Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 38 (23.9.1927)
- Date
- 1927-09-23
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2446951-2450442-2450480--74327-2531793- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Der Israelit Nr. 38 Seite 5?3 MtMM ’ß? Erneuern Sie sofort beim Postboten die Bestellung aut den „Israelit“ für den Monat Oktober! Wird dies versäumt, so tritt eine Unterbrechung der Zusendung ein, ohne daß wir ZMZr K®52$“i? davon erhalten. Verlag des Israelit G.m.b.H,, Frankfurt a.M. SRaaesssassati daran gesetzt, wie wenig haben wir erreicht! Wir denken der Menschen, die mit uns gelebt und gestrebt haben, um dann von uns zu gehen. lamm mupn fis fort! Wohl uns, wenn wir gelernt haben, uns zu fügen, wenn wir in allem und jedem.Gottes Güte erkennen, uns seiner Führung anvertrauen, als seine Untertanen, als seine Kinder uns fühlen! Denn Gott richtet uns in diesen Tagen wie der f)im im ZW: m$ m ZLW::, b?r wir ihm folgen, nach der Gefolgschaft, die wir ihm leisten als König, nach der Liebe, die wir dem Vater entgegenbringen. Denn er ist unser Vater, unser König, unser Hirte. Ncrbbi (Schimon ben fiafücf) aber sagt: l ' > " ,1 Rosch Haschono ziehen alle Erdbmger an chm vorbei wie die Stufen zum Tempel." Wir sind nicht bloß Objekte der göttlichen Waltung, wir sind auch Subjekte, in denen sich Gott verwirk-!,chm will. Mir sind Nicht uchllsi fflii B fidlem (Seift, -mit göttlichem 9BtIIen begabt. TOtr sollen vorwärts streben, aufwärts ftre&en, nie aufhören, die Schwingen zu regen, den Flug zu nehmen zu jenen Höhen des Geistes und der Seele, wo das Reich des Tierischen aushört, wo der Mensch seiner Gottesnähe und Gottebenbild- WÄ MMW fflifD. los Ist Der Wg, Din die Awaudo uns vorgezeichnet hat: Sieben Sprengungen nach unten, aber vor jeder einzelnen eine Sprengung nach oben, das heißt: Mit jedem Blick, mit dem wir tiefer eindringen ins Leben, sollen wir anknüpfen an das Eine, MMU in Ar 3)81)6, oaf Der pp Sf§; ear wir hienieden gehen, ein Aufstieg, jeder Fortschritt eine Stufe höher, jedes Ziel eine Station näher hinführe zu dem Gipfel, wo der Erlöser auf uns wartet, um den dritten Tempel zu bauen. Denn Gott richtet uns in diesen Tagen nach der 8$, 815 Bl? Mk W MMWll WMM, Jakob Steinhard, Wgt die Simchasthora-Freude des ostjüdischen Kindes. Auch biblische Geschichte wird illustriert und in guten Zeichnungen einiges aus der Arbeit des Frauenbundes gezeigt. Eine ganze Reihe von Kunstlernarrrerr unS Kunstwerken zoäven noch gu ' " o'»»«!«............. I , nennen. Aber Die aMfuynen genügen, um den hohen Kunstwerk des Kalenders anzudeuten. (Der Chassidismus.) Chassidismus ist feit einigen Jahren in Mode gekommen, er wird in Literatur und auf der Bühne gezeigt. Es waren aber bis jetzt in der Hauptsache zrvei Quellen., aus denen geistig Interessierte oder Leätkellet chaMfchsv Msllss schöMm lSkötz und der ipätere Martin B uh e r. Grätz halte keine Spür büsi Verständnis'für die Gemütstiefe der chafsidifchen Lehre und zeigte von ihr ein Zerrbild, das sich leider nach Generationen noch in schlimmster Weise auswirkt. Buber verherrlicht chassidische Romantik, ohne den geistigen Kern dieser Richtung zu erfassen und ohne sich im geringsten um die barous ermo<f>fenben religiösen Bindungen zu kümilM. m zMmts LINS Ouöl 1Snschrls 1. Mr den ühassidlsmus, die von Ahron Matöüs, dtö ckbök leider viel zu wenig gekannt und beachtet wurde im Vergleiche zu ihrem inneren Werte. Nunmehr erscheint dieses bis heute einzig authentische Werk über Chassidismus in dritter Auslage, vom.' tooljne bes äierfaffers, Solomoit SOiareus, nach Notizen llll. ^tfü^n N°chl«ß ln AMSSZ IlÄssgll MfMtßl und in gefälliger Aufmachung verlegt. jDerla.tzsbUchhändlung Marcus, Harburg (Elbe), Bremerstraße 48.) Das große Werk erscheint in Hestlieferungen von je zwei Bogen und ist zum Preise von Mk. 1.50 per Lieferung bei dem genannten Verlage zu beziehen. Wir möchten es nicht unterlassen, unsere Leser auf diese günstige Gelegenheit, üen (Etjaffibismus in seiner ganzen Höhe und Tiefe kenüW zu umvt' PuzuMise«. Die Woche- Berlin. Auf dem Gelände des Potsdamer Observatoriums wurde vor einigen Jahren ein E i n st e i n - Turm errichtet. Die Potsdamer Regierung hat nunmehr den Vau überml §0000 MSkk p stlttsx Mßgßstaltung bewilligt. — Zur Abwechslung wurde auch einmal ein evangelischer Friedhof von bübischer Hand geschändet, und zwar in der pommerischen Stadt Belgrad. Natür-' lich mutzten die Antisemiten gleich, daß es nur W Müll göwösM stllt lllllMkll. kill -ülldiWl Racheakt". Einer der Uebeltäter ist null itt dem Stahlhelmmanne Röhling, Bierkutscher von Beruf, entdeckt, seinem Komplizen ist man auf der Spur. — Nach schwerer Krankheit ist Iustizrat Leo Li.lt enthal, eine der führenden Persönlichkeiten des liberalen Juventunis in 25eutjc^Icmb, rD-errige JVochen t>or Vollendung seines 70. Lsbensjahres. an Herzschlag in Berlin gestorben. Justizrat Lilienthal bekleidete viele Jahre lang das Amt eines Syndikus der Berliner jüdischen Gemeinde. In den letzten Jahren betätigte er sich vornehmlich im Engeren Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden. — WH WllW AKT M MW Fords zum Trotze zeigt der Hammer-Verlag Leipzig, im Buchhändler - Börsenblatt, das Fordsche Buch: „Der internationale Jude" nach wie vor an. Ford hat das Buch bekanntlich als „Lug und Trug" und sich selbst <xls ..Opfer einer Täuschung" bezeichnet. ü|arum fijmelgi er, ^er' seine, Fords, bessere Erkenntnis, verhöhnt und feine Wiedergutmachung sabotiert? — In Gera haben sich am Sonnabend Nationalsozialisten unter Anführung des Herausgebers Straße zusammengerottet und an jüdischen MMWUsi m — Im schlesischen Kreise Waldenburg wurden zwei völkische Aerzte am Kreiskrankenhause vom Landrate ihrer Stellung enthoben, die sich in einem Gasthause zu antisemitischen Erzessen hinreißen ließen. Einer hatte dabei die Aeußerung getan: ..Wenn solch ein Juden- 8. MMl M franFMüi rommb dann lassen wir ihn verrecken." Warschau. Für den Wiederaufbau derzerstörten Stadt Breft-Litowsk (Brisk) hatte der Joint eine eigene Aktion eingeleitet, die nunmehr zum Abschluß gekommen ist. In den letzten Mona-.. ten konnten wiederum 58 Wohnungen für J8r>hrrr»ngslr,ss neu hergerichtet rosrden. - Die 4,,c< . 00 1. J--I >*'•• mit polnische Negierung hat den Ravvlnern mit Rundschreiben strengstens untersagt. Christen in die jüdische Gemeinschaft aufzunehmen. Das kam auch sonst nicht so häufig vor, es kann sich höchstens um Wiederaufnahme von Reuigen handeln, die zur Rufsenzert durch Uebertritt ihr Fortkommen sichern sä « »im, W orten nrsngron zu« kehren. — Der Ib i n t hat 2 5 OOO Dollar für kleine Darlehen aus Anlaß der Feiertage bestimmt. Jerusalem. Der lateinische Patriarch Monsignore Luigi Barlasina erklärte einem Redakteur des „Doar Hajom" die Gerüchte, er sei Antisemit, als frei aus l;r ÜP ZchsisD. m MtzM im EkgGeil wärmstes Interesse an den Geschicken des jüdischen Volkes und der jüdischen Bevölkerung in Palästina und wünsche ihr nur das Beste. — Nach kurzem Leiden verstarb Rabbi Z i t r o n W der betüTink Rabbiner der Kolonie Petach Tikwah. — Ein großer Brand im Bahnhofsvon f)ami Öer nDt^ Zbitig gelöscht wördm korrnte. verurfachw ein«n Tachschad?n, der auf 25.000 Lst. geschätzt wird. — In Beiruth wird zur Zeit über eine Eisenbahnlinie von Haifa nach Tripolis über Beiruth verhandelt, die schon demnächst in Bau genommen werden soll. Genf. Lucien Wolf hat im Namen verschiedener großer jüdischer Organisationen in -einem Briefe -an den Generalsckr«tSr ^"sserdnnd e s, der Völkerbundsversammlung nahegelegt, keine Vertreter eines Staates in den Völkerbundsrat zu wählen, der die in den Friedensverträgen vorgesehenen Minderheitsrechte verletzt. Paris. - Am, Sonntag den 13. September f8llö 98 der Jjier rosilenven a.m e r i t.o= IllfchkllEt9iotiauch sin ist r>e^ Pariser H a u p t s y n a g o g e statt, bei der der Großrabbiner I. H. D r e y f u ß die Festan-. spräche an die Legionäre hielt. mmmmm für Haushalt und Gewerbe auf bei queme Lianiun^M MARTIN DECKERN CpW/EnFRIEDB5RGERJTR.18/2o nach der geistigen und sittlichen Stufe, die wir erreicht, nach der Entfernung, die uns noch trennt von dem dritten Heiligtum. Aber foat im Ncrmerr Samuels: itvtt üCCtOÖt lOCljHOet (tlljc tu * miiMini d .... „Am Rausch Haschono ziehen alle' Erdenpilger an ihm vorbei wie Davids Soldaten." Nicht die stille und kampflose Ergebung in Gottes Willen, nicht der Höhenflug des titanenhaft strebenden Menschen, ist das Entscheidende bei unserer Veurtettung am Tage des Gerichtes. Der Kampf ists vielmehr, der feine Furchen zieht ins Gesicht und die Seele eintaucht in Leid, sie machen den Juden. Wer nicht wie David in kummervollen selbst überlasse, nrer nicht nrie er urn nacktes Leben gll kämpfen hatte, nic^t Awe^e! un& Verzweiflung im Herzen getragen, wem des Lebens Güter wie selbstverständlich in den Schoß fielen und die Gebote Gottes ohne viel Mühe, mechanisch, zu erfüllen sind, der versteht nicht den WWW M fäpfor. Kur wm Das iffl« ein wirkliches Ringen bedeutet, wer sich einsetzt und WEH nviv ist für Gottes Gebote, wer die Leiden kennen gelernt und das Brot der Verbannung gegessen, wer/ an Gräbern gestanden und Zweifel besiegt und Liebstes dahingegeben gar, m mrM bis siHfp M riw: sr? KW von nsmn. den Triumph von nvpjv Denn Gott richtet uns in diesen ^Tagen wie Davids Soldaten, nach dem Kampf, den wir gekämpft, nach den Opfern, die wir uns abgerungen, nach dem Sieg, den wir erstritten über Israels Feinde, W SM tM W sFfiriiten mu uns selbst! Korrespondenzen « naebriebfen. Das Allgemeine Jüdische Krankenhaus „Kchaare Zedek" in Jerusalem. Frankfurt«. M., 19. September. Unsre heutige Nummer enthält im Inseratenteil einen Notruf dieses rühmlichst bekannten Instituts, wir Wr Änfmerkjamkert nnjellell Das „Schaare Zedek"-Hospital steht seit mehr als 26 Jahren in der vordersten Reihe derjenigen Bestrebungen, die die Hebung des Gesundheitszustandes in dem früher und noch bis in die letzten Jahre hinein B8H WSkNMli WiiMuHikü Eiligen San&es, bezwecke. Nicht hup, tzütz in Dem Hospillll llllr Zttl Kranke jeder Parteirichtung liebevolle Aufnahme gefunden haben — leider verlangte die Knappheit der Mittel immer nur eine Beschränkung auf Schwerkranke — sondern das „Schaare Zedek"-Hospital hat auch durch ferne »o» vornherein aus der Höhe der Zeit stehende