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Der Israelit · 1927-09-01 · Heft 35 (1.9.1927) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 35 (1.9.1927)
Date
1927-09-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1. September: 1927 Der Israelit Nr. 35 Sette 5 des Meisters wird zeihen können! — kühn das WM wagen MM, naß für ßmnmih m das Beschvelten des früher geschilderten Forschungsweges, nämlich des Weges, der von der Erkenntnis der ersten! Keimzellen der geistigen Erfassung des Judentums bis zur herrlichst emporragenden Geistes- Höhe des Hirsch'fchen ZHMMlMZ sMt, MNÄM Ps der «ber dennoch im Sinne des Meisters Md vieler der Vesten in Israel die „geistige" Erfassung des Judentums als mit zum „Ziele" und mit zur „Erfüllung" gehörend betrachtet und empfindet, — also daß für einen solchen der geistige Nachlaß lies MWrs am aas rrrji tos snav&Wf jener klassischen! Vorgänger teilweise mit enthält, teilweise aber glänzend ersetzt! Wird man uns aber ob dieser Aeußerung einer schrankenlosen Uebertreibung zeihen, so erinnern wir abermals an die bereits früher erwähnten Aeusierurigsn . bes ebenfalls „an den Quöllen in den Deschimoth gesättigten^ ]ii» N. §. Spitzer V'XT* Zugleich aber verweisen wir auch auf das Selbstbekenntnis einer schönen Seele, des Reformrabbiners B. H. Fasse!, der in seiner gegen Hirschs Chaurew geschriebenen Broschüre, min y'22' welche lauter kleinliche Nörgeleien an den im Murem MiMAn AüMgLN m Schulchan Aruch enthält, dennoch bekennt, daß die im Chaurew dargelegten „Gründe für die Gebote Gottes die des TNaimonides weit überlreffen!" und daß der Chaurew „ein in feiner M MMVligsß MMmlichW Wiskermerk" ist. 8) Hält man sich vor Augen, wie in der Änschauung eines Fasfel die im More entwickelte ratio legis den Gipfelpunkt aller diesbezüglichen Erkenntnis bildet, dann erst wird man angeführtes Bekenntnis aus der Feder eines Fasset ge- PÄZ zu wertön wWn. Und noch etwas. Auch ich will nicht mverba magistri schwören. Vielmehr unterschreibe auch ich ganz und gar die trotz aller großen Verehrung des Meisters kühl abgewogene kritische Aeußerung des fel. Oberrabbiners I. Tal im Haag: Mw\t man rann in mantfnm WMlk kklWM Memungsunterschiede hegen. Neben manche philosophische Auffassung eines Satzes oder Gebotes kann man auch innerhalb der Grenzen der Ueber- UeferiWg eine andere, vielleicht richtigere Auffassung stellen. Seinen symbolischen schönen ErklÄMW ZWttMs Mn manf ohne einen Mn wurf zu verdienen, oft einen ganz verschiedenen Standpunkt einnehmen usw." (S. R. Hirsch, Vortrag, S. 25.) Gewiß, man kann all dies! Hat man es aber schon einmal versucht?! Hat man Jcf^on einmal aerjud^ mit Beibehaltung des von Hirsch vor AugöN göhllliMiön strengZtraditwnellcn, zugleich aber auch strengwissenschaftlichen9) Standpunktes, der vielleicht in der Fußnote zu . 18) S. ausführlicher in meinem „In feinen Spurren . . .", S. 63 n. f. 9) Wrgaben Wx mtiirM nur foW Kreis,k M Äuge, für bre bre Änerkemiurig des Eh8rakters der schriftlichen und mündlichen Lehre nicht gleichbedeutend mit „Unwissenschaftlichkeit" ist. Für solche Kreise, denen solche Anerkennung als lein höchst „unwissenschaftlicher" Standpunkt gilt, hat bereits M. Hirsch in seinem mehrmals erwähnten Buche S. 192 u. f. einige ssgkrMnswMk ÄM8 MWttkkknt fressend Mtmf hinwÄst, Witz ja gmm genommm auch tm iüöis tal kritif che Forscher keineswegs vorauss e tz u n g s l o s an feine Forschung herangeht. „Die Leugnung der Göttlichkeit (der Thora) ist ja nicht das Ergebnis, sondern die Voraussetzung seiner Forschung, ganz so wie für uns deren Anerkennung die für uns auf dem festen Grunde geschichtlicher ffrfflftriinfl bökllhMs BlMMsMM öiiDtr S. 104 und 105 der 19 Briefe (4. Ausg.) am sk^ürssteri gurn Ausdrucke gelangt, *P) etwas bis Forschungsergebnisse Hirschs Ueberlreftendes, Richtigeres, ja, auch nur denselben Gleichwertiges zu geben?! Ich habe keine Kenntnis davon! Vorläufig ist Hirsch für uns noch immer unersetzbar! Ich will da nicht einzelnes aus den Far^ungsergebuifferr bes Meisters herausgreifen. Solches' würde zu weit fuhren, ffilfl ater doch auf ein einziges Beispiel an Stelle von Hunderten ähnlicher Hinweisen. Man zeige mir etwas, was man an die Seite der wundervollen Erklärungen zu tzen ^2setzen kann?! GelegeNlheitlic^e ^ei^trei^e h o nt 11 e H | ch e Einfälle können keinesfalls Die mit wissenschaftlicher Methode geschöpften Resultate Hirsch'scher Forschungsweise ersetzen. (Forts, folgt) Korrespondenzen « ßacbricDten. Ein Jtauen-^omUee „Aür das jüdische Kind in Erez Israeli Frankfurt«. M., 17. August. Aus Arrxegung von Frau Prof. Fraenksl-Mcrrburg hat sich Sin DaniM-Komitse geRlüel, welches unler dem Motto „Für das jüdische Kind M Erez Israel" an die jüdische Frauenwelt Europas appelliert, für die Speisung der jüdischen Schulkinder in Erez JHt^l eine großzügige Aktion zu unternehmen. Jede jüdische Frau wird ^orbert, xd ö d) eni t t <i) 2 0 Pfennig diesem Zroeck zuzuführea, M Wnächsl bazu, verwendet werden» vm eine Suppenküche in Jerusalem und Haifa und die Küche der Bne Zion-Schulen in Jerusalem zu subventionieren. In der Erkenntnis, daß die Not keine Parteiunterschiede kennt, ist auch dieses Komitee unabhängig von allen Oxgcrniscxttonen gegründet mortven. Zrveig-Komitees bestehen Bereits in Amsterdam» §r«nE?urt n, P„ Pun^ü und Marburg. (ITA.) Ausbildung von Religionslehrern. Berlin, 3. August. Sem, MüMSkn meinden wird uns geschrieben: Der Rat des Landesverbandes beabsichtigt, in Kürze besondere Vorkehrungen für die Ausbildung von Religionslehrern zu treffen und zwar in der Art, daß jungen Beuten, welche die pädagogische Akademie besuchen woli'fiH» dir zehnten rr»x^ irr SBerlrrre&mtjg» mit der Ausbildung für die Reifeprüfung zugleich eine möglichst gründliche Ausbildung in der Religionskunde und im Hebräischen zu erhalten. Zu diesem Zwecke ist die Einrichtung besonderer Klassen vorgesehen, m die Schüler mit der Reife für Obersekunda einer höheren Lehrllüstllii Ausnahme finden. Reden der SardftinnT de? Unterrichtsstoffes der drei oberen Klassen einer höheren Lehranstalt soll besonders darauf hingearbeitet werden, eine Vertrautheit mit der hebräischen Bibel und dem Gebetbuche, sowie der jüdischen Geschichte und der Religtons'fe^ue Ij)«r6ei^u^üf»ren. Der exjie Entrnuxs eines UMttrichiLplams, M? vv» Änom Äusschasse Ms Landesverbandes ausgearbeitet worden ist, liegt nunmehr vor. 10) Mt dem in dieser Note Ausgesprochenen ist zu Bgit KllsM KSM'M ÄÜ88. Ir 8 ffllö I, 88t Boa tcn Wien, 30. August. lieber die Eingliederung der türkischen Juden in ihrem Baterlande schreibt Rabb. Dr. D. F. Markus, Konstantinopel, in der Wiener „Wahrheit" u. v. a.: „Die künftige Lage der Inden in der Türkischen Republik hangt von isiircr 2iküungn«irme zu frage ab. Die Sprache ist das einzige Mittel, durch welches die verschiedenen Religionen und verschiedenen Gemeinschaften zu einem Volke verschmelzen können. Die Sprache ist die einzige Brücke/ die von Herz zu Herz sühxt. Die Adoption der türkischen nft sprache ist für uns Inden in der Türkei' auch «Us idealjüdischen Gründen eine Notwendigkeit. Die Kulturgemoinschaft mit der muselmanischen Welt birgt eine bei weitem geringere Gefahr für die Erhaltung und Weiterentwicklung des Judentums, seiner Literatur und seimt MM wMöJm 3Mle in sich, ÄS Dir DkWnmg mit dm abendländischen Kulturen. Die jüdische Geschlchte bietet uns einen schlagenden Beweis dafür. Man versetze sich nur für einige Augenblicke in die Glanzperiode des fephardischen Judentums, dessen Nachkommen in ihrem überlegenden Teil das gegenwärtige jüdische (Element tn bex Türkei bilden. Sämtliche Juden Ml 'Spanien unter der Herrschaft der Äraöcr, l>«mc,ls höchste Kulturvolk in Europa waren, spmchen und schrieben Arabisch. Die gebildete jüdische Welt beherrschte nicht nur diese Sprache in Wort und Schrift, sie vertiefte |id^ jogar in die Studien des Ksxcrns tmb zühlie 5U fernen Interpreten. Dis Juden standsn m den Arabern >in höchstem Ansehen und bekleideten die höchsten Posten. Welche glänzenden Ergebnisse >erwuchsen aber aus dieser Berührung der Juden mit der muselmanischen Welt für das Judentum und seine Sprache! Welch eine herrliche, ©ei|t unb Gemüt exhebende hebxüische Lxtexcxtnx hinteriiötzm MS jMö arabisly sprechenden Südens Gendarmen und Detektive in den Synagogen von $jerenc5. Vudäpöst. 18, AUKUst. Entgegen der offiziösen Darstellung, wonach die polizeiliche Razzia m der nordungarischen Gemeinde Szerencs nicht gegen die jüdische Bevölkerung gerichtet geweisen sei, gibt die nach Szerencs entsandte Sonderberiisrftote M§ M Esi" fofotmit DöriMluno ter M: llgen Ereignisse: Freitag abends erschien in der Gemeinde Szerencs die etwa 6000 Einwohner zählt, ein riesiges Aufgebot von Gendarmen und fremden Detektiven. Die Detektive und Gendarmen stellten in den Straßen non Szerencs icDtn Passanten von iudischem Ausfthcn und Ffrfanr ten ihm eine Legitimation ab. Die Detektive nahmen bei angesehenen jüdischen Bürgern Hausdurchsuchungen vor. Es wurden ausschließlich jüdische Einwohner zur Legitimierung gezwungen. Auch Famüien, die feit 50 tmb 100 fahren in Szerencs ansässig sind, MMSN sich lsgilimNrM. Die Judenrazzla erreichte ihren Höhepunkt am vergangenen Freitag abends. Gendarmen mit aufgepflanztem Bajonett und ein Heer von Geheimpölizisten umzingelten die beiden jüdischen! Tempel von Szerencs, in. »MM 8Mk m MEMMM «WWlklI fflUIÖSi Ser bre Pokrzelalllon leüeube Pollzeihauptmann Arkadius Kiß ließ den im Xmpä versammelten Gläubigen sagen, daß nach Beendigung des Gottesdienstes Niemand den Tempel verlassen dürfe, weil die Polizei eine allgemeine Legitimierung vornehmen werde. Der Juden im Terrr^el ^errTäc^ti^te rric^ii -gierln-ge 2fujregung. *

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