Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 33 (18.8.1927)
- Date
- 1927-08-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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68. Jahrgang. Frankfurt ck/ÄI., den "^^588^ Nr. 3S Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Abonnement ab Januar ISA: Deutschland 4Towmmck-monaülch: Ausland: Biertel- . JW»‘ " “ indsy Amertta -des Etretfband-Ber-> E« al<r«d 4 sh.; a^ L3# tot “ mar! Peng ft.?«elgtr» M1 ^M BelgaV: tzölstmv S ff rZttnien avt^7. Sfc ISLtrer Ingot;_Sttimett fÄUfitt.► 7. ff. ~ '■ ‘ ~ " M 4 deutsche Gold- ' > ß toaen r ttnftan« WifwÄjiMj mg mm o. m NAUM'° ö 5 ab 1.3ulilteff; LänemäÄ S.6V «»».»NorwegenS.8V Kran.s' )ung Etnzelnunrmer dreißig Toldpfenntge. „ Vorbehalt. ÄÄäLdLLSsxMtzH/m.^7^ Stmäf. «►SR., Kr. Eschenheimer Straße B;__ . . mm INMu säm!ü^lnnvnven»G»v-p.,»»»s»-»^ ^sia*tbsgniet„fQe3ttferdienantt. für Fra__ 8WBM1L »lMlIlM>I«M»MükMs Zahlungen direkt an den Berlaa auf Postscheckkonto^. Warschau Nr. 1S07S7. -Postscheckamt Zürich Nr. Vlll 7L4 — Ink, Bukatest Filiale des Wiener Bankvereins in Agram. — Der (Main) »r. 1S80S. - A^erdem a«l: Postspaickaffe Wtt« Rr. 7SS0S. —'Postsparraffe»«Mt Budtweft Sk. 18ML>^Nostfchecktt»W "o-Bank Rotterdam - Postscheckamt Amsterdam Nr. 848SS - Böhmische Nntonbank in Prag -. hxrichtsstand für alle aus.Abonnements oder aus Jnseraten flch'ergebende» Zahlungsperpflichtungen ist Aranksurt a. M. Das und das gefehestreue Zudenkum. Die Tagespresse hallt ^ider vonr-Mampf um das Reichsschulgesetz/ däs^-auch fürMeHükünst der jüdischen Schuld von größter Bedeutrmg Hin wivfc D» WiMfiimmoon tut WlMMMz über; dis Ausgestaltung des VolkssMW.sE könMn erst, nach Erlaß ejlnes AusfühxUnigsgesetzes in Mft Wien. Det Entwurf dieses Aüssührungsgejetzes, oder,wie es . heißt: „Gesetz zur Durchführung dtzr Art. 146 Abs. 2 und 149 R.-Versg." ist von'dü NesHstkgscrürig MWW Mvw und wird nach der sicher ZU erwartenden Zustimmung des Reichsrats vom Herbst ab im Reichstag /zur- Beratung kommen. Bekanntlich schreibt die Weichsverfassung vor, die Volksschule solle „für WLe gömsinsam" sein. Indes sind innerhalb Bei MNieiniiin ««! M-äz »M wMuWÄsM» iigien Volksschulen ihres Bekenninlstes oder ihrer Weltanschauung einzurichten, soweit dadurch ein geordneter Schulbetrieb nicht beeinträchtigt wird. Religionsunterricht ist in allem Schulen, mit Ausnahme der bekenntnisfreien, ordentliches Wir beabsichtigen nicht, hier ZU den Auseinandersetzungen der Poüüker un! MAstM über die. gewiß nicht ganz einfache Auslegung der seinerzeit in Weimar nach langen, und schwierigen Verhandlungen beschlossenen, hier kurz skizzierten Kompromißbestimmungen Stellung; zu nehmen: es soll nur im großen klargelegt werden-. M lmksx M, HsrMllfl des:lüiiir setzen die Rechtsstellung und die Zuküttstsmoglich kettest der jüdischen Volksschule gestalten werdet Einzelbestimmungen, die im Verlaufe der Beratungen noch mancherlei. Veränderungen erfahren Wörden, wüsten dabei außer Betracht bleiben.' jüdische Vylks schulen. Im Gegensatz zu M^ÜWrst, Volksschulen, die von dem poWschsn Gemeinden zu uülerhaüen, MS, ist-bei den Wischen zumeist die j ü sti j che R e l i- MjUrMgKnüe rüste der Frager der Schullast, wenst auch, die Kommunen und der Staat Zü - s ch ü s s e leisten Mußten. Zu diesen Schulen werden nun überall im VNMWW g« sügfst Fest steht heme schon, mit welchen. «lynW^^n in ZstkUstst zu rechnen ist. Bisher schön war im größten Teile -Deutschlanids das Volksschulrvesen konfessionell in Form von evangelischen oberkatholischen Schulest aufgebaut: bis zur Staats- ^umwälzung bildeten nur die, Gebiete von Baden, und' Nassau, einschließlich Frankfurts Und. Hanaus, eme Äüsnahme. 2!k m ^ngMM stW derst seitdem, eingetretenen Neuregelungen tommen nicht in Betracht, da sie nach Inkrafttreten des Gesetzes wieder. Wegfällen müssen, Ist manchen Gegenden Deutschlands, namentlich auf dem Lande,- dorst aber seit emer Reihe von Jahren swpl; abnehmend^ ob tr auch ö f f « n t X1 ch e j in welchem Umfang — sicher übekäll ist den Mittels und^ Großstädten stach Bekenntnissen:nicht getrennte Volksschulen (Gemeinschaftsschulen) treten. Wohl die wenigsten politischen Befürworter dieser Schulart sind sich ihres Charakters klar bewuf». Wb si« ist fMufjon vichei Iikliimlik», waren es nach dem Wortlaut des Gesetzes Schulen, die von katholisch en und e v ang elts ch e n Sch ülern ge me i n sam besucht waren, oder, wie es in Nassau klar ausgedrückt wurde, gemeinsam ch r i st l i che Schulen. Im m\Am Cütwllös wivd ölß KöMöMschllslMlllk ganz deutlich charakterisiert: „Sie ersüüi die Unterrichts- und Erziehungsaufgaben der deutschen Volksschule auf religiös-sittlicher Grundlage ohne Rücksicht auf die Besonderheiten einzelner Bekenntnisse und Weltanschauungen,. Die a u s d e m E h v t f£ e n i u nt e r in achsenen Werte Bet Beutschen SollslUÜtt» (IHÖ im Unterricht und in der Erziehung lebendig zu machen. Bei der-Anstellung der Lehrer ist die Gliederung der Schule Mach Bekenntnis und Weltanschauung tunlichst zu berücksichtigen."' / ' Bei den zu erwartenden schweren Schulkämpssn ist M von Wsslyer Zkttk; W daß. in der Gemeinschastsschülö. — EimustanMuls wird sie in der Regel genanstt — der christliche Geist die, ganze Schule und ihren Unterrichtsbetrieb zu erfüllen hat, s o d a ß f ü r u n s z w i - Ich SN d e r ch ristl i che n B e k e nnt n i 6 - fchnl.*sttti% i* chriflliHßn ©imu11sm s ch ul e kaüm U n te rs ch! ed e g« ett t d e ck e n s e i n w e r d e n. Es will demgegenüber gar nichts bedeuten, daß es auch bekenntnis f r e i e (weltliche oder Weltanschauungsschulen) geben, wird. Soweit sie für Angehörige einer bestimmten Weltanschauung — das Wort Mgutei tzisr ffiiMr Men MMM Sü r eligi Ö f e n Anschcmuntz (MöttistöN — frei« religiöse Schulen und ähnl.). — bestimmt sind, scheiden sie für religiöse Juden von vornherein aus; aber auch wo sie. als weltanschauungslose, weltliche, d. i. gänzlich religionsfreie Schulen geführtwerden, entwickeln sie sich voraussichtlich züpro l e t arische n, s stzüalistst scheu Barte i s ch ü l e n. ' Daß diese wMlichö Schule zz?H-S Wram^WMU Kenner der Dinge für ausgeschlossen. 5 . Wenn auch über die endgültige Ausgestaltung des-.Gesetzes im einzetsten' heute eist Urteil mach nicht möglich ist, könnest wir doch schon zum Entwurf im allgemeinen Stellung nehmen. Da ist sunächst festzustellen, daß in Zukunft die jiib{schs B91M1 chulsJök övanaeIr? | chenund t a t h q l i s ch e N i n j e d e r 5) i n - sicht a u s d r ü ck l i ch g l e ichg e st e l l t w ixd: Demnach müh, sobald innerhalb einer Gemeinde mit wenigstens 2V0 Schulkindern, die Erziehungst>drt wenigstens 40 schulpflichtigen Kindern es beantragen',' eine^o { t u 11 i 4 e {9 d i sch e Volksschule eingerichtet werden. Unter „Gemeinde" ist hier derjenige ösfentliche Verband zu verstehen, der nach den Vorschriften der Landesgesetzgebung die öffentlichen, Volksunterhalten hat; diese politische Gemsinve tragt vw erstk Üntcrhalwns^stiO «uch für die beantragte jüdische Volksschule. Voraussetzung für die^ Einrichtung einer Bekenntnisschule — also auch einer jüdischen — ist, daß für die gememschaftliche Pflege dieses Bekenntnisses eine „Religionsgesellschaft mit den Rechten einer ÄMMsgW?ffen±a^en Achtes" besteht. > Wie sich diese theoretisch vollständige Gleichberechtigung praktisch auswirken kann, läßt sich heüte schwer übersehen. Man sollte annehmen, daß die durch andere Bestimmungen des Entwurfs, geförderte verstärkt« Konfessionalisierung sribsr Brr Jtii» Ent«!cklung bet jüdischen Volksschule Vorschub leisten müsse. Bedenklich erscheint jedoch, daß die, formale Gleichsetzung der verlangten Mindestziffern für Schulkinder und Antragsteller bei chlistlWbu und ^üdi^en Vekenntnisschulen, für m lötztsien tlllslllWtch emcn schwsrW, NqDell bedeutet — denn 40 schulpflichtige jüdische Kinder gibt es leider bei der furchtbaren Zersplitterung der jüdischen Bevölkerung in Kleingemeinden selten mehr. Allerdings ist für Orte mit weniger als 200 Volksschülern eine Herabsetzung der Zahl eowöglicht. Noch wshr wird ins Gewicht fallen, daß in den mki^tsn H i Ö) t reich sänge h .ö r i g e K i n d e r n i ch t s ch ulpflichtig sind, und daß nach dem Entwurf nur dem Deutschen Reich angehörige Erziehungsberechtigte Antrag stellen könn^'. Ws wird dadurch das Antragsrecht und die Möglichkeit der