Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 33 (18.8.1927)
- Date
- 1927-08-18
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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\ Seite 2 Nr. 33 __ Gründung jüdischer Volksschulen auch m Großstädten mit starker ostjüdischer Bevölkerung erheblich beeinträchtigt. aüffgf [ft timt). HiMMik iü Erziehungsberechtigten bei d e r Anstellung der Lehrer Mitwirken können; das Anstellungsrecht liegt in den Händen der staatlichen und kommunalen, Schulbehörden. Die logische Konsequenz der Grundsätze, von denen der Entwurf ausgeht, erfordert jedoch, daß in irgendwelcher Form der Wille derliuch öicscm entscheidenden Punkte zur Geltung kommt. Es läßt sich jedoch bis jetzt nicht übersehen, ob und wie die antragstellenden Erziehungsberechtigten das religiöse Leben, der von ihnen selbst beantragten Schule beeinflussen kgsineu zumal dis DechNmkst bei uns Juden ml komplizierter liegen als bei den Evangelischen und namentlich bei den Katholiken. Hier muß man die Beratung des Entwurfs im Reichstag abwarten, zumal eine ausführliche Begründung dem Gesetz bricht bei^e^eben jst, Dis dsrZöit bestehenden jüdischen Volksschulen bleiben bestehen, natürlich nur soweit sie durch ihre Schülerzahl lebensfähig sind. Bemerkenswert find auch die Bestimmungen über den Religionsunterricht. Dieser ist ordentliches Lehrfach in allen Bekenntnis- MMMsGMsHul^ muß eingerichtet werden, sobald durchschnittlich mindestens 12 Kinder eines Bekenntnisses daran teilnehmen wollen; ein Zwang zur Teilnahme besteht bekanntlich nicht. Der Unterricht muß von einem Angehörigen des Bekenntnisses in lle^>eretn^^^mTnung mst öessen MUNMtzS« erUU nutzem' Die Bestimmungen über Lehrpläne und Bücher können nur im Einvernehmen mit der Religionsgesellschaft erlassen werden; dieser ist auch eine maßgebende Mitwirkung bei der Festsetzung der Wochenstundenzahl gesichert. Wenn an, Bekenntnisschulen her Religion§8MxiMt für M Mittderhest nur durch Anstsllunz eines hauptamtlichen Lehrers möglich ist, so darf dieser auch mit anderen Unterrichtsfächern betraut werden. Die Kosten dieses Religionsunterrichts trägt der Schulverband, nicht die Religionsgesellschaft. Bei geringer Kinderzahl hat daNN diese den Lehrer 3a stellen^ sie hü! flßtl DOS ütßtyt, UHlsträumc nieöft Heizung und Beleuchtung unentgeltlich zu benützen. Laßt also der Entwurf im einzelnen manche Wünsche unbefriedigt, so bildet er doch eine brauchbare Grundlage. Hoffen wir, daß durch die parlamentarischen Beratungen die S^ulsrggß lilsi ßinßf DösAsöigkn^en öösung entgegengeführt und dabei von den an dem Gesetze hauptsächlich Der Israelit__ beteiligten Parteien bedacht wird, daß die Förderung einer wahrhaft religiösen jüdischen Jugendbildung angesichts dsr immerhin reicht bed^- MWlDD Nile £er jüdischen Minderheit im deutschen Geistesleben ein vitales Staats- und Volksinteresse darstellt. Wochenrundschau. Bcfchwerden Im Hamburger Familienblatt sind in der letzten Zeit Einsendungen aus dem Publikum veröffentlicht worden, die sich gegen die ungebührlich hohen Preise der jüdischen Hoteliers «ny tzkt WWsn Nsvläg-zbnchhandi ungsn wenden. Schärfste Anklagen gegen einzelne Hotels sind auch in unserem Blatte früher schon zur Sprache gekommen. Aber es will uns doch scheinen, daß diese Beschwerden in der allgemeinen. Form, die ihnen hier gegeben worden ist, unberechtigt in WM MtzrlggWen Wirkungen recht gössplld} sind. Die Kritiker übersehen vor allem, daß jeder wirtschaftliche Betrieb, der sich an einen ausschließlich jüdischen und noch mehr an einen gesetzestrsusn Kreis ruenvetj glM im Mllk tzAL ßrLßlen ZrfolgcZ Mit einem unvekglerchllch kleineren Umsatz zu rechnen hat als jedes der Allgemeinheit gewidmete Unternehmen der gleichen Branche, daß ferner — soweit Hotels in Frage kommen — die besonderen Aufwendungen für ein wirkliches nvilPS durchaus nicht gering an= MHiagen merDan hüpfen, streitet man im Publikum die legende, die jüdischen Gaststätten forderten unerschwingliche Preise, so treibt man schwache Seelen, insbesondere Geschäftsreisende, die ja in der Tat oft mit jedem Pfennig zu rechnen haben, in die nichtjüdischen Häuser und damit nur zu oft aus bem Subenturn HiMssZ. Eins pfiffe Preiskontrolle — aber ganz nach innen und ohne Lärm — könnte der Hamburger Speiseverein wohl ausüben. Was aber den jüdischen.Verlagsbuchhandel betrifft, so können wir uns nicht versagen, eine vergleichende Preisliste hier ausgwgsIt,?tff JgitDCIs MWM, Öil vhengenanntö Blatt vütt einem Fachmann erhalten hat, und die höchst instruktiv ist. Sie sieht folgendermaßen aus: vwm Brot und Seele. (3h spj. nwig-f Er Uetz dich darben, Er ließ dich hungern und speiste dich dann mit dem Manna, das Du nicht gekannt und Deine Väter nicht gekannt, um dich erfahren zu lasten. mm vom Brot Süskr örr M8stM lsdt, fanhern von jedem Hauch des Mundes Gottes der Mensch lebe. (V. B. M. 8. 3). Chassidische Denker haben, um dieses Wor unserers Lehrers Moses in seiner ganzen Tiefe zi erfassen, die Frage aufgeworfen, wie es denkbar sei daß der Mensch mit feine* feeXtfcfc»fiijr»erIf(TjP1 MH m Anutz rein rung die stärkste seelisch-geistige Einwirkung er fahre. Ein Mensch kommt ermattet von schwere Arbeit nach Hause, müde, hungrig und völlig un fähig, wie es doch fein Wunsch wäre, sich mi geistiger Energie dem Studium des Gotteswortezu widmen - er genießt ein SWS Brot, Milkt sst Sias WÄ8. «Line ProtzNtztx bei mllMMSk Weil und siehe da, seine Seele lebt aus und sein Geist wird wieder fähig, den Geist zu erfassen und in sich auszunehmen. Wie ist diese Einwirkung des Körvers H dg? TMllM hMtzar? Di; Antwort liegt aus der Hand. Wäre das Brot, wäre der Wein in der Tat restlos materiellen Wesens, so erhöbe sich hier ein Rätsel, das in der Tat keiner Lösung fähig sein würde- Aber dem ist nicht so. Derselbe Gott, von-dem es heißt, daß Er bei der Schöpfung des tenfchüpfers Geist lebt, ob auch in tausendfiUstg verminderter Abschattung, in diesem ganzen großen Kosmos und in jedem einzelnen, kleinsten, seiner Teile. Auch im Brot steckt ein Hauch des göttlichen Geistes und von ihm lebt der Mensch. -Du sollst wissen, daß nicht vom bloßen Brote in Wahrheit lebt des M;jMkü Wßsm. so«- Dem mm rs« g"linchkn Dlllllvö. dsx im Brstö steckt, von lbm lebt der Mensch." Im Lichte dieser Anschauung gewinnt der unendliche Wert, den das göttliche Wort in den verschiedensten Bezirken der Halacha und des Lebens aus die menschliche Nahrung legt, seinen tiefen Sinn, und man versteht, wie oberflächlich und unwahr das von späteren verirrten Söhnen des jüdischen Volkes H"“”. 1Y f’SB ,mr Bog, «M (K iin üilüfib hinrmgchc, sondern was aus rhm ausgehe, den Menschen verunreinigen könne." Ties verhüllt ist dem menschlichen Blicke die geheimnisvolle Grenzlinie, die Geist und Materie trennt und verbindet. Nur der Schöpfer des Weltalls, der auch der Schöpfer des Thoraaesetzes ist, kennt dieses Ge- ' tinrnis. das M tztnm Wem Mir ^flsnzklMllk, in® Skst recht hinter dem munderoaren Mikrokosmus des menschlichen Körpers Jüdische Bücher. S e I) m a it n , N<rbb>r -Oofel= *••••• '• 99 * » •TI * wann v. NvSheiM. I. Kaussmann Der!., Frankfurt a. M. 670 Seiten, 2 Bd., geb. M. 10. Luzzatt 0, Der Weg der Frommen. Uebersetzt v. Dr. I.-- Wohlgemuth. Hermon Verlag, Frankfurt o Wl- 210 Seiten, Hoex ter , Queüenlese» buch für jüd. Geschichte u. Literatur. I. Kauffmann Verlag,, Frankfurt a. M. 120 S. GanzreinenvM^ 1;Ö0 M. Syrier, Drchdiw und Draußen. I. Kaussmann Verlag, Frankfurt a. M. 197 S. Halbleinenband. 3 1. Cob lenz, Predigten. Philn - Berr«g, AMU. ±M Seiten» MnzlÄNMöanö. 4,50 M. Pentateuch für den Schulgebrauch. I. Kaussmann Verlag, Frankfurt a. M. 524 Seiten. Geb. 3 M. S. Schachnowitz, Messiasbraut^ Syernvon ZkMll, MMM M 4M Ged. 4,50 M. 18. August Nichtjüdische V Üch er. WSssklsslllssR. stian Wahnschasse. Z \ Fischer Verlag. Berlin' 886 Seiten. 2 Bänd»'! Geb. 17 M. B o I -i n R a, Das bet. Richard Hummel Verlag, Leipzig. 145 <£ Geb. 5,50 M LkküslöülS. Zp. schjchtsunte'rricht m der Arbeitsschule. Verl. Mgritz Diesterweg!, Frankfurt a. M. IX u. 151 tz. Geheftet 4,50 M. Zweig, U,nteljx. g ötrl'QO Potsdam. 88 S. 3,50 M' Pfister, Analytische Seelsorge: für Pfarrer und Laien. Van den Hoeck u. Rupprecht, Göttingen. 1-46 S. öeinen= ÖflH'k ßiö M. Räad, Meine Kommnnionklasse (Erster Kommunion-unterricht). Buchhandlung L. Auer, Donauwörth. 278 S. Geb. 4,80 M. Schaffer, Der goldene Söl S. LtzihW" ■ band. 630 M. Es zeigt sich also, daß trotz der um ein V i e lf a ch e s ungünstigeren, Bedingungen, unter denen die jüdischen Verleger arbeiten, ihre Preise in zahlreichen Fällen noch unter beseitigen gfffgj; MWr MHS? «ögemeiTifter MsllUüyigksü liegen. Im Durchschnitt müßten die Preise jüdischer Bücher jedenfalls höher sein, wenn die Verleger nicht — was leider oft genug vorkommt — zu Grunde gehen wollen. MiSvttchi unä MmeinkmMHsZM^, Zwischen bem Führer der Berliner Gemeindeorthodoxie, Moritz A. L o e b, und seinen misrachistischen Gesinnungsgenossen in der Achduth-Organisation, den Herren Lazarus Barth, Dr. Wolffsberg und Dr. Ärnst Simon hat sich in ben sxtzM WllWn sim Pistige UuZciuaubersetzung übgespielt, die auch für die selbständige Orthodoxi'e nicht ohne Lnter-. esse ist. Jeder der vier Herren vertritt; einen eigenen Standpunkt. Während Herr Loeb ein überzeugter und begeisterter.^Vertreter der liberal-orthodoxen (E 1 n> i> e i 153 g e m e i J] y g . gj{| (fi 6 Q n ü £ des Misrachj ist, vertritt Herr Lazarus Barth merkwürdigerweise in gemeindepolitischer Hinsicht, das Austrittsprinzip, während er gegenüber der verbirgt. Wehe den Menschen, die klüger sein wollen als ihr Schöpfer, und die nicht in ÜssMNOßs TkUsllM MC Ewigen Vesttinmungm des Gottesgesetzes dasjenige für ihr eigenes Dasein zu schöpfen bemüht find, dessen sie bedürfen, um den Weg der Pflicht und des Lebens, des ewigen Glückes und der Gottesnähe zu wandeln und im kleinsten, unscheinbarsten Thun, im Essen und Trinken zutnal den höchsten Ga^Stziküll vnWöhM zu tzönn^. Ein schönes Wort des Rabbenu Bechai (Zu 7NV1S). MükMM ÜMMt ist die fchvn nM vllm mvglMkll HUü M«sßllchLn Liethoben mit der Chanucko- Halvcho in Verbindung gebrachte Deutung des n Dimn in Sabbat Bl. 22s: Wenn die Thora sagt: ,Und die Grube war leer, Wasser war nicht darin", so will das meinen. Wasser war nicht darin, wohl aber waren Schlangen und Skorpione darin. (13 V D^pStt H3X 13 "X v'v) Weniger be-!!k v> ytt Mnlarung des «na iZL'i All diesem ^lli sein, die sich aus den Vers unseres Wochenabschnitts stützt: flXLXI 31PV1 eptzn&m XN13N1 Vmi 131»3 ^1»n cpü rx NVX (V. B. 5,) „Der Dich durch die gro^> und furchtbare Wüste führte,'wo Schlange. Seraph und Skorpion unb T rvKxkZkll Wasser lvölls«». schm mu üllsvM» NW sWgkstkllk, -ätz und Schlange Und Skorpion sich überall dort aufhalten, wo LeinzWasser ist. Wenn die Thora in av'i also. i.o g>^ SJof, boje M (i#i fort! brin Soz Evo Pur IT pW Der Mü alle ra^ Ul^ sich war sein buv Gett heilt msa reill Wa! nich gleii W. nrsti beti te'tt-i die geb Sch die den als ihr' sche Ge' lich ÄS w /-v^s C*P