Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 34 (25.8.1927)
- Date
- 1927-08-25
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Teile 2 Nr. 34_ Seidenu. Garn-Handelsges. m. M. 47 Bieidenstraße 47 (früher: Grosse Eschenhelmerstrasse 3) SPEZIALHAUS in Näh« und Stick-Seiden Handarbeifo-Ggrntll jgdBf Afl er durch sein Gebet die Pforten des Himmels sprengen und entscheidend aus höhere Bestimmung einwirken könnte. Ein eigenes Kapitel in der Geschichte des chassidischen Jischuw bildet die Tätigkeit des „Raw" in LM für Mz Oisroet. ZgPlich (amiMle er unter seinen Freunden und Verehrern große Summen, die er mittels eines eigenen, Sendboten in Tiberias zur Verteilung brachte. In seinem anpn maK' abgedruckt im rr'MN' sowie in anderen Sendschreiben rietet es MMMMe Msiusk llll alle, die die alte Liebe und Treue zum Lande der Väter noch im Herzen tragen, diese auch durch Taten zu bekunden. In chassidischen Kreisen weiß man, daß es diese Sammeltätigkeit für Palästina nicht zuletzt war, die den Verdacht der russischen R°gi-r>.n8 auf ifjn lmlkk. uW in NöKinSunZ mit andern unglücklichen Faktoren ihn für lange Zeit ins Gefängnis brachte. Hundertfünfzig Jahre neualter' chassidischer Jischuw, hundert Jahre neualter aschkenasischer Jischuw! Von den g e i st i g e n Kämpfen zwischen den beiden Richtungen blieb das heilige Land im Ganzen verschont. Di^ IftMW U \t\t UMtzN wahren auch im Osten Europas begraben und wird nie wieder an den Tag kommen. Die pK brMV'-Wünsche und Bestrebungen eines Chofez Chajim, eines Rabbi Chajim Oser Grodzenski, der Betreuer des Gaonerbes auf der einen, und die des Gerer und Czortkower Rebbe und ande- Ikl chllMschw VrrtzW aus der ankern Geile liegen auf gleicher Linie, bewegen sich auf gleichem Geleise, gleichen Zielen entgegen. Der Feind steht anderswo und um die Gefahr, die von dieser Seite droht, zu bannen, bedarf es der gesammelten Kräfte aller bie e s $ 6 ffi Su&eniwm berXtjDra und mit dem Lande Israels als Basis für den geistigen Aufbau gut meinen, ob sie in ihren Gotteshäusern nach aschkenasischem oder sephardischem Ritus ihr Gebet um die Wiederaufrichtung von Zion und Jerusalem zu Gott emf^rsend^, Wie dort i n Palästina, so darf es hier für Palästina nur eine einheitlich gesetzestreue Arbeit geben. Der Israelit 25. August 1927 Die jesajanischen Trostreden. BM W. ifilBi» in KMSn'vg, Die sieben Sabbate, die den heiligen Ring des Synagogenjahres schließen, die rrnvmn waff' bringen uns immer je eine jesajanische Rede als Schluß der gottesdienstlichen Vorlesung. Diese nilvon sind durch die Erhabenheit ihrer Gedanken, durch den Rythmus der Rede Ivie durch den Scbrouna der BMiUrilW als wahre Psrlsu Beredsamkeit anzusprechen. Sie wollen ja auch uns den Labetrank des Trostes und der Hoffnung reichen. Ist uns in den „drei Wochen" die Tragik unseres Judenschicksals voll zu Bewußtsein gekommen, haben wir in aufrichtiger Trauer um Zions Glanz und Herrlichkeit uns zur Selbstbesinnung und Lin. kehr erhöbe«, barm rvolle^ tzsx „MM WlWll" UNS LUZ W dn Klage zum Lichte der Zuverstcht und zur frohen Ausschau in eine glanzumflofsene Zukunft leiten. So ist unser lebensfrohes Judentum. Es duldet keine Verzweiflung und Resignation. Es fordert Bejahung und Aktivierung. Es will glückliche, hoffnungsftohe Bekenner, die im Bewußtsein ihrer Verpflichtung rüstig dem Ziele entgegenstreben. Wer aber mehr als eben Jesajas kann rrns Führer Ttm AMT Diesem WM zur? Mso Pq tritt Woche Wochenrundschcru. Zur Grundsteinlegung des Beth Jaakamv-Seminars in Krakau Ende nächster Woche wird sich in Krakau in feierlicher Form ein Ereignis vollziehen, das einen Markstein in der Entwicklung nicht nur der „Agudas QIsrael" MZM in Dkl silbischen Kulturgeschichte des Ostens überhaupt bedeutet: die Grundsteinlegung zu dem Lehrerinnenseminar der Beth- Jaakauw-Abteilung des Keren Hathora. Schon lange vor dein Kriegs haben einsi^ti^e r‘k ier reiigios-tulluröllen Entwicklung der jüdischen Frauenwelt des Ostens wiederholt ihren schweren Sorgen um die Zukunft Ausdruck verliehen und bei westeuropäischen Gesinnungsgenossen Rat und Hilfe gesucht. Weit über den chassidischen Kreis hinaus stH tzlk 3mge in wenigen Jahrzehnten so gestaltet, daß der in Cheder, Talmud Thora und Jeschiwa intellektuell und moralisch aufs gründlichste durchgebildeten männlichen Jugend Mädchen und Frauen gegenüberstanden, die jedweder jüdischen Bildung und infolgedessen auch jeglichen Interesses an jüdischen Dingen bar roaren. ^atie ein ijlllßKZ Ää^Hunösri vorder die einfache, aber gefühlswarme geistige Nahrung, die die Mütter aus der Zeeno ur'eno und ähnlicher Literatur sogen, noch hingereicht, um innerhalb des Hauses für die Heranwachsenden Töchter ein ausreichendes jüdisches Milieu zu schaffen und sie bis zur Der- .^iratung immilW M kmm PwM FM religiösen Wissens und Fuhlens auszustatten, so zeigte der Bildungsstandard der Frauen und Mädchen während der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts eine stark absteigende Kurve. Oft auch führte der Bildungsdrang ber Töchter unb Die MkiHgMigkM dsp Wier datzn, baß man die jungen Mädchen in polnische Schulen schickte, sie dort zu vollendeten Polinnen ausbildete, um nachher zu erleben, daß das reisende junge Mädchen entweder mit einem polnischen Liebhaber das Haus verließ, oder wenn sie einem Bochur die Hand reichte, nach tarier flttäfjIC 3ttt» iung |af) als die Scheidung. Merkwürdigerweise hatten aber die Beratungen und Verhandlungen vor dem Kriege nicht zu einer Organisation geführt, die dem fressenden für Woche vor unser geistiges Auge er der große Heils verkünd er Israels, der Herold eines oon Glück Md ßöißfipii qmm MSllscheng^chlcchtcs und zugleich der eifrigste und begeistertste Mahner an Gott und seinen heiliaen Willen, an Wahrheit und Menschenliebe. Wir verspüren allsabbatlich immer von neuem einen Hauch dessen, was da Jesajas in so glänzenden, beredten Worten verkündet, wenn er von Hochgefühl beseelt in Rückschau aus seine Sendung ausrust: -urmb 'N» '*7 nrr>» fs?* ■»Vs* 'n i mi im BMBU^ aV Dunb ~,an,?T2? S'IZV mp rips .Der Geist des Herrn kam über mich, denn der Herr hat mich gesalbt für die Botschaft an die Demütigen, mich gesandt, zu verbinden die gebrochenen Herzens sind, den Gefangenen Freiheit zu verkünden und den Gefesselten Oeffnung des Kerkers, nnr» ^rrs Mb rmV ps -Va«1? gi]f7 MB WB Afih nVnn nsrns Vik nnn piVV BSU 'n vvv psn an*? ny,?i »Für die um Zion Trauernden festzustellen, daß er ihnen werde Schmuck statt der Asche, Del der Wonne statt der Trauer, ein freudestrahlendes Antlitz statt des betrübten Gemütes, daß man sie nenne die. Starken des Rechtes, herrliche Pflanzung des Wix mmt Hirt»® südliche Seele, wir in Dem vöi» ödetett verlassenen Zion wieder den Jubel det Heimgekehrten vernehmen, wenn da uns Bilder vor die Seele gezaubert werden, wie sie so schön und farbenprächtig eben nur Jesajas zu zeichnen vermochte: "1^ ixn ixaj?: dVd ’XYi i'2'V a^no nw „Erhebe ringsum deine Augen und sieh, alle versammeln sich, kommen heim zu dir! „©n wahr ich lebe", spricht Ml tonen allen mirft Du mu mU Bc' fchmelve dich bekleiden und dich mit ihnen schmücken Uebel abhelfen konnte. Erst eine rnerktvürbicip MllUllg wllhrmD Uz AvWgcs sühne eine mit naiürücher JnLelligenz und höchster Willenskraft ausgestattete galizische Dame, Frau Sara S ch en i r e r, nach Wien, wo sie durch Teilnahme an Vorlesungen sich für die Gedankenwelt Samson Raphael Hirschs begeisterte und aus ihr die Kraft schöpfte pdf bkf tzn MtMhr nach lSMim Der Nellung ihrer Schwsstsl'N äit$ der Nacht her Unwissenheit und der Entjudung zu widmen. Von der Straße las sie ihre Mädchen auf, bettete sie auf Stroh und Heu in ihrer kleinen Kammer und hauchte ihnen nach dem Maße ihres eigenen Könnens durch fortgesetzten Unterricht Begeistevun$ für die HdfM dW MllelllUM öill. ffß WLr natürlich, daß eine einzelne Frau auf die Dauer zwanzig oder dreißig jungen Mädchen zwar auf diese Weise helfen konnte, aber erst in dem Augenblick, als der Keren Hathora der Agudas Jisroe! sich der Bewegung amtaf>mf sie ein^ss gfÖ^eieil Ulllsäng annehmen konnte. Heute bestehen, wie bekannt, bereits etwa 70 Beth Jaakauw-Schulen, in denen nahezu zehntausend junge Mädcheck im Sinne der Orthodoxie erzogen werden. Die Hauptschwierigkeit lag und liegt dabei em der Gerinnung bes ^eeigNkt^ ® g Ij T £ T t TI II 0 TI 5 Materials. Als Frau Schenirer ihre Arbeit begann, richtete sie 13jährige Kkstder durch Einpaukung von katechismusartigen Lehrsätzen zu Lehrerinnen ab, die dann vom hohen Katheder die Kleinen von 6 bis 8 Jahren in die Geheimnisse des Olef Bes und des Sch'ma Jsroel einführten, Schon seit rnehreren Jahren jst silgll lllll vvn wesleuropäischen Lehrkräften an die systematische Heranbildung von Lehrerinnen gegangen und hat namentlich während der wiederholt stattgehabten sommerlichen Ferienkurse zur Vertiefung sowohl des stofflichen Wissens als der methodischen und pädagogischen Ausbildung in Mütze Mfletraoßn. Unerträglich jedoch find bis zum heutigen Tage die Lebensverhältnisse der in dem Internat in Krakau befindlichen 70 Lehramtskandidatinnen. Es ist ein gewaltiges Zeugnis für die Hingebung und MW Kraft Der MM Mädchen, baß sie, ZUfüMMengepackt wie die Heringe, überhaupt imstande waren, sich ihrer schweren Aufgabe ganz zu widmen. Das soll nundurch die Errichtung des Seminargebäudes anders werden. Es ist hauptsächlich der unermüdlichen Hingebung und zähen Werbear-bsit bes ^errn Sr. ÜßD Dßllfj^iÄHier gu sanken, wenn jetzt bereits ein Baugrund für das Seminar erworben und die Sammlung in Form des Verkaufs von Bausteinen soweit fortgeschritten ist, daß man es wagen darf, mit dem Bau zu beginnen. Noch wie eine Braut!" ...,T>n2in bs em p» n ana „MM ßinii W Zjyn sLÜöstck, getröstet auch äll' ihre Trümmer, und er macht ihre Wüste zum Paradiese und ihre Wildnis zu einem Gottesgarten, Wonne und Freude wird in ihr gefunden, Dank und Stimme des Sanges". Werden wir in jene frohe Stimmung versetzt, die aus dem Trost und der Hoffnung quillt, dann ist auch unser Herz empfänglich für das Wort liebender Mahnung, bas wir La in NMMgMer Wem nsmöhms», UNS reis machen will, Mttzuschüffen an dem großen Werke der Zukunft: -pa mbv am n ’TiaV “pa ^21 .Sind alle deine Kinder. Schüler Gottes, so ist groß der Friede deiner Kinder" -pa «deine Kinder", das sind pia die deine Zukunft bauen, — die sortsetzen dein Werk, die an deine Stelle in die Reihen NM, um eininfieOon für Dsv Thbra hdlüg« Wahrheiten und Ideale. Diese Erkenntnis weift uns den Weg! nprxn „Auf Pflichttreue sollst du dich gründen!" Die Pflicht, die jüdische Pflicht, die Erfüllung der rnxn soll die Grundlage und auch der Rahmen unseres Lebens sein, — daß uns allenthalben als Motto unseres ganzen Handelns und Wandeins die Worts m^B -narr „tMgt «uch rnu. thi vio Waffenträger Gottes!» — Waffenträger Gottes, gibt es eine höhere Bezeichnung? Muß uns da nicht die volle Verpflichtung, die unsere Väter am Sinai übernommen, die uns immer von neuem adelt, zu Bewußtsein kommen? Wie einst die Leviten bei der Jugendsünde unseres Volkes dem Verderben gewehrt und sich im heiligen Kampfe die Wei^e MllgM» io Ollllen mir uns in ssMMGp, voll Mut uuv Ausdauer zeugender Lebensführung unserer Erwählung würdig zu erweisen, und uns so