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Der Israelit · 1927-08-25 · Heft 34 (25.8.1927) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 34 (25.8.1927)
Date
1927-08-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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68. Mrgang. i» «** 4.... 25. August 1927 jlöttffutl O. Zfl., Wtl 27. Aw 6687 Rr. 34 Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. FM WksKM IMlVML MlllküU: MMUm LM!° jlchrpreife ^ntsMKrM >rr« reUtsHe« Znianvsprers »AlllllW «oflkll v«s.srnnssns^^- savdes) Deutsch-Österreich: Schilling 6.—; Amerika 1 Dollar; England 4 sh.; ab I. Juli Frankreich 8S Fr.; Belgiennb 1.7.27. Belga S; Holland 8 fl.; Italien ab 1.7.87.18 Lire; Jugoslawien 68 Din.; Litauen 7.60 Lit.; Rumänien ab 1. 7. 27. 180 Lei; Polen 4 deutsche Toldvrark zum Tageskurs oder 7 Zloty. Schweiz 8 Fr. Tschecho-Slowakei 26 Kronen r Ungarn Pengö 8 ab I.Jult 1927; Dänemark 3.80 Aron.;Norwegen3.80 Aron.; Schweden 8ov Aron. Einzelnummer dreißig Goldpfennige. 3>W ^sraößt' CTfä>efat jcbew ^ömtecsiaa; i gku»8a __ Die K mm brette RekämSzsUr L Irtztz Ltttsette 1« am., vorikIle satfEttc a- Mii j Thiflregebühr in Höhe eines dopp. Fernbriefportos. Rabatt nach Tarif. Bet laufenden Jnferataufträgen tarifm. Preiserhöhung jedem. Vorbehalt. Jnferatenannahme durch den „ , . ~ ... _ . _ _ ' Straße33, Tel. Hansa 88«i tenann. ftr Franks. . ohne Verbindlich!. Hundert Jahre neu-alter Jischuw. . ii. PPÖrg wnariget>rac^t^. molüe man- 6et bem RÜSblilk auf' Den ynnDerljllyrigkn Öischüw der Afchkenasim im Geiste, des Wilnaer Gaon, seinen um fünfzig Jahre älteren Vorgänger, den chassi di sichen Jischuw, von den Schülern des „Raw" und „Magid" gegründet und unter den gleichen Leiden und Prüfungen ausgebaut, über- \i\irt., LtzHidismus Md MiMllüMlNUL M M in Litauen und Polen als feindliche Brüder gegenüberftynden, f a n d e n f i ch auf dem h eilt g e.n B o d e n und reichten sich, wenn nicht wortwörtlich, so doch dem Geiste und dem Streben nach, die Hand zum Bruderbünde. i^ßie der alchEenaAche Ufchüw ätt &U BSMsn Hirsch und Mendel Sklower anknüpft, so nennt der chassidische Jischuw als seine Begründer, Helden, ja auch Märtyrers Rabbi Menachem Mendel aus Witebsk, Rabbi Israel Piluzker und Rabbi A b r a h a m Hakoh e n aus Kol ist, allgsarnt Schüler den MM fr nior Salman aus Lad!, begw. des Magid äü-s Meferitsch, die die Arbeit in der chassidischen Niederlassung genau so beseelten, wie der Wilnaer Gaon, der geistige Vater, vielleicht richtiger Großvater, der aschkenasischen Niederlassung war. Wie die Aschkenasirn, so hatten auch die ersten ChasstDim große BvrgüiMr, an sie anknüpfen, können. War doch Gased bereits im sechzehnten Jahrhundert Sitz und Zentrum der Kabbalisten, die über bxw» hinaus die m'wn nViiU erstrebten. Man braucht nur Ae Namen des Rabbi Jostef Karo, Rabbi Äizchok L u r i a, A l s ch i ch, Rabbi Salomo Alkabez, Nahhs V«^«lr»rrl M i s x aä^ t u. v. m. $u nennen. Auch der Begründer des Chassidismus in der neueren Form, Rabbi Israel Fxiedmann, der Baal Schein tow hatte, — wie übrigens später auch der Wilnaer Gaon, — den heißen Wunsch, sich in (£reß Jrsrael anzusiedeln.' Wie jener, hätte üch.auch dieser svg«r auf dkn gernachtzniußte aber aus uns unbekannten Motiven in Konstantinopel wieder die Heimreise antreten, wofür chassidische Tradition und Legende eine ganze Reihe von tiefgreifenden geheimen Gründen anzugeben bfNi Baal ioro nt<S)i heschlövM mar, DlieD Dielen feiner Schüler norbee halten. Es. waren' Einzelne nur und ihr Hauptaugenmerk war auf die Pflege geistiger Kultur, d. h. Vertiefung und Verbreitung chafsidisch-kabbalistischer Weltanschauung gerichtet. Erst im Jahre .5537 bekam die Idee des chassidischen Jischuw in Palästina Fleisch und Blut durch eine starke chassidische Einwanderung unter FllPüüz M K8«8MtM SFößOn DgS Magid von Meferitsch. In der Einleitung zum „Schulchan Aruch des Raw" wird genau berichtet, /wie Rabbi Senior Salman diese „Heimkehrer" begleitete und wie er sich in Mohilew am Dnjestr mit den besten Wünschen von ihnen veravsr^iedeto. Es war etrte Karcrrvane »ott übex 300 Seelen, Darunter Fronen unD Kinder. Nach langer umständlicher und leidvoller. Wanderung erreichten sie den heiligen Boden a m 5. E l u l d e s Jahres 553 7, ließen sich zuerst in Safed und darauf in Tiberias nieder. Guten Mutes zeugt das Schreiben des Rabbi Israel Piluzker: Wir kamen , nun ins heilige Land an, in die Stadt Safed. Wir alle, über dreihundert Seelen mit unferm Führer, Rabbi Menachem Mendel, sind bei bester Gesundheit. Gelobt sei Gott, der uuj MMn ließ, sxhllttmhal, und m uns ließ, daß mir ins heilige Land ankamen am 5. des Monats Elul im Jahre 5537,'ohne daß jemand von uns fehle. Auch diejenigen, die sich auf dem. Schiffe befanden, welches auf dem Wege nach, der Krim versank, wurden alle gerettet, Gott ließ seine gütige Hand nicht von. uns." (Der B^es ist im ülüJW «0N LUNZ, BlMÜ D, abgeörucft.) Die Krise, die bald darauf eintrat, erinnert in ihrer Art, ihrem Ursprung und ihren Folgen an die jetzige wirtschaftliche Krisis in Palästina nach der vierten Aliah. Der Zustrom vieler armer Menschen, die weder Geld, noch, eine Möglichkeit zur produktiven Arbeit besaßen, war dem Lande nicht gutragüch und dederüete für £14 fM)^M Einwanderer und deren Führer eine gewaltige Belastung. In den Briefen, die vom heiligen Lande kommen, wird gesagt: „Das Herz zerfließt beim. Ansehen der Kinder, die um Brot flehen und Um* sHsttstt." Dazu kommm noch Die Schikanen unD Erpressungen vonseiten einer korrupten Beamtenschaft. „Der Beamte", so schreibt Rabbi Mendel Witebsker, „sein Name soll verlöschen, droht, uns in eiserne Ketten zu schlagend Und nun meute lieben Brüder und Freunde, seid Des gewiß, wie i$ es öm, «st die Leides diä seit drei Jahren über^ uns ergehen, DieLeiDen von E r e z I i s r o e l s i n d.; Fürwahr haben unsere Weisen Crez Jisroel mit Thora und Olam Haba verglichen, da man zu keinem dieser Ziele ohne ll'iio; gelangen kann. Ich bleibe auf Meinem Posten und bin gewiß, daß wir die größten Leiden' bereits hinter uns haben, und daß sie Beringen m WklNsrnt die irr W-r^eit ^b Treüe tM hsillgsn BDDen Wurzel fassen wollen" von Lunz, Band 5). Nach einem Jahre etwa muß einer dieser heldenhaften Chaluzim, Rabbi Israel Piluzker, sich schweren Herzens ins Ausland begeben, um die Golah für Ersz Jisroel mehr zu interessieren. ssÄrm jähAich femmun hinaus, W in den chassidischen Gemeinden mit größter Spannung erwartet und mit großer Liebe ausgenommen wurden. Der Kontakt zwischen Erez Jisroel und der Diaspora wurde hergestellt und damit der chassidische Jischuw auch wirtschaftlich besser ge- Bon den Leiden und Prüfungen dieser erstatt Pioniere, wie sie nur eine große Liebe zu ertragen vermag, spricht der folgende historisch verbürgte Fall: Als ein von Rabbi Baruch aus Mösebitz eigens abgesandter Bote in Palästina llMllMj UM MMti 0“ hatten Tibenas den Hsf des damaligen Führers Des Jischüw, des großen Rabbi Wolf betrat, traf er die Rabbinerfrau mit vielen andern Frauen bei der Waschbütte an. Er sprach sein Bedauern darüber aus, daß die Frau des angesehenen Mannes selber so schwer arbeiten müsse und sich keine Dienerslhllsl hllllkN lÜNÜk . Li8 tgxfkk??s«bbMersrau erwiderte äbSV M IScheuDöM MsM'. „CS ist Nicht unsere Wäsche, wir waschen für andere Leute, um unseren Unterhalt zu verdienen, und in Erez Jisroel leben zu können. Wie beglückt es uns, für das heilige Land leiden zu dürfen." Vom g e i st i g e n Leben der ersten Ehassidim in Erez Jisroel zeugt ein Werk unter dem Ranm pmmtias im Lahre öö7-l in KöMt??rr Rabbi Leser Sußmann herausgegebeu wurde und im wesentlichen Abhandlungen, Erklärungen- Deutungen und Ansprachen enthält, die Rabbi Menachem Mendel Witebsker vor seiner Gemeinde der lhassiDischkn Ansikdlkr-«us«hb«tli^ m semew Hüüse gzhsltsn hat. Das Werk ist Geist vom Geiste des Meseritscher Magid. Rabbi Mendel Witebsker, der Führer und Vater der Kolonie in allen praktischen Dingen des Lebens, wird auch regelrecht als Rebbe, als Verpflanzer und Mehi«sv Hs? MösökiWör Mn verehrt, er lehnt m aber ab, sich aus den Wlkndermann «üszuspielen und entrüstet sich, wenn ihm zugemutet wird, daß

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