Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 38 (23.9.1927)
- Date
- 1927-09-23
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 38 Seile 3 23 September 1927 Gott ist!>as QebmJl Tin foßf|4j! TökA (Bßtte erltbens soll uns Rausch Haschonoh sein. Und juir haben es leichter, Gott so zu erleben, als genannte Weltweise. Denn wir sind Juden, hat kein Rabbi Ämnon dieses Erleben vorgelPDt. Eläng irv4)l UHt) niuber aufrichtende Weckruf durch die Seelen •mnn ns npiLi rnsrn nawm wUrb Buße, Gebet und Wohltun wenden ab t böje Verhängnis." Darum laßt uns umkehren unb Vttßs km. LsP uns batan und wußllun. Laßt uns Selbstüberwindung und Leidbezwingung üben und das Schicksal aus unserem Inneren heraus besiegen, dann begipnt für uns ein neues Heil im neuen Jahr. / SST Wochenrundschau. Wie denkt Herr Oberrabbiner Kuk? S5m „Doar vorn 6. September veröffsntticht Ult) rat) am Ülimaija, ber po!!- tische Schriftleiter des Blattes, einen Offenen B r i e f an Oberrabbiner Kuk, der, wie Schreiber sagt, im Sinne und aus dem Herzen Tausender in der heiligen Stadt und im heiligen Lande ge- WiklikU M, „Wie denkt der Herr Oberrabbiner über diese und jene Frage des öffentlichen jüdischen Lebens in Palästina? Um dieses große Fragezeichen drehen sich die beachtenswerten und tiefbezeichnenden Ausführungen. Solange Jerusalem die Mlk Mb MW Mt ü!§ Oberhauf't ber Spitze des Ob^rradinatss Zu sehen, war es nicht ein einziges Mal möglich, seine richtige Meinung in irgendeiner der auf der Tagesordnung stehenden Fragen zu erfahren. Denn jedesmal verstehe er es weislich, durch Abfassung und Schreibest llll! Bkll Akrstfstnkt der ^rage ^erumgugehen und eine Antwort zu geben, die man 's o und auch anders verstehen, die sich jeder nach seinem Geschmacke ebenso mit Ja wie mit Nein interpretieren kann. So erlebte man es in Sachen dev „Asephat SyantmcSyarim", so war es in der Frage des 8rauenw aisirechles und so in allen vitalen Fragen der Nation und des Landes, an denen es in letzterer Zeit gerade nicht fehlte. Bis zur Stunde weiß die palästinensische Judenheit nichts rvie der Syerr OberraöDiner im Grunde seines Hergens üöer bie Der Israelit ' pni alü mmmtsnn in irmeinüc unfi pr meinschaft denkt. Nun stehen wir vor einer Frage, von der die Zukunftsgefchicke Erez Jisroels abhängen, der Frage des Gemeinde- 6 e s e tz e s. Soll man es annehmen oder ablshKM, sich öqf nach Düfgm GMA UMlöklkN Gemeinde anschliehen oder ihr fern bleiben? Leider hüllt sich auch hier der Herr Oberrabbiner in Schweigen oder vermeidet es peinlich, eine klareunzweideutige Meinung auszusprechen. DNWW?N sichf abgesehen vorn Waad hoir aschkenasi, dsx seine Trennung vvn Waad Haleumi schon gleich zu Anfang mit aller Entschiedenheit erklärt hat, in den letzten Tagen noch eine gesetzestreue jüdische Gemeinde gebildet, darin viele der Besten itnb Angesehensten der heiligen Stadt eintraten, Rabbiner, Ges'e^cZ^rcr, vvü ApfästM und auch Misrachisten, Männer zum Teile aus der engeren Umgebung des Oberrabbinates, die allezeit für die Einheit predigten und gegen das „Gespenst der Zerreißung" ankämpften. Und Bit Mjjö?WM/ diese Männer erst in Haifa.Fühlung mit dem dort weilenden Herrn Oberrabbiner genommen und sich dann mit seiner Einwilligung zum Eintritt in die gesetzestreue Gemeinde entschlossen hätten. wiederurn be^crus)ten, es sei aucfy btesmal kein klares Ja oder Nein zu erlangen' gewesen urd lediglich das fehlende Nein habe die Leute auf den Weg zu der separaten Gemeinde der Sesttzestreuen gewiesen. Vom offiziellen M i s r a ch i wird aber verkündet, daß der Rabbi m Mr Trennung mit ggnmr Krllfs kllst gegenstelle und feine ganze Autorität für die Einheit und die Gemeinde des Waad L e u m i in die Wagschale lege. Wer hat recht? Wie ist in Wahrheit und Wirklichkeit I die Meinung und das Verhalten des Herrn Oberraflfiiner Kur? Verwirrend wirkt dieses rätselhafte Schweigen von höchster rabbinischer Stelle auch auf die orientalischen Juden, die, mit wenigen Ausnahmen, treu zum Gesetze halten und auf ein Wort der Weisung warten, ob sie sich nach reAs ober iLöllböll [$IUW. Diese Taktik des Schweigens, die Politik des Hin und Her, der offenen Türe nach allen Seiten, ist für die Dauer unerträglich. In diesem entscheidenden Punkte darf es kein Hinhalten geben. girüssl-M, ite sich sin obskkllbbinai für Ms geistige Führung geschaffen hat, muß von diesem erfahren, wo der richtige Weg ist. Klare Antwort auf folgende zwei Fragen verlangt das Blatt im Namen von Tausenden: „Tsjsft eS g«, dH dis BilÄunz das ßssstzM-; Charakteristisch ist gerade die n^sn der cpkto d’»\ das Gebet, in dem die Bedeutung der „erhabenen Tage" besonders zum Ausdruck kommt. °pna in pai. . . So laß denn kommen Ehrfurcht vor Dir. (Emtger unser Gott, über alle Deine Werke und Futchl üör Ztr Mer &lü Mim Wsss». Mi Dich öör* fürchten alles beschaffene und sich vor Dir niell^rwerfen alle Geschöpfe. ... nun niL« und sie sich zusammentun alle zu einem Bunde, um Deinen Willen Hu erfüllen mit vollkommenen Herzen... Das ist das Gebet unserer Gebete — die Erlösung der ganzen Menschheit, ihr Fortschritt zur wahren, rechten Gotteserkenntnis. Hier offenbart sich unseres Judentums Wesen unk, Geästllllg. Der Tnurrrph te* Agsizg» Watt und Menschheit gilt UNS als das Ziel des Gotteswlrkens auf Erden. Unser Bekenntnis ist durch und durch universell. Wer das nicht zugestehen will, der sollte Israel m seinen Gebeten an den heiligsten Tagen des Jahres belauschen, dann müßte er, nrenn er zu überzeugen ist, lölllstt kdmm-A unft i« Zgkasl üas AxliWroolk scheu, dem die Weisung gegeben ist, zu sein? Ml ein heiliges Volk, dem Höchsten und Heiligsten zugewandt, um den Menschen den Weg zu den Höhen! zu weisen und zu Gdtt zu leiten. — Ein solches Gebet, wie es Israel spricht, verpflichtet auch und soll zum ^-äuterungsquell denen werden, die es sprechen. Können wir hadern -und Unfrieden stiften, wo unser Herz sich MH MZöllt ßr-i^ll Mlssan wir UW NW »em Willen Gottes beugeni wenn ryrr es erhoffen, büß we Menschen einst alle Gottes Willen mit vollkommenem Kerzen erMllen?, In diesem Sinne-"beten ‘ wir dann: T»? p niM, in par . . , Gib Ehre Deinem Volke, §?**! . . . Die höchste Ehre für ^ttes Volk ist seiye Lreue und Hm^eoüngfein Vertrauen auf r»iL in and' Gerschtigteit g-ogründsts Wsltchi- 'st gleiche Se&anfe i»il ihn der Sänger auf dem Throne ausspricht: "r 11^ «h in»n i-7 i^vn by tiaa in -a ia^» «V* Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern Deinem Namen gib Ehre nach Deiner Gnade und Treue." Wir sprechen wohl an den mm, an den Tagen, an denen „die Bücher des Mms imü öis Tolles geöffnet lmö", Vbs HlNkl U!A, — allst! lltsssr ®&öanEo llshsirschl uns doch in unftrai Gebete und öffnet unser Herz und unsere Lippen, daß wir um das Kommen des Gottesreiches auf Erden> in den mannigfachsten Weisen beten... Die da diesem Ziele entgegenharren und zustreben und mit ihrem vorbildlichen Leben, mit der treuen gewissenhaften Erfüllung der msB einen Stein in den Grundbau ber tünftigm Möfum änmtm Dös Bll stt? Ak Frommen, die Gerechten, die Tugendstarken, denen unsere dritte Bitte gilt: invV'i a'ppü pav Die Frommen mögen es erschauen und sich freuen . . . Ihre Freude wurzelt in dem erhofften Siege des Guten und quillt aus der Befeligung, die die edle Tat, llik geiiöte mis Bringtgßffg MküSk ift «n? adsü und wird sin Anlriek» zu immer MMI DkMllyrung und gibt uns das Recht unser ni<r>n -Gellst fortzusetzen . . . *pa> n nn« iVanv So regiere Du über alle Deine Werke auf dem Berge Zion, an der Stätte Deiner Herrlichkeit und in Jerüschölajim, Deiner heiligen Stadt. . . Ziöns Glanz und Herrlichkeit, das stellt ben Gipfel aller unserer Hoffnungen dar, hier weitet sich muh Bruji. DiicDt ruo. ullskkk lOeffnangj. Aist m llter lviLdsrauskichtet seine» Thron und aus tsdjim iuid Trümmern erhebt seinen heiligen. Tempel. Bei diesem Gedanken treten all unsere persönlichen Sorgen und Nöte in den Hintergrund, rinn i>an vt „Wenn Gott König ist, mag jubeln die Erde." Wir hoffen und vertrauen, 777darum weichen die Schatten,, die uns, Herz und' Seste umdüstern, das. Licht des Glaubens, verscheucht sitsi Ms uns von LMU8MÜ trüDt. Dann Seite«-u.Gara 47 Bleidenstraße 47 (früher: Grosse EschenheJmerstrasse 3) SPEZIALHAUS in Näh* und Slick-Seiden Handarbeits-Garnen jeder Arf treuen Gemeinde mit mündlichem oder schriftttätt DÖS¥?flÖßinQr Slit vor sich ging?" „Ist dieses nicht der Fall, entspricht es dann der Wahrheit, daß der Herr Oberrabbiner Gegner der Trennung ist und in vollem Einvernehmen mit Misrachi Anschluß an den Waad Dalßiimi unD DurlMUung m MmkiMMM in der Gemeinde verlangt?" Keiner wird es wagen, vom Herrn Oberrabbiner eine Verleugnung seiner inneren Ueberzeugung zu verlangen, aber jedermann kann und muß verlangen, daß er seine Meinung und l^Ter^eugung ^agc. ün^ f@iH Ausweichen, feine Unklarheit und Zweideutigkeit geben, kein Schwanken zwischen Ja und Rein, keine verschwommenen Worte, die Deutungen zulassen.. Klare und entschiedene Worte verlangen nri-! Soweit ungefähr „Doar Hajom". Was wir daraus ersehen, ist nur, daß die von uns feit Jahren bekämpfte Zweifeelentheorie des Mannes an ber Spitze des Oberrabbinates in Jerusalem sich an diesem Scheidepunkt bitter rächt und NUN- Möyr auch denen, die aüezeif g^au^lcn,!^n vor uns in Schutz nehmen zu müssen, gänzlich unerlräglich wird. Inzwischen haben die Mitglieder des Oberrabbinats, Frank und Bernstein unzweideutig erklärt, daß sie den Austritt aus der Waad leurnfsGememde für eMc reitgtöfc SSfKs&t W^n und sich ber neu zu bildenben „A b a ß I s r o e l" anschließen. Die Herren sind sich natürlich vollkommen darüber klar, daß sie damit auf ihre gut' bezahlten Aemter Verzicht leisten, so daß die Drohung, die der misrachistische „Hathor" an ihre Adresse rilltet, wo!)! Eaum verfangen ivirö. Um so berechtigter ist die offene Anfrage des „Doar Hajom" an den von seinen Dajonim desavouierten Oberrabbiner selbst, dessen Bemühungen hinter den Kulissen sicherlich darauf ZzAchtst fmS, süx Dia wankanstö Waall MM Gemeinde durch die Erlangung von Konzessionen in Sachen des Frauenwahlrechts wenigstens ein kleines Häuflein tolerant gestimmter Gesetzestreuen als v'2'v mv2 zu retten. werden wir froh und lebensmutig, und wie Siegesjubel klingt es dann zum Schluß aus unserm Gebete: 1»v mm nns wnp- Heilig bist Du und erhaben Dein Name!" Die Heiligkeit Gottes verbürgt das Schwinden aller Nacht wie im Leben der Menschheit so in den ves ©ingeUren und oerfjeijjt den endgültigen cnHQtn Sricötni das sinTtig? aller Wesen in den oberen wie in den niederen Sphären. Pflichttreue, das wird die Weisung für den Weg, den wir als Gottes heilige Sendboten zu beschreiten haben zum Ruhme und Preise des Höchsten, npnsa ehm empn *>pnv Der heilige Gott wird geheiligt durch Pflichttreue. iu Israels Mitte der tiefe Sinn unserer"" wnnüerbüren Geb-ete an unserem Feste begriffen und ersaßt werden, dann wird das neue Jahr uns. zu einem nanan naw zu einem Jahr des Segens, indem es uns als treue Arbeiter im Weinberge des Herrn zeigt zu unserem eigenen fjeil Wie gjjr EHre; unseres Volkes unb im Dienste der önn'zen MciiMyril. Weines Feuilleton. Das Maharil als Geschichksquelle. Zum 500. Todestag Maharils. Es ist im Interesse der jüdischen Geschichtsforschung außerordentlich.' bedauernswertdaß dte Responsenwerke unserer Halachjsten viel zu wenig als Quellen der histo- Nftzkll ifSMtiNS kkNllM Wir sind trotz «ller ^93041