Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 37 (15.9.1927)
- Date
- 1927-09-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Gelte 8 Nr. , , ,__ Das 3niern#Uon«te Komitee J>er Ge - fellf chnftsn zum Schutze der lu>öan derer und Einwan de r er begann in Gens unter dem Vorsitz von Albert Thomas, Direktor des Internationalen Arbeitsamtes des Völkerbundes, seine Tagung. Zunächst wurde die Lage der armenischen und der j ü d i s d) e n Flüchtlinge erörtert, hieraus behandelie das Komitee Die Frage Der Ausdehnung -es Völkerbundsschutzes auf die Staatenlosen in allen Ländern Europas. Von jüdischer Seite wohnen der Tagung u. a. Herr Lucien Wols im Namen der Angto-Jewish Association und der Alliance Jsraelite Universelle und Sjgrr 1 Aberson im Naimn Mi „(EßUHm{ m chs Rights of the Jewish Minorities" und der „Bereinigten Emigrationsgesellschaft" bei. Herr Aberson erstattete auf der Tagung Bericht über die Rechtslage der Staatenlosen. Der Israelit sich erhalten. Sj? gWsg jkW lM MM92 MlkN M Berge G^ristm. Sie suhlen und -betrachten sich als Juden, wenn auch ihre Gesetze und Brauch» von denen der Juden in einigem abweichen. Als wissenschaftliche Zeugen für ihre jüdische Zugehörigkeit führen sie u. v. a an: Chacham G a st e r, Josef Klausner ,M. L u n z uny ftunn, Ulk Siüe,: sie Der WislM Ms tron einzuverleiben, fand Verständnis besonders bei den Zionisten und aus Veranlassung von Weizmann erhielten sie auch eine hebräische Schule. Die materielle Not .in der samaritanischen Niederlassung! sei groß. Eine Zusage, ihnen ein neues Viertel zum Wohnen unter Zünder und Hettssf £>f, MMW LkMaMl aus hhgcsncjchsn V?ryalirun«n HU geben, blieb uns dem Papier. Nun traf sie das große Unglück des Erdbebens, das ihnen Brot und Obdach nahm. Da sich keiner ihrer annimmt, richten sie nun ihre Augen zu Gott und zu den jüdischen Brüdern, daß ihnen von hier Einigung über int Staatenlosen-Päfle. Genf, 1. September Der Unterausschuß der gegenwärtig in Genf tagenden Konferenz für Verkehr und Transit, der sich mit der Frage der Schaffung eines Einheitspasses für Personen ßfylU tMH^<*{)or$<?U gw ktfaffen hat, ist m der heutigen Abendsitzung zu einer grundsätzlichen Einigung gelangt. Die Beratungen sollen am 2. September fortgesetzt werden; man hofft, zu einer vollkommenen Einigung über die technische Form und staatsrechtliche Legitimität des Staatenlofenpafsss zu gelangen. Die Klärung her Arage der §taatenlosenpässe hat besondere Bedeutung für die vielen Tausende Juden, die durch das insbesondere gegen die jüdischen Bürger sich richtende Vorgehen der Sekzessionsstaaten des früheren Oesterreich, Polens, unb ber fogemannl-en russischer, Rurid^tcratpg -chp? Staatsangehörigkeit verloren haben. idalafttira Nachbeben. Jerusalem, 1. September. SBe^erjjitjerxsiucrti; Wortp richtet des asfchjfchk TsijDsE stelle? Chassan Zadki an kuUv »nd Juden: „Ein großes Unglück kam über Palästina mit der Erdbebenkatastrophe, das keinen Unterschied machte zwischen Arabern und Juden',- zwischen Eingesessenen und Fremden. Zuerst schien es, als wollte uns die Regierung helfen. ßeiber afccr mürben alte in Jie tzchbtzten Hostnungen getäuscht. Wenn die Regierung für das heimgesuchte Palästina nur einen kleinen Teil von dem Interesse hätte, das sie bei Unglücksfällen, die in kleinerem Maße britische Staatsbürger treffen, bekundet, so wäre damit Hunderttausenden geholfen. Es ist daher die $eÜ gekommen, baHund Araber sich vereinigen und Hand in Hand auf die Erreichung des Kredites zum Aufbau der zerstörten Häuser hinarbeiten. Alle nationalen Eifersüchteleien zwischen den beiden Nationalitäten müssen jetzt verstummen. Die Liebe zum «onde und der Mk m LMN MM jtt Dtrttnißen, und auch der Engländer sollte seine Bälle und seine Rennen auf Kosten des schwer heimgesuchten Landes so lange lassen, als das Elend im Lande ungemildert ist. Die eigentliche Hilfe kann aber nur durch gemeinsame Arbeit und durch gemeinsames Vorgehen erreicht werden." 3RÜ &IP RÜÄ-ähr des Dl>er?omm{|[arf Nash ^«(flftina sind die Hoffnungen etwas gestiegen. Lord Plumer besuchte und besichtigte die verwüsteten Stellen und hatte für die Klagen- und Wünsche der Bevölkerung ein geneigtes Ohr. Gewünscht wird allgemein ein billiger Kredit, der die Wieder-errichtung d^r Däuser vHg^ Opfer ermöglicht. Bon Negierungsseite wird befürchtet, daß sich dieses Kredites Unberufene für ihre Privatinteressen bedienen könnten. Es ist aber Sache der Behörden, diesem bei entsprechender Durchführung des Planes vorzubeugen. Man darf wieder hoffen, aber Mer Die Hoffnungen filiumi ist lMgk ngch nichjz Zs. schehen. Ueber das Schreiben der Samaritanerkolonie in Schechem an die Juden Palästinas und der Welt, von dem wir bereits berichteten, fei noch folgendes mitgeteilt: Dis Vorstände der Kolonie legtliMi«ren ktefe in Ur GinFtstMg, fflf ÄUgkhÜNgc ÖtS Stammes Ephraim, Abkömmlinge von Josef. Zu ,ynen gehörten auch Priester aus dem Levistamme, die ihren Stammbaum bis zu Ahron, dem Hohepriester zurückführten. Ihre Thorarolle hätten sie seit den Zeiten Mosis, 3500 Jahre lariH, durch olle Leiden gptz KlllWfk Hilfe rnerde. Was sie benöti^kch ist dks für 30 Häuser in guter Lage außerhalb der Stadl, der größere Summen erfordert. Bis dieses Ziel erreicht ist, feien dringend und unaufschiebbar 600 Pfd. nötig, um die beschädigten Häuser notdürftig für die erste Zeit wieder herzurichten. Sie verlangen und erwarten zuversichtlich^ daß die Juden im Lande und Auslände biefe erste 'Spenbe sofort aufßringen. Der Aufruf schließt mit vielen Segenssprüchen und ist unterschrieben von Jizchak, dem Sohne Amarams, dem „Hohenpriester" und Präsidenten der Samaritanergemeinde. Eine eigene Lifte führt die eingestürzten und beschädigten Häuser aus. Die orthodoxe Gemeinde in Jerusalem. Jerusalem, 8. September. Durch das Provisorische Komitee wurde am Sonntag eine Versammlung einberufen, an der sich die Rabbiner, Lllillliim, IeWMWM UND MMtö? viM ZYN5 zogen, Klausen und Institute des alten Iischuw beteiligten. Rabbiner Tuckozinsky erstattet Bericht über die Tätigkeit und weiteren Pläne des Komitees. Der Versammlungsleiter, der Boritschower Raw, legi alle Gründe dar, die die Gesetzestreuen in Palästina zrningen, aus der Gemeinde des Magy ÄU8? zutreten und sich unter eigener Fahne zu sammeln. Nach längerer Aussprache rvurde beschlossen, alle Mühe daran zu setzen, daß die Gesetzestreuen ihren Austritt aus der nationalen Gemeinde erklären und sich der gesetzestreuen Gemeinschaft anschließen. Das Komitee soll ungesäumt bis Vereinigung aller Gefe^estreu-en in -einer Gemeinde vollziehen. Die Versammlung genehmigte einstimmig den vom Komitee abgefaßten Wortlaut der Erklärung, mit der jedes Mitglied seinen Austritt aus der nationalen und den Eintritt in die gesetzestreue Gemeinde anmeldet. Das Komitee wird beauftragt, alle Formalitäten gu aphnen, provisorische Komitee wird ermächtigt, bei der Regierung Einspruch gegen das Gemeindegesetz zu erheben nach den Weisungen, die ihm von der Versammlung gegeben sind. Das Komitee fetzt sich aus 23 Mitgliedern zusammen, dis in der Versammlung m\lM: Dll8 mm gewählte Komitee trat noch am gleichen Abend zu einer Sitzung zusammen, unter Beteiligung von Delegierten aus Jaffa und Tel-Awiw. Eine große Jefchiwoh in Palästina. Jerusalem, 8. September. In der Kolonie Nehweh Jaakow soll eine große Jeschiwah eröffnet werden, die den Namen „Nastali Zwi Berlin" tragen und vom Geiste Woloschins beseelt ein soll. Die Initiative geht vom Misrachi aus. Die hebräische Sxrachs jgg ist M MWllW DerrMkND ]m. Ausgenommen werden junge Leute im Alter von 18 bis 25 Jahren, die bereits umfassendes Talmudwissen' besitzen. Eine Anleihe der Regierung für Tel-Avin Trrnsalem, 9. September. Der Oberkommissar von Palästina, Feldmarschall Lord Plumer, weilte gestern in Tel Awiw und erklärte in einer öffentlichen Ansprache, die Regierung wolle mit aller Energie das Wiederaufbauwerk führen, um den durch bas Erdbeben entstandenen Schaden in möglichst £HF{jfr Zeit zu reparieren. Die Fortführung dieses Werkes werde auch die Arbeitslosigkeit in einem hohen Maße verringern helfen. Lord Plumer teilte ferner mit, die Regierung habe beschlossen, der Stadtverwaltung von Tel Awiw einen Mit oon 10000 MliD zu Mm, Damit dis EtsSt in _15. September 1927 Die LM oMötzl wöM, NütstüN^rbeit^ rung der Arbeitslosigkeit durchztzführen. Me die jüdischen Waisenkinder von Ben Schemen den Arabern halfen. 3eruf« 1 e m , i. Sepiemb« r. Trhbp^n {n Palästina, von dem besoudo^ die arabische Stadt Ludd und ihre Umgebung schwer gelitten haben, waren die Zöglinge der in der Nähe befindlichen Kinder-Kolonie Pen Schemen (die aus dem Kownoer Kinderhaus hervorgegangen ist) und ihre Beden Akübern zu Hilfe geeilt. Sie haben aus den Häusertrümmern die Verletzten geborgen und verbunden. Dr. Lehmann, ein prominenter Arzt, hat hierbei Hervorragendes geleistet. Als Oberkommissar Lord Plumer vor kurzem das zerstörte Ludd besuchte, lud er Dr. Leh- MllNll ZU sich öill UH& sprach ihm Anerkennung aus. Vor einigen Tagen erhielt Dr. Lehmann vom Gouverneur des Süddistrikts ein herzliches Dankschreiben. (I. T. A.) Eine schwere Anschuldigung. Newyork, 9. September. Herr Max D. Steuer, der als Mitglied der amerikanischen Delegation der in Zürich stattgefundenen jüdischen Rechtsschutzkonferenz beigewohnt hat, behaupt«t<r UU1 DlißfOr RllUsWH, von öen ^{(fsgeibern, die die amerikanischen Juden vor 1925 nach Europa gehen ließen, ungefähr 40 Prozent veruntreut worden sind. Da nun ein Teil der amerikanisch-jüdischen Presse diese Darlegung oufgriff, forderte Louis Marshall Steuer ausi \m seine ^{jauptimgtn einen schlüssigen Beweis zu erbringen. Steuer erwiderte in der Presse, er sei von I. Grünbaum, H. D. Nomberg, E. Tscherikower und Dr. Schabad dahin aufgeklärt worden, daß bei der damaligen Umwechslung der Valuta 40 Prozent des Geldwertes verloren gegangen war; aber auch jetzt noch, da Dir Sermallimfl eine MMM ist, lün* §4 tonftrukttoen Zwecken. ■ Louis Marshall hat nun eine zweite Erklärung veröffentlicht, in der er den Behauptungen Steuers noch schärfer entgegentritt und sagt, sie stamme von Leuten, die das Joint Distribution Committee zur Mitarbeit an ffiirsm ffirrr Ml MmiMlWn Pl. W ist Um, &£ öomt vor 1925 unter den schwierigsten Bedingungen Arbeit leistete, aber es sei absurd und unfair zu behaupten, es feien 40 Prozent der Gelder - verloren. Joint hatte die besten Mitarbeiter zu seiner Verfügung. Wenn dcrmcrls ein Teil t*<r Ml lgMMUM Zwecken, sondern HilfszwsckM diente) so ist dies aus dem herrschenden Chaos und der Not zu erklären. Aber auch heute fehlen noch die genügenden Gelder, um eine wahrhaft aufbauende Tätigkeit durchzuführen. <D. T. A.^ Personalien. Frau Ienny Posen Berlin, 14. September. Vergangne Wvftzx rMxg gggz glWfch m Pgh Kissmgen, wo sie zur Kur weilte, Frau Jeüny Posen geb. Seligmann, die Witwe des leider ebenfalls viel zu 'rüh verstorbenen Moritz Posen aus Berlin. Was diese Frau auszeichnete, war nicht nur ihre rührende mütterliche Besorgtheit um ihre Kinder und um alle, die ihx nahestanden, sondern vor allem ihre große, tiefe Eiß mm m MM finDßt. Diofß innere Frömmigkeit und ihr Gottvertrauen hattet sie auch die Kraft, den Schmerz zu tragen um den Verlust ihres Mannes, der sie allein mit vier unmündigen Kindern zurückließ und kurz darauf den Tod einer blühenden, hoffnungsvollen Tochter b"i- — Mit welcher Freude hat sie den Schabbos und die Festtage vorbereitet und das Durchlernen {{] M MMIWsNM. Daß Dki andern «ein Opfer bedeutet, wur-s durch thrö Hilfe zu einer freudigen M-izwoh. Nun hat Gott sie von ihren Kindern und von uns genommen. Ihr msr und dos ihres Mannes werden aber über die Kinder wachen. Burgkundstadk (Oft.), 1. September, mn 's y rnv ans mürbe <ruf dem idyllisch nn^jl FtÖ istjFigs KultuZvorsland Karl Bang rru unter Zllyir reicher Beteiligung im Alter von kaum 50 Jahren zur letzten Ruhe gebeitet. Wer den Entschlasenen gekannt, wunderte sich nicht über die so außergewöhnliche Teilnahme. Aus frommem Haufe stammend, erweiterte er — nach Beendigung der Realschule — in feinen Qehrjcchren in Frankfurt UNd Hpn fand u Das NWige MilM, um in mnin