Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 32 (11.8.1927)
- Date
- 1927-08-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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mtm Ni, W D Ü ä t a e l n 1L. August 192? Rabbi Nechemia Atter in Jerusalem, sofort nach Publikation des Gemeindegesetzes folgendes Sendschreiben gerichtet: „Soeben wird bekannt, daß es nunmehr in der Macht der Orthodoxen steht, sine ©em-einbe gu b -i l V e n UNh l{)Vf önitrefftn unter Austritt aus dem Waad Leumi zu wahren, dem anzugehören nach r a b b i n i s ch e n Entscheidungen ein h s"v tick i st, w eil der Waad Leilmi nicht auf Grundlage des Thoragesetzes aufgebaut ist. Ich bitte Dich Ö J11}<S 1& ( vn meinem Namen D e t an n t zu geben, daß jeder Gottesfürchtige dementsprechend aus dem Waad Leumi auszu treten hat, nachdem nunmehr di e Regierung die Erlaubnis hierzu gegeben hat." Cs Dürfte fQUm ZU bezweifeln fein, ba$ nach dieser bedeutungsvollen Kundgebung die Entwicklung einer selbständigen orthodoxen Gemeinschaft in Jerusalem und in anderen Städten des heiligen Landes auf Grund des neuen Gesetzes die günstigsten Aussichten hat. Perfsnsliew Rabbi X X, Rubin Zans. i. August. Am letzten Freitag verstarb in Neu - Sandez, just am Tage, an dem er das biblische Alter erreichte, der Zanser Raw, Rabbi Jizchak Tobias R u b t n. Ein Sohn des bekannten DombrowssP jffßhhß) N^bkk Msr-7 Akogiro^s, Gchwikgersohn und Webkingdr fchüler des großen Zanser G a o n> Rabbi Chajim Halberstadt i^sr, war auö) der Verstorbene im Besitz immensen Thorawissens, großer Weltklugheit und der herrlichsten Eigenschaften, wie sie unsere Größten schmückten. Besondere Popularität genoß er in der chassidischen Welt. Er war der Nachfolger- und treue Sachroalter ßk8 flroBßn ffiF&üß Bül Attifer- Gaon ^albcrstlldt in jedem Sinne und nach jeder Richtung hin. Er hatte dessen Wohnung inne und dessen historisches Ves Hamedrasch, das ün Jahre von Tausenden von Chassidim ausgesucht wurde, war sein Lehrhaus. Die Beerdigung fand bei Einhaltung aller chassidischen Bräuche unter gewaltiger Massenbeteiligung statt. Es dürften 3—4000 Menschen im Trauerzuge gewesen sein, MM M mmt Ms Miß WitkWpheit am Freitag nur die Söhne des Verstorbenen Hallen, die selbst große Rabbinerstellen bekleiden. Bestattet wurde der Rabbi an der Seite seines großen Schwiegervaters, Rabbi Chajim Halberstadt In der Trauerwoche waren viele angesehene Rabbiner und Chassidimrebbes hier, um den Trauernden ihren Beileidsbesuch zu machen. f"’tim Ivfts Feilchenfeld Köln, 9. August. Für die Juden Kölns sandte diesmal der o«a nvVn feine düsteren Schatten voraus. Am Rüsttage zum n-c r>Tiv an dessen Ausgang wir den ocx-Wehruf unseres 2000 jährigen Gvlusliedes in die Nacht ertönen lieben, (jffßcn mir m MMlhsn UsBsvNLstz tzöll yosef seid, unserer Besten einen, der Erde übergeben. Ein schweres Leiden, das ihn seit langem seinem Berufe entzog, trat vorübergehend zurück. Wie freuten wir uns, als er zu Beginn dieses Schuljahres erklärte, feine volle Tätigkeit wieder aufnehmen zu wollen. Die Freude war nur kurz. Seit den Pfingstferien war er dauernd ans Lager gefesselt. Wir ahnten das Schmore oor Banaten jTnniäo um foin wir wvüt^n es nicht. glauben, als uns Dienstag morgen die Schreckenskunde ereilte, daß p'iL tjk' dieser Gerechte dahingegangen sei. SM, schlicht, verklärt, wie sein Leben gewesen, ist er von uns geschieden, um in die vvpi xnbv, die Welt der Wahrheit einzutreten. Josef Feilchenfeld wurde am 11. Januar 1869 als Sohn des unvergeßlichen Posener Obsrrabbiners Wall NllchkNsclv )"iv_ Dißjfßn 100. jllmschö Presse kürzlich fsi-erte, gu Düsseldorf geboren. Seine Kindheit verlebte er in Posen, wo er das Friedrich Wilhelmgymnasium absolvierte. Im Jahre 1887 trat er in das Hildesheimersche Rabbinerseminar zu Berlin ein und studierte gleichzeitig an der dortigen Universität Philosophie und orientalische Sprachen. 1892 promovierte er mit einer Arbeit aus dem Gebiet des Arabischen und erlangte 1894 das Rabbinerbi^>lc>in. Bon 189b Big 1SDS weifte Cr «ft Qefcey nln Kölner Lehrerseminar und legte währenddessen die Mittelschullehrerprüfung in Koblenz ab. Im Jahre 1898 wurde er zum Leiter der Religionsschule nach Posen berufen, wo er bis 1920 wirkte. Die politischen Umwälzungen zwangen ihn im vorgerückten Alter noch, einen Wohnungswechsel oorzunehmen Seit dem Jahve 1921 wirkte er als NeligtorislMer an öor lShnagggsnAsmftn^ Kätn. 3*4, tzghs? mir Weifte er unter uns, aber diese sechs Jahre genügten, ihm als Menschen wie als Gelehrten ein dauerndes Gedenken zu sichern. Bon seiner Beliebtheit zeugte die — trotz der Ferien — ungeheure Beteiligung bei der '°"6- Im Aufträge der Synagogengemeinde würdigte Gemeinderabbiner Sr. Raferit^al i>ie Ber^FfffF jj'gg ÖCf* stoebenen. An der Hand feines letzten wissenschaftlich Artikels im Jeschurun zeichnete im Hinblick auf unfern Lehrer u:-, nvn in kräftigen wenigen Pinselstrichen ein scharf umrissenes Bild des Dahingegangenen. Mit dem Bekenntnis 'cjk D-nrn t?’x rr> hat er, die Grenzen seiner Macht erkennend, seit dem Beginn seiner Laufbahn es «bgelehnr, MWN; m MftMWer in Mn. um sich auf fein ureigenstes Gebiet, des eines Lehrers in Israel, zu begeben. So wurde er als Lehrer zum c-a n«a o”n zum lebensprudelnden Born, aus dem Unzählig Lehre und Weisheitsspruch schöpften. Und gleichwie riKTn minn nK nsn rmi unser Lehrer Moses die vielfach deutete und erklärte, bewunderten wir Jose Feilchenfeld als den tiefgründigen Gelehrten und For IM, m um nrrnaer NWiiWUichlA! um MM« tikalifcher Sach! ich keil in den tiefen Schacht des Wort stnns emdrang und die geförderten Schätze leicht und ungezwungen uns übermittelte. Seine eigentliche Größe aber war fein edles Menschentum, dem das Zeugnis der min über unfern größten Lehrer •»«:> viv nt-n r-sm voll und ganz zuzuerkennen ist. Fs ssilMn noch WöiWsiiiMW MM le* Schmerzes Uber den Verlust vertzunbeg mit dem Dank für sein reiches Wirken die Herren Rabbiner Dr. Kober für den rheinisch-westfälischen Rabinerverband, Dr. Caro für die wissenschaftliche Vereinigung der Kölner Reli gionslehrer und Dr. Neumark, Duisburg namens der Familie. Große, edle Menschen sind selten, ihr Verlust schier unersetzlich. Möge n ap.i der trauernden Witwe, den verwaisten Kindern als ein : s onm die baldige a feni>?ai MM München, 11. August. Herr Simon Löwentha und seine Gattin Fanny geb. Löwenthal, Sigmundstr. begingen am 9. August ihr 40 jähriges Ehejubiläum Vermischtes. Köln, 27. Juli. Als ijn Aufemg des Monats Jun eine Treffahrt der taurohtreuen Jugendvereine des Rheinlands und Westfalens in Blankenberg-Sieg veranstaltet wurde, dachten zwei Siegburger Jungens, die an der Feier teilnahmen: Wenn überall fromme Vereine bestehen, warum soll dann Siegburg eine Ausnahme bilden? 2Tuf die SBeramaüung hjxftx MM Leute fllBM denn am Sonntag emWe junge Leute, von wirklich ernstem Willen für den Klall Jisroel zu arbeiten beseelt, nach Siegburg, um daselbst mit ca. 30 Siegburgern zu beraten, wie am besten ein derartiger Jugendverein ge staltet werden könnte. Herr Berthold Heymann-Siegburg, der sich die denkbar größte Mühe im Interesse einer Gründung eines solchen gab, begrüßte Ae Erschieneuen und gab dann -f>errn Albrnhcrrn Wolf -Köln fllß öflW Tages, tras Wort. Redner wies, um die Berechtigung eines Vereins zu erweisen, in An lehnung an Bileams dritten Segen: wie gut sind Deine Zelte, Jaakauw, und Deine Wohnstätten, Jisroel, darauf hin, daß Jisroel im Golus „Jaakauw" genannt wird, in den Zelten weilt, d. h. sich seiner Wissenschaft, der Tauroh, widmet. Er erwähnte ferner, daß mit dsn Worken „MkchvlM nifolu". mit WÄ MiMN siL sich. mi\ die Ausgaben der Jugend m Jisroel hingewiefen wird, die ihre neuerungliebenden Bestrebungen, ihre Mode, z. B. heute den Sport, in den Dienst der immer moder nen und zeitgemäßen Tauroh stellen soll. Nach dem mit vielem Beifall aufgenommenen Vortrag wurde die praktische Arbeit besprochen. Cs follisn im (Sommer zunächst. Ullltr DiTI nniDDlSGnüii$ l^eimnachmltiagkn bszw. -atzenden, insbesondere Wanderungen veranstaltet werden, bei welchen auch die die Bestrebungen des Vereins symbolisierende Fahne nicht fehlen darf. Für den Winter sind Vortragsabende vorgesehen, auch will man dann gemütliche Stunden zusammen verbringen. Die Synagogengemeinde Siegburg hat die Liebenswürdigkeit, dem Verein vorläufig eines ihrer- Qokocke zur Berfünung M MM. DM» Mft zur bts Vorstandes und haben die gewählten Damen und Herren bis zu diesem Augenblick bereits erwiesen, daß die Versammlung in ihrer Wahl nicht sehlgegangen ist. Hoffentlich wird Verein die Aufgabe lösen, das jüdische Leben der Gemeinde Siegburg zu neuer Blüte im Sinne der Taurckh zu erwecken, und dazu beitragen, seine Mitglieder zu frommen, bewußten Jehudim zu ersishsni ÄLklm. 89. 3uIL emtgerr ^lngrddnlm an ferne storöene Gattin, Frau Esther G r z ebt n a s ch n"v hat ihr lann, Herr Mannes Grzebinasch eine n->i.->->so schreiben lassen und dem Verein Ez Charm in Berlin zur Benutzung übergeben. Beim Chinuch am 13. Jjar haben Weihereden gehalten: Vorsteher M. Lesser, Arthur Danziger, Rabb. Loewenthal, R. A. Grzebinasch, Breslau, Rabb. Pick, Rabb. Rosenwasser. Die WoiheFevete tjat OberkaMs LMlitzli M BkkllMM Mttsisrschast vorgctmgM. Dem Weiheakt m -er Synagoge schloß sich am Abend eineniirv bv> miso bei Berger an. kelmi, 28. Juli. Ein entsetzliches Unglück traf Freitag den 15. tmn. unsere na’®’ Beim Baden erttank ein 13 jähriger ,ia'®’-Bochur. Des Schwimmens unkundig, geriet er an die einzige tiefe Stelle des Flusses und oerjch-rocmd ohne ejn?n saut Don. sich m Möm. man darauf auTmertfam rouTöe und ihn hSMUszög, kannte der herbeigerufene Arzt nur noch den Tod konstatteren. Cr war das einzige Kind einer Delscher Witwe. Mönchsrath. 4. Juli. Herr Jul. Schulman, 2. Vorstand und Kassier der hiesigen Kultusgemleinde überliedelte dieser Tage nach Ansbach. Er war stets ein nfriges Mitglied unserer Gemeinde und »ers«h mit gro» Mi llmfifOt unö lSüMssstzlstlstiz^ft fein s^n«mt. & seinem Nachfolger wurde Herr Ernst Levrela einstimmig gewählt. Die streng-religiöse Gesinnung auch dieses Herrn berechtigt zu der Hoffnung, daß unser« mustergiltigen Gemeindeeinrichtungen unter seiner Mitwirkung, trotz des Rückganges der FamWenzahl erhalten merden. MufÄSrn, 26, August. Das Komitee der Lomzaer Jeschlwa in Petach Dikwah will zur Erhaltung der Jeschiwa eine O r a n g e n p l a n t a g e anlegen. Es sollen 100 Dunam Boden Land erworben werden. Sprechsaal. runPuMstrUH. Sehr geehrte Herren! Ich gestatte mir hierdurch, Sie um freundl. Ausnahme des folgenden Artikels zu bitten: Eine Reihe von Artikeln befaßte sich vor etwa einent halben Jahr mit der „Etania" einerseits, und mit der Schaffung einer Lungenheilstätte irr rßrfsüliß llll- Ueüerimg? , xrfchien m einer Nummer -o^rer gefch. Zeitschrift 'erneut ein Artikel, der sich die genannten Gegenstände zum Thema gesetzt hat. Wir wollen nicht alte Dinge berühren und Vorwürfe, die von verschiedenen Seiten gegen die Leitung der jüdischen Heilstätte „Etania" vorgebracht wurden^ widerlegen, wir wollen uns einzig und allein darauf beschränken, zu betonen, daß es ein unaussprechlicher Segen für das Judentum ist. daß sin solches Institut rote i>te ..Et«niU" ßCflEBt, ÖOi Bom fiMtt iifcer elw« vorhandene kleine Mißstäude unbedingt h-nwegsehen muß. Denn es ist schließlich eine Unmöglichkeit, es allen Patienten eines solchen Heimes, die sich aus Juden aus aller Herren Ländern rekrutieren, recht zu machen. Wir müssen vielmehr mit tausendfachem Dank an die Schweizer Judenheit die Errichtung und die — trotz aller Schmierigkeiten — ErholiMg eer «Etania" mit FrM'ö illstii-in Genngtn^g üMtieitnen, Wird -dch durch tzsesestze einer stattlichen Zahl von Menschen orrioi gebracht, die ihnen vielleicht sonstwo nicht zuteil würde. Was wir aber trotz des Bestandes der „Etania" und trotz des Planes der Errichtung einer Heilstätte in Deutschland bedauern müssen, das ist. daß eine ober crnch?mer HeilsttMsg mcht m Dlgl Ängo sim such nur annähernd der bei uns leider so stark aufttetenden Tuberkulose Herr zu werden, daß es leider in den meisten Fällen ein Ding der Unmöglichkeit ist, arme v'iin’ aufzunehmen, weil dies die finanzielle Lage eines Sanatoriums ganz gewiß in heutiger Zeit nicht erlaubt. Ich lese gerade dieser Tage, daß sich in Hannover ein Verein der an Typhus Erkrankten und Wiedergestndsten gegründet fyat, bererr ^ief und -Qrp^ zu «rrnnWeren. Wäre es nicht möglich, einen Verein derer zu gründen, die schon einmal die Wohltat einer Lungenheilstätte am eigenen Leib spüren konnten, dies aber zu nützlicherem Zwecke; selbst beizu- 'teuern und monatliche Spenden zu sammeln für einen Weltfonds für Lungenkranke, um so einem weit größeren Kreis von Menschen die Möglichkeit zu geben, kräftige, gkstsM MMWm zu Mrvon«. Ich bin überzeugt, daß sich eine Reihe von Freunden dieser Idee finden werden und daß die oerehrliche Redaktion bereit ist, diesbezügl. Zuschriften entgegenzunehmen. P. A. Ekanianerinnen, ßifanianeti Qtmken fmWn wir in Der „Clllnia" verbMcht. Wir dürfen «der nicht mit der Abreise von oben das Interesse an ihr verlieren. Die „Etania" braucht uns dringend. Wir sind ihr und unserem Judentum einen Dienst chuldig. Wir wollen uns zusammenschließen zu einer „Vereinigung ehemaliger Etanianer in Deutschland". Ich rufe Euch auf, Frau und Mann, Jung und Alt, -olgt alle meinem Ruf. Schreibt sofort an mjlsll MN und ich werde Euch weitere Auskunft geben. Jakob Bloch, Jhvingen a. K. ns; Anschließend - an die beherzigenswerte Notiz in Ihrer Nummer vom 23. Juni im Sprechsaal mit der tteberich auf öte tBßiimrtimo m 'R hiMvAfM, öer MM schrerbt, daß ein? nie auf länger als drei Jahre gegeben, dann erneuert werden soll. Hochachtungsvoll Dr. M. in D. Frankfurter Berichte. Me Iührzerl für Rabb. Dr. Salomon Breuer Die erste Jahrzeit für unseren Raw wurde am Donnerstag, wie es nicht besser und sinniger geschehen konnte, im Lernen gefeiert. Am Vorabend, Mittwoch 8 Uhr, füllte eine große Anzahl geladener Gäste, Verwaltungsrnitglieber, Jescyrroahsün^eiamb ipAßsiö' Wl5 ds-0 nn^estyhfts, -hm grotzcn LehTsaal Mr Tyoralehranftalt, wo der Sohn, Herr Rabbiner Dr. Joses, Breuer, zunächst im Nahmen des Nebenschiur eine tiefgehende halachische Abhandlung über die Sugia von nvn r>map in pnimo hielt und dann anschließend in einem herzergreifenden Hesped der großen Perönlichkeit und dem lichtvollen Wirken des Rabbi c^t rnurve, M8 MM 8afnö, öor, na® M rlärung des TaRnuv, nicht gestsrbSn rst, letzt der