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Der Israelit · 1927-09-01 · Heft 35 (1.9.1927) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 35 (1.9.1927)
Date
1927-09-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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1 .September 1S27 nicht geben können. Statt dessen leben der B e rl l n e r und der Halber st ädter Gemeinde- — WW mm über mm® — nebenemander, jener eine, religiös neutrale, durch ein. stammestümliches, kulturgeschichtliches Linheitsband zusammengehaltene Verwaltungsgcmeinschaft, dieser die alte, vom Thoragesetz geschaffene, religiöse Volkseinheit repräsentierend. Ml MMMM m'6d?te nutx betr gesetzestreuen Verband das Recht gLben, sich auch äußerlich als das zu kennzeichnen, was er längst ist: die preußische Land esfynagog e; verlangt wird jedoch ein Zusatz, der den Charakter des Bekenntnisses angibt (in diesem Falle also: gesetzestreue oder orthodoxe preußische Landess^nagoge), denn die Gerechtigkeit erfordert natürlich, bas' gleiche ReA WdSkSN religiösen „Richtungen" zuzugestehen, denen damit eine bedeutsame Perspektive eröffnet wird. Das Vorhandensein einer orthodoxen Landessynagoge würde sich auf den verschiedensten Gebieten des öffentlichen Lebens von fruchtbarster Wirkung erweisen; man k<mle belsMlKMisS mir an das >neue Reichsschulgesetz, das Den religiösen Charakter der einzelnen Bekenntnisschulen in unmittelbare Beziehung zu dem der vorhandenen Religionsgemeinschaften bringt. Der zweite Punkt der Tagesordnung, der NKlbMtk Nkl' fflFFFPn gjjntnarbirettor Dr. Car» lebach -Köln mb Mrttelschulleyrer Ochsene m a n n -Frankfurt - zu den Schul- und Erziehungsproblemen vorsieht, wird den Verbandstag vor nicht minder wichtige Entschlüsse stellen wie die Vorlage des Judengesetzes. Was bis jetzt auf dem Gebiete der jüdischen LeyrerhiNung ZrsMr» ist. Ml in NW höherem Grade als bei der Lehrerbildung im allgemeinen bloße Notlösungen dar, deren vorläufigen Charakter niemand verkennt. Der Verbardstag sollte sich unsres Erachtens bemühen, len Will?K im OrtWdlMk zur M8Wl!8 selbständigen, ein’ geschlsssöNös religiöses Milieul gewährleistenden Ausbildungsstätte für orthodoxe Lehrer in möglichster Klarheit und Entschlossenheit zum Ausdruck bringen. Auf die Dauer k»nn der Staat diefern legitimen Wunsche IN seinem eigenem wohlverslanden en Ml Erfüllung nicht weigern. In der Frage der R e l i - gionslehrer-Ausbildung bedarf es einsichtigen Verstehens auf seiten der Lehrerorganisation sowohl wie auf derjenigen des Geirreinder-erbandes; diese Verständigung kann nirgend s leichker sein als unier Küks perfchaften, denen die Thoraweisheit ja nicht ein Lehrfach unter zwanzig gleichgeordneten Disziplebte, deutlich hervorgeht, datz die materiellen Atome wohl mit mechanischen und chemischen, jedoch nicht Mt QWtfatn mam mfmm* Pnb> sich obige chassidischö Ansicht von dem Pantysismuy Spiuoza's und Haeckel's nur dadurch, daß sie Gottes Geist nicht restlos in der Verbindung mit den Atomen der Materie aufgehen läßt, sondern Gott, trotz Vieser unendlichen Teilung Seines Geistes als selbständiges Wesen anerkennt und verehrt, während die PanflMöt lAMMM ßsn Geist vollständig in Verbindung Mt dm Möwen anfgehcn iassen. Datz, wie es in Ihrem Artikel heitzt, die Auffrischung des ermüdeten Geistes in einem schlaffen Körper, durch Zuführung rein materieller Nahrungsmittel (die also nicht ..mit Geist' verbunden wären) MlTkKkll e*n unlösbares Rätsel fetrt mürbe, kann? ich ntctjt sinden, Bi« NätzrunzLmittel führen dem ermüdeten Körper, also auch dem Gehirn; an welches der Allgütige unsere Geistesnrasl. gleichsam wie Elektrizität an einen Akkumulator, geknüpft hat, frisches Blut zu, und dieses kräftigt unfern erschlafften Denkapparat so, daß er wieder die ibnr von Gott verliehenen Geisteskräfte in voller mb man üMMlAn lillMli Wohl können wir viele Geschehnisse des Lebens weder verstehen, noch erklären, und wtr können uns nur zu eigen machen, was Professor Dübois Reymond in seinem berühmten Dortrag über die sieben Lebensrätsel sagte: „ignoramus, ignorabimus“; wir verstehen es nicht und werden es nie verstehen". Jeboch scheint mir es Keffer, das was wir auf sogesirnnti Nätüülichs. aiHfamo WM Müllen Süllnm, nicht durch irreführende Mystik eMäkött zu Wollen, denn dieses scheinbar so ^einfache" Nalurgeschehen ist so wunderbar, datz es keiner Mystik bedarf, um Der Israelit Nr. 38 Seite 3 linen ist, sondern Anfang und Ende aller wahrhaften Geistes- und Herzensbildung. ^lles »as bte be«±f<f>e Jubsnhsit an schmerftön moralischen urw wirlschafÄ^en jü diesen trüben Tagen des Niedergangs bedrängt, wird wohl in den Berichten über die La g e d e r Kleingemeinden (Rabb. Dr. Wolf- Köln) zum Ausdruck kommen. Grade bei der Beratung über diese Dinge aber, die zwar keine „Lösungen" WH papiMö mwm OTHTtWI; lassen, wohl aber im Sinne des M212 tk die Köpfe und Herzen für die Sorge um das Gemeinwohl öffnen sollen, wäre die Teilnahme möglichst zahlreicher erfahrener Gemeinde-' Vertreter sehr erwünscht. Mancherlei widrige Zeitumstände haben seit Lrtzvzn PMöinsllMö ÄussvrWk W Kreise für die deutsche Orthodoxie zur Seltenheit werden lassen; hoffen wir, daß für Preußen wenigstens der bevorstehende Verbandstag zu einer Tribüne des gesetzestreuen Judentums wird, 'von der Leben zeugende geistige Anregunp« nach innen nnD mWtsM einheitlichen reügwfen Wüllens nach außen in reichstem Maße ausgehen werden. lvochenrundschau. mm Die Züvrchev Demonstration. Die nach Zürich einbernsenc Äonftrcnz Schutze der jüdischen Mmderheitsrechte hat, wie unsere^Lefer aus den Korrespondenzen der letzten Nummer ersehen haben, den erwarteten Verlauf genommen. <Ls mar ein ^>tsll-Dich-ein der zionistischen AmirEa und Mligkn Ländern des Ostens, begleitet von an sich wertvollen und mit war,nein Empfinden vorgetragenen Reden, mit demjenigen beschlußmäßigen Ergebnis, das man bei der Zusammensetzung der Uonferenz von vornherein erwarten konnte. Dis UsgßtM stellen juncicfcfi fest, daß die Minderheitsbestimmungen der Fricdcn^- verträge nirgends in vollem Maße verwirklicht worden sind. Alsdann erklärt die Konferenz, daß die volle Verwirklichung der Gleichberechtigung und Gleichstellung der Zuden in den osteuropäischen üänDCin.; in?sn?n Tjwben ein nationales Ceben fügten, nur ber Anerkennung böö Rechtes au/ nationale Autonomie in innerjüdischen Angelegenheiten möglich sei. Demzufolge verlangt Resolution 3 folgendes: „Der jüdischen Bevölkerung jener Länder muß filltz Äkchl vkkllkPn inftTn/ öffe"±Iian rechtliche Körperschaften ins Löben ZU rufen, die sich mit allen inneren jüdischen Angelegenheiten zu befassen hätten und das Recht haben sollen, der jüdischen Bevölkerung Steuern aufzuerlegen. Diese ^Körperschaften bestehen aus 0lSl*ra^Orfanen (2t atio n alräi sn^ Oberraten, oder Zenlrälräten) unö aus ganen (Aehilloth). Diesen Körperschaften soll die Befugnis erteilt werden, im Rahmen der allgemeinen Gesetzgebung das jüdische Schulwesen zu verwalten, die Unterrichtssprache wie . das Programm der jüdischen Schulen zu bestimmen. Ihnen soll ein entsprechender Teil Ui uv LZZjDnnß und m mm? waltungskörperschaften nach dem Zahtenverhaltnis der jüdischen Bevölkerung zugeteilt werden." Hier wird in unverschleierter Alarheit ausgesprochen, daß ganz im Geiste des Wortführers ber Konseren^, L>es rabikalen Historikers Dubnow, das Ziel dieser naNonalcu pvliÄ«r mene Nationalisierung und Entkonfössionallsierung der jüdischen Bevölkerung des Ostens ist. Wie eine nationale Autonomie aussieht, in der die zionistischen Advokaten das öffentliche Leben beherrschen, hat die religionstreue jüdische Bevölkerung lil f'tauen Jahrelang mit <5>raufen erlebt- Aus diese Leute wirkt jcoe iÖnuncrung «n «tt«» religiösen Zdeen des jüdischen Volkes wie ein rotes Tuch, und sie setzen an die Verwirklichung dieser ihrer antireligiösen politischen Aspirationen einen Fanatismus, von dem ihre liberalen Gesinnungsssnoffen im Westen gar keine rechte Vorstellung Das rückhaltlose Bekenntnis bet DAndörhöttSschutz-Konferenz zur areligiösen nationalen Autonomie zeigt nachträglich mit noch viel größerer Alarheit, wie richtig es gewesen ist, daß diejenigen lüdischkn GkZgnWllrnrni?k°'Uuf anderem politis^en oder religiösen Boden stöhöN, die Roufereuz Mir aller Schärfe desavouiert haben. Lagen die Gründe für diese Desavouierung zunächst und in erster Reihe auf außenpolitischem Gebiet,"so darf die Orthodoxie sich jedenfalls besonders beglückwünschen, baß sie sich nicht dazu hergegeben hat, der &ir nmivpMllisZM SuiMunaen der Herren Motzkin und Dubnow zu werden. Herr Dubnow könnte sich rnit den Verheerungen begnügen, die sein Geschichtswerk unter den glaubenstreuen, aber unreifen jüdischen Massen des Ostens anrichtet. 3!« P-Mchi Biniynumöuita durch Da§ m nistische Freidenkertum lehnt die ungeheure uns mit trefster Ehrfurcht vor unserem Schöpfer zu erfüllen. _ (Wir halten die Einwendungen unseres gefch. MitäktzsttöM uichi mr ourchMagknö, m der tzlü-Beseelung hüt — natürlich nicht im Mnozistischen Sinne, was 5>err Cohn ja selber zutreffend hervorhebt - in der jüdisch-philosophischen Literatur so unbestrittenes Bürgerrecht erlangt, datz man ihn unmöglich verbannen kann. Was aber die Erklämna des Zusammenhangs zwischen Gehirn und VÄst mit Dom MUß DES WKMMM? m ber Elektrizität betrifft, so schmecklt diese Schein-Erklllrung doch zu stark nach Maierialismus. als datz sie heutzutage erträglich wäre. Vom materiellen Gehirnatom zum gedachten Gedanken führt keine Brücke. Red.) Das Tote Mccr — die reichste Kali-Quelle der wett. Wie die „Ita" vor kurzem mitgeteilt hat, hat die Palästina-Regierung an den jüdischen Ingenieur in Tel-Avio. Suprasky. eine Konzession zur Aus- Ssmung Der Kaiwtoffc am Lvtrn mm?* Dernehen. Nach amtlichen Angaben enthält das Tote Meer 1300 Millionen Tonnen Kali, in der Form von Kaliumchlorid, .im Marktwerte von 280 Milliarden Mark, 88: Millionen Tonnen Brom, in der Form von Magnesiumbromid, im Marktwerte von 1040 Milliarden Mark, 11900 Millionen besonders reines k^8Tl8!8 W M«rkrtmcrtc von 108 Milliarden Mark und 22 Milliarden Tanmn Nasne^llüiHlsM im Marktwerte von 3300 Milliarden Mark — vom Gips nnd vom Kalziumchlorid nicht zu sprechen. Dr. Thomas H. Norton, der jetzt in der New- Borker Fachzeitschrift ^Chemicals" über die bevorstehende Ausbeutung des Salzdestandes im Toten Meere berichtet, rechnet bereits mit einer baldigen und Eäffkffffü D6S Wkll« Kalipretfes um SOpCt. Er schreibt, üllf dem Gebiete der ganzen chemischen Industrie gebe es keine Chance gleich der. die sich jetzt, ganz im stillen, in Palästina vorbereitet habe. Und nichts könne Palästina daran hindern, in der Lieferung einiger unserer rnichttgsten und gebräuchlichsten Chemikalien ein cnüchÄmL-r FÄM M8 MI ®(S UMS Weitmonopols zu werben. In der heutigen Ausgabe des Ullstein-Blattes ,B. Z. am Montag" zieht E. L. aus den obigen Tatsachen diese Schlußfolgerung: 6000 Millionen Mark, das Doppelte des ame- UffÜnifKLsi Nationalvermögens, beträgt der MniMwtti der wichtigen T«W, iU jetzt ist im Meere liegen. Aber die Regierung in Palästina wird schon in allernächster Zeit an die Auswertung dieses Mineralschatzes gehen, der hauptsächlich durch Verdampfung an der Sonne, also mit geringsten Kosten,.gewonnen werden kann. Am Toten Meer, nur 100 Kilometer vom nächsten ammrnMmfßR. mim ts doid mt werden. Kleine Büchlein. „Vom Ketzer zum Gläubigen" (mr vi-op'sn yis r>»a») von Dr. Nathan Birnbaum, dieses schöne Ifiiiiiilis ßimr rimnM Wssih wns deutschen QriginälÄULzsbe feit Jayrm woywerrram ist, ist in jiddischer Sprache im Verlag Ieschurun, MjäMIHiiiiHB&ai

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