Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 39 (29.9.1927)
- Date
- 1927-09-29
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Nr. 39 Der Israelit wm ößfl geMge« Nachlaß s. R. Hirfchs Vst* Von Rabbiner PH. Fischer in Sarospatak, Ungarn. VH. Doch fürchten wir, daß man uns auch noch mit einem anderen scheinbar schweren Vorwurse bedenken wird. Wie?! Sollten wir denn tatsächlich das Durchdrungensein von der „geistige n Bederitun« irgend einer Mizwah im Momente ««««««ctc«j <tjjctte cctccc MCt(jtDCttj citt 35coUtaitc der Erfüllung derselben als unentbehrlich zur Ausübung derselben betrachten? Hierauf haben wir folgendes zu erwidern: Wir wollen keinesfalls in das von einem der größten Begrün- Der uiiü AnsllM ÜM nmLkM LtzsWMUS, R. Jakob I. Polnaer in seinem Werke apjp nvftin *]or vertretene Extrem verfallen, wonach die nwira rma nur als ’aiwn wnb zu werten sind (nznpn)' und wonach n mi ft nn» du ni'Vvvn ms» 7» Titas N'.I 'irr», .-fN'tv (zu S'tvrris). 3!oc^ üiel weniger a!rer war ^o!i!ses!)!e 8n^au» ung des Meisters, der, gleichsam, um einer solchen eventuellen Verdächtigung entgegenzutreten, schon in der Einleitung zum Chaurew (S. vi) schreibt: „Der Jude darum, der die Gebote und Verbote Gottes, wie er sie für Baakaurvs Gerneine «nge- , I k ' »•••}• ordnet — --treu erfüllt und beachtet in der einzigen, jedem Gemüte zugänglichen Gesinnung: weil er damit Gottes Willen erfüllt, und somit seine Bestimmung als Mensch und Jisroel löst, — der ist, in vollkommener, un^esc^rnälerter Ve- DeitfungDes Wortes, Jude, ist ©ottesDienier, und wäre er nimmer eingedrungen in Zusammenhang und Bedeutung auch nur eines aller göttlichen Gebote, — und hat hohe und höchste Seligkeit im Erdenleben erreicht; denn es gibt für den reintn Mimen tun mim Wimm MwllMin, als Erfüllung des göttlichen Willens." Auch verweisen wir aus die wichtige Stelle rm Kommentar zu Hl. B. M., .23, 23, wo es heißt: „Wenn selbst nach der rezipierten Halacha ni^a N211S (ft"K 60, 4) sich dies auf nküV nariä' au Mttchtcrflllluugs abstcht beschränkt, ein Durchs drungensein von der Bedeutung der Mizwah im Momente der Erfüllung aber das Erfüllthaben der Pflicht nicht bedingt: so dürfte dies eben in der hohen Bedeutsamkeit unserer Mizwoth liegen, ment derErfüllung hrnüberreicht. Mit der Erfüllung der Mizwah ist dieselbe konkret in den Kreis unseres denkenden und ja auch gedenkenden Bewußtseins eingefügt. Zur rechten Zeit kann, uns die Erinnerung an die begangene MzwnhhlMlnng nnD ton Bsüsnlnng fassen und eine Netterin in der Stunde der Versuchung oder eine Trösterin in der Leidensstunde, oder eine Mahnerin in der Stunde der Glückserhebung werden usrv." Sennocfj aber gehört — stach tzrm NMsM ----- zur „Eyvrebyvhe" für bis „ drnkrnöön " Söhne und Töchter Israels, neben der ersten Ausgabe, die darin besteht: „den ganzen Inhalt und Umfang der göttlichen Gesetze und Anordnungen uns also zum Bewußtsein zu bringen, daß wir klar wissen, was wir im Löben mit allsn uns dargebotenen Kräften und Mitteln zu tun und zu lassen haben, also zu wissen, was Gott von uns fordert; 2. diegöttlichenAussprüche selb st, imZusammenhange miteinander und mit den durch sie bestimmtenVerhältnissenzuüetrachten,slo ZUM Begriffe Mf für menschliche Auffassung, zu bringen, sie zusammen zu ordnen, die Folgen ihrer Beachtung und Nichtbeachtung im Leben zu erwägen, und auch in Gottes Wort Gottes Weisheü'machdenttnö W sölgenwie wir in Gottes Werk MSZ AUdöNkeN UNS bestreben; aus daß auch durch Gottes Wort unser Geist erleuchtet werde zu immer klarerer Einsicht in Bedeutung der Welt und unseres Lebens in ihr, und unser Herz freudig erweitert werde, mit immer seligerer Freude und immer fmhiQßm Gßligksit an Gstt mb [idum Wort zu hangen und vor allem Der Erfüllung seines Wortes im Leben zu leben: wie es heißt: WMM Miss WS WSr. WeM Säs tzerz-. Gebot Gottes ist klar, erleuchtet die Augen. Zu einem solchen Nachdenken über Gottes Gebote werden wir uns aber bei solchen Geboten ganz besonders aufgefordert finden, deren, größtenteils ausgesprochener, oder dock aus Aussprüchen 3U O |j ).) .... «4t«) «««»>» 4CCt»|'j»C«tCt)0tt (jct erschließender Zweck eben das Erwecken bestimmter Gedankenreihen mit beabsichtigt, bei solchen nämlich, die uns in eine gewisse Art der Tätigkeit zu versetzen vorschreiben, auf daß bestimmte WWW DaDurtö ifpn luiflruff M» Wir werden da uns ausgefordert fühlen, die Beziehung aufzusuchen, in der der angeordnete Ausdruck zu dem auszudrückenden Gedanken stehe, und ebenso die Wahrheit rn rhrsrn ganzen Urnnnl in allen ifjren xfeigen ^urchgu^enten und zu beherzigen. Es find dies besonders diejenigen Gebote, die wir unter dem Begriff „Edauß" zusammenordnen zu können glaubten. Ja, bei diesen Geboten dürste ein solches tiefere Eindringen in Bedeutung und ^u^arninenhan^ des Gebotes in allen seinen Tellen wesentliches Erfordernis fein und nicht bedeutungslosen Beitrag zu ihrer Erfüllung bringen, die, ihrer wesentlichen Natur zufolge, Nachdenken, und zwar Nachdenken in be- LsMkMkkisM Mit Allings, UZ Dsi den übrigen Gesetzestellen minder hervortritt." (Jbid. S. VI und VII). Wir haben dieses letzte Zitat in voller Ausführlichkeit wiedergegeben. Denn vielleicht wird dasselbe den Schskwer dxx „MsHMttM" M Erkenntnis der llm'ichtigksit bringen, bti ln feiner Behauptung liegt, daß heutzutage Hirsch selber „uns der Weisen Wort in Erinnerung rufen würde: fparm ja tö’ia r>8 ip’mri' was nach unserem Autor, aber — und dies sei schon im vmtimn Mmwtt — suchttusnschihrn, heißt: „Lernet Mischnah, Gemoro und Poskim! All das übrige ist überflüssig, wo nicht sogar sündhaft!" Nein! Der Hirsch, der obige Zeilen nieder- MAMkn MS 88kM MD kurz vvr seinem Mschöldött, itt der Metten Ausgabe, nichts zu ändern fand, der würde auch heutzutage den zitierten Ausspruch nicht dazu mißbrauchen, um mit der Unterlegung eines falschen Sinnes unter denselben, die Knebelung der „ g e i st i g e n " Erfassung tim gllttlWn GOM iinQfmn ton unfißöiflgt geforderten praktischen Ausübung als ein notwendiges Erfordernis für die Gegenwart zu proklamieren; die Unterdrückung der „geistigen" Erfassung, welche eben nach der zitierten Chaurew- Stelle bei ernern bedeutenden! Teile der göttlichen Gewebe „wesenstrches Erfvrhernls" unlr „nicht bedeutungsloser Beitrag" zu ihrer Erfüllung ist. - Der Meister hätte aber den angeführten Satz schon deswegen uns nicht in dem Sinne, wie er in errvä^ntern Artikel auf^efa^t rvird^ ^^^krusen^ well derselbe eben zufolge seiner „Vertiefung und Versenkung in die Quellen", die doch auch die „Hirsch-Lektüre" so stark empfiehlt, allzugut gewußt hat, daß der angezogene Satz nicht im entferntesten das besagt, was unser Artikel hineinznlegen wünscht. Zu unserer größten Freude fanden wir die Auffassung des Meisters selber über die Bedeutung des Satzes: jran p aa^ja waa* Dieselbe befindet sich in den Ges. Schrift. VI, S. 257, wo es unter anderem heißt: „ ... so tief war man von der Ueb.erzeugnng durchdrungen, daß aber vhnc »äaatO feine Binny", dntz der Reslerion die Erkenntnis des faktisch Gegebenen, die Aufnahme des Tatsächlichen der Welt und Wissenschaft in möglichster Vollständigkeit vorangehen müsse. Eine Reflexion, die nicht diese Basis des voll- Wnlligßn Matßrialßn zur NvrauLsßtzMg hat, me Spekulation mit geschlossenem Auge und Ohr, hielten sie für verfrüht und von Unheil bringender Unreife. „HalteteureSöhne zurück von verfrühter unreifer Reflexion, und seßt sie erst auf den Schoß der. 29. September 192? Wie wir sehen, rvrll nach Auffassung Hirs^ ^ie^e @yie nur Las jagen, was die Im llu anderen Stellen mit den Worten ausfpricht noft um Vi'8 nmft Wie fernab liegt aber hiernach von dem wahren Sinne dieses Satzeg der Gedanke, den ihm unsere „Hirsch-Lektüre" srrWSMMi Auch bitten wir die Auffassung des und des 2pv' pp zu dieser Stelle in N"2»in nachzulesen. (Fortsetzung folgt.) Korrespondenzen e t s eii eine den ZkLiegeN^N?¥" folg der Studien sichernde Mahnung." Wahl des Präsidiums der neuen Repräfenkankenverfammlung. Berlin, 29. Sept. Die Rrpräsentantenversammlung hat sich nun endlich konstituiert. Auf Grund einer Blockbildung zwischen der 3il8!s^tt!llü!ks^>ariei, &er üßiileiparlei und ten konservativen wurde entgegen dem Einspruch der Liberalen, die als stärkste Partei auf den Vorsitz Anspruch erhoben, Geheimrat Dr. Julius Stern (Mittelpartei) mit 11 Stimmen zum Vorsitzenden, alsdann Rechtsanwalt Dr. Al- KA (SoifiDQrtüi) Md Mlltttz A. Lssb (ksnsrWL. tio) zu stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Die 10 liberalen Stimmen wurden für den bisherigen Vorsitzenden Rechtsanwalt Heinrich Stern abgegeben. Das Schächtverbot irn 3^hüri«^oi: Landtag adgelehM. Gera, 23. Sept. Am letzten Sonnabend kam im Thüringer Landtage die Schächtfrage zur Verhandlung. Der Berichterstatter des Ausschusses v. Bassewitz führte am Mg in Mk MutMzichuNI 8tz8L ssspsiZr bung der Verein der Tier- und Menschenfreunde Jena und mit ihm zahlreiche Tierärzte und Tierfreunde eine Tierquälerei erblicken, die nach ihrer Ansicht nicht weiter geduldet werden dürfe. Da nach Artikel 135 der Reichsv-erfaffung ungestörte Religionsausüburtg gsrvährlsistst [ei{ «nt tem Ser nehmen siqsh tzi? «uch in den anderen deutschen Ländern erörtert werden würde, empfahl er eine positive Stellung zu dieser Frage noch nicht einzunehmen, sondern das Gesuch des Tierschutzvereins der Regierung lediglich informatorisch weiterzugsbert. In der Aussprüche meldete sich der einzige im Hause anwesende Vertreter der Nationalsozialisten und beantragte ohne jede Begründung, dem Gesuch des Tierschutzvereins vollinhaltlich zu entsprechen und das Schächten zu verbieten. Auf die Zurufe der Linken: „Welche Be- §ifi mn SMffiitrr. MMg Wim- Daraus beaulragte Dr. Kreß, das Gesuch durch lledergang zur Tagesordnung zu erledigen. Dieser Antrag wurde mit den Stimmen der Rechten gegen SPD. und KPD. abgelehnt. Demokraten und Sparer enthielten sich der Stimme. Auch der Antrag Marsch- IHl! «MUte ötzzälehrti, iin^v äiüar inil dorr @Hmmen SPD., KPD., Demokraten und Sparer, gegen Landbund, Deutschnationale und den einen Nationalsozialisten bei Stimmenthaltung der Deutschen Volkspartei und der Wirtschaftspartei. Angenommen wurde der Antrag des Ausschusses, das Gesuch der R-egierung zur Kenututsnahttte ursitsrgugr^km Fürsorge-Verein für israelitische Nerven- und Geisteskranke e. V. A s ch a f f e n b u r g . 23. Sept. |JrÜJ!fÄ5?0-e5Jei?et« s ir i s rae i i ii | ® Nerven- und Geisteskranke, der die in der staatlichen Heil- und Pflegeanstalt Lohr a. M. untergebrachten jüdischen Kranken mit ritueller Kost versorgt, versendet anläßlich der Feiertage einen . Aufruf, worin er um tatkräftige Nnterstützuitg ferner Arbeit bittet. hat m\ ösm Geltintze Der Anstull in Lohr ein eigenes Küchengebäude mit Verwalierwohnung