Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 34 (25.8.1927)
- Date
- 1927-08-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2446951-2450442-2450476--74265-2531727- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 34 Sette 3 23. August 1927 aber sind' bedeutende Summen erforderlich, um ÖQS QM vollenden. Der Semmarbau in firaiäü wird, wenn er Vvllenvel \% ein E!)rrn- Zeugnis für die Kraft des agudistifchen Organifationsprinzips in seiner Anwendung auf die.Verhältnisse des Ostens darstellen. Die Aguda aber hilft mit diesem Werke den Bestand des ganzen jüdischen Volkes sichern, dessen Kraftquelle M noch vnrm?v w OftsN UttD Dßjfßtl abhängig ist von der Treue und Gesinnungsremheit des weiblichen Geschlechtes, von jenen Müttern, in deren Verdienst unsre Väter aus Mizrajim zogen, und auf deren Schultern die dereinstige Erlösung ruht. Eine originelle Idee. Der Zionistenkongreß, der Mitte nächster Woche an seiner Geburtsstätte in B a s e l zusarnmentritt, wird die Führer und Träger der jöiB??UWTX0 einer von schrneren Sorgen UM die Zukunft umwölkten Atmosphäre sinken- Es öÜt$ sich mehr und mehr, daß der Plan, ein ganzes Land, das Jahrtausende sozusagen wüst und leer seiner Wiederauferstehung harrte, mit einer Bevölkerung von Hunderttaus enden »zu besiedeln, die Kräfte WlllkM ftkikll Organisation übersteigt. Nur eine moderne Großmacht, wie etwa England selber, wäre zur Lösung dieser Aufgabe auf natürlichem Wege imstande. Die kaum mehr erträgliche wirtschaftliche Not, in die viele Tausende der heute im Lande wohnenden Juden geraten sind, hat schließlich Prof. Weizmann zu dem be- ^Hpten Abkommen über den Eintritt der amerikütttschen Notabelst m die Eiewft!) Ägenry anlaßt, obgleich ihm aus der Mitte der Organisation selber wegen der dadurch bedingten Ver? Wässerung der politisch-nationalen Idee die schärfsten Vorwürfe Und die stärkste Opposition gemacht werden. Diese Heranziehung der amerikanischen AMMst um von Prm einer mttiöst Wen Betonung des jüdischen Nationalismus ist schließlich der letzte Rettungsanker, nach dem die Bewegung greifen muß, solange nicht England selber es-als seine Ausgabe betrachtet, die Besiedlung Palästinas in die Hand ZU nehmen. Unter bleftn MVdiSllt fiin schlag Beachtung, den das führende zionistische Blatt Englands, der Jewish Chronicle, der allerdings auf einen äußerst radikalen nationalistischen Standpunkt steht, vor einigen Wochen der Oeffentlichkeit unterbreitet hat. Das -Blatt geht ebenfalls von M LatfaA «wsf baß die Kräfte der Zionistischen Organisation niemals ausreichen werden, um den kolonisatorischen Aufgaben, die sie sich gesteckt hat, zu genügen, daß auf der anderen Seite die Zusammenarbeit mit den Ameri- D e r Israelit kauern das eigentliche Ideal des Zionismus, die Errichtung einer jüdisch -n a t i o na l e n Heimstätte MhM. AmDtefemorimöe wisst wish Chronicle" vor, Erez Äisroek gewljserMüßSN in Zonen zu teilen und die eigentliche Tätigkeit der Zionistischen Organisation auf ein relativ kleines Areal innerhalb Palästinas zu beschränken. Dieses Areal fßgte 4tßnn pgch rein jübi|ct)=nationaIen GesichtspUttktLU auf gebaut unD MueGröMwürde \% nach den Mitteln, auf welche die Zionistische Organisation rechnen kann, bestimmt werden. Außerhalb dieser nationalen Heimstätte könnten nicht, nurdie Araber ihre eigenen nationalistischen Aspirationen verwirklichen, sondern es MÜkk llükst p^p-palä^tinen^^ aber nicht nationalistisch gesinnten jüdischen Brüdern möglich, chr Interesse an der Besiedlung des heiligen Landes ohne Gewissensopfer materiell und ideell zu betätigen. i Wir glauben zwar nicht, daß der originelle Vorschlag, der mit Dem „national Lonii P&- lestine" Ernst macht, schon bei dem diesmaligen Zionistenkongreß starken Anklang finden wird, aber es könnte sein, daß die Logik der Tatsachen zur Annahme ähnlicher Vorschläge später zwingen wirb- Dann allerdings könnte man den Gedanken weiter fortfpmnen und auch demjenigen Seil Des jüdischen Volkes, der die geschichtliche Tradition aufrecht erhalten hat und sich daher als den Kern der jüdischen Ration betrachten darf, der Orthodoxie, auch territorial die Möglichkeitzueinerautonome »Entfaltung n Crez Sisroel gewähren. kurz, in Crez Jisroel eine offenil{frVe$$4 gllfilfjßltQ Heimstätte der Thora zu errichten. Dieser Gedanke, der legislativ in dem bekannten agudistischen Gemeindegesetzentwurf für Palästina zum Ausdruck kam, er ließe sich vielleicht auf einem begrenzten Territorium innerhalb des LllllDöö MfflirffiÖJOl; Mn WLlM freilich bliebe und darüber dürste sich auch der „Jewish Chronicle" nicht im Unklaren sein: die heilige Stadt selber, Jerusalem. Eine jüdifä nationale, oder eine jüdisch-religiöse Heimstätte o h n e Jeruscholajim entbehrt ihrer moralischen SfonmWg üttd Kl-SÜMZ. IHßim auch Da gMährt der Rückblick auf die jüdische Geschichte vielleicht eine Lösung in Anlehnung an den bekannten Satz: •a'ünwV ,2pVkM3 xV dV!»32' Warten wir zunächst ab, welche weitere Entwicklung die ökonomische Krisis nehmen und wie 818 ^Mfgwnaennrbeit der Zionisten mit den am-srlkonischen Phil»ntropm sich bewähren m!rb. Jüdische Frömmigkeit lo christlicher Beleuchtung. Von Rabbiner Dr. Al. Lewin in Hamburg. Der bekannte Leipziger ev. Theologe, Prof. Jeremias, hat soeben eine Schrift *) veröffentlicht, die heute nicht ohne aktuelle Bedeutung ist Mt# i\m Betrachtung an dieser Stalls to&mk. Sis gibt öigmlMV NÜA oder nur im geringen Ausmaße das, was man, nach ihrem Titel zu erwarten berechtigt ist. Wer sich etwa über Forderungen und Erscheinungen jüdischer Frömmigkeit hier orientieren wollte, würde eine ganz falsche Vorstellung von der Wesensart des LllökllMM rWssfll- Bilder, die in diesem Buche insbesondere von der Frömmigkeit des orthodoxen Judentums gezeichnet werden, sind wirklich nur Momentaufnahmen, wie sie sich dem Darsteller gerade gelegentlich darboten, — wohl eine echte Wiedergabe von Einzelheiten, daneben aber viel E)MMEomll!meriyIi stäkh DßP persönlichen Einstellung des Verfassers reflektiertes Beiwerk, das die Echtheit des Ganzen gar sehr verwischt. Man vermißt aber auch irgendwelches Eingehen auf die jüdische Sittenlehre, aas die Bindungen im sozialen und gesellschaftlichen Leben wie aus die Verpflichtung, ble fwf) aus dem im Judentum vorherrschenden Begriff von üVN Viip „der Heiligung des göttlichen Namens" ergibt. — Die Struktur des einführenden Kapitels ist ganz und gar bibelkritisch, teilweise auch christologisch, und damit fällt dieser Teil ans dem Nahmen unserer Besprechung. Doch sei der Vermun^erung Aus!>rui! 3fl¥ß5 miss die Behauptung von der Kreuzigung des „Messias" durch das Volk des alten Testaments aufrecht erhält und die angeblich „allen gemeinsame tiefe Abneigung gegen das Christentum" sogar durch Sperrdruck hervorhebt. Was der 3Mfa{fer (auf ü-.M) Dkl «fing starke Todesfurcht" als „Eigenart der jüdischen Volksseele" sagt, ist sicher nicht zu beweisen, ebenso trifft nicht zu, daß „Freisinnigen die Aufnahme auf den orthodoxen Friedhof verwehrt wird." Auch bei der Behandlung des eigentlichen Themas ändert Zer Alllöjl M bsWits lllWDßlltßtß MßlhoDk MHt. Darum bezeichnet er den Talmud als „Zaun um den Zaun" und fetzt bei frommen Juden eine Weltanschauung voraus, wie sie kindlicher kaum gedacht werden kann,. Man stelle sich vor, was Jeremias ihnen zutraut. „Zwischen Judengott und C^ristengott sielst er unter der Wirkung einer *) Jüdische Frömmigkeit von Dr. A. Jeremias Professor der Theologie in Leipzig. 1927. I. C. Hinrichs'sche Buchhandlung. Leipzig. als die „Waffenträger des Herrn zu bewähren! (S. Sur Stelle). — Das ist eine SulahttltttQ, wie sie Me ans unserem Asrgrn wKOstt ZSSs, — 011| Dfltj unser Schaffen für uns und unsere Einstellung zeuge. Nur so gilt auch für jeden Einzelnen in Israel das Wort: „cnpn pp? Vdi nV»' kV 7V» ist» 'Vs Vs '»'Enn ostzraV nnx« Jede Waffe, die gegen dich geschmiedet wird, richtet nichts aus, und jede Zunge, die sich gegen dich zum Gerichte erhebt, sprichst du schuldig, 'n b«3 vnpnL', 'n '22p nVm nxt. Das ist das Erbe der Unechte Zes HäkM UüD ttzlß Gerechtigkeit wurzelt in mir, das ist der Spruch Gottes." — ' ' Drei Fragen. Don Iacoö Heßter in Mürnöerg. i. sm Talmud Tr. wä *nna Seite 16 Bsnwüi V"r ’"bh zur Stelle ry rü; ,a> Vü> 1VV is« p^V X'^n So nannte 1121 den '22 X"N in verächtlicher Sprache." Dieselbe Bemerkung macht Vr auch im 7Nb'22 Seite 8, wo 12 xisp den x"N ^2 ebenfalls nannte. Der Beinarüe rr^v ist dadurch verständlich, da R«n '2 das m miß Das m aussmach. rote DM aus Lr. nViia Seite 24 uüd W dort gegebenen NMMi Erklärung hervorgeht. — Demnach war x^V kein Spitz- oder Schimpfname. Was oeranlatzt nun V"f ’’"^2 an beiden Stellen zu sagen: x”ii 72 Vv DN ,21'2 22 ’Xaa iwV? War dies aber, wie V"l '"V2 meint, m 'X2A pVV' wie dursten wnpn 1322 und X2sp 23 ihn. bett großen s«n '22. in dessen Gestalt ,.2'Vx umn Dßt öM^H m*\ ertcoteiii tön vvn Mm gEschmerzen heilte pns ni22 D'!7X22) und der den Stammvätern gleichgestellt ist n"S <n xsr»s» X22) 2"v 'X33 11VV2 nennen, was doch stteng verboten ist >«8 TI. mm MD Tr, »nj?n Ü"S nTm wma. 12'2NV wie auch ,72s ,221^11 ^Vuv und ,23^8 *p2' woselbst ersichtlich ist, daß es unstatthaft ist. jemanden bei dem Spitznamen zu nennen, selbst wenn dieser auch schon gebräuchlich ist, so man die Absicht hat, ihn damit zu beschämen. 2. Zu Vx2w' '3pT8 V'X ll'V2V 'V .2LVX (Bamidbar K0V. 11} D, 16) SMssfst unter anberem: ,2"2pnV VW 23323, bei sie auch sämtlich auszählt. Warum führt er den '2W einen der D'pn»3 D3W mnw, nv2V nicht an? Wollte der v".2N2 auch der geteilten Meinung ob P22N3V aus 70 oder 71 Personen bestand (Siehe Talmud Sanhedrin 16 b) gerecht werden, warum erwähnt er Dies nm MD Ml aeiaös psn iw uv aus? ~ 3. Im Tur (SchÄchütt Aruch Orach Chastm) X"S,2N ps'vwird unser Brauch, vor ,23^,2 NX2 in frühesten Morgenstunden nin'Vv zu beten von n"2 und ,2V2S damit begründet, weil laut Talmud Tr. ,22l ,2212p Seite 3 b. ,2"2,7,2 Nachts 18 Welten und in den letzten 3 Stunden diese Welt durchschwebt. - fltefl* DiQi ntcBt etu DmMehlei bdi» 8« üvT im Tglmub von 18 TLUstzNd WöUM Me mm ist. DtJtl gibt es eine zweite Leseart, da 222V sich hierbei auf einen Midrasch bezieht und ebenfalls nur von 18 Welten spricht. Dentgegenüber sei auch auf wy 2p»' zu ip»' )'» zur Stelle hingewiesen, der die Zahl von 18 Tausend Welten mit der in Tr. ,2210 43 b. zitterten Stelle aus Ezechiel 48. D. 35 ,23 w 2’2D IflViC 7“!Ö?]Qfl - *lVii 2f y irr erklärenden Zusammenhang bring:. Kleines Feuilleton. Die Abteilung Jüdischer Altertümer auf der «Alten Kunst am Mttelrhein" i« Darmstadt. Es ist wenig bekannt gewökdstt, daß sich in der historischen Sommerausstellung des Darmstädter Landesnmseums eine Abteilung Jüdischer Altertümer befindet. Zwar ist sie nicht groß, zwar können die Stücke, welche sie enthält, sich an Glanz und Stattlichkeit mit dem Reichtum und der Kostbarkeit der übrigen Säle nicht m-effert; ja e^itt Teil derselben sind lediglich Photos. Morste Aichnang-n, üüi lii Originals finö auf eine Reihe von Pergamenthandschriften, Urkunden und Druckwerke, auf einige^Architekturbruchstücke aus der uralten Wormser Synagoge und einen Wormser Grabstein aus dem Jahre 1142 beschränkt. Aber das wird denjenigen nicht wundern, welcher mit der Geschichte der Juden im Mittelalter auch nur ein wenig bekannt ist. Im EMM gffißmmsfi ist che pwisschllfl mi Mdenhei von dlldncriMcr AN, in yfp sache ist sie literarisch und als solche außerhalb des kleinen Kreises der Spezialgelehrten nicht bekannt. Die berühmten alten jüdischen Gemeinden .unseres Gebietes, Worms, Frankfurt, Mainz, Oppenheim, Speyer, waren weder so volkreich noch so mit Glücksgütern gesegnet, wie das vielfach angenommen wird, und was sie an rrtusllerr Kunstmerken (Bechern. Leuchtern, Thoraschmuck) än hLULttHsm lunftflomerDi «tma üuch an ksst-