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Der Israelit · 1927-09-08 · Heft 36 (8.9.1927) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 36 (8.9.1927)
Date
1927-09-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite L Nr. 36 DLL höMgöss Unmmer br§ „AZraküt' liegt Heft 3 der Jüdischen Jugendblatter bei. habe und brachte einen Trauerfall, der ihn das darauffolgende Jahr am Versöhnungstage traf, damit m Lszirhunz. lü ii teü in Regen-- bürg vorbetete, brachte man, um ihn zu ehren, prächtig ausgestattete Machsorim herbei, er wies dieselben zurück und wollte nur aus einem für die Gemeinde geschriebenen Gebetbuch porbeten. Maharil war zroerwal verheiratet, eine der Frauen fjatie er als Sitroe geheiratet und ehrte sie deshalb ganz besonders in der Form der Anrede. Bevor Maharil als Rabbiner nach seiner Heimatstadt zurückkehrte, hatte er sich in vielen Gemeinden aufgehalten und hatte dadurch in fremden Gegenden einen großen Bekanntenkreis. Lsr UWc cs mit W. Dag tr olti um dpen mittlungen angegangen wurde. Von dem, was man ihm für diese Vermittlungen anbot, lebte er. Für die Verwüstung des Rabbinats ,gnd die Leitung der Hochschule nahm er kein Gehalt. Von der Gemeinde ließ er nur für den.Unterhalt ftiilök RaHUkiM Srzchlm. Auch MM Vermögen seiner Frau wollte er persönlich keinen Genuß haben. Für sich und seine Bachurim führte er besonderen Haushalt, seine Frau mit den Kindern lebten für sich. Wir hören auch, wieviel Türen öS im Hause M MrtzäiÄ gÄ. Es wird nämlich berichtet, daß sich zu seiner Zeit der Irrtum eingeschlichen hatte, als brauche man nur für die Haustür eine Mesusa, es sei besonderes Chassidus und sähe deshalb wie Ueberhebung aus, wenn man für jede Tür eine Mefufa habe. Mit *Uev MlM W MllkjllNl dagegen, und weist alle Gründe zur Verteidigung dieses Fehlers als absurd zurück. Unser Gebrauch, die Mesusa in schiefer Lage anzubringen, geht auf Maharil zurück, der damit zwischen der Ansicht Raschis und Rabbenu Tams einen Ausgleich schsffztt Wällte. Maharil hatte SO Bachurim. Das hören wir bei der Erzählung von dem einzigen Bann, den Maharil über jemanden verhängt hatte. Der Sohn des Gemeindedioners hatte gegen einen seiner BgchgpsM kill W HM« WiMstswokt Das Problem vom ungeratenen Sohn. (Nach Atsrvel Galanter -7Ein nnoi thd war nie da und wird nie fein. Warum ist der Abschnitt niederschrieben? Forsch e und empfange Lohn!" (Sanhedrin 71). ... ®s, »errmtnberKcfy bff ZglMUtz tzlk glleittff sxjchIN LvtzNkS JOl VUS gMMNhllfle Forschen in der Thora gerade an das Gesetz vom mm p Knüpft. Läßt sich ja jedet beliebige Gegenstand, ja jeder Buchstabe des göttlichen Gesetzes zum Objekt unendlicher Forschung machen. Zur Lösung dieser Schwierigkeit hat Rabbi Jisroel Salanter ein feines Kabinettstück feiner eigenartigen LtzSkSMWloglk llÄöW, aus HM. im fclgirfffi nui Bei HvUtztKödLsiKengaug unter Weglassung aller Exkurse wieoergegeben fei. Der Rambam weift an jener Stelle," in der er das bekannte Wort spricht, daß durch das Uebergewicht eines einzigen sittlichen Vergehens über die Verdienste, und umgekehrt das Ueberaewicht um mt mmmz öer BökMusgs« Der Israelit öffentlich gebraucht, Maharil verwies sehr streng den Schlüpfenden und legte ihn in den Bann. Als einige Tage nach dem Vorfall Maharll einmal mit so LsHueim äus dem üeh^«u!? Eam und der Gebannte sowie dessen Vater jeder für sich den Beleidigten um Verzeihung bat, hob Maharil den Bann wieder auf. Wiederholt wird die „Gesera" erwähnt, und daß durch dieselbe die geistigen Kräfte abgelwMllM hättöN. Ls ist öirsSZ Ziö in ihrer Furchtbarkeit gar nicht auszudentende v"p mn» die gräßlichste Verheerungen der jüdischen Gemeinden in der Schweiz, dem Elsaß, den Rheinlanden und dem heutigen Bayern in den Jahren 1348—49 M sich DkllWk: Die Autorität Des Verfassers des Sefer Aguda, dem Maharil vielfach folgt, wird damit begründet, daß er vor der Gesera lebte. Durch diese Verfolgungen zur Zeit des schwarzen Todes wurden die altberühmten und bis dahin m hoher Blüte stehenden am Os« ittoramipe in DruWM Das Furchtbare und llmfasisnde dieser Gesera ersehen wir aus den zahllosen Namen der „Heiligen", die im Martyrologium des alten Mainzer Memorbuchs genannt werden. Unsere großen Lehrer, die berühmten Schüler des Rabbi Meir von Rothenburg, Nabbi Mordec^ai von her Verfasser des Mordechai, in Nürnberg, Rabbi Meier Häkohen, der Verfasser des Hagahoth Maimpni, -Rabbi Moses . Parnaß, Autor, des Sefer Haparnas, beide m Rothenburg, fielen als Opfer der durch die Schrecken der Seuche wahnsinnig gMLltzkNkU MUMWkN BöMikökUNg. Rabbi Ascher ben. Jechiel wurde durch seine Auswanderung nach Spanien gerettet. Auch der Schüler, welcher die Gefangenschaft des R. Meier von Rothenburg geteilt hatte, und der »ns in dem "iss ssv MöräuHk unD (Ent« scheidungen des Rabbi Meier von Rothonburg überliefert hat, scheint verschont worden zu sein. Die genannten fünf SchAer des R. Meier ben Boruch und deren großer Lehrer selbst, onnä' sind die Autoritäten, auf die sich Maharll hauptsächlich stützt. Dazu kommen noch die Turin» Bl! SR. Safot, 8ohnes bes Rabbi Ascher ben Jechiel. Die Turim werden in ähnlicher Weise genannt wie man später de>n Schulchan Aruch anführt. Maharil nahm die Turim mit in die Synagoge, auch am Sabbat der sieben Trauerwgx, Mk MMMlman N. Mar ösmertt, sicher uw darin die Trauervorschriften zu lesen. Maharil lebte in der Stadt der Erfindung des Buchdrucks kurz vor dieser segensreichen Erfindung. Es ist für uns ein erhebender Gedanke, daß unsere alten Lehrer die Schrorerigköllstt dsi HöHelltzng wnb Beschaffung der das Schicksal des Menschen, ob er p'iL oder ywi sei. sich entscheide, mit Nachdruck daraus hin, daß bei dieser „Wägung" sowohl der Verdienste wie der Vergehungen nickt der bloße Maßstab der Ziffer angelegt werden könne, sondern, datz die Qualität DCS Mt« TIM, ffifl sir «m m Uber keimt, zugrunde gelegt werden müsse. Ein einziges Vergehen kann schwerer wiegen als eine Fülle von Guttaten und mit einer einzigen Mizwa kann ein Mensch feine ewige Zutzunft erwerben,- nur der „©oft der Gesinnungen", der in die Tiefe blickt, vermag es. diese große sittliche Wägung menschlichen rmw üDmmmiu. ■ „ Ader ewiges Wenige sott ben Grundsätzen, dle hier zu Geltung kommen, vermag der Mensch sich doch zu vergegenwärttgen. Jede sittliche Tat unterliegt einem doppelten Beurteilungsmaßstab; dem subjektiven und dem objektiven. Je nach der inneren Selbstüberwindung, nach der Größe des 8. September 182) Seidenu. Garn-HandelsgesJ.il.! 47 llddonstruße 47 (f f fihdr: Grosse Eschenheimerstfasse 3) SPEZIALHAUS in Nah- und Stick-Seiden Handarbeits-Garnen jederAn Handschriften überwanden, daß Maharil beispielsweise außer den oben genannten eine ganze Reihe Werke der Rischonim kennt und benutzt. Bei Erwähnung des a’^na. £"%t nera 'o freilikH temerfie er bebauernb naa nbvi hnun Daß man vor der Erfindung des Buchdrucks lebte, zeigt sich uns fast nur darin, daß damals die Talmudkommentare sich nicht mit der Gemara in einem Buch zusammenbefanden, sondern besondere Codices §[£[[£ beispielsweise, wo Maharil mahnt, die Piutim mitzusagen, tadelt er die Schüler, welche die T o s s a p h o t mit in die Synagoge nehmen und daraus während des Vortrags der Piutim lernen. (Schluß folgt.) tzeiäus er hsubelt, bestimmt sich der srrbrektlve Wert der Tat. Nach' den Folgen, die sie im äußeren Geschehen der Welt hat, dagegen ergibt sich ihre objektive Bedeutung. Hiernach steht fest, daß, von allen Besond er h eit en a b g ese h en, der Regel nach der sittliche Lohn^ den ftdj ein MrM örM lllk BküÜMtllW «ineZ Mi eines Gesetzes, Dessen GlünBe ihm remd bleiben, erwirkt» größer sein muh, als derjenige, der ihm durch die Beobachtung eines vSVv. einer der Vernunft und dem Gefühl als natürlich sich ergebenden Pflicht, zuteil wird. Denn dem sin gegenüber, der Erfüllung d es Gesetzes. lVochsnrundfchau. Was wird in Jerusalem? Wie „Ägudas Israel" in ihren Anträgen zum palästinensischen Gemeindegesetz die öffentlich-rechtliche Anerkennung etwa sich bildender orthodoxer Gemeinden neben der neutralen Waad leumi-Gemeindon gefordert, dabei aber, um jede Zersplitterung zu vermkiOkn, vWcMgkii. vag an jöOom vktt nt» eine orthodoxe Gemeinde bestehen dürfen sollte. Die Regierung lehnte diesen Vorschlag mit der formalistischen Begründung ab, man könne bei Freigabe der Gemeindebildung keine Einschränkung auf zwei Gemeinden voxnefjVnen^ fonbern müsse jeder Gruppe bas gleiche Röcht zugestehen. Das ist nur formell richtig; denn es wird dabei die Tatsache übersehen, daß diese Forderung der Aguda — zum Unterschiede vom individuellen Austrittsrecht — nicht im Namen der Gervi^eu^ihkit, sWpkxp kraft ÜeZ historischenRöchtöSdöSürthodoxen weit schärferem Matze entgegen als der Ausführung rationeller Pflichtgebote. So erklärt sich beispielsweise, daß der Midrasch das Vergehen des Hohenpriesters Ahr on. der nur das M. zur Vermeidung nu rrar fm mm WMMMi nmroi; geringer bewertet, als das Verbrechen derjenigen, die dem natürlichen Pflichtgebot, dem einzigen Gott die Treue überhaupt zu wahren, zuwiderhandelten. So erklären sich die mannigfachen seinen Ausdrucksnuancen, die das göttliche Gesetz in nnK nm, Kapitel 18. anwendet, wenn es die Beobachtung der uy>n dur^ „Tat" und „MrWttMgkW Das Studium der Thora NUN, die Pflicht des Thoralernens ist vsvv und ist pn zugleich. Es ist vsVv infosem es zur Ausführung der göttlichen Gebote ihrer Kenntnis bedarf, da ist das Studium der Thora eine logische und natürliche Anforderung. Denn wie sollte es nröalich fein, ei« 8kW llllZMllMkll. flöne Das man u Lsrurt. Thor«!errrerr aber nur um des Lernens willen als eines reinen Selbstzwecks ist für den jüdischen Mann ein pnm der Gesetzgeber will, daß wir lernen, o»i’ m ft’anv Aufgrund dieser Erring springt sofort der tiefe Sinn des eingangs führten Talmudwortes ins Auge.; Nll etnitacs ©ifa| M um m Thsrs M geben, das, .lviö öS dsrl heißt, niemals ausgcührt wurde und niemals ausgeführt werden wird. Die Beschäftigung mit diesem Gesetz trägt keine Spur von vSVv« Charakter in sich, denn keine Rücksicht ans praktisches Tun oder Lassen kann uns veranlaflen, uns seinem ©tubiwn httMgKM, m%i dös MW vom vm 11 ,WB!UßIHtr AsLvttsdWft M reines Gr!ernst

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