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Der Israelit · 1927-09-08 · Heft 36 (8.9.1927) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 36 (8.9.1927)
Date
1927-09-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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§, WSIllkM 192T Frankfurt a. Al., den 11. Eiul 6687 Begründet von Dr. Lehmann in Main-. AbonnementübJanuar 1924: Deutschland 1 Goldmark monatlich; Ausland: Vierteltabrvrelse. (entsprechend de WKW : 251J*-;. ®cig{cw <— — . —. ijvuuji« 2 li. - hiuicu uu i J uu jlu silll ,AM|U slatvien 55 Din.: Litauen 7.50 SR j NUMMMW 1. T.XTi 1ÖO Btt j PvttN 1 «f«fT*V «s>V mart züm Tageskurs oder 7 Zlotv. Schweiz BJfr; ' Tscheckio-Slowaket 25 Kronen; Ungarn Pengö 5 ab 1. Juli 1927; DSnemork 3. 50 Krön.; Norwegen 3.60 Krön.; Schweden 8.50 Krön. Einzelnummer dreißig Goldpfennige.; Der Israelit erscheint jeden Donnerstag. Inserate 40, Goldvf. für die fiebengespaltene Nonpareille-Heile. Abonnenten zahlen bei Stellengesuchen ünd Familienanzeigen nur 30 Pf. Die 75 nua breite Reklamezeile: letzte Textseite 1.80 3JU., vorletzte Textseite 2.— Mk.; ffi^WieaeSü^r te Sä6c eines bopp äertt6rtefeiWt!)S. Slabatt KOI$ Jorff. Bel laufenden J|?ISg|lBBPÖ ilDiri DDIBEB8«! öuJ*ö-- Lerlag des JöVSLÜt V. m. tz. K., ll. M., Mi MchmZttmrv TNÄtz-k **f' —^T sow. durch siimtl. Annoneen-Exped. des In-und Auslands. Alleinige Jnferatenann. fi-c Franks Geschäftsanz.t Jul. Schmidt, Langeftr. 7,ll, Tel. Hansa El« Platzvor,chr. ohne Verbindliche Zahlungen direkt an den Berlag auf Postscheckkonto Frankfurt (Main) Nr. 19808. — Außerdem an: Postsparkasse Wien Nr. 79805. -?,Postsparkassenamt Budapest Nr. 18421. — Postscheckkonto Warschau Nr. 190757. — Postscheckamt ZürichNr. Vill 7W4 — Inkasso-Dank Rotterdam — Postscheckamt Amsterdam Nr. 24859 — Böhmische Untonbankin Prag - Laaca blarm^osod Llanic & Cojiit Bukarest — Filiale des Wiener Bankvereins in Agram. — Der Gerichtsstand für alle aus Abonnements oder aus Inseraten, stch ergebende^ Zahlungsverpflichtungen ist Frankfurt a. M. Rosch-ha-schono-Glückwünsche können in örei Größen veröffentlicht werden: Größe I 10 Zeilen. 1 spaltig zu Mk. 4.— Größe II 16 Zeilen 1 spaltig zu Mk. 6.— VMk lü 18 gLittü% r Mk. 8— Die Beträge wolle man auf Postscheckkötllö Nr, 19 802 überweisen, den Text durch Postkarte emsenden. Texte, die bis zum 22. September -in unserem Besitze sind, werden in der Rosch-Haschono-Nummer, später eintresfende in der darauffrrtbervd-err r>eröffemtlicht, W?r pt GllAsl88 BÖJ1 dlfij. Jisroel ab zu lösen und keine Anzeig-e zu veröffentlichen wünscht, wolle dem nach Belieben festzusetzenden Ablösungsbetrag leine Gebühr von zwei Mark für die Veröffentlichung von Namen und. Wohnort im S a m m e l i n f e r a t beifügen. Frankfurt a. IN. VMZZ M IfiSflBffl lS M.kl .y- Der «Maharil-. (RaBDi Jakob ben Rabbi rilssss %atev}-) Von Rabbiner Dr. Zzondi in Aalnz. Am zweiten Tag der Selichoth haben wir in diesem Jahre das 500. Jahresgedächtnis des in der Ueberfchrift genannten Großen zu feiern, der nach Ausgang des Sabbat xinn '2 am 22. EM 5187 {1’3./14. (September 1427) in Worms von Diefer Crdk gerufen würbe. §!? Bedeutung dieses hervorragenden Gesetzesiehrers ist jedem bekannt, der nur irgendwie sich mit den Dezisoren, wpoisbeschäftigt hat. Besonders häufig begegnet uns sein Name im ,-!V-Q -’s-it urib, ' bert ' Hagcrhsth zürn Schnlchan Aruch dös m. Moses DfferleZ) edknsv 17N M öma«, den allbekannten Glossen des N- Abraham Gumbinner zum Orach Chajim. Wenig wüßten rpir von den Lebensumständen dieses Heroen, wenn nicht ein treuer, kenntnis-! k-chbr (3ü)üM uns. Mn ZefrmPiW in belesenen >"’ir?« isd oöek ällch ^5» MS ist'Zeichnet hätte. R. Salman St. Goar, so ist der Name dieses Schülers, der Jahrzehnte hindurch m der nächsten Umgebung des gefeierten Meisters weilen durfte, hätte in seiner Bescheidenheit seine Aufzeichnungen unveröffentlicht gerissen.. Doch viele seiner Genossen, die erfahren ßstjm, KnWMmmM mütn «nö Lebensgewohnhettön des Maharil in einem SSuc^e au|£>erocifyvi ij??ftie, lrshsn sich dNsselbs V0N ihm, nahmen ÄbschNstcn ihn immer dringender, seine Schrift der Oessentlichkeit zu übergeben. Diesem Drängen mußte er zuletzt nachgeben. Doch viele Jahre waren schon seit dem Hinscheiden des Meisters vorübergegangen, bis er endlich;;fein.; Werk herausgab. - Das WA M m ^rllche m knappem. - Stil < abgefäßt, . Überall' slhlMMött Me Sorge hindurch,' doch ja alles genau und treu wiederzugeben. Sehr bald nach feistem Erscheinen war es in vielen Händen; es fcheinr geradezu ein Volksbuch geworden zu fein. Obgleich LS nng^ühr hundert Zzhsß nach folnor Vßis öffentlichung schnell hintereinander wiederholt in Italien gedruckt wurde (zuerst 1556 in Sabionetta), besitzen wir noch eine große Zahl Handschriften von demselben. Viele meinen, daß man darin hauptsächlich Belehrungen über den Rita MmtzWM, (Mi Dos rft irrio. Im Buch bietet uns in kurzer Fassung wichtige Entscheidungen und Lehren, die fast, alle Gebiete unseres heiligen Gesetzes umfassen. Wir können uns vorstellen, daß bei aller Aufmerksamkeit, ©efe^riemoeli ihm schenkte, es inder Hand einfacher HausvAcr ähnlich wk Kizzur Schulchan Aruch war. Heute noch können wir in weiten Volkskreisen, besonders Süddeutschlands, religiöse Gewohnheiten finden, die man dem Mayaril abgesehen hat. Das Buch St. Goars ist von hohem Werte, weil es wie VkniZk Schriften nwyjsb i-,Täbn bietet, weil darin erzählt wird, wie in vorrommcndcn HäLkn für die Praxis entschieden wurde und wie Maharil persönlich in seinem Tun und Lassen seine Auffassung der Gesetzesvorschriften zeigte. Aus dem ständigen Verkehr und der aufmerksamen ber Lebensgervohnhsiten des Meisters. Hst nach Bern Taimmmmn — inr iww VttüduoVd — „bei der Bedienung, durch den regen Verkehr mit Gelehrten lernt ma.n mehr als durch chren Unterricht" — hat Rabbi Salman St. Goar nicht nur für die eigene Person viel gewonnen. 3ur<^ die lebendige Schilderung alles dessen, was^ der Schüler von stüher dis zum reifest'Mannesalter von seinem Lehrer gesehen hat, wird es dem Leser, als wenn er dys alles, dem Verfasser gleich, erlebt und erfahren hätte.. Die Gestalt des Maharil steht durch die Aufzeichnungen seines Schülers, man könnte sie in höherem Sinne Memoiren nennen, mit feinem WWn/ skMkk Mkmnllsk?!! und ©emiflen^ti^ f?U, ferner Milde UNS BeWWöNyöll lSümMtz vor uns. Eine halachische Entscheidung reiht sich Sk! Die aitößrß. StDUDtruns 8kk AlM?fü^"8 ober Vetätigung Im Wvätlöbsn an Schilvöiung. Erzählen wir nun aus dem Leben des Maharil einen Teil von dem, was wir in dem Buche des Schülers gelegentlich erwähnt finden. Maharil war ungefähr vierzig Jahre Nabbinsr in Mainz. Sein Vater. R. Moses oder Mulln kn R. SelntUI MM. ÜOf («in 05DO gänger im Amte war, starb nach dem alten Mainzer Memorbuch am 8. Jjar 5147. Kurz harauf muß sein ^Sohn sein Amtsnachfolger geworden sein. Salman St. Goar erzählt, daß MüNM kiNMÄ M ^xilaus bewußtlos geworden jetllttS dann drei Tage fast ohne Lebcnm -Zeichenim Starrkrampf gelegen habe und nach seiner Gesundung dann noch dreißig Jahre gelebt. Die Trauer und Verzweiflung der Gemeinde bei dieser schweren und beängstigenden 8kkk8Il!llll8 ^aV gbioaltig, daß dieselbe sich nur vorstellöll läßt, wenn damals 'Maharil fAon längere Zeit fein hohes Amt in Mainz versah. Man rief darnals auch Fasttage aus für Montag und Donnerstag von Ab oder Elul an — der Verlchterstatter weiß nicht mehr genau, in mifym Mofa? Boiöon Manale DiMranrßcit‘ßr gönnen — bis zu den Feiertagen. Als Pismon bei den Selichoth dieser Fasttage wählte man iiFTKi! nxmwegen des Schlusses. Der Erzähler, der das alles als ganz junger Mann erlebte, bemerkte, daß er in späteren Jahren sobald dieser Pisrnou rezitiert würde, an die darngstge Uvüm mutzlö. Zur Zßll von Maharils Vater war die Mainzer Gemeinde sehr groß, was wir uns dadurch erklären, daß damals ein Kurfürst regierte, der erste Adolf von Nassau, der die Juden wohlwollend behandelte. Wir erfahren dies bei Gelegenheit, da erwähnt zH MHE skmahutö. öia DedßrWulle am Vorabend des Versöhnungstages nicht in der Synagoge auszuziehen, sondern ohne dieselben scholl von Hause aus zu kommen. Sein Vater habe sehr streng darauf gesehen und es vom Gemeindediener ausrufen lassen, weil damals Mäinz äm gxgßs jüdischo WMation Balte (KX31Ö3 rn DV rill,12). Aus den Wanderjahren des Maharil wird erzählt, daß er einmal in Regensburg mit dem Vorbeten am Versöhnungstage beehrt worden sei. Er habe dabei eine Selicha eines Regensburger Paitan vorgetragen: doch, sagten ihm nachher die Vorsteher, daß das dort nicht Gsbrauch wäre. Maharil Gedauerte nnkndlich; daß cr gegen

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