Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 38 (23.9.1927)
- Date
- 1927-09-23
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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.rxr'i (Sette 8 Nr. 38 D S? S L k L L l l 23. September 1827 Häusern und anderen Hafengebäuden begonnen werden. «Die Arbeiten für die Erweiterung und den. Ausbau des Hafens selbst werden in diesen Tagen begonnen. , Auf Anordnung der Regierungsingenieure wurden in Hebron 189 durch das Erdbeben baufällig gervortzsne Häuser a b g e tragen^ 752 weiter^ Gebäude sollen repariert werden. Der Gesamtschaden in Hebron beträgt rund 200 000 ägypt. Pfund. Der Stadtrat von Jerusalem ordnete die Abtragung mehrerer durch das Erdbeben baufällig gewordener Gebäude, die in Verkehrszentren liegen und Passanten gerid? redest lLlllM ÖH: Unter dem Vorsitz des Chefsekretärs der Palästina- Regierung, Kolonel Symes, tagten in. Jerusalem die . Handelskammern Palästinas. 17 Vertreter der Jerusalemer Handelskammer, sowie der jüdischen und der arabischen Handelskammern in Jaffa, und Haifa waren öWiZttsnen. Sie {Ä«g|?fHng verrieten. Erörtert wurden die Stempelordnung, die Zollpolitik der Regierung, die Zolloerhältniste gegenüber Syrien, Eisenbahntarise usw. Die von der Regierung geplante Gründung einer Emissionsbank war ebenfalls 'Gegenstand der Erörterung. Die Regierungsvertreter versicherten, daß di. „o„ t.™ gWmn L«. regungen von der Regierung in Betracht gezogen werden würden. Austrittsbewegung und orthodoxe Linhetts- Eite; 3iscoel. Jerusalem, 15. Sept. Dei unter Führung der Rabbinen Frank und Bernstein stehende Austrittsbewegung macht erfreuliche Fortschritte. Es haben bereits mehr als 1200 der angesehensten tsie^önlic^keiten flHf gttkst gkfkUMkllkst jfKlf sen Jerusalems, insbesondere Rabbinen, Thoragelehrte, Vorsteher von Kolalim und Anstalten — außerhalb des Waad hoir afchkenasi — unterschriftlich erklärt, daß sie den Austritt aus der Waad Leumi-Gemeinde vollziehen werden und sich zu einer orthodoxen Kongregation unter dem Namen „Adaß Jisroel" zusammenfinden. In einer am Loanöramg mm MHe [Uia4«u?n fammlung in der Jeschiwa Mea Schearim, an der sich mehr als tausend Personen beteiligten, sprachen die Herren Rabbiner Hurwitz, Minzberg und Herr S Lenke witz über die Pflicht des Austritts aus dem Waad Leumi. LWerer teritfjtotö fl&w &is Utttzchrnblun^n zur Herstellung einer orthodoxen Einheitsgemeinde mit dem Waad Hair Afchkenasi und den s e f a rdifchen Gemeinden. Strittig ist eigentlich nur noch der Name der zu bildenden Einheitsgemeinde, da der Waad Hair Afchkenasi auf feinen durch Iralnlllm geheiligten Namen nicht gern verzichten will. Dagegen besteht Uebereinstimmung aus allen Seiten, daß die Leitung der neuen Gemeinde, sobald, der Kreis ihrer Mitglieder, die den Austritt aus dem Waad Leumi vollzogen haben, feststeht, durch allzerneine und WjffJg MWst MU gkllMll MMN MM. ffiaaü Haie Afchkenasi hat bereits anfangs Ellll ein warmes, zu brüderlicher Zusammenarbeit aufforderndes Sendschreiben an die Führer der „Adaß Jisroel" gerichtet, das im gleichen Geiste erwidert worden ist. Die sefardischen Gemeinden haben unter Vorsitz des Herrn ßcniobo eine große Versammlung zur Er- . V l|! orkrung der mit dem Gemeindegesetz zusammenhängenden Fragen abgehalten, in der ebenfalls starke Neigung zur Bildung einer selbständigen Kongregation zutage trat. Es wurde zunächst jedoch ein aus Juristen und Laien gebildeter Ausschuß geroä^lt^ der die dur^ ggg Gesetz entstehende Rechtslage nach allen Seiten prüfen foü. Beginn der produktiven Arbeitslosenfürsorge in Palästina. Jerusalem, 15. September. 3ll Ijfliffl litti tll?Etf>irtas wurb? ÖtS ÄuZr zahlung Der Arbeitslosenunterstützung eingestellt,' gleichzeitig wurde mit der Durchführung von Notstandsarbeiten zwecks Beschäftigung der Arbeitslosen begonnen. In Emek Jesreal und in Galiläa werden 260 Arbeiter im Baufach neu beschäftigt, im Kischontal sind 300 Arbeiter frei 55ratrtagear 6 eitert Beiter führen IN Nnritz und 100 AkbSitör in Nahala! Bewässerungsarbeiten durch. Die neueingestellten Arbeiter sind glücklich, nach so vielen Monaten der Arbeitslosigkeit endlich wieder tätig und nicht mehr von der Arbeitslosenunterstützung abhängig zu sein. . Aus GfM üneg Nkrlmges WWm DemlM^ Mt von Liberias und der Regierung sind jetzt 80 jüdische Arbeiter bei der Ausbesserung der Semakh-Landftraße beschäftigt. Mehrere jüdische Zimmerleute haben-mit der Regierung einen Vertrag über den Wiederaufbau von 60 durch das Erdbeben zerstörten Häusern in Nablus llWMsM. (L.T.A.) JULIUS SCHMIDT ANNONCEN - ANNAHME zu Originalprefeen ♦ Frankfurt am Main faangeilrais« 7 Telefon Hansa 4641 Postscheck-Konto Frankfurtmain 142 353 ♦ Einzige »>ser!!«en-anna(tn|8 föp Frankfurter GeschSfis-lnserate des »ISRAELIT« Annahme von Inseraten ror samtiiohq hieelga uns ssuwürllg? Tageszeitungen, Wochenu. Fachblätter JULIUS SCHMIDT ANNONCEN-ANNAHME zu originaipraigsH Kleines Feuilleton. Aus meinen SeikgskNnmrMMv. Von Lehrer JakobBlum in Jchenhaufen. Jom Kippur. .. Ich hatte während dieser Tage meine eigene kleine, aber aufregende Sorge. Alle icO anflifraat oD noch km iLMlitischex Feldgsttesdrenft für den Verföhnungstag angeordnet fei. Man hatte mir immer wieder versichert, es sei bisher kein Befehl hiezu ergangen. So war der Vorabend des ernsten Tages herangenaht. Ich bat auf der Kanzlei, man möge sich telephonisch beim Bataillon erkundigen. Auch das führte zu keinem Ergebnis. So ersuchte ich schließlich darum den nächsten Tag dienftfrd m UM unö m MM Wir? nrH Grundes auch sofort gewährt. Um die Zeit, da man sich zu Hause im Gotteshause sammelte, um in inbrünstigem Gebete Verzeihung und Vergebung von dem Richter der Welt zu erflehen, ging ich trauriger denn je in meinem Leben hinaus in den Garten, um fern von der Heimat und ihren Lieben, fern von allen Glaubensgenossen, einsamer denn je mich fühlend, diesen „furcht- M fjeinpn Lag" im «tte zu u\m. Rückwärts wanderten die Gedanken, weilten dort, wo jetzt wohl bange Herzen auch für den fernen Sohn im fremden Lande schlugen; die horchende Seele hörte wie aus fernen, vergessenen Zeiten altehrwürdige Melodien aus inbrünstigem Herzen zu dem himmlischen Vater emporströmen, fühlte sich hineinversetzt in die demütige kleine Gemeinde der Heimat, wo gemeinsam durchsns ans ififliif m« Dit Einstlnen Mir P einer großen Familie eint. Dann wieder weilten die Gedanken in jenem Gotteshaus, wo ich zum ersten Male als der Gemeinde Beauftragter die magischen Klänge des Kol nidrei, in welchen vieltausendjähriges Weh so seltsam rührend erzittert, Erschauernd — und doch im Hochgefühl einer errungenen Selbständigkeit vortragen durfte. '" Ich kann mich Nicht entsinnen, daß ich bis dahin im Felde jemals Tränen vergossen hätte. Doch an diesem ernsten Kriegsabend bezwang mich das traurige Verlassensein und inniger noch als sonst fühlte ich mich fast persönlich meinem Gotte verbunden, fühlte mich ihm so nahe und vertraute auf ihn wie nur ein Kind sich t>em Leiter ,,1111 eilt»» tm« HIMIliil Ich glaube, ich werde diesen Jom Kippur so leicht nicht vergessen. Die Dämmerung hüllte sachte die Natur ein; da und dort blinkte am blauen Himmel ein Sternlein auf in kalter, gefühlloser Pracht; meine tiefe Niedergeschlagenheit war einer demütigen Ergebung gewichen. Ich sprach das Schuldbekenntnis und erflehte Verzeihung für all die Sünden, die. ich wissentlich oder ohne Wissen verschuldet hatte. Da wurden wir plötzlich •alarmiert; in zehn Minuten müsse vre KvsNvgNie Mgrlcklc Wrsll feint So ’rajet) als möglich B&enörtfr ich mein bet; die Kameraden waren schon alle zum Appellplatz geeilt. Mit fliegenden Fingern schnürte ich mein Sturms gepäck. So schlecht und schnell hatte ich es noch nicht gepackt wie an diesem denkwürdigen Abend. Schnell hängte ich das Koppelzeug noch um, ergriff den Kara- Enner und JtßyjJt« Mst, Lik MlUM MM [tfjOIt bespannt. Sechs Gewehre mußten sofort tu Stellung, darunter auch die Bedienung, der ich angehörte. Heftiges, schweres Feuer rollte plötzlich an der Front. Der Engländer griff an. Schon wollte ich mit den Kameraden hinter den Gewehrwagen treten, da rief mir der Kompaniefeldwebel zu: „Bleiben Sie weg, Sie haben ja dienstfrei. Sie hätten doch gar nicht anzutreten brau- §mr M Bifftm WM HM ich Das Dante MM. den. — Andern Mittags tarn die Kompanie schon wieder zurück. Der Engländer hatte beim 2. Bataillon, das gerade in Stellung lag, eine gewaltsame Erkundung vorgenommen, aus beiden Seiten hatte es Tote und Verwundete gegeben, der Kampf war mit besonderer Erbitterung, mit Kolben und Bajonetten geführt worden.; Unsere Leute brauchten indes schon nicht' mehr einzugrei^en. Ich fastete schlecht. Die Gebete verrichtete ich im Garten, dankerfüllt gegen meinen Schöpfer, der mich davor bewahrt hatte, an diesem Tage kämpfen zu müssen- Als der Sternenhimmel in seiner stillen Pracht funkelte, ging ich fröhlichen Herzens in die Stube meines Quartierwirtes, um dort ein herrliches Mahl zu verzehren. Ich hatte noch eine Tafel Schokolade von zu Hnnfe uufge^en. Am rrnrhergehenvesj MM Wk es zwei Eier gegeben-, durch Tausch gegen eine Konservenbüchse aus erübrigtem „eisernen Bestand" erwarb ich noch zwei weitere dazu. Mein Wirt ließ sie an seinem Ofen zubereiten und verkaufte mir einige gebratene Kartoffeln. Kaffee hatte es zum Abendbrot an und für sich gegeben und ich ließ mir dieses frugale Mahl köstlich munden. den,, ein neues Pamphlet gegen die Juden sei nun von einem begabten Schweizer auffallenderweise losgelassen worden. Dem ist aber durchaus nicht so. Auf 257 'Seiten fetzt sich hier der Bergaster mit her Fu^llfräge, «>{? fre f/efonirersjeit der Liquidierung des Weltkrieges von judengegnerischier Seite marktschreierisch propagiert wird, scharf auseinander.; Loosli deckt schonungslos den ganzen Volksbetrug der Antisemiten und Hakenkreuzler auf. Er tut dies als Demokrat und Bürger der ältesten Republik der Welt. Denn er tzilM Dem MMW OMAN DU Zll: denhnsses die allergrößte Gefahr für den Bestand der bereits schwer errungenen Volkssreiheiten. Der Antisemitismus ist für Loosli der Speck, mit dem man die Mäuse (lies: Maste) fangen kann. Darum erzählt er uns schon, im ersten Kapitel von seinem kindlichen, anerzogenen Antisemitismus, von dem ihm schon als Kind angehängten Prädikat „Jude", nur weil er keinen Speck kUst fflOlftC. Loosli geht den Kriegsursachen gründlich nach. Er deckt ebenso logisch wie erbarmungslos ironisch die Fälschungen der Judenhasser und Verleumder auf. Die antisemitischen Blätter fürchten sich, das Buch, welches sie alle auch in Deutschland vom Verlag zugestellt bekommen haben, auch nur mit einem Wort zu erwähnlen . . . Das ist die beste Empfehlung für das Buch. Indessen müre es ein Srttimi MllMiiM. MM sMM ^siir p Asstmllatlvn dsk Juden. Woh! spricht er von trett Tugenden und auch Untugenden der Juden, die sich von denen der Arier nicht im gerignsten unterscheiden. Er sieht sie miteinander „jasten", „jagen", „Sport treiben" üsw. Damit meint Loosli aber die Akklimatisierung, nicht aber die Assimilation. Denn Loosli sagt es oft seinen Freunden, er achte nur den Juden, der es auch^ganz zu fein bett SJiui fyat iroij <xtler 23orur±eftc einer geblendeten üöell. Sr erlaut fiel) an ihrem erhabenen Monotheismus, an ihren Propheten und Kuitursörderern und Trägern. Ein herrliches Buch, das nicht nur dem Verfasser, das feinem ganzen freien Volke Ehre macht. Daß es den Denkfaulen und Geschäftsantisemiten Verlegenheit bereitet, ist nicht die Schuld des Verfassers . . . Vielen, ga.r vielen rnird es noch. bie Augen öffnen. s’ Mösstngök (58m). „Die schlimmen Juden." '' Wer den temperamentoollen bernischen Schriftsteller E. A. fioosK nidEjt nä^er kennt, öermag DieUeiÖjj aus ten ersten Blick bei der.Wahrnehmung des Titeis giau- *) Fr. 5.—. Pestalozzi - Fellenberg - Verlag, Bern, Schwarthorstraße.