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Der Israelit · 1927-09-15 · Heft 37 (15.9.1927) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 37 (15.9.1927)
Date
1927-09-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Der Israeli! Seite 6 Nr. 37 15. September 1927 ohne Einfluß auf die Umlagenpflicht bliebe und daß die nougsgründsts Sondsrgernsrn.de ihre Angehörigen nt^t besteuern könne, nur mit der wichtigen Einschränkung aufrechterhalten, daß dies vorbehaltlich anderweitiger Anordnungen der Staatsregierung gilt und daß zu f?lHxn MMNUIWN W- T Wh 7 Mi MW lichs ErmschtiZUNZ gibt. Der oben angezogene Art. 7 Abs. 7 bestimmt-. „Das Staatsministerium für Unterricht und Kultus ist ermächtigt, im Benehmen mit dem Staatsministerium für Finanzen zur Regelung der Ortsumlagenpflicht in besonderen Fällen von Ws. 1 söE^^üngen zu Iressen.^ Hiernach kann die Staatsregierung im Falle der Bildung einer Sondergemeinde anordnen, daß die Angehörigen der Sondergemeinde gegenüber der Stammgemeinde nicht umlagenpflichtig find oder sonstige Bestimmungen zur Regelung übk IlkWßWPslM dessen; öle 6!aassreg!eru>ng kann auch der Sondergemeinde die Rechte einer Körperschaft des öffentlichen Rechts mit der Berechtigung zur Erhebung von Umlagen verleihen. üorrerpo«ae«re» * Hacbricbten. Deutscher Reich. Der Wohlfahrtsausschuß des preußischen Landesverbandes ni Der Ausschuß wendet sich mit einer ernsten Mahnung an die jüdische Oefsentlichkeit, den Kleingemeinden zu Hilfe zu kommen. „Die Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in Preußen zeigt ncrch Singabe des Sßreupxjc^en <3t«tijti|djen Varivssamts erschreckenden Niedergang. Bon den wirksamen Maßnahmen, die einsetzen müßten, sei zunächst ins Auge zu fassen: die Ermöglichung der Frühehe durch Ausgestaltung der E h e k a s s e n von Seiten der jüdischen Gemeinden, die Einrichtung von Eheberatungsdep <9 •»» fteüen, SCBotfienfiilfe, fvör&erun i , ) 5li o■> ■ •"" durch Wort und Tat, die Unterstützung aller Bewegungen, die aus körperliche Kräftigung unserer Jugend abzielen. Daneben muß an einer Berufsumleitung gearbeitet werden, die allen äußeren Schwierigkeiten zum Trotz berufstätige Juden da einreiht, wohin sie noch AnlllgM uns) WiguWN ppaa, ml [U nicht sinnlös in wenigen Berufen anhäuft, weil man sie bisher nur in diesen dulden wollte. Ebenso müssen die Siedlungsbestrebungen mit allen Kräften gefördert werden. So muß endlich eine vernünftige Verteilung von Juden auf Stadt und Land zustande fornrnen und nicht allmählich &U lichtunb luftlose Großstadt zum einzigen Asyl eines verkümmernden Geschlechts werden. Und vor allem ist es an den Müttern, ihren Kindern das Verantwortungsgefühl für das eigene Geschlecht und für die künftigen jüdischen Generationen zu erwecken und zu stärken." Dü? 88ohlsahrls-8Iusscl,uß des preußischer^ LUNd?Soerbandes jüdischer Gemeinden appelliert an alle Glaubensgenossen, voll Ernst an die Bearbeitung dieser Ausgaben heranzugehen. Unlösbar aber müssen sie bleiben, wenn die Juden Deutschlands ihnen nicht stö ÖlßifiüH, Willst &ie Qu&en Aeulschkanbs ihnen nicht das nötige Verständnis entgegenbvingen. Darum sei mit erhöhter Aufmerksamkeit auf alle Fragen der jüdischen Bevölkerungspolitik zu achten und im Kreise ihrer Familien und Bekannten jede Gelegenheit zu benutzen, um Gleichgültige unb Ununterrii^tete mit chilse i>es QUJ Sß stigung gsstelllcn Mmenvls' darüber auszuklären, wie wichtig es fei, einen ausreichenden Nachwuchs in kürperlicher Kraft und geistiger Frische heranzuziehen! Die Rabbiner und Lehrer werden gebeten, in gottesdienstlichen Veranstaltungen und öffentlichen Verfamm. lungsn im Sinne des Aufrufes zu roirfen. wmmy. . Tagung der Exekutive der Smigrakions- Berlin, 8. September. Unter dem Borsitz des Herrn Dr. James Simon fand in diesen Tagen in Berlin eine Sitzung der Exekutive der Emigrationsvereimgung Hias-Jca-Emigdirekt statt. Herr I. D i j o u r erstattete im Namen der Direk- 1188 ßüll £a iig Peilst er id^i für tie Ö63 Bestehens der neuen Gesellschaft. In den Auswanderungsländern standen die Komitees der Hias-Jca-Emigdirekt den Emigranten mit Informationen und rechtlichem Schutze bei. Es haben sich z. B. in Polen während der ersten 7 Monate des laufenden Jahres an die Die Woche. Berlin. Die Berliner Gruppe des Central v e r e i n s suchte einen mit dem E s p l avfmn WMlMlW Mtrag, ml eine Ende Oklober in den Sälen dieses Hotels abzuhaltende große Versammlung, rückgängig zu machen, da besagtes Hotel sich grundsätzlich weigert, die Reichsflagge zu hissen. Das Esplanade-Hotel hat Klage erhoben und der Centralverein antwortete mit einer Feststellungsklage auf Nichtigkeit des Vertrages. - ffievü(ien{({t()ungen des Preußischen Statistischen Amtes hat die Zahl der jüdischen Schüler in öffentlichen Volksschulen gegen 1921 um 6,0 Proz. abgenommen. Schweinfurt. In Gerolzhofen bei Schweinfurt wurde, wie bekannt, Ende August der jüdische Friedhof in, man kann schon sagen, üblicherweise geschändet und die Grabsteine demoliert. Die „E. B,-Zeitung veröffentlicht ein [Friirnjliim bo« wManr.jM* Q I < 1 . SMewön des preußischen Zentrumsabgeordneten Dr. Leo S ch w e x i n g, in dem er seiner Entrüstung über diese empörenden Schandtaten Ausdruck gibt. Breslau. Mer Mitglieder des Bundes „Totenkops", die am 4. Januar gemeinsam mit Freunden mehrere jüdische Bürger überfielen und mißhandelten, mürben vorn : ZkZßZtt Echössengsricht guse 6 Mona 1 en Gefängnis verurteilt. Das Gericht nahm Landfr i e d e n s b r u ch als bewiesen an. Warschau. Im polnischen Städtchen K o z k, bekannt als Sitz einer bedeutenden Chassidim- .rabbidynastie, verheerte sine Feuersbrunst 400 Milirr, DoDDn 300 WW. 2000 WrlönZn find ohne Brot und Obdach. Bukarest. Prof. Cu za wurde vom Kongreß der „Christlichen Liga" seiner Würde als Präsident der Liga enthoben, sodann wurde er überhaupt aus der I Liga ausgeschlossen. Damit hat aber die „Christliche Liga" ihren antisemitisch«! Cha- "'i' i?n;s:n im bie amt und die Person ihres Begründers abgelehnt. Basel. Im Schoße des Kongresses wurde der Gedanke eines Weltkongresses der Freunde der hebräischen Sprache geboren und wird von einem Komitee in die Wege geleitet. Montreal. Josef Schufrert, ein Äude, MurZx gum tr? meister von Montreal gewählt. dortigen Komitees 10 556 Emigranten gewandt. Es werden in Polen, Lettland, Rumänien und Frankreich illghösum) 350 Emigkölltöll ätts dem üanbe besckiüstigt, wo sie sich zur Ausübung des landwirtschaftlichen Berufes in den Jmmigrationsländern vorbereiten. In verschiedenen Städten wurden Chauffeurkurse sowie Lehrgänge für Schlosser und Schmiede eingerichtet. Auf dem Gebiete der spractzlsH^ AUMllMW M EllliMIltM sind erfreuliche Resultate erzielt worden. Es bestehen zurzeit dreimonatige Lehrgänge für spanische und englische Sprache. Aus dem Bericht des Uruguay Komitees ist zu ersehen, bajj im Verlaus Zxz NM Halbjahres 46S EM* graulen ausgenommen wurden, von denen 179 mit Hilfe des jüdischen Arbeitsvermittlungsbüros Beschäftigung gefunden haben. Auch die Kooperative Spar¬ und Leihkasse in Montevideo entfaltet eine sehr rege und nützliche Tätigkeit, indem sie den Immigranten mit fllilM MIM» 311“ AllsHnstnn^ Wer-geng zum Ankauf von Schlssskarten für deren Verwandte in Europa zu Hilfe kommt. Die Hias-Jca-Emigdirekt hat der Kooperativen Leih- und Sparkasse eine Anleihe in Höhe von 1000 Dollar gewährt. Nach Entgegennahme des Berichts hielt der Präsi- 8kllt Ul MsellsMsl Ms, $m W?ZhZM H^rrrnnnn, eine kurze Ansprache, in der er über seine Reise in den osteuropäischen Ländern berichtete. Herr Dr. R a f f a - lowitsch erstattet Bericht über den jüdischen Jischuw lkl SrafiliM unö iiM öis f«? M wanderer bestehenden Aussichten. Es wird ein Budgri für die Arbeit der Hias-Jca-Emigdirekt in Brasilien votiert, das eine großzügige Aktion in den wichtigsten Punkten Brasiliens ermöglichen soll. Insbesondere wird hsrvorgehoben, baß die Errichtung und der Weitercitisin LAMhusrnstknwcstM in DiustMn unö in ö?» südawerikanischen ' Ländern angestrebt werden muß. (I. T. A.) Generalversammlung des Schochlim-Verbands Deutschlands. Frankfurt a. 12, Se^temy^, Am 28. August fand die Generalversammlung des „Schochtim-Berbandes Deutschlands" in Frankfurt a. M. statt. Die Versammlung nahm einen harmonischen Verlaus. Rach der Begrüßung der in stattlicher Anzahl aus den verschiedenen Gegenden Deutschlands erschienenen Schachkim mürbe der Geschäftsbericht erstattet und gutgLhöißen. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. Der Verband zählt heute ca. 50 Mitglieder. Den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern wurde von Seiten der Versammlung der Dank erstattet. Der Vorstand estzt sich aus sechs Mitgliedern zusammen- Alle Zuschriften sind zu richten! «n Rudolf Möddel, Frankfurt a. M., Rechneistraße 11. Schließung jüdischer Schulen. Breslau, 9. September. Der Breslauer „Jüdischen Zeitung" wird aus Ostoberschlesien geschrieben: „Vekanntlilh hat die polnische Negierung die Minder- Illtti»«'- . o heitsschutz-Gesetzgebung (Genfer Vertrag) in Ostaberschlesien so mißachtet, daß die Deutschen beim Völkerbund Klage führen mußten. Welche Blüten dieser Schulkamps auch für die Juden mit sich bringt, weist der Fall, der sich in Vielitz ereignete, auf. Die dortigen lltt leger pei WiW MlZMön. W es ja in Oesterreich nicht anders möglich war, galt an diesen Schulen die deutsche Unterrichtssprache. Dazu war Bielitz eine deutsche Stadt, .ja sie ist es zum großen Teile noch heute. Jetzt hat di« polnische Regierung diese rastl SHlplflft; llllglMlh, fflffl |K WW waren, aber wahrscheinlich, weil den Herren es auch nicht recht ist, daß jüdische Volksschulen bestehen. So trifft man zugleich das Deutschtum und die verhaßten Juden mit einem Schlage. Ob die seitens der Judenschaft elngeleltelm Schrille von Erfolg begleit«! lein j stvssn» in miWslklii YW i(i 88, blitz W » j Zusammenhang der Bielitzer Juden mit deutscher Kultur eine sofortige Umstellung ins Polnische im allgemeinen und insbesondere bei der jüdischen Schule unmöglich ist." Der fünfzehnte Ziomsienkongretz. Basel, 8. September. Nach der erhitzten Nachtsitzung zu Sonntag, die mit der großen Abrechnung Weizmanns in der ersten Morgenstunde abschlop^ leistete man jlC^ ^püllMA fÜF das Plenum eine Atempause, indes die Ausschüsse den ganzen Tag arbeiteten. Montag erfolgte in der Plenarsitzung das Referat des Colonel F. H. Kisch für die Exekutive in Palästina. Er bestreitet die Krise in Palästina. Wenn einige tnusend Menschen feine hohen, so sei dieses noch r«ngtz Krise, yöckl° stens eine schlechte Wirtschastslag«, die man überwinden muß. Das will die Exekutive mit ihren Bemühungen, mittels der Behörden die Industrie im Lande zu heben. Vieles sei mißlungen, der syrisch-palästinensische Vertrag süi sü? UNs eine Enllänschung, srnsg^ Kvngrsstvnsni sei?n vielleicht noch herauszuschlagen. Rehen den Mißerfolgen eien auch einige Erfolge zu verzeichnen, so die völlige Zollbefreiung für manche für die Industrie nötigen Rohtosse, sowie für Maschinen aller Art, besonders für Dmcferenncischinen, mos |e^r förderlich <lllf twn Der yeDralschsn S U e r n f u ¥ eittwiMö. Allein Gerede von Krise zum Trotze, sei heute noch Unternehmern mit Kapital, und Wissen zu raten, nach Palästina zu kommen. Was wir in Palästina fordern, ist nicht Minoritätsrecht, sondern die historischen Rech t.e des jüdischen Wolfes, rote -jie von den sroßmäcy^n uni, dem Bölkerhunve MeikvnlN Md von der Mandatsmacht garantiert wurden. Daher müsse in Palästina eine Verständigung mit England vorherrschen,

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