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Der Israelit · 1927-09-23 · Heft 38 (23.9.1927) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 38 (23.9.1927)
Date
1927-09-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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'v/;r Seite 6 Nr. 38 Der Israeli! 23 September 1927 Lezucdsü Sie unsere » » MÖBEL SONDER-AUSSTELLUNG KiffipleUe 2immer-EinrIcklun^en Einzel-Möbel große PREIS-REDUKTION 117! & Co. G. m. b H. Ausstellungs-Lokal: Neue Mainzerstraße 56-58. P= Kiwi Einrichtung, wozu namentlich große Jsolierpavillons und die eigene Desinfektionsanstalt gehört, vorbeugend gewirkt und hat sich damit ein Verdienst erworben, das nicht nur im Heilgen Lande empfunden wird, sondern «uch??n MsMS?li BAAlN) öft kJ im Lauft Dtr Jahrzehnte besichtigt haben — und wer war in Jerusalem und hat „Schaare Zedek" nicht besucht — rühmlichst anerkannt wurde. Das „Schaare Zedek" hat in den schweren Kriegsjahren, abgeschnitten von den Zentren, die es sonst stützten, wahre Wunder geleistet. Um so betrübender ist es, daß eine Anstalt von diesem Ausmaß segensvoller Wirksamkeit schwer zu kämpfen hat. Wir hoffen daher, daß der Appell, den die Verwaltung jetzt an weite Kreise richtet, überall durch kräftige Spenden Erfolg hat. Tagung des Ständigen Ausschusses des Preußischen Landesverbandes. Berlin, 19. Sept. Am Sonntag den 18. September trat der Ständige Ausschuß des Preußischen Landesverbandes jüdischer Ge» nreinben g» Reralung zusammen. Cs lag eine Reihe von Anträgen zu dem Reichsschulgesetzentwurf vor, die in eingehender Debatte erledigt wurden. Es wurde sodann die Frage der Schaffung einer jüdischen pädagogischen Akademie erörtert, sowie das Problem der Lehrerausbildung überhaupt. Auf der Tagesordnung standen ferner &U N?ge!«ng hssp Achter- und ^ultusbcamtcngchültcr und Fragen über den Stand der Reichsorganisation der deutschen Juden. Außerdem wurde nach einem eingehenden Bericht von Dr. Freund über die bisherigen Arbeiten des Rates seit der Tagung der Landesversammlung eine Reihe von schwebenden -Fragen erörtert, ^ervor^e^oben sei u. a. eine Aussprache über ein in Preußen in Aussicht stehendes Schulpflichtgesetz. Zu diesem Schulpflichtgesetz hat die Fraktion der Jüdischen Volkspartei den Antrag gestellt, es möge bei der bevorstehenden gesetzlichen Regelung dafür Sorge getragen werden, daß der Schulzwang auch auf jüdisch« Ansländerkinder seine A n w e n d u n g s i n v e. Weiter hat die Jüdische Volkspartei die Frage der Errichtung der Bezirksrabbinate angeschnitten. Seitens der liberalen Fraktion ist die interessante Frage zur Entscheidung gestellt worden, ob der Landesverband nicht in der Frage der Abfindung der [hf AöklWuWglMli, Deren Mlnirikm torische Behandlung bevorsteht, Stellung nehmen soll; ferner die Frage, in welcher Weise der Rat dem Beschluß des vorletzten Verbandstages zur Einbürgerungsfrage Folge gegeben hat. Von den Mitgliedern des Rates waren anwesend: 2er Sßorjtijertke ^<rmrrisrg«r!chtsr«t p 1|| j vertretenden Vorsitzenden Rechtsanwalt Dr. Klee und Dr. Galewski, außerdem Herr Dr. Freund und Prof. Türk. Die Redner der einzelnen Fraktionen, die und ist WM eigener Kehillodie Wünsche des Ständigen Ausschusses und die Anträge Haupt leben, zu einer Kehillo organisierte. Sie ervertraten, waren für die liberale Fraktion Nechtsanrvalb hielt den Namen Adas Jisroel 2r, 9S x e s {fl u e r, für die Fraktion der Jüdischen Volks» Partei Dr. Sandler, für die konservative Fraktion Rechtsanwalt Horowitz. Von poale-zionistifcher Seite wurde durch Herrn Alfred Berger ganz besonders auf die Schwierigkeit der sozialen jüdischen Organisationen Angewiesen, die s?lM?ssriMlW gm MM ihre Büros geschlossen halten, durch die bevorstehende Gesetzgebung aber gezwungen sind, auch am Sonntag völlig geschlossen zu halten, so daß durch zwei Tage vollkommenen Stillstandes die gesamte soziale Arbeit gefährdet wird. Er bat dringend um Abhilfe. Der Sitzung lag •ein jc^riplidpr Bericht Übe^ jjj Jjj== tigkeit der Subventionskommission aus der Zeit von 1. Oktober 1926 bis IS. September 1927 vor, sowie ein Bericht über die ins Leben gerufene Schächterschule. D!e nun^ des jübijdjeti GetftliHeff, Königsberg, 16. September. Der Landesverband Ostpreußen des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten teilt mit: „Das Festprogramm für die Einweihung des Tannenberg-Nationaldsnkmals sah nebeneinander die Anfpv«4jen eines evangelischen, eines katholischen und eines jüdischen Geistlichen, die alle drei im Kriege Feldgeistliche gewesen sind, vor. Nachträglich sah sich der Denkmalsausschuß veranlaßt, den jüdischen Geistlichen von dem allgemeinen Weiheakt auszuschließen und ihn erst im Denkmalsinnern zu Worte kommen zu lassen. Danni[[)in har W in Aussicht WMWttö Mische Geistliche seine Mitwirkung bei der Feier abgelehnt. Zugleich hat der Reichsbund jüdischer Frontscldaten seine Beteiligung rückgängig gemacht." Aus einer zweiten Erklärung des Landesverbandes un* ffi MlWUlMZ WWl WM soldaten erfährt man, daß als rabbinifcher Redner Rabbiner Dr. L e w i n (Königsberg), der während des Krieges als Feldrabbiner tätig war, vorgesehen war. Der Text der Ansprache des Rabbiners ist in üblicher W-siss dem Tcruusnberg-Derrkinalscrusschu^ oovtjev eingereicht worden und nndeaniworM geblieben. Zu aller Erstaunen wurde dann an den Rabbiner das Ansinnen gestellt, auf die Teilnahme und Ansprache am Feldgottesdienst zu verzichten und ihm freigestellt, a:r anderer Stelle im späteren Verlauf der Feier die Ansprache zu halten. (Siehe Wochenrundfchnu ) Namen lag ihr Programm .und ihr charakter. Volle Unabhängigkeit von der Kultusgemeinde konnte und kann heute noch die Adas Jisroel nach österreichischem Gesetz nicht erlangen. Gleichwohl ist die Schiffschul eine eigene Gemeinde mit allen Attri- Duten eim ftlMMgöü KMllo, ülisMbLut lM ßicheni, auf den drei Grundpfeilern: Thora, Awodah und Gemillus chassodim. Diese Entwicklung ist anerkanntes Ergebnis der Erziehungs- und Belehrungsarbet von Rabbi Jefaia Fürst. Die Hauptsorge des Rabbi gehört dem Thora st udium und sein Werk ist es in erster W gjg ggffoDie TSor-llschulö lPö ffm liche Ausgestaltung erhielt. Durch Vereine und Schiurim ist jungen Leuten Gelegenheit zum Thorastudium reichlich geboten, und allen religiösen Bedürfnissen, kann in der Adas von Gemeindewegen Genüge geleistet werden. Erleichtert wird die ^usnmrneuarbeit v^>g Rabbiner, Vorstand und den anderen Instanzen durch die große Verehrung und Beliebtheit, deren sich der Rabbi in allen Kreisen erfreut. Mit dem hohen Respekte vor seiner tiefen Gelehrsamkeit verbindet sich die Wertschätzung seines milden, liebsvollsu Wsssus und fßiflßP VSMchUE IsnEartz ble sich. in Frömmigkeit, Demut und Anspruchslosigkeit kundgibt. Seine Wünsche und Ansprüche betreffen' nie seine eigene Person, sondern gehören seiner Gemeinde und der jüdischen Gemeinschaft. Wie er der Selbständigkeit seiner Gemeinde dient, so ist er treuer Verfechter der selbständigen Ortho- Wt uliö als solcher fiifpnD mittätig M w üzsMg aller geistigen Fragen der Agudas Jisroel. Er ist Mitglied des Rabbinischen Rates wie des G. A. der Agudas Jisroel. Mögen dem noch jugendlichen Greis weitere lange Jahre des frischen Schaffens vergönnt sein, zum Sogen für seine Gemeinde und die TdjÜgttjschott »-»57* Die Wiener Morgenzeitung". Wien, 19. Sept. Die „Wiener Morgenzeitung", die einzige jüdische iQOßöiettimg in -suWiil &p. temöer als Tageszeitung zu erscheinen aufgehört. Sie wird als Wochenschrift weiter ersechinen und, wie bisher, für die zionistische Idee wirken. 4?elcnj Dreihigjähriges Rabhinerjubiläum in der Schiffschul. Wien, 11. ßojitßmM Am vergangenen Sabbat rrrn -g waren C3 volle Lrci Jahrzehnte, seitdem unser hochverehrter Rabbi Jcsaia Fürst seine rabbinische Wirksamkeit in der Echifsschul antrat. Diese dreißig Jahre waren Jahre des unablässigen Schaffens und Werdens, deren Erfolg der kj^sigs MüL SLF Miffslijül ml an m MziM Jahren des vorigen Jahrhunderts waren es nur einige wenige Männer, die, um Rabbi Salomon Spitzer gesammelt, bemüht waren, in der religiösen Wüste, zu der das jüdische Wien in der Blütezeit der Reform geworden war, eine jüdische Oase zu schaffen, in welcher öefonöflrß, Diß uui Lsn hudim ihre geistige Heimat und jüdische Bodenständigkeit finden konnten. Rach dessen Heimgang fiel die Wahl auf den damaligen Rabbiner der jungen orthodoxen Gemeinde E p e r j e s, des Schülers des Ksaw- und Schewst Sofer, dessen 9lam< damals jc^ou von $wtem Klange war. Leicht war Me Ausgabe llötz iungöil Rabbiners, das Erbe des großen Rabvi Spitzer zu wahren und zu mehren, nicht. Die Verhältnisse drängten dahin, daß sich die Schiffschul, wollte sie über- E!n Internationales Agunoth-Büro. Warschau, 19. Sept. In einer Versammlung des polnischen Rabbineroerbandcs wurde beschlossen, in Warschau ein internationales -üru für (ätgünotDi SDefroMü, öertn Männrr im Kriege, auf Ueberfeefahrten llsw. verschollen sind) zu begründen. Das Büro soll sich hauptsächlich mit der Ausfindigmachung — bezw. Erkundung des Todes — der verschollenen Männer befassen, um den verlassenen Frauen durch die Herbeiführung einer Scheidung, be^io. Toterkliirung Ms MM MI Wlwkrvkl' heiratung zu ermöglichen. Der amerikanische Orthodoxe Rabbinerverband hat für Zwecke des Büros die Uebersendung von 8000 Dollar angekündigt. Allein in Polen leben mehr als 10 000 Agunoth . Ksltt giim bei ^ubeulmns. Warschau, 20. Sept. Bon amtlicher polnischer Seite wird mitgeteilt, daß die von verschiedenen Zeitungen gebrachte Mitteilung, es sei den Rabbinaten in Polen im Wege eines ZirkutarS verboten wysdfg, HWDN Ms zum EDrWNttllN UbörgöllMMö Juösn i» diö jüdische Gemeinschaft ausgunehmen, den Tatsachen nicht entspricht. Ein solches Verbot — auch wenn das katholische Konsistorium es verlangt hätte — könnte nicht erlassen werden, da es mit S^köholaclje, vr<jdinßru MAUXION

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