Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1927-08-25 · Heft 34 (25.8.1927) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 34 (25.8.1927)
Date
1927-08-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2446951-2450442-2450476--74268-2531730
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

SSW 6 Ok.Ol_ ihn in bewußtlosem Zustande aus dem Abteil tragen mußten. In dem gleichen Zuge fand man sechs weitere schwerverletzte jüdische Reisende vor, die aus den Abteilen getragen werden mußten. Der aus Botoschani stammende Osias L. Rachmut erhielt am Kopfe so fürch- MM All«», Süß » «S ßgipüiü ÄschM. i«s der Station Stadt-Krmpolung wurden die jüdischen Reifenden schwer belästigt, die Cuza-Studenten stießen Drohungen und Verwünschungen gegen die Juden aus. Ngr dem Eingreifen der Wachorgane war es zu Lanken, daß die mit dem Zuge eingetroffsnsn jüdisch-sn Steif,«mk«, sich in iU ßUtl UgeUn lonui^n, Mehrere von ihnen ent; gingen aber ihrem Schicksal nicht, denn sie wurden in den Straßen der Stadt von Studenten überfallen, die mit Stöcken auf sie losschlugen. - Der jüdische Deputierte Dr. Straucher hat telegraphisch die Regierung von den Exzessen benachrichtigt WID um WM MMN. M arn 10. Auzust in Lzärnowitz aus dem Süden emgetroffene Zug war fast leer, da die Mehrzahl der Passagiere aus Furcht vor Ueberfällen unterwegs den Zug verließ. Die wenigen oingetroffenen Reisenden erzählen, daß die Gendarmerie, die in mehreren Orten um Hilfe angerufen wurds. nichts UM!8ÜjUD ÖSf imfcrncmnreTi Ifai Das „Czernowitzer Morgenblatt" schreibt: „Die Fichten- und Buchenwälder zwischen Dorna und Gurahumora widerhallten Mittwoch nachts vom Klagegeschrei unschuldig Ueberfallener. Knüttel und Keulen gelangten wieder zur Geltung, und die Eisenbahn, diese auch von 3llößR fß Slerle{prseinri<f^«ng( WVi“ der einmal Der Schauplatz schauerlicher Exzesse jugendlicher Hakenkreuzler. Warum sind die SicherhMsorgane nicht gleich ausreichend zur Stelle, wenn es sich darum handelt, derlei Exzesse zu verhüten? Werden die Schuldigen zur Verantwortung gezogen und bestraft werden? Vou ver VeanWxssggg WsA ®Uf Mgl US flfi, Dfl Die jüdische Bevölkerung rn diesem ücmde der ihr verfassungsgemäß gewährleisteten Sicherheit an Leben und Freiheit auch wirklich teilhaftig bleibt oder nicht. Die Straflosigkeit früherer Exzedenten hat dazu geführt, daß die Vollzugsorgane des Sicherheitsdienstes ein Einschreiten bei untisenütischen Exzessen nicht mehr Jiir nötig Wien, Darin liegt Me große Gefahr. Es fetzt sich dis Ueberzeugung fest, daß der jüdische Bürger vogelfrer ist." (ITA.) Innenminister Duca verspricht exemplarische Be- Da^nng SAußrigeiL Czernowitz, 15. August. Innenminister Duca hat dem Abgeordneten Dr. Straucher telegraphisch bekanntgegeben, daß aus seine Anordnung eine strenge Untersuchung, der Dornaer Vorfälle eingeleitet und gegen die Schuldigen wit sxswplcrrif£f}0H tzörgs-gängen merken wivi}, Sehweiz. Die jüdische Minderhertenschuh-Konferenz. Zürich, 21. August. Um iiSomite üei Delefiations Juivn" und von den amerikanischen Zionistensührern einberusene Konferenz zum Schutze der jüdischen Minderheitsrechte wurde Mittwoch, den 17. August eröffnet. Die Liste der Teilnehmer zeigt, daß sämtliche großen jüdisch k kl OrglllllsüttÜNLN. MS m imssUtt sich jern gehal te n haben, so daß die Zionisten gänzlich unter sich sind. Demgemäß ist es logisch, daß Nachum Sokolow zum Vorsitzenden gewählt wurde, worauf sich Leo Motzkin mit den Gegnern der Konferenz auseinandersetzte und, Stephen Miss dis Zisls Drr amßrifartÄit ZiMistssi <mfmicfe{fe, Sann sprachen Mofflnsohn für den Waad Leumi, Oberrabbiner C h a j e s , der Historiker Dubnow und Louis Ltp s k y für die Zionistische Organisation Amerikas. Dubnow behauptete, die westeuropäischen Assimilanten lehnten die Konferenz ab, weit sie das Wort „jüdisches Voll" lelertf Ue jützischrn Massen aber toetglerken sich als ÄNL religiöse Gruppe angesehen zu werden. Don irgendwelcher Wirklicher Würdigung der schwerwiegenden Argumente, die von den großen Organisationen Englands und Frankreich sowohl, als von der Agudas Jisroel gegen das System des zionistischen Mindsrheitsschntzes Faltend gelllächj »orLn sind, Wflf nmüllay ItlTlt Rebe. DIB Xß* gung schloß am Sonntag mit der Wahl eines ständigen Komitees, das die Rechte der jüdischen Minderheiten im Sinne der Friedensverträge vertreten soll. B s f 3'ft * ft » Hx Die Woche. BEtlin. 3n las jDzwz i[l;s 16. August zu schweren antisemitischen Gewalttaten gekommen. Eine Gruppe von 22 Nationalsozialisten mißhandelten jüdische Kurgäste und Einwohner und versuchten, eine Versammlung unter freiem Himmel abzuhalten. Di» Polizei nahm den Führer und vier seiner Komxssgxg M — Ms MltzUMx MüjMLki m MMN- GvMslastsxung und Aufreizung zum Klassenhaß zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Er hatte zum Totschlag der Juden aufgefordert. Seine Berufung ist jetzt von der Strafkammer des Landgerichts 3 verworfen worden. Nürnberg. Zu der Hitlerheerschau am Sonntag waren zwanzigtausend Anhünger aux Mg LMlslWlH MWN M Wiparfeten IlllszigtausMd srschiäsieN. Die Berliner Polizei hat 400 aus Nürnberg heimkehrende Nationalsozialisten sestgenvmmen, und nach Feststellung der Personalien wieder entlassen. Paris. Wladimir Jaboiinski hat einem Interviewer gegenüber mitgeteilt, daß das bekannte Churchill-Dlernorandnm non- 1922 nietet 9J&*, fonbern Mr. Herbert Samuel zum Verfasser habe. Herbert Samuel soll damals der Zionistischen. Exekutive für den Fall, daß sie das Memorandum nicht annähme, gedroht haben, der Text des Mandates werde geändert und die Zionistische Organisation des Rechtes, als Jewifh Agency zu fungieren, bemit Men. Utaa. Hof 3Rimf&2&& out. Düner, Utoßfii Thsjilli 811e[er § p! ra, Der zur Zeit in Karlsbad zur Kur weilt, ist dort leider durch ein Auto überfahren und ziemlich schwer verletzt worden. Man hofft indessen, daß seine Wiederherstellung nicht allzulange dauern wird. London. Nach Zeitungsmeldungen ist in England ein antifemitisthsr Gsherrnrmn nufer.. Dem lamon „WM RMr EüalllNDs" gsgrundst Wörden. Von jüdischer Seite mißt man dem Unternehmen keine Bedeutung bei. — In Portsmouth ist vom Polizeigerichtshof nach längerer Verhandlung ein Metzger lediglich mit einer formellen Geldstrafe von einem Shilling belegt worden, der Schweine geschlachtet hatte, ohne sich des vorgsschriskercen giuiauoarafos M [ßpurnKfm ©*$„- bung zu bedienen. Der Gerichtshof bedauerte, daß er gezwungen sei, die formelle Geldstrafe von einem Shilling auszusprechen, obgleichnach dem einwandfrei geführten Zeugenbeweis das Betäubungsverfahren durch Schuß-Apparate eine Gefahr für tf Mkttlmri UÖiütL Mfß WttM inhuman, wenn such nicht gegenüber den Tieren, fo doch gegenüber den Menschen sei. — „Times" widipet der jetzt zur Vergebung kommenden Konzession zur Ausbeutung der Mineralschätze des Toten Meeres einen zweispaltigen Aufsatz. Der Vorrat an Kali könne praktisch als unerschöpflich gelten. Dur® MS itiiteifa vvm Toten Meer nach Veth-Schan mit Anschluß an die Linie Damaskus-Haisa muffe die Möglichkeit billigen Transportes nach ganz Vorderasien gewonnen werden. Budapest. Die Vudapester neologe Relrgionsgemeinde hat die Aufnahme einer Anleihe in Höhe von einer Million Dollar beschlossen, um aus dem Erlös drei meue MMl1, m AU: tax und ein repräsentatives Gemeindehaus zu erbauen. Bratislawa. Auf Grund einer von der orthodoxen Landeskanzlei vovgenommenen Enquete werden von jetzt ab die unter zuverlässiger orthodoxer Aufsicht stehenden Restaurcrnts in dcr Tlowasxj m M Wss üem Armburgcr Levein heransgeMbeM Bsvzeichnrs der rituellen Speisehäuser ausgenommen. Die betveffenden Restaurants werden in dem Verzeichnis des Speifevereins mit dem Vermerk O. L. B. ^Orthodoxe Landeskanzlei Bratislawa) versehen sein. Newyork. Der allgemein angsschsns Präsident des V-e^c Landes IlNAAkischär 3nden in N«bbl^Samuel Vüchler, ist in einen Meineidsprozeß verwickelt worden. Im Publikum ist man von der Ungerechtigkeit der Anklage überzeugt. Jerusalem. Der Fmanzabschluß der Palästina-Regierung für das Finanzjahr 1926/27 weist einen Ueberschuß von nahezu Lst. 300.000 «ruf. — Sln der äMÖMIM hält sich röterer elnrn-af ern hednukrllcher Ueherfall eines arabischen Rohlings auf jüdische Schulmädchen abgespielt, die mit ihrer Lehrerin die Mauer besichtigten. Die Lehrerorganisation Erez Jisroels veröffentlicht in der Presse aus. diesem Anlaß eine scharfe Beschwerde gegen die Polizeiorgane, die noch immer ni^t für eMs HMxx NkgnMMMg Ul um dm WesimaMi und sni » gründliche Verbesserung der Stcherheitsverhältniffe besorgt sind. ._25 August 1927 Ma-n wird festzuhalten haben, daß dieses Komi'tee lediglich die Zionistische Organisation und die ihr angeschlossi, M neu Gruppen vertritt. > I xHrrttU. 'll sflmjuit. I Aus den Verhandlungen der jüdischen Minderheits- \ schutz-Konferenz ist noch folgendes zu -erwähnen. Prof.! W i s ch n i a k hielt einen Vortrag über die Prozedur! des Völkerbundes bei der Behandlung von Petitionen! nationaler Minderheiten. Hier wären Derbefferungen j DrinuenD lirfoÄii®. Df. öcr Tschechoslowakei referierte über Die Zusammenarbeit der I Juden mit den anderen Minderheitsnatianen. Gegen! Dubnow, der die Judenpolitik der Sowjetregierung angegriffen hatte, polemisierte Tfchernichow, Wilna, wogegen Ussischkin sich auf den Standpunkt Dubnows stellte..Die polnischen Sejmöej,ntterten Dp. Netch tzsth TlÄfftzlilüII deromen Den praktischen Zweck De* Konssvönz, die den jüdischen Minderheiten in Osteuropa einen Rückhalt bieten soll. Für die Jiddischisten sprach der Schriftsteller Nom-1 berg. Am dritten Tag protestierte Wvlfsohn--Newyork gegen die neuerlichen judenfeindlichen Exzesse in Ru- - rnänisn. Richte, M W Mff M Amerika aus beim Staatssekretariat 'des Auswärtigen Schritte unternommen habe, um Vorstellungen bei der rumänischen Regierung zu veranlassen. In der Nachmittagssitzung am Freitag nahm die Versammlung eine Resolution an, durch die in allen Länd«.n mit jüvisc^ep MaffensWMS UZ DittM nöfiÖMfe AnwnlMw geforbökk wird, deren Träger össenttich-r-echi-. liche Körperschaften mit Selbstverwaltung fein sollen. In der Diskussion entstand ein scharfer Gegensatz zwischen den Jiddischisten und den Hebraisten, so daß die Fanatiker der ersteren Gruppe die Konferenz unter Protest verließen. ItolSfttoa. Zur Ausführung des Gemeindegesetzes. Jerusalem, 14. August. Es wäre eine ganz irrige Annahme, wollte man glau- Drn, stuff nur :&(ü in lu$? (Sonnen[e{t|«fj^?memde fchlm seit Jahren zusammengeschloffenen orthodoxen Kreise auf Grund des neuen Gesetzes sich selbständig organisieren und aus den- Gewissensskrupeln, rn die sie die Zugehörigkeit zur Waad Leumi-Gemeinde verstrickt, heraus kommen wollen. Dies zeigte sich L-esond-ers •ö'entlic^ tn -einer am ätzten Donnerstag sttMgöhllbtöN großen Bsrssmmlung von Rabbinen und Vorstehern' großer Mischer Anstalten, die von zahlreichen Anhängern des Oberrabbiner Kuk besucht war. Allerdings ist es für diese Kreise hauptsächlich das Frauenwahlrecht, das,den Stein des Anstoßes bildet, weniger die Wählboirkeit v-on GssstzLsübsrfütet m tu (BememUorgqne, Lberrabbiller Kuk selber konnte an der Versammlung nicht teilnehmen, 'da er in Haifa weilte. Man vermutet, daß die Einberufung der Versammlung gerade auf diesen Zeitpunkt nicht ganz ohne Absicht erfolgte, weil sich unter den Initiatoren eine ganze Anzahl Persönlichkeiten befinden, denen die Haltung R-abb. Kuks viel 'zu. konipr-oinih^neunöli^ nn'd krschemt. Natürlich hat sich in der Presse ein großer Entrüstun'gsstürm darüber erhoben, daß man auf diese Weise den Oberrabbiner zur Seite geschobenhat. Inzwischen ist der Waad Leumi in Verhandlung mit den Bercinstctltem der Versammlung ]'/ UUlf kZ WllüU't tet, DaB man ohM AMdWUNg Üs Gesetzes selberden Ausschluß der Frauen vom Wahlrecht und von der Wählbarkeit wenigstens für die Stadt Jerusalem konzedieren will, um einen Massenaustritt orthodoxer Kreis: zu vermeiden. Am den Sabbat. Haifa, 14. August. Die Skandale, die sich vor 14 Tagen vor dem Kino Empire abspielten, haben die Gemeindeverwaltung in Haifa oevanlaßt, der gcrnzen Fra^e der öss-enilich^ss dnientw^Mug ihre AufmerksamMt All wtdmrn. Die Verwaltung verössentlicht einen Ausruf, in dem sie mit energischen Worten gegen das Oeffnen der Läden am Sabbat zu Felde zieht und die Bevölkerung ausfordert, wenn nicht aus religiösen Gründen, so doch aus Selbstachtuns und aus Gründen der nationalen Würde dein £af>L*f Ln ZhosExx siries öfsellMhsn NllhMMS M belassen. Es sind starke Strömungen dafür vorhanden, die für den Erlaß einer Kommunal-Verordnung wie in Tel-Awim eintrelen, durch welche Polizeistrafen auf öffentliche Sabbatentweihung gesetzt werden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.