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Der Israelit · 1927-08-18 · Heft 33 (18.8.1927) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 33 (18.8.1927)
Date
1927-08-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
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jirU; »SsoTi; ö-i?L VL ^jy-syr Kj, h 3 s r ä e 1 l 18WlugüM927 SM 4 Nr. Z3 mit ihren Aufrufen und Sammel-Aktionen uns Gelegenheit bieten, in kritischer Zeit unsere Liebe für Erez Jisroel tätig zu bekunden. UebergeiMsea Nachlaß S. 2t Hirschs Vst* Von Rabbiner PH. Fischer in Sarospatak. Ungarn. V.*) Was aber den Vorw^sf -MM wNNüD wenn der Genius Kirschs heute Unter uns träte, er uns nicht mit der Frage belästigen möchte, ob wir etwa die „Neunzehn Briefe" studiert, „Choreb gelesen, den Kommentar gelernt haben, sondern er würde uns nur.fragen: pivv ppos’v rvis stxht ss «m Den WM?, so kann ich hieraus nur folgendes erwidern: Allerdings möchte uns der Genius Hirschs nicht über unsere Kenntnis seiner Schriften inquirieren. Er, der Meister, der auch in dieser Beziehung uipnvraaiaxyp'a'ro gewesen ist, daß nv •rn^'m nx xna nrixe? fix xxi» nnx [g sag m arop ^«wsrs^ss- Ll° ich Mes schon an anderer Stelle erwähnte *) — nach einem Zusammentreffen und wissenschaftlicher Unterhaltung mit demselben sich äußern konnte: „Der Nikolsburger nrna Vxn hat gar keine Ahnung önvon, was für m aroßor sb» vafe er iftr Er, dösten gewakttger Geist schon in seiner Jugend von seinen Studiengenossen, mit dem genialen A. Geiger an der Spitze, angestaunt wurde, 2 *) hatte so wenig Kenntnis von der zweifellos epochalen Bedeutung seiner Schriften, 3. V. bev 19 vis nst jüngstens ein raDi* taler Reformer „die glaubensinnigste Schrift nannte, die das deutsche Judentum aufzuweisen hat, daß er nach dem Erscheinen dieser seiner ersten Schrift, seinem Onkel M. Mendelssohn in Hamburg in. einem Briefe die allerheftigsten Vorwürfe machte, west derselbe eine lobende BeiMchllNg DOg Buchs; in )rn tzam^uiger Äach. richten veröffentlichen ließ, und nennt dieselbe ein „in jeder Zeile unwahres Zeug von Lobhymnen", die man als die „größte Satyre auf Ben Ufiel" auffassen könnte! (Jubil.-Nummer, S. 17). Und an seinen Jugendfreund Gerson Josaphat in Halberstadtz der itjri gw des HSsMKgäbe her 19 Briese wurm begrüßte, schreibt eri „Aber ich bin mir meiner Beschränktheit zu gut bewußt, um nicht zu wissen, daß der Beifall, den diese Briefe hie und da erhielten, mehr dadurch *) Siehe „Israelit" Nr. 14, 18, 21. l) In seinen Spuren ... S, Z, =3 Ä. CBöiQOl®. ßilMH UH& S. 269 u, 1. 3) Bbid. erworben wird, daß der Verf. den Mut hatte, für eine Sache öffenitlich zu sprechen, für die. man bis jetzt größtenteils geschwiegenals daß ihnen irgend eine innere Vortrefflichkeit innenwohne." Und dann setzt ev fort: „— ,, denn das ffststN §4, Lieber, ich war selbst bM Herausgabe der Briefe mehr auf Tadel, Widerspruch und Hohn vorbereitet als auf Beifall von irgend einer Seite." Er, der nach mehrere Jahrzehnte später bei einer Begegnung mit dem berühmten russischen «?# nis?ia 3t. ösrafl ©alantor v!» i» fe- (tu, auf die von diesem letzteren geäußerte Bitte hin, ihm behufs Belehrung der jüdischen Jugendin Rußland ein ins Hebräische zu übertragendes apologetisches Buch zu empfehlen, nicht die 19 Briefe, sondern die Schriften Weßners empfiehlt so Dag eist Der anraefenöa Di>. EtzMgnn Vi auf die 19 Briefe htnweist, — er würde in seiner Bescheidenheit gewiß nicht auf seine Schriften als Erkenntnisquellen der minn »was Hinweisen. Sondern er würde vielmehr in seiner schlichten Größe sagen: Gehet und schöpfet diese Erkenntnis des .. Geistes" ans den^enigE QüeQett, aus ^enen ich solche geschöpft habe: aus *pn 'v"V '»na und aus demjenigen, „was sich zu einzelnen gerettet." Denn wie mir solches gelungen war, so wird es auch. Euch gelingen! So möcfyte der Genius HstfHZ Mklliew so er heute unter uns träte. Wir aber, dis mit1 sehr gut wissen, daß ein solcher Wurf nur einem H i r s ch, einem von Chacham Bernays erzogenen 4) Hirsch gelungen war, wir sollen nun die UNS dargebotene sichere Führerhand verschmähen und — wie man Hisrzulands (agen — Stst däö „eigene ms'mns verlosten?! Die Führerhand verschmähen,-von der einst, ein solcher zweifellos großer, wenn auch irregegangener Geist wie der Abraham Geigers die ergreifenden Worte niedergeschrieben hat: „Könnten wir uns auf diesen "Standpunkt erheben —, würden mir feinen AMMU llnstcykn. NNsölöMDö h f a s s e t — anbete n d d i e Allmacht, die in G erechtigkeit und Mild e waltende Allmacht, in Gere chtigk"eit und Milde waltende Vorsehung, tiefergriffeMvonderGüte,diedem Mensche ne in so hohes Bewußtssla UND so erhabenes Mköben in hie Brust gesenket - a l s d e m Führer auf dem schönen Wege auswärts, v ertr a uen sv oll die Hand darzur eich e n." b) Wir, die wir ja auf dem Stand- Vgl. auäj Hs, ff, WMf, NssM ]mm UWNSÜ/ S. 216. ö) Zeitschrift für jud. Theo!., 1836, S. 351. Seidenu. Oarn-Handelsges. m. b. ü. 47 Bleidenstraße 47 ru h e rr Eseheaftsimgrstriiifi A SPEZIALHAUS in Näh- und Stick-Seiden Handarbeits-Garnen j@der Art PNMö, öer Anerkennung der Göttlichkeit der schriftlichen und mündlichen Lehre uns befinden?! '--->'^7 i VI. Ich denke mir wohl, daß man mir mit der verfänglichen Frage sntgsgentreten rprrd: ffnl bös HkMMSis willenl Was hat man denn vor dem Auftreten Hirschs, vor dem Erscheinen der 19 Briefe und des Chaurew, des Kommentars und all der übrigen, Schriften Hirschs gemacht?! Hat es denn vor dem Auftreten Ben Usiels keine „geistige Erfassung des Judentums, kein sich selbst „begreifendes" Judentum Nun, so etwas habe ich auch nie behauptet. Und noch viel weniger tat solches der Meister. Ja, der Meister setzt im Gegenteile — wie wir das'bereits früher angedeutet — ein nie gänzlich geschwundenes Bestreben zvadj g e i ft i g f f " Erfsstiing unh Kukchdriügüug des. Judentums voraus, nur daß dieses Veftreben zeitweise durch den Druck ungünstiger Verhältnisse entweder geschwächt oder in falsche Bahnen gelenkt worden war. Und erwähnt er selber doch, wie es auch im Laufe dieser Zeiten solche gegeben hat, die „NÜl HIM lN ö l st S S ^^chsingen rein im Judentum" gestanden waren und es „ge ist i g, aus sich selber" aufgebaut haben, und „unter allen glänzen hervor der Verfasser des Kusri und der Sohn des Nachmon." (Im 18. Briefe.) Und schreibt er doch auch weiter (S. 115), wie er beim Abfasssn des Laurern ^dssi ^8 MM MMN des Judentums als Wissenschaft" in seinem' Jn- Eneren fast allein gemacht habe, wie aber anfangs leitend ihm doch „ein S t e r n " verfchwebte. Und so handeln wir eben im Sinne des Meisters, und begehen keinesfalls eine Pietätlosigkeit gegen die Manen desselben, wenn wir darauf hinzuweisen hgtz so NlllNAS M Dm AusführnngM desselben, wenn auch bloß k e t m a r t i g und nicht ganz äusgereist, in nuce bereits von klassischen Vorgängern, besonders aber vom Kusaribj und ^) Ich selber habe vor Jahren, Gelegentlich intensiven Studiums des Kusari an vielen Stellen Vermerke anw* bracfyi, «o |tffj SölsMUM EMMM IWiM klar ausgesprochen oder ange-eutet sind. Vielleicht werde ich s. G. w. später einmal diese Vermerke zu einer selbstständigen Studie verarbeiten und veröffentlichen. Kalen, sie, bei der musikalischen Wiedergabe des Kol- Nidre, im Tennis-Cafe, sich sehr schweigsam benahmen. um — nach Ansicht des Ostjudenkenners — sich nicht zu erkennen zu aeben. (Die Bezeich- *“*6 N?llssnmsn" Dkg mmmm Vahntzüsss, ist vom Verfasset tvahrscheinlich nicht patentamtllch geschützt. Ich habe daher diese Bezeichnung übernommen). Dazu einige Reminiszenzen eines Ostjuden. Ein Aufsatz von ,Achad-^aam", zog mich vor Jahren in seinen Bann. Noch heute, nach etwa 20 Jahren, bin ich in der Lage, denselben inhaltlich wiedsrzugsben. Achad g>aam |ag1?r 3U Liüät; Zeit, «4 gristig von der Umwelt abgeschlossen lebten, kümmerte uns die herrschend e Ansicht der Außenwelt, inbezug auf uns Juden recht wenig. Denn: ihre Welt war nicht die unsere: ihre Erkenntnisse hatten nicht unsere Anerkennung. Seitdem wir aber ihre Geistesschöpsungen anerkennen, ihre Autorität nicht verleugnen und ihre Größen hochschätzen, entsteht die Frage: Waruin E MS im MNlA llidMll. ou? um Llldän, teilen?! Sind etwa die UNS zügeschrlebenen Eigenschaften und Einstellungen bei uns wirklich vorzufinden?! Wohl können wir die uns angedichteten minderwertigen Eigenschaften, nicht seststellen: aber die anderen, deren Urteil uns sonst maßgebend ist, behauptens doch! Wirnifserrs nxc^t, vkM j gIM pJJ ifssy ■’m nirrv «nö doch Tagte ich mir; sind m so schlecht?! Ist es möglich? Mein Gewissen plagte mich. Mit einemmale überkommt mich eine Erleuchtung und ich sage: „Allilas-dam to-chi-ach" Die Ritualmordlegende sei ein Beweis!! „Jude und Blut!' Gibts größere GsgeMätze? Und doch glaubte die Außenwelt, daß wir Juden Blut, Menschenblut in unseren Mazzen genießen. Und doch glauben heute — zur Zeit des Beilisprozesies — noch viele gebildeten Kreise, daß uns der Genuß von Cbriftenvlns. WNZk DMWM M?! Wft "uo«n Wissens aber, daß es nicht wahr istwir Wissens daß es nickt wahr sein kann!! Unsere Bemühung, ihre Behauptung zu widerlegen, gelingt uns doch nicht ganz. Trotz der Autorität der Umwelt, in anderen Dingen, — ist ihre Behauptung, den Blutgenuß betreffend, unwahr. Die unbedingte Autorität der Umwelt ist erschüttert: die UNS angedichteten Makel müssen nicht «ruf Wcrüroeit DeniDen. ilnfeie fflm ist ttNeber herg^4üt. 2. Unter der aus Nah und Fem, be!m Baalschem von Meseritsch, versammelten Gemeinde, entstand am Jom-Kippur, Verwirrung. Inmitten der ti esst en extatischen Begeisterung der betenden Gemeinde wurde ein disharmonisches schrilles Pfeifen, vernehmbar? mi BsslMm iDtnßgt ItcQ an M MML ©*- metnöe! wer ist der Züddik, der, mit seiner, aus tiefer Ergriffenheit, zum Ausdruck gebrachten Art des Gottesdienstes, auch unsere „T'filaus" gen Himmel, brachte und den Widersacher, den »Satan" zum Schwetgen brachte? - Und wer war es? Ein Dorfbemohner, ham gnnr llgtz liüllw, Ms» Mfzchnjü^Aigen mit, öet w geistiger Verwahrlosung auswuchs. und unfähig war ein einziges Wort in der Testllo zu erfassen und widerzugeben. Am Jomkippur, inmitten der inbrünstig betenden Gemeinde, drängte es ihn. von der hohen Stimmung ergriffen, auch seinerseits dem Gott, dem alles zugetan war, auf seiner Weife zu dienen: in feiner Ohnmacht feinen Gefühlen aus andere Weise Ausdrück zu geben, ließ er mit allen feinen Krästen^einen schrillen Pfiff erklingen nnd — lief davon. , 9Dßl Nützl- THem verstaub i^n. ' > Gibt es viele, die die ans innerer Ergriffenheit eines ihm fremden Menschen erstandene Ausdrucksweise verstehen? ■ Wenn man über den Menschen eine vorgefaßte .Memung Hot. bestimmt nicht! 3. 7 7 ' . '• Der Berditschewer Rarv. 'der Fürsprecher des «UIllstJi8IN6l" Ü6gögü5kö sisist nnierw^gs einer Gruppe Kaufleute. Einer verrichtete ln.LEile das Morgengeber in einer Art, daß kaum ein Wort zu verstehen war. Der Berditschewer Raw. gehl auf ihn zu und sprach ihn in undeutlichen verworrenen Worten an. Der Kaufmann sagte dem Berditschewer — der sich nicht zu erkennen gab — daß er ihn nicht verstehe. Daraus der Berditschewer: Nü. wie kann ®ott sftv©a otiDTiBin Der jfui Antwort: Mein iteDei Iw, ich hübe zu Hause ein liebes Kindchen Wenn es mich anspricht, verstehe tch jedes Wort. Ihr und andere Menschen, werdet ihn bestimmt nicht verstehen. Gott mein Vater, wird meine undeutlichen verworrenen Worte schon verstehen^ ' - . i. 4. - WA Jams MtNÄSiwd«. Im K-i- Mvlv-Tevst gelsufchl hat, wer inmitten der himmlischen Weihe des Kol-Nidre-Abends einst selbst hingerissen .war, wird — beim Anhören der Kol- Nibre- Weisen, auch von einer «Tennis-CafL -Kapelle" — selbst diesseits des Schlesischen Bahnhofes,- derart ergriffen, daß er sich der augeblicklichen natürlichen Stimmung, hingibt : er lauscht schweigend.

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