Schutz unv Beistand, Er war der Fels unseres Heils, und die Wogen des Hasses brachen sich, ohne uns vernichten zu können. Die Hütte darf keine feste Wohnung srap ni'i fein» sonst verliert sie den Charakter der Sukko, sie muß vr-elrnehr einen nur x>orxifc-ergei>eni>en Sfujentt^att y) fv Sie Salto nicht ein 53UD des Lebens? Nur sieben Jahrzehnte sind nach dem be- *) Aus Raumrücksichten gekürzt. *) Psalmen 83, 5. -') Mischna Sukka 2, 9. kannten Worte des Pfalmisten unserem Erdenleben zugcMessen. Flüchtigen Fußes gehen wir durch das Dasein. Dann aber nnnkt uns der Tod. und roir ziehen sin in Ittt höheres üeöen. @ie{e SScü ifi nur eine J)alle vor der künftigen Wett. Hier sollen wir uns als gut und fromm bewähren, dann winkt pns der Lohn in der Ewigkeit. Wie wenig wird diese Lehre der Sukko beherzigt! Wir bauen uns die Hütte unseres Lebens, als würden wir ewig auf Erden weilen. Wohl wissen wir, büß &U«I ttU&f Sät? Fäll ist BWH' Ion ^Alle wissen und sprechen mit dem Munde, "y daß sie sterben werden. Kann man denn auch mit einem anderen Organe reden, als mit dem Munde? Aber wir sprechen es eben nur mit dem Munde, unser Tun jedoch entspricht nicht unfern Worten. Wir suchen Geld und Gut zu häufen, als würden wir ewig auf Erden teb-en. sorgen wij allem jnr 8a!jrgebute voraus» als wüßten wir gewiß, daß wir sie erleben werden. Aber die Hauptsache vergessen wir völlig, daß dieses Leben nur ein vorübergehendes ist, und daß wir nach dem Tode werden Rechenschaft oblegen müssen über unser Wirken! auf Erden. Dieses Leben wird häufig mit einem Traum verglichen. Aber SM imuin folgt vos Erwachen. lmD für Dlofes Erwachen zu argen durch Erfüllung där göttlichen Gebote, durch fromme Werke, durch edle gute Taten, die uns einst vor den Thron Gottes begleiten sollen, daran denken wir nicht oder doch nicht genug. Sieh dir deine Sukko an, nur einen vorübergehenden Aufenthalt "teilt sie dar. So ist dein Dasein. Lebe nach Gottes Willen m im? -?o Mklllmn Müj iß lsiW Dir nie WIM ves Levens Weint, vmnit im einst geschimMt mit einem guten Namen hmübergehest in die snp rwn in das ewige Leben. Die Hütte harf nicht niedriger fein als zehn git. Nefchit Tefach und nicht höher als zwanzig Ellen.*) Eine wichtige Lebensregel liegt in dieser.Vorschrift. Der Jude soll nicht auf alte ©eniijje der Welt pffgi^tenj er soll seine Lebenshütte nicht zu niedrig, er soll sie menschenwürdig bauen. Aber auch nicht allzu hoch darfst du deine Hütte aufrichten wollen. Schaue nicht neidisch auf das Haus des Nachbars, das schöner als das deine ist. Blicke auf diejenigen, die vom Glücke minder begünstigt find als dn. und fei zufrieden rnit deinem Lost- Ef«ng wib Fittixr sichern Sir dein GMst. Sc be° scheidener deine Ansprüche an das Leben sind, um so mehr Aussicht hast du, daß sie Erfüllung' finden. Wie schön wäre es, wenn wir zu der e i n f a ch e n L e b e n sa r t unserer Väter zurückkehren möchten. Sie machten keinen Aufwand und waren dennoch glücklich, glücklicher als ihre verwöhnten Kinder. (Forlsttzung folgt.) Kleines Feuilleton. Rübbintsche Geschichten. Frei übersetzt aus dem Sammelbuche von Jakob Lupolianski in Karlsruhe. Als Rabbi Zewi Berlin London verließ, um nach Halberstadt als Nabbrner zu <J•e^e^^, |rujeri ik»n die ®c“ trte!ri!>eDorfie|jeif , MMUM «r S«Ml S«S Halberstadt dem großen und reichen London vorziehe. Habe er doch in London eine bessere Stelle, da^ es da viele w2Vi r>'-i2is gäbe, die ihm manches zukommen ließen, was in Halberstadt nicht der. Fall sei. 1 MWö MM 1; 1 linö -1 8.

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