Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 39 (29.9.1927)
- Date
- 1927-09-29
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Sk. 39 Sette 5 29. September 1927;; usm. errichtet unter Leitung des Herrn Lehrer S. Strauß in Lohr, der sich, seitdem er im Verein mit jeiner Gattin die Verwaltung übernahm, um das körperliche und seelische Wohl seiner Pfleglinge überaus oerdrsnt gsrnacht hat. Es werden i. Zt. 26 jüdische Kranke i . .... c» I< - -t-l-U^.l-4. Ü-'k Öoa verpflegt, zum größten Teil ausschueßuch auf Kosten des Vereins. . Man bittet, anläßlich der- Feiertage auch des.- „Lohrer Vereins" zu gedenken und ihm Geldspenden durch PostilttbUkvrito Nürnberg 3527 gutonvmen gu taffen. - ijtücacou.« ..o I o Die Fremdenrazzien in Ungarn. LutzSYSsl, N. ZM Die fortdauernden Fremden-Razzien, die sich vornehmlich gegen das jüdische Element auswirken, beschäftigen weiter die öffentliche Meinung Ungarns. Der Minister des Innern betonte gegenüber dem Abg. Pakots, der ihn besuchte, daß die Angelegenheit durchaus. keinen konfessionellen Charakter trage, demgegenüber bringen die Zeitungen mehrere Tatsachen in die Oessentlichkeit, die den antijüdischen Charakter der Maßnahme kennzeichnen. In einem Orte wurde der Rabbiner vor das Oberstuhlrichteramt geladen und darüber befragt, ob sich!H unter Jeiner SJeitun^ 6efin5>Iicfycrt Schale nicht ' «schüiser befänden, deren Papiere nicht in Ordnung seien. Das Innenministerium kündigt an, daß gegenwärtig Razzien im Komitat Szabolcs stattfinden und daß sie sich später noch auf die weiteren Kömitate Ungarns ausbefjnett »erben. Nicht nur auf oppositioneller, sondern auch aus Gölte der RegierungMürtti herrscht Äer Vorgehen des Innenministeriums Mißstimmung. Budapest, 28. Sept. Der Minister des Innern, Bela Scitovsky, erklärte IM ZkUllWMfiSlkWWküt kk tzm 8«? Hörden telegraphisch angewiesen, die .Razzien gegen Fremde am Sonnabend Mittag 12 Uhr auf der ganzen Linie einzustellen. Der Minister sagte weiter, er hoffe, daß künftig sich keine Notwendigkeit mehr für derartige Maßnahmen ergeben merbe. ItoUn. Das polnische Landwirtschafisministerium für ein Schächlverbol. - S5S a r 1a u , - 22. Sept- Der Berdand der PölNiM» SchlächM HU! 'öSM Landwirtschaftsministerium die Forderung unterbreitet, die Schächtung nach jüdischem Ritus zu verbieten und begründete dies damit, daß die jüdischen Fleischhändler, die das Koschrefleisch zu höheren Preisen verkaufen, da* IMH i« m mm MNM MMli, die M KgUkkWW nicht verwendbaren Hinterteile der Echächttlere brllrger, abzugeben und so den polnischen Schlächtern eine unangenehme Konkurrenz zu machen. Das Landwirtschafts- Ministerium befürwortete gegenüber dem Ministerrat di« Forderung nach einem Schächtv-erbot, allein das Jnrfffl' Hn6 ^Nliu?^^ifirerrnm sprachen sich solche Maßnahme aus. Auch im Warschauer Magistrat, der vom Innenministerium über die Angelegenheit befragt wurde, fand eine rege Aussprache über das Für und Wider eines Schächtverbotes statt. Die Leitung des Schlachthauses ^rach sich dahin «US, daß ein Schöchtvorbot keineswegs bM mWMlWcn MiM Händlern irgendwie nutzen würde. Die jüdischen Mandatare im Warschauer Stadtrat und in anderen Körperschaften sind entschlossen, der Propaganda für ein Schächtverbot mit allen Kräften entgegenzuwirken, da ein solches Verbot von katastrophaler Wirkung auf die polnifcog IMnlM märt Lsche«l;s-Klon»«kei. Traurige Symptome. Strejntce, 18. Sept, Qm Prager Tageblatt wendet sich ein tzlin-er, eweritierter Rabbiner, der krank darniederliegt, an edle Glaubensgenossen um eine Unterstützung. Diese Anzeige sollte die Oessentlichkeit in unserem Lande einigermaßen nachdenklich stimmen. Viele ehemalige Kultusgemeinden ln Nfghren ftnv in den lebten Bahren und Qahvzrhtttzn Aufgslöft und lhrs MarnkM, Mls llürmm. Rabbiner, teils Lehrer', Kantoren, Schächter, ohne weiteres auf die Straße gesetzt worden. Die Notlage, die Der 3 » r aelit dadurch entstanden ist, wäre weniger schlimm, wenn wenigstens die bestehenden Kultusgemeinden, die sehr wohl in der Lage sein würden, Rabbinen und sonstige Kultusbeamte zu besolden, sich aus Ersparnisgründen nicht um diese für das natürliche jüdische Pflichtgefühl selbstntiiin ent Steuern O CCM ery zu sparen, wird die. ganze Zukunftsentwicklung der Gemeinden, die Jugenderziehung und alles, was damit im Zusammenhang steht, äuss Spiel gesetzt. Wann endlich wird die böhmische und mährische Judenheit, in deren Mitte es fan einsichtigen un^ wo^!memen^n BäHHftlfH durchausnicht fehlt/ einmal wachgerüttelt und zur Besserung der traurigen Zustände aufgerufen werden? Bis jetzt noch keine Tote Meer-Konzesston vergeben. London, 21. Sept. 3>te oor einiger .Qeit burch bie Presse gegangene Wielbung, daß düs "britische Kolomalami bereits eine Kom zessiön zur Ausbeutung der Satze des Toten Meeres erteilt hat, .eilt — wie der Jüdischen Telegraphen-Agentur mitgeteilt wird — den Tatsachen voraus. Es haben bis jetzt vier Gruppen dem Kolonialamt technische und finanziW plant jur iras» ss® «? res unterbreitet und um dke Erteilung von Konzessionen ersucht. Es .sind dies:. a) W. S). Tottie, Bankier, als Vertreter einer englischen Gruppe; b) Major 2. Henry und Edwards als Vertreter einer australischen Gruppe; £J 5iF amerifanije^e Chemiker Pros. Dr. Thomas Nöktö». als mrmuv einer luuerttauisHcn Gruppe; d) der palästinensische Bergbauingenieur M. Nooomejsky. und der Londoner Zivilingenieur Major T. G. Tulloch als die Vertreter einer englisch-palästinensischen Gruppe. Die vor kurzem von den „Financial WimuwQ, Mi mr DMonunn Lord Murner bereits eine Konzession an Nooomejsky erteilt hat, hat bisher eine offizielle Bestätigung nicht gefunden.. Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, ist es WllSkü 8kk mißi »n? f?rufr öer sionsdewerder zupMzjpMs» AbWuH m Ml; Handlungen gekommen; bevor aber die Angelegenheit endgültig geregelt wird, sind noch gewisse Fragen zu klären. Dies die Sachlage. Andere Mitteilungen und Kombinationen in der Angelegenheit der Tote Meer- KMPWlM ßÄf)M UM EMNU8W: Sitvfei* Der Konstantinopeler Juden-Prozeß. — DKÜssüHUKg ltt Düvos der Oriottllogo. Konst a n t \ n o p e t , 2i. Sept. Nach mehrtägiger Pause wurde die Verhandlung gegen die neun jüdischen Bürger, die der Teilnahme an einer antitürkischen Kundgebung während der Bestattung der Stibin Elsa Niego beschuldigt sind, vor dem KÖNstknttno^elek' Eericht n>iet>er auj^enommen. Sei verhör ist zu Ende geführt. Der Staatsanrvatt hielt fern Plädoyer und beantragte gegen acht der Angeklagten Gefängnisstrafen zwischen ein und drei Jahren. Das Plädoyer des Staatsanwaltes war eine antisemitische Brand- F§8?J <ä?F führte crus^ es hätten Viele. Tausenbe Buben dsm NsgrSbms vsr Elsa üli«oo D^igemoOnt unD sich «a der antiMrkischen Kundgebung beteiligt. Wäre genügend Polizei zur Stelle gewesen, so. säßen heute nicht neun, sondern 1000 Juden aus der Anklagebank. Auf Antrag des Staatsanwalts wurde im Konftantinopeler Büro der Orientloge Bne Brith eine Hausmämtig Dorarnommnt: Dir Pöligki SllFMlllhi? «ue Bücher und Dokumente, fand aber' nichts Belästölldrr. Trotzdem wandte sich der Staatsanwalt in seiner Anklagerede in heftigster Weise gegen die Loge und behauptete, sie hätte eine große Geldsumme für die Begräbniskosten ber Niego gespenbet. bamit bis BestLlttungS-- feier mttlttly zu einer großen g?siu Türkentum gestaltet werde. Das Urteil wird in diesen Tagen gesprochen werden. Eine Warnungder „Times< Sonvrn, ih §*r^- „Times" beschäftigen sich mit dem Konstantinopeler Judenprozeß und teilen in diesem Zusammenhänge mit, S°[i is NMNllMl, Mffliop« unD emprna; M große jüdische Gemeinden bestehen, dem Ausgang des Prozesses mit ungeheurer Spannung entgegengesehen wird. In der Türkei, schreiben die „Times", wohnen im ganzen 70.000 Juden. Dennoch scheinen es die Behörden in Konstantinopel gu roünschen, aus künstlichem Wsge ein "» »»«"I.I O I » I; * « „jüdisches Problem" zu schaffen, und die Regierung habe es den Juden verboten, ohne besondere Erlaubnis in das Innere Anatoliens zu reisen, wodurch nicht allein die jüdischen Kaufleute, sondern auch der gesamte türkische Z»I Äli. m Klint; W ISIS! Sil SüKSte des Ordens Bm Brith eingeschränkt werden soll. Dies alles ist umso bemerkenswerter, als bis jetzt niemals eine ausgesprochene Judenverfolgung in der Türkei stattgssundsn hat und die Juden in diesem Lande sich stets als nützlich? gu^reü Ur AllzrmrmPik ZkBissski WM. Ernst denkende Türken sehen ein, daß ein Judenboykott für die Türkei ein nicht minderes Unglück als für die Juden selbst bedeuten würde. Paris, 21. Sept. „Ls Matin" berichtet ausführlich über den Konstantinopeler Prozeß und drückt, die Verwunderung darüber aus, daß die Anklage aufrecht erhalten wird, obwohl wenigstens bei fünf der Angeklagten durch einwandfreie Zeugen nachgewiesen werden konnte, daß sie an keinerlei SllWSöllW« Im AtWWWW .mil BEF KniMM der Elsa Niego teilgenommen haben. Cs herrsche Erbitterung darüber, daß wohl unschuldige Juden auf die Anklagebank gebÄcht werden, daß aber gegen den Mörder der Niego, Osman Bey, noch kein Gerichtsverfahren ttäffllkl HMfän sil. Das Urteil im konstantinopeler Judenprozetz. Konstantinopel, 24. Bept. In dem vor mehreren Tagen begonnenen Prozeß gegen aäjt Äonjtaniinopeler jüdische Bürger unb einen jüdischen Soldaten der "türkischen Armee, die beWulMgt waren, sich an antitürkischen Demonstrationen beteiligt zu haben, ist heute das Urteil gesprochen worden. Die acht jüdischen Bürger wurden freigesprochen, der jüdische Soldat wurde zu 35 Tagen Gefängnis verurteilt. Personalien. Rabbiner A. Zilron Jerusalem, 23. Sept. 2)cr :j?föjjtfdjfe £ob Rcrbbr ^iirons, non bem mir J>ercits kurz Serüytet Hasenversetzt mette K??is? in lief? Bestürzung. Er war Rabbiner in der frommen Mutterkolonie Petach-Tikwah und übte mit seinem milden Wesen gtoße Wirkung auf alle Mitglieder aus. Er hatte den Glauben an den Zionismus und blieb aktiv im Misrachi auch dann noch tätig, als die schmerzlichen Enttäuschungen auch für ihn nicht ausblieben. Sn Kurlanb (Lettlands T?^er?n, ^rlra^ in öer 3ugenö heit, neben dem reichen Thorastudium sich auch ein großes Maß von allgemeiner Bildung anzueignen. Er zeichnete sich durch außerordentliche Fähigkeiten und ein eisernes Gedächtnis aus. Ein Mann von lauterem Charakter, erfreute er sich der Wertschätzung auch derer, die im politischen Geben nicht mit ihm einig mären Ser Sot iräf Hü ln SiLSIÄ, WSM LS fitz ÜM Freitag begab, um sich dort einige Wochen zu erholen. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein Ende gesetzt, als er Freitag mittag im Hotel Montefiore bei Tische saß. Die Beerdigung fand in Petach-Tikwah stttt. Die ganze Kolonie war auf den Beinen, als die Bahre von Telöttmm bort anlangte. Trauerreden unterblieben mit Rücksicht auf bas 9iäl>en &e& lll Pölllchi? Tikwah fetzte sieben tägige Trauer an, an denöll ThSä tSk und Vergnügungen geschloffen bleiben. Für Donnerstag wurde eine Gedenkfeier vorgesehen, zu der alle Rabbinen Palästinas eingekaden wurden. Hatzfurt, 22. Sept. Unter einer beispiellosen Beteiligung seitens aller Kreise der Bevölkerung unseres Städtchens wurden heute die sterblichen Ueberreste unseres teMH. MIvkMiMAll NhFkF? ^arnrnelburger f. A., tet noch ÄNöin Mmsren ärzlttlyöu mugrisi tm Vorjahre und nach monatelangem, schweren Krankenlager in Würzburg zum Schmerze seiner Familie, seiner Gemeinde, feiner Freunde gestorben ist, zu Grabe getragen. br und blgibt der Beats