Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1927-08-11 · Heft 32 (11.8.1927) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 32 (11.8.1927)
Date
1927-08-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2446951-2450442-2450474--74237-2531697
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

il. August 1927 fjäufer als drjajj für Me verlorene Selbständigkeit zu gründen, nur auf einem Irrtum seinerseits beruhte; daß die zahllosen jüdischen Märtyrer, die ihres Glaubens wegen freudig in den Tod gingen und alle Martern und Qualen ertragen haben, vergebens starben, weil sie llW OW gtsifflun (jutc öuDtn WlM mr Den können; daß die ganze Geistesarbeit der Tanaim und Amoraim und der Gaonim des Mittelalters, der Rabbinen in der Diaspora ein leeres Spiel und ein müßiger Zeitvertreib gewesen wäre; daß die Thora, die Propheten, die Psalmen ihre Bedeutung verloren und für uns nur einen historischen oder philologischen Wert - < , « y i » in i; r. i j“ % ... haben — bei all diesen will es mir Nicht m den Sinn; daß der ein Jude sein kann, der weder gut ist noch als Jude lebt, noch vom Judentum, seiner Lehre, seiner Geschichte und seinen Geschicken eitaas gehört tmb gelernt hat. Die guten Juden früherer Zeiten haben es durch ihre Taten un^ Handlungen, überhaupt durch ihr Leben bewiesen; die guten Juden von heute bleiben in der Regel den Beweis dafür schuldig. Worte sind Schall und Rauch, die Taten müssen es beweisen. Das srstö, was unsere Väter am Sinai ausriefen, war rsmi (mir moffen firn^. Äm Anfang war die Tat. Und darauf kommt es ganz und gar an. Die Nationalität des Juden besteht ja gerade in seiner Religion; es wäre daher verfehlt, wollte jemand sich zwar als „nationaler Jude" beken- M 88» 11? mn «PHI, Dt? Dil jüdische Religion von ihm fordert. Denn das gerade ist der Sinn des Judentums, oder wenn man will, seine „nationale Aufgabe", sich selbst durch stete Befolgung der göttlichen Gebote zu heiligen und so durch wahrhaft sittlichen Lebensrvandel pr Heiligung des Namens Gottes deitm mitte U«i* o j »* zutragen. Und heilig lebt der, der nach den Lehren der Thora lebt, sein Gesetz und seinen Glauben in Ehren hält. Nicht der ist der gute Jude, der ■88 zu still llöhllliMl, pmflßm Der m Diinj ftin Leben und seine Taten beweist. Und an solchen Juden mangelt es unserer Zeit sehr! Der Israelit te Mm ößi K li.-UllMmMZ fpfflö): U manmi sich gegen die jüdisch-nationale Richtung, die Öre deutsche Korrespondenzen « Racbricbfen. Das Erdbeben in Palästina und die Pekidim und Amarkalim. F r a n k f u r t a. M., 3. August. Wie uns aus Amsterdam geschrieben wird, wird nach DOrllÜttr MMW M WUMUMMM M BHF© das Erdbeben beschädigten Gebäude der Pekldirn und Amarkalim in Jerusalem ca. GM. 35.000 erfordern, die in jedem Falle beschafft werden müssen. Auch sonst von allen Seiten in Palästina wandte man sich ganz, wie im Jahre 1837 nach Amsterdam u^n b-i-e ex jte S^itje. S)ie von i>err Spefüriju uub Slmcnr= Mim AngöMlölö äiffion ergißi sich m MM CUMiUMn aus dem im Inseratenteile der Nr. 29 des „Israelit" veröffentlichten Aufrufe, den wir hiermit nochmals zur wärmsten Beachtung empfehlen möchten. Dis ^reifmrger ft- (k Dngnng F rri ft «Tg, S, August, Der K. C.-Konvenl (Jüdische StudentenvevEgung, die auf dem Boden des Centralvereines steht) hielt in Freibuvg seinen 25. Verbands tag ab. Nach Absendung eines Begrüßungstelegramms an den Vorsitzenden, Syndikus Dr. Ludwig Holländer, der durch Krankheit uer^rrrbkrt xoexx^ irex 2Jc«p«Tg'. bei^urDO^TieTi, «xrperfctet-e 2>x. ®>erlaf OM GeMsiWMW, unv «rmllhnN, öllsi me Zahl der Aktiven sich ^gegen das Vorjahr verdoppelt habe.' Hauptreferent war Rabbiner Dr. G o l d m a n n, Leipzig, der über Probleme, -der inneren jüdischen Politik Die Woche. Min. m MUM \mm mmm m starb ene Ob erreg! erungsrat Jacob Scheret wurde am Donnerstag auf dem Friedhof in Weißensee beigesetzt. Scheret trat 1920 als . Regierungsrat in die Pressestelle des preußischen Stäatsministeriums ein und wurde 1926 zum Oberregierungsrat befördert. Er hatte starke jüdische Interessen, die auch ln einem von ihns? gedichteten Drama „Wahn", das die yvvtuatrrvorb-Sltrräre bebanbeli, gurrt DCOH[t)ct otiinutiiioce «■>!{■■«• . ...» g./ Ausdruck kommen. — Die Preußische Regierung hat der Reichsregierung mitgetoilt, daß sie es ablehne, den Fürsten und Standesherren angebliche Ansprüche auf „ Judenschutzabgaben" und ähnliche mittelalterliche Anred^re abgugelten. 55 er (Eerttraloerein beut* scher Staatsbürger jüdischen Glaubens hat zu Ehren des 50. Geburtstags seines hochverdienten Syndikus, Dr. Ludwig Holländer, unter dem Sammeltitel „Unsere Mitarbeit an der deutschen Kultur" eine Festnummer seiner Zeitschrift erscheinen lassen, die ei« Fülle von werivoüen Beiträgen führender »IM SWMI HD «UV MsllW — Dr. Wischnitzer, der Generalsekretär des Hilfsvereins der. deutschen Juden, begibt sich dieser Tage wiederum zu einem längeren Aufenthalt' nach Rußland, um die kulturelle und soziale Lage der. russisch-jüdischen Bevölkerung in den Städten und Kolonien zu fiubteren. — Der Zigorretten-Fabrikant Sa- »i"as Riififöioii pqyMy fqipQ» Mkljostan muel y w v l ’t n e r begMZ semen fünMgsken Geburtstag. Lubliner, der seine Fabrik seit einiger Zeit am Sabbat geschlossen hält, ist der erste europäische Tabak-Industrielle, der es unternommen hat, den Tabakbau in Palästina in großem Maßstabe einzuführen. Er hat auch in Newyork eine Zigarren-Fabrik gegründet, die palästinensische Tabake verarbeitet. — Nach vpm UM MsUsMichn MMi veröffentlichten Statistik bilden die Juden unter den Soldaten der Roten Armee in Rußland 1,6 Proz., unter den Offizieren 4,8 Proz. Die höheren Militärschulen werden von. 3,3 Proz. Juden besucht. — Aus eine kleine Anfrage der Deutschnationalen im preußischen Müiöö iMt m MlliiUl, m önnirn Mf: daß die Fälschungen >im Meldeamt zu Hagen i. W. nicht von einem Juden stammen, sondern von einem Beamten, der der christlichen Religion angehört. Frankfurt a. IN. Die „Vereinigung für das liberale Judentum" hält ihre diesjährige Hauptversammlung am 22. und 23. Oktober in Frankfurt ab. Moskau. Dis LgMsMWkUlig W IM mm Statut Bor Gesellschaft „Ort" zur Förderung r>bN Hälldwerk und Landwirtschaft unter den Juden Rußlands bestätigt. Jerusalem. Der „W e live r b a n d s e f a r d i s ch e r Juden" beschloß, im Sommer 1928 einen Weltkongreß der sesardischen Judenheit abzuhalten. Als Orte kommen Jerusalem. Saloniki. Wien oder Vrüssrl m LMM. — Dm hsllgyiMM Konsulat in Palästina wird g. Zi. von Frl. Frankel,der Sekretärin des holländischen Konsuls in Palästina, Jacobus H. Kann, im Auftrag der holländischen Regierung geleitet. Shanghai. Ein vor kurzem verstorbener Herr P e r r y hinterließ Doll. 150.000 für den Bau einer jüdischen Schule in Shanghai. Er WW DQM W MWU-W. Bai MIUUNZ die gleiche Summe von Mitgliedern der jüdischen Gem/mde in Shanghai ausgebracht werde. Lemberg. Eine Pilzvergiftung, die in der Lemberger Vorstadt Klepachow. mehrere Opfer gefordert 'hat, benutzten antiseminsche Agitatoren, den Mob auf das jüdische Mertel z.u k>stzsn. Di,s Polizei stellte aber, entgegen l\i DM E8B MM christlichen Händler stammten unddaß sich unter den Erkrankten zehn Juden befanden, von denen einer gestorben ist. Erst diese polizeilichen Feststellungen bewirkten -eine Beruhigung der Gemüter. Marburg. Zur Merhundert-Jahrserer der Universität stifteten die Jrrhaber bss Bankhauses Barueh Strauß in Märtzurg uüd §raü?fürl ä_ M. QE 000 IDJäIPI und eine jäl/rüche Vethilft von iööö Ma^k. Budapest. Anstelle des verstorbenen Präsidenten . der neologen Landeskanzlei, Dr. Franz Mezey, hähen die neologen Gemeinden die Leitung ihrer Kanzlei einem aus vier Mitgliedern bestehenden Kurator i u m übertragen, dessen Vorsitz Hofrat Dr. Salomon § Htm F F 8 ssihFl: Judenheit in eine politische Sonderstellung hineinmamivrieven werde. Eingehende Würdigung fanden die Er- Nr. 32 Seite 5 durch cand. jur. Ma tzdorff. Eine im Anschluß an sein Referat angenommene Resolution besagt, daß der Würzburger Beschluß aus völkischen Gesichtspunkten heraus die Einheit der deutschen Kulturgeme'mschaft wie die Staatsautorität verneine und durch rassische Scheidung einen großbeutschen Zusammenschluß unmöglich mache. Demgegenüber machte der 2. feinen Ungehörigen zur Pflicht, innerhalb der studentischen Selbstverwaltung die Vereinigung aller sich zur jüdischen Kulturgemeinschaft bekennenden Studierenden zu vertreten und den Kamps gegen den Geist des Würzburger Beschlusses zu führen. Die Kölner Ariedhofsfchänder ermittelt. — Sechs K>cct)a|tan^cm Köln, 7. August. Der Kölner Krimlnalpollzei ist es gelungen, auf die Spur der Täter zu kommen, die vor 8 Tagen den orthodoxen jüdischen Friedhof in Köln zerstört, 71 Grab- MW llNgWllksW unß M M fsrtnimntiri; fßffiii m Grabstätten geschändet hatten. Die Annahme, daß es sich um völkische Kreise handelt, hat sich vollauf bestätigt. Die Wolizei hat bisher sechs Verhaftungen vorgenommen, deren Namen vorläufig verschwiegen werden. Die Verhafteten, unter denen sich der Hauptradelssüyrer Arbeiterpartei. Die Kölner nationalsozialistische Organisation versucht, sich durch die Behauptung aus der Affäre zu ziehen, daß einer der Täter vor einiger Zeit aus ihrer Gruppe ausgeschlofsm wurde und, um an den Nationalsozialisten Rache zu üben, andere Nationalsoziatifterr ZE-crt cm-cveftirt’et frert. 11 nt-erfucf^ixxrg Bf nx>dy (jut «ki «uiy»|.i| <4< .. i j o I* > nicht abgeschlossen; es stehen, wie es heißt, weiters Verhaftungen bevor. Ein Zirkular der polnischen Regierung beir. -ca M»kM fjSBli Warschau, 8. August. Die Sachverständigenkommission beim politischen Komitee des Ministerrats hat den folgenden Beschluß gefaßt: „Mit Bezug aus den Numerus clausus erkennt die Kommission an, daß bei der Aufnahme von Studie- «II :QII: M MlUlWM WlllMik Ml lkiiWfk W: tive keine Rolle spielen dürfen und daß diesem Prinzip durch eine entsprechende Perordnung Nachdruck gegeben werden müsse. Diese Berördnung soll so frühzeitig erscheinen, daß sie schon bei den Inskriptionen für 1927/28 Anwendung findet. . ^uj^amm'en mit fciejieTTi' fyat ber UnfßrrUDtsmMftör an °M Maaren Der MrUMlen cm Zirkularschreiben gerichtet, in welchem gesagt wirb: Sollten, auf Grund des Zirkulars vom September 1926 Einschränkungen. bei der Aufnahme von Studierenden notwendig werden, so müssen diese-Beschränkungen in Ueberin Betracht gezogen werden soll. (ITA.) £iia«ten. Fortgesetzte Judenmitzhandlungen durch Polizei in Litauen. KüwsiO. Z. WMl. Die antisemitischen Exzesse in oerschiedenen litauischen Städten, die durch Anteilnahme der Ortspolizei charak- .terisiert sind, nehmen kein Ende. In den letzten wenigen Wochen fänden solche Exzesse in Poniewesch, Krakian, Pilwischok und zuletzt in Kran statt. Auch in den MlllMtt WllUMMM GsiMll ttt BEF lkWll « viele Juden durch Polizisten schtll-ö^ lllißhälldölt. Dl-ö „Ddische Stime" fordert die Regierung aus, gegen dm überhandnehmenden Huliganismus entsprechend vorzugehen. Gestern hat die Polizei 4 jüdische junge Leute verun.b im ©le^ängms urtTtv&ri’f-^tycfy mi^^anbelf xirtb WMnW. Der Kawnvcr Pallgbllycs vcispmch) lNc schab digen Polizisten zu bestrafen. Unter der jüdischen Bevölkerung ist die Stimmung sehr gedrückt. (ITA.) . a. ©er «Server fiebbe fordert juttt Austritt aus hem ^aunn auf» Jerusalem, 24. Juli. Rabbi Mordechai Alter, der Gerrer Rabbi, hat zum Zwecke der Veröffentlichung ans seinen Bruder, einftimmung mit dem Gesetz stehen, so daß die Ange- \ \\ I kl!?or-iateii aL 91aiL>n o^ic-r- OvcXt'^rit bt&rbet rtta) r

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.