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Der Israelit · 1927-08-18 · Heft 33 (18.8.1927) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 33 (18.8.1927)
Date
1927-08-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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. ^*1' 11 ^1 Seite 6 vJU. 33 Der Israelit Flomen «lf MMUf WWlM WMßl In dem Bericht schildert her (Senerolfonfwl, bafj dte «US Polen stammenden Kolonisten ihn mit wärmster Sympathie empfangen und ihre Treue und Ergebenheit zum polnischen Vaterland bekundet haben. (ITA.) Lutzland. 29 neue Mische Dörfer im kreise krivojrog. Moskau, 5. August. Im Rayon von Nikopole, Kreis Krivojrog, sind gegenwärtig 29 neue jüdische Dörfer im Entstehen begriffen. In jedem Dorf werden ungefähr 20 bis 30 Häuser fefrouti fi§ AM?«{? AMWI sein. 465 jüdische Familien find auf diesem Territorium bereits ansässig; die übrigen Kolonisten haben bereits Anstalten'getroffen, ihre Familien aus den Städten herüber zu holen. Die Ernte in diesem Landstrich war in diesem Jahre überaus gut. (ITA.) ttttmaititn. Schwere antisemitische Ausschreitungen in der Bukowina. Czernowiß, 12.-August. A M IMü. tS Äen ki fetten Dorna und Jakobeny verkehrt, übersielen Hakenkreuzler sämtliche jüdischen Reisenden und mißhandelten sie schwer. Einige der Mißhandelten mußten in schwerverletztem Zustande in das Krankenhaus überführt werden. In dem Kurort Dorna selbst haben 30 hier in einem Heim Mtzrgebrachie Stuöenten aus ffituirumitn di« WM MW MW IW WüÄ 84rere verletzte Kurgäste mußten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Paläfttn«. Zur Einführung des Gemeindegesetzes. Icrujalera, 3. August. In der großen Synagoge der Jeschiwas „Meo Scheorim" Vmö eine von mehr als 2000 Personen besuchte Verfammlv^g statt, in der folgende Resolution angenommen wuro^ „Bov ber offnen ^eiligen Saije unb nor Öen J^etfigcn Thorarollen, 0.« sich darin befinden, legen lausende von hier verfamme'.ten Juden entschiedene Verwahrung dagegen ein, daß die Regierung ein Gemeindegejetz veröffentlicht hat, das nach dem Gutachten der Majorität der Rabbinen Erez Jisrorls den Grundlagen der jüdischen Religion widerspricht. Tausende "rföTÄf Z8M WW Ml MkkMss BW!: ich ihren Dank dafür aus, daß sie den orthodoxen Juden wenigstens die Möglichkeit gegeben hat, aus der Kehillo auszuscheiden und die Versammelten verpflich - ten sich zu diesem Schritte für den Fall, daß das ©efe|} in der vorgesehenen Forrn in Kruft tritt. £ou= [ente Ur (pff versammelten Juden Dttten Dt« Negierung, den Austretenden wenigstens die Möglichkeit zu gewähren, eine organisierte besondere Gemeinde aus Basis des Religionsgesetzes zu errichten. Tausende hier versammelter Juden, sprechen ihr Mißtrauen denjenigen Rabbinen aus. die entgegen dein Beschlüsse DöF nRfljflütM! 9?af>f>trtett Irtnerljaib ber Kehilla verharren." (Der vorletzte Satz erscheint unverständlich, da das Gesetz die Möglichkeit, die hier erst erbeten wird, ja durchaus gewährt. Red.).?? mismmiM Huf Dem tonateft Jerusalem, 12. August. Das Zentralbüro des Welt-Misrachi teilt mit, daß laut den eintreffenden Nachrichten über die Wahlresultate in den verschiedenen Ländern der Welt-Misrachi auf dem 15. Zionistenkongreß durch rund 50 Delegierte treten sein MlS, — M Zg. Mgust, Mtz WMü vor Eröffnung m KSttg^sseZ, itttrb der Wekt-Misrachi eine Konferenz abhalten, um seine Stellung zu den Kongreßproblemen zu fixieren. Brief aus Palästina. Jerusalem, 3. August. ffis gibt außer 5>em Srbfceten <vuch |onp moctj |jjj jü= Äffchen Paläslinas mMchcrM AÜW Er schWSMM Erschütterungen. So bestätigt sich die Nachricht, daß Herr Dizinghoss, nachdem er früher schon von seinem Amte als Bürgermeister von Tel-Awiw zurückgetreten Wh MMM am MS m MiUWM Muno, mo m für das Ressort der städtischen Kolonisation zuständig war, aus-geschieden ist. Als Gründe gibt er in seinem Schreiben an Weizmqnn an, daß die Exekutive ihn in jeder Art und Weise zurückgesetzt und seinem Ressortnicht die Gelder bewiMgt hätte, um eine aktive Tätigkeit zu ermöglichen. 18.August1927 Me Woche. Berlin. Am Freitag ist im Schloß Bellevue/ die Ausstellung „Das junge Deutsch- »m m UWZWUs unö an» ^führende Politiker des Reiches und der Länder eröffnet worden. Auch der Reichsausschuß der jüdische n Jugendverbände ist mit einer besonderen Koje in der Ausstellung vertreten. Dargeboten werden die Bilder: „Freude am Gesetz", „Lernen der Schrift", „Pflege von Liteimi M MÄHST; MMMMW", „Wandern und Körperkultur". — Der hochverdiente Vorsitzende des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus, .Reichsminister a. D. Georg Gothein, vollendete am 15. August sein 70. Lebensjahr. Gothein ist einer der hervorragendsten Vorkämpfer wahrhafter Toleranz und echt KWN «UW» - M;;OTnr TW Matt“ wendet sich der Nestor der Berliner Journalistik, Dr. Käst an, in scharfen Worten gegen den Direktor des Pathologischen Instituts der Berliner Charite, Geh. Medizinalrat Prof. L u b a r s ch, der als getaufter Jude sich nicht scheute, an der sezierten Leiche des verstorbenen Iwan Kutisker, den völkischen Studenten üdgenüber. dm Nsrstorbsum m M! vM W mwm mim geben und antisemitische Redensarten zu führen. Die Angelegenheit wird wohl, da ein Bruch des medizinischen Amtsgeheimnisses vorliegt, zu einem Disziplinarverfahren führen. . Köln. Auf dem alten jüdischen Friedhof in Essen haben unbekannte Täter Verwüstungen angerichtet. Es ist dies die 42. Friedhofsfchänduns R K8WM Müs: W W I. 8M«k stattstndende Sitzung des Völkerbundsrates wird sich u. a. auch mit der Prüfung der Arbeiten und Berichte der M a n d a t - Kommt s s i o n beschäftigen. London. Unter Vorsitz von Lucien Wolfs ist ein zentrales britisches W a n d e r s ch u tz - K o m i t e e gegründet wor- » MM MW UI® MWWW LkMs«: krönen angehören. Jerusalem. In der Synagoge der chassidischen Siedlung „Nachlath Jaakauw" sind während der Nacht von unbekannten Tätern die Thorarollen zerrissen und zahlreiche Seforim gestohlen worden. — Auf amerikanische Kosten soll am 5. Jahrzeitstag Eliesers ben Jehuda auf dem Oelberg ein Senf ma! gitm ©eöäc^tnis iriej'e^ Hebraisten errichtetwerden! — Di« Nationalbibliothek hat eine Sammlung von Briefen Berthold Auerbachs erworben. — Die Palästina-Regierung hat sich bereit erklärt, russischen Inhabern von Palästina-Visen unter gewissen Bedingungen die Einreise nach Palästina grr UWlkll: - Msssllli ©rrani har wiederum Doll. 75.000 zur ErbsMug e\m Kinderheilstätte in Tel-Awiw zur Verfügung gestellt. — Der Oberkommissar, Lord Plumer, ist am 11. August wieder in Palästina eingetroffen und hat, da das Regierungsgebäude durch das Erdbeben unbewohnbar geworden ist, in dem St. John-Hospiz vorläufig Wohnung gsnommiu. Lettin. M ZSäOlsksHu-ls ms PMUtzjschM üandssvördättdös ist Nosenstraße 2/4 eröffnet worden. Paris. Französische Zeitungen melden, daß vier palästinensische jüdische Bürger auf einem kleinen Dampfer auf dem Wege nach Oran ausgeraubt und über Bord geworfen wurden. Von Schis- ' fern gerettet, sind sie naef» Mnrssills gebracht mpFDon. MllttMu. ID£i ZllrrllstÄG:» n rkr, Kreis Konstantmow, ist ein Raub der Flammen geworden. Mehr als 150 jüdische Familien sind obdachlos. — In der Sommerfrische Polemic bei Warschau kam es im Zusammenhang mit einem Ritualmordgerücht zu einem Tumult. Die Aufregung legte. sich er|t, als im legten Jgg rrn'ge&r'fc^ Qeväu&tf LfMS, M vMM hllNk, wreSer zum Borschein kam. Trotz allen Abmachungen mit den Lehrern, die in Jerusalem zu einer raschen Been'digung des Schulstreikes geführt haben, kam es in Petach-Tikwah zu einer MMWM Al mulkli ui® mmm im MNWWM Schulststk'löbös. Hier handeki es sich nicht um die berechtigten Gehaltsforderungen der Lehrer, sondern um die Differenzen zwischen der zioMstrschen Leitung und der Verwaltung der Kolonie wegM des von dieser zu Herren in Petach-Tikwah alle Aüforderungen zur Entrichtung' ihres Beitrages unbeachtet liehen, versügie die zionistische Leitung zunächst die Schließung der Schulen. Äjn den Sabbat . .OflÄffl', 25. Mi Am Freitag ließ das 'Rabknnat öffentliche Bekanntmachungen anschlagen, worin die Gemeinde aufgefordert wurde, das.Kino „„Empire", das am Freitag abend Vorstellungen veranstaltet und allen Ermahnungen unzugänglich ist, zu meiden. Freitag. Nacht versammelte sich dann eine große Menge vor dem Sweater, um die HiHff«IIung f>«r 8orfleklungen zu fordern. Der Besitzer lehnte dies ab und berief.sich darauf, daß er einen -arabischen Sozius habe. Als die Menge immer mehr anwuchs, griff die Polizei ein -und ließ sich dabei mehrfach Mißhandlungen zuschulden kommen. So wurde Ö AAL ÜEitMIBl! Sffl® MiJirffflM von britischen Polizisten mit Schlägen traktiert. Im Laufe der Woche hatte das Rabbinat den Inhaber des Kinos dreimal vorgeladen, und als >er dieser Einladung nicht Folge leistete,. waren drei Mitglieder des Rabbinates am Donnerstag in dem Theater erfchbenen, ohne U MW DlW^, Eeif zu fpee^en. £as Vorgehen der Polizei hat nun eine ungeheure Erregung hervorgerufen und -es fand eine Protestverfammlung statt, die -einen Ausschuß wählte, um mit Hilfe eines Anwaltes bei den zuständigen Instanzen beschwerdeführend vorzugehm. Personalien. Dr. Raphael Kirsch Berlin, 7. August. Dr. phil. Raphael Kirsch ist in der Nacht zum 1. August 1927 auf tragische Werse aus einer Aütomobilfahrk von Leipzig nach Berlin verstorben. Gsborsn nl-. KW kkM WM. M kl. M WkU MM W sprechend, sich der Mischen Lehre zugewandt und hat über ein Jahrzehnt in Ungarn zu Füßen der größten Gelchrten ein tiefes jüdisches Wissen und später nach Abschluß seiner talmudischen Studien auf verschiedenen Universitäten Deutschlands ein so großes weltliches Wffen sich angeeignet, daß er nach kurzer Zeit bevsits zum LsM Der MWM WM0« 8W8. N VN w LleblrngsfchÄer ^es Pretzbnrger OberroHbmers. ISIS v2v. und fein Wissen wurde so hoch geschätzt, daß er bereits mit 25 Jahren als noch lediger Mann, zum . Klausrabbiner in Hamburg gewählt wurde, welches Rabbinat er mit dem Rabbinat in- Obornik nach einigen Jahren vertauschte. Und das Unerwartete geschah: Er hatte bei seiner Frömmigkeit und vielleicht gerade wegen seinEC etüSf 88ZWMM HUI nunmehr von jetzt ab durch ssiner Hände Arbeit zu leben und von seinem stillen Kämmerchen aus seine Freunde und Bekannten in der jüdischen Lehre zu belehren. Daneben bekleidete er seit über 25 Jahren in dem öffentlichen Leben- Berlins eine hervorragende Stellung. Er war feit dieser Zeit ein hervorragender Kaufmann- und?fiM ßif ßkkölmWM önuimötliiii ui® LWUWMm-aiier. FllMuke holten sich VMRät, und besonders gerade in nichtjüdifchen Kreisen wurde feine Bedeutung auf kaufmännischem Gebiete erkannt. Daneben führte er nach wie vor -ein -echt Misches Leben innerhalb und außerhalb seines FamM-enkroises. Es gab keinen von sein-on Bekannten und Geschäftskollegen, die firf) nicht non ihm Hilfe durch Nut und Tat zu Wen WM. WM nm'&'&mML ßp[&a & avbsrm züfMdell AU stellen-, besonders war es seine Wohltätigkeit, nicht zuletzt für die Ostjuden, die von allen an ihm hoch geschätzt wurde. Der beste Beweis feiner Hochachtung war die Tatsache, daß beiseiner, Beerdigung aus dem Adaß Isroel-Fri-edhof in Weißensee neben der anschnlichen Freundesschar und neben vielen' Nichtjuden fast dlS ganze astjüdische Kolonie der GMeucrdierstrahs ts MMs sch An s-sinem 60. Lebensjahre vor ca. 3 Jahren machte er sich noch Borwürf-e, nichts in der Welk geleistet zu haben. Dieser Tag war für -ihn der Anlaß, zur Gründung einer jüdischen Altersfürsorge, welcher Gedanke -dann von chm zusammen mit dem bekannten, jüdischen Schriftsteller, Dr. Arthur Kahn in Berlin-, m die ""Motzt wurde. » § t? «t f $ l f!Ui UI"M gw iyrm BvtMmllcn MMiellyk NomMMKn Deutschlands, u. a. Fmu Minister Preuß, Albert Eintein, zählt, war das Werk des Dr, Raphael Kirsch. Fast in jedem Stadtte-il Groß-Berlms war er Mitbeg-ründer von Gotteshäusem-., /Soi-ne letzte Jde-e war noch, zusammen mit Herrn. Rabbiner Dr. Wi-chelm Levy. eine Gedächtnis-Stiftung in Jerusalem.- Seine Liebe zum Judentum, zu seinem Gott und (jxim fyetliigieiT Äasnto-e ging tP-Pttj vätz «x Echl als' Ms er FU Pstzach vlcsies Jahres Me Walle -ahrt nach Palästina machte, von wo er mit den besten Eindrücken glücklich und freudig zurückkehrte. Zn glücklichster Ehe war der Verstorbene mit einer Tochter des Präsidenten der Adaß .Jrsroel-Gemisinde - London, I- Kestenbaum, verheiratet.

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