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Der Israelit · 1927-09-23 · Heft 38 (23.9.1927) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 38 (23.9.1927)
Date
1927-09-23
Page
– (sequence 7)
Language
German
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23. September 1927__ , her von ber Verfassung garantierten Freiheit der religiösen Ueberzeügung in stllnBö. Das Gerücht von dem Verbot ist dadurch entstandendaß die polnischen Rabbinate den Uebertrittswilligen fast unüberwindliche Schwierigkeiten entgegenstellen und sie sehr auf Herz und Nieren prüfen. Oft kommt es vor, dllß üflS Don Heber-trittsmrlligen ge- Deten wird, daß füe sie beim Nübbinut zugunsten ihrer- Aufnahme in die jüdische Gemeinschaft interveniert wird. Der ZvsaivMllMg m in -er Tschechoslowakei. Prag, 15. September. Das Schulministerium hat dieser Tage die Statuten -des Obersten Rates der jüdischen Kultusgemeinden in Äöljsiissi/ Mähren und Schlesien genehmigt. Dress Zentralkorporation, die drei Kultusgemeindeverbünbe m Böhmen umfassen wird (Kultusgemeinde von Groß- Prag und die deutschen und tschechischen Kultusgemeinden in Böhmen), den Verband der Kultusgemeinden in Mähren und bim schlesischen Verband, wird eine Arbsitsgvmeinschnst für sämige reUgws-kllltlMllM FklWN darstellen sowie eine Stelle, die beim Verkehr mit den Zentralämtern in gemeinsamen Fragen einheitlich Vorgehen wird. (I. T. A.) Vulgaris». Maßnahmen gegen die antijüdifche Hetze in Bulgarien. Sofia, 15. Sept. Die antisemitische Hetze in Bulgarien nimmt wieder überhanl». sie LrMWW ,MM MW" M M gleichnamiges Organ machen sich die Argumente der deutschen Hakenkreuzler zu eigen; Auszüge aus den „Protokollen der Weifen von Zion" werden stark verbreitet und die Juden für alles Unglück, das Bulgarien Mrofflßll tat vMIllMMH Wcrnderredner werden in die Dörfer geschickt, um die Bausmschaft auszuhetzen. In Sofia selbst werden Plakate asfichiert, in denen die Bevölkerung zum Boykott der Juden aufgefordert wird. Die. Polizei entfernte diese Proklamationen. Tatar-Bazardjik ist das Zentrum der antisemitischen 5000. M DWerMMMiW JtF Umgebung mirb mH BracchialgewM daran gehindert, ihre Produkte UN Juden zu verkaufen: die Bauern werden aufgefordert, Geldschulden an Juden nicht zu bezahlen. In manchen Dörfern werden die Juden tätlich angegriffen und aufgefordert. das Dorf zu verlassen. In Sofia selbst drangen V9T einigen T^LN 20 MtgllMr M „Hfl Zk®° tita" in das Cafshaus des Samuel Peretz ein und provozierten eine wüste Schlägerei. Auch im jüdischen Mertel von Philipoppel kam es zu schweren Ausschreitungen gegen Juden, wobei mehrere Juden Verletzungen erlitten. Unter der SuWM VMMM hfli-kW ÜM Diljf Vorkommnisse ungeheure Empörung. Das in Philippopel erscheinende Journal „Borba" teilt mit, Laß die Polizei Maßnahmen zur Verhinderung weiterer antijüdischer Exzesse trifft. Das Generalkonsistorium der bulgarischjübipfpen Gemeinden Hut bei den zuständigen Behörden inierdön'tsl't. Ern Telegramm aus Plowdiw, unweit der türkischen Grenze, meldet, daß dort pogromartige Ausschreitungen gegen die Juden vorgekommen seien. Schwerverletzt wurden sechs.Juden. Es herrscht furchtbare Panik. OlercmfUAer &£ WZvSML JMF Dtß sllUWM -jMtzn« Zachtita". (ITA.) Httgltttti. De« ftampf gsgsn den Antisemitismus Moskau, 14. September. Die letzte Nummer der sehr verbreiteten Jugendzeitschrift „Komsomolskaja Prawda" ist ganz dem Kampf Der Israelit gegen den Antisemitismus unter der russischen Jugend QCIDiÖnMl Mi Mfiätzen vertreten sind der Vizevorsitzende des Zentralexekutivkomitsss I. Sarin, der Vorsitzende' von Komzet P. Smidowitsch, der Volkskommissar Semasthko u. a. m. L a r i n gibt einen Ueberblick über die Läge der Juden in dem einstigen Rußland, schildert eingehend hie $eim!<fiun^?M Ms Zarismus gegen Die jMM? Bevölkerung und weist aus die Identität von Antisemitismus und Reaktion hin. Cr stellt fest, daß es bisher nicht gelungen ist, den Antisemitismus in Rußland zu entwurzeln. Er weist die Wesenlosigkeit und Lügenhaftigkeit der antisemitischen Argumente nach und stellt f;[t, js| w SMAlWchb MMM WW» listen in der gleichen Weise vorgeht wie gegen den nichtjüdischen, und den jüdischen Arbeiter genau so stützt wie den Nrchtjuden. Wenn man jetzt dem armen Juden Boden zur Ansiedlüng gibt, so darf nicht vergessen tOfllDSHj man pi>i|<f»en Gutsbesitzern nicht rvsnkgsr als zwei Millionen Desjatin Boden meggenommm öar. Den armen Juden wurden aber bisher nur 400000 Desjatin Boden — nicht immer vom. besten — zugeteilt. Er schließt, daß der Kampf gegen den Antisemitismus im Interesse ber Erhaltung der Kampffähigkeit Rußlands geboten {st Die Zeitschrift enthält eine Reihe anderer, dem Kampf gegen den Antisemitismus gewidmeter Aufsätze von angesehenen sowjetrussischen Führern und Schriftstellern. Sehwsi;. Konstituierung des neuen zionistischen Aktionskomitees. Basel, 12. September. Das omi Um 10. ZWWMrlMß neugernükstte Aktionskomitee hat in Basel feine erste Sitzung abgehalten, in der das Präsidium gewählt worben ist. Leo Motzkin wurde zum Präsidenten wiedergewählt. Zu Vizepräsidenten wurden gewählt Dr. Stephen S. Wise, ^ssisihef'Utierter Farbstein (Mrsrachi), Kaplansky (Poülö Zion) und EprinM (Matzduth). Das Aktionskomitee nahm ferner die Wiederwahl der abtretenden Mitglieder des Direktorenrates des Jüdischen Nationalfonds (Keren Kajemeth) M. M. Ufsifchkin, Wrlkansky und Rabbi Meier Berlin vor. Tagung des liberalen Weltkuratoriums in London. ürrrösn. 16. WUemver. Das Kuratorium des Weltverbandes des liberalen Judentums (World Union for Progressive Judaism), welches von der im Juli 1926 in London abgehaltenen internationalen Konferenz des liberalen Judentums mit der Organisierung des liberalen Juden- Wi!n «den Bsr« Wsli ßetrout morücn ist hält gegenwärtig in London eine Tagung ab. Auch Deutschland ist mit Professor Dr. Elbogen, Rabbiner Dr. Seligmann, - Heinrich Stern und Bruno Woyda vertreten. Cs wurde auf Wunsch der Deutschen beschlossen, die nächste internationale Konferenz des liberalen Judentums Ende August 1838 in SsfUtt «bgrch-rlien. SU Konferenz berät auch über eine Kundgebung des liberalen Judentums, in der die Grundprinzipien des religiösen Liberalismus und dessen Ethik dargelegt werden sollen. (Neue Richtlinien?) Türkei. Antijüdische Propaganda in der Türkei. Konstantinopel, 4. September. Die Ermordung ber jungen Jüdin Elsa Niege durch einen nngfftfjfntn Türken Attkß KU einer Verschärfung der Beziehungen zwischen der türkischen und.der jüdischen Gesellschaft in Konstantinopel. Der Protest der Juden, der sich in einer Massenbetei- _ Nr. 38 Sette 7 ligung an dem Begräbnis des Opfers der Liebesraferei eines Türken kundtat. wurde von den türkischen Nationalisten als m stttitükkW uimDnTtratiDn «MW- Die türkische Presse leitete einen Feldzug gegen das jüdische Element ein, der schon oft zu antijüdischen Kundgebungen Anlaß gab. In Smyrna, wo mehr als 25 000 Juden leben, kam es zu einer umfangreichen antijübijd^en Kundgebung. An Gebäuden jüdischer Jnsmutionen und Geschäfte luuvösn Schützergerissen, die türkische Jugend durchzog die Straßen der Stadt und forderte die Bevölkerung auf, gegen die Juden vorzugehen, Eine in Smyrna abgehaltene Konferenz von '600 türkischen Lehrern übersandte der Regierung einen -Protest gegen das angeblich antipatriotische Verhalten der Juden. Inzwischen begann am Mittwoch, den 7. September vor dem Konstantinopeler Gerecht die Verhandlung gegen 10 angesehene jüdische Bürger Konstantinopels, die an dem Begräbnis der ermordeten, jungen Jüdin teilgeumm tittä Mößi mrä) Mk;;&as WsttatM" r schmäht haben sollen. Nach dem türkischen Gesetz bedeutet dies Landesverrat. Die Nationalversammlung in Angora hatte dem Staatsanwalt die Autorisation zur Erhebung der Anklage gegeben. Die Angeklagten verbraDikll Die MM gm in Die bis jetzt nur gegen Griechen und Armenier be, stehende Vorschrift, daß zur Reise in das Innere der Türkei eine besondere Erlaubnis einzuholen sei, wurde soeben auch auf die Juden ausgedehnt. Dies hat unter den türkischen Juden, die sich bis jetzt als vollberechtigte Bürger ber Türkei betrachteten. Bestürzung Und Empörung hervorgerusen. Das Memorandum der Sabbalfreunde §n palapfL \ Jerusalem,. 9. September. Das vom Vereine zum Schutze des Sabbat in Jerusalem an den B aeler Kongreß gesandte Memorandum, mit der Bitte an Rabbi Meier Min. m im Wnum g« Presen, enthält folgende charakteristische Sätze: „Visbe Brüder! Ihr versammelt euch heute, um Euch, dem jüdischen Volke und der Welt Rechenschaft abzulegen über Eure Arbeit in und für Erez Jisroel. Aus tiefster Liebe heraus müssen wir euch den bitteren Schmerz der mWinmflWm JMWit gum bringen ob der vielen Mißstände bei der Arbeit, die düS jüdische Herz schwer bedrücken müssen. Es ist bekannt, wie die Enlweihung von Sabbat und Feiertagen in gewissen nationalen Gruppen und gewissen Teilen des Landes eingenffen hat durch Fußballspiel, Spazierfahrten usw. bn mied rsMich anMnöllA WW veri wendet, ohne daß wir bis heute eine Möglichkeit hatten, dagegen etwas auszurichten. Während der Wiener Hakoah in Amerika auf die Sportveranstaltungen am Sabbat verzichtete, erachten es die Sportvereine im hrrägen Lande nicht für nötig, in ähnlicher Weise auf U Ea^«i zu nöhMNi unD Orino«n Dur® ihre Spik-l? Tausende zur öffentlichen Sabbatschöndung. In Emek wurde in einer Niederlassung das heilige Fest der Gesetzgebung am Sinai zu einem neuen Volksfeste mit religionsverletzenden Bräuchen gemacht. Wenn bev Kongreß basu fchnrsigt. so ist er mitschuldig Utld veranlwoiMch vor dem Forum Ut BIHl Kongreßteilnehmer, ob Misrachist oder allgemeiner Zionist, haben die heilige Pflicht, in die Bresche zu treten und mindestens dafür zu sorgen, daß die von nationalen Geldern erhaltenen Gruppen und Institutionen unsere DciliQiümtr in MM YW?N." Unterzeichnet ist „Das Zsntmlkomlwö m Misch, mereth Haschabbos in Erez Jisroel". Handel und Aufbau.! Jerusalem, 12. September. Dis Hfiaioruna Minnas Bat imt sm sng?m?«f G u t einen Vertrag über GelänbefilätstökUttA SM Jaffaer Hafen abgeschlossen. Sobald die Planierung fertig ist, wird Mit der Errichtung von Lager- „der“ Staubsauger und eiektr. Bohner OPERNPLATZ 10

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