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Der Israelit · 1927-08-11 · Heft 32 (11.8.1927) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 32 (11.8.1927)
Date
1927-08-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Ar. 32 Der Jsraelrr 111 August 1927 Rebbe gemeinsam mit Rabbiner Kuck beschimp- Mas WWllii DerDreltst, mail Dar «slm Dam letzteren einen Besuch abstattete und einige persönliche Ehrungen erwiesen hatte. In der vorigen Nummer der „Blätter" ist über den weiteren Verlaus der Skandalaffäre berichtet, die zum Ausschluß Hellers aus der „Agudas Israel" ^üt»rte und dur<^ Ijergtidfe STusj|?rad^en gtmjc£^ett dem Gerrer Rabbi und Rabbi Chajim Sonnenfeld nach der persönlichen Seite vollkommen auK der Welt geschafft worden ist. Aufgabe der leitenden Kreise der Aguda wird es sein, nunmehr umso bedachter und sorgfältiger auf den Ausgleich der schon vorher bestandenen und gerviß verschärften inneren Spannungen hinzuarbeiten. Organisatorisch muß die palästinensische Landesorganisation der Aguda, ohne daß sie ihre Prinzipien irgendwie antastet, auf eine breitere Basis gestellt werden. Diejenigen wenigstens, die einig sind in der prinzipiellen Anerkennung des Selbständigkeüsgedankens, müßten ihre Stimmungsunterschiede dulden lernen. So gut wie Rabbi Chajim Sonnenfeld selber der Person Rabbi Awrohom Jzchok Kuks bei jeder Gelegenheit die einem gebührende Ehrfurcht erwiesen hat, j I ( ■ <«• «> ' so scharf er auch feine religionsphilosophischen und gemeindepolitischen Anschauungen mißbilligt und bekämpft, so wenig konnte man gerechter Weise dem Gerrer Rebbe aus seinen einem natürlichen Empfinden entsprechenden Höflichkeitsakten gegenüber Rabbi Kuk den leisesten Vor- «f MW. 3$Mii ®?Ü, W K WM gültige Treue und Hingegebenheit des Präsidenten der polnischen Aguda an die agudistischen Grundsätze durch dieses nvian asm in keiner Weife berührt wird. Das zeigt sich am deutlichsten an dem im Nachrichtenteil abgedruckten bedeut- Tamen SerrdschreiberF des Ncrddi. in dem ev •»» oiitmmi > i n mein ca fein enAnhängernkfenAustritt aus eben derselben Gemeindezurunbedingten religiösen Pflicht macht, deren.Oberrabbiner er doch soeben die üblichen Ehrenbezeugungen erwiesen hat. Auf der anderen Milk ist öit MrrsiiMiMeil ötr MkiMn mu tiker der Sonnenfeld'schen Gemeinde in allen Dingen, die mit Rabbi Kuk, ihrem bedrohlichsten Gegner, Zusammenhängen, nur zu natürlich und — soweit sie nicht zu unsittlichen Exzessen L In Heller führt — jedes Verständnisses würdig. Nachdem dem ©erer 9Ptebbe die »on jernert 2lnJ^ängerrt jelfojt gewünschte Genugtuung — Ausschluß Hellers — gegeben worden ist und die palästinensische Agudaleitung zweifellos bereit ist, dem polnischen Element den ihm allmählich zukommenden stärkeren Einfluß auf dem Wege allgemeiner Neuwahlen zu gewähren, darf man wohl Dop», Daß Dia Man WDchan Das Xroftaa auch die Aguda Erez Israels auf den Pfad des Friedens geleiten werden, den Aufpfad zur nvbw- Gute Zuden. Äpn ölabbrnkr Aeüx Kanter in ^wrtt«u (ÄrShcen). „Gute Juden" hat es zu allen Zeiten gegeben. Nach einer Stelle im Talmud soll es in jedem Zeitalter mindestens sechsunddreißig Fromme geben, die, ihre Frömmigkeit keusch verhüllend, meist ganz im Verborgenen leben und deren gute, gottgefällige Werke die ganze Welt o«bastou Al"" I4 “{‘T4** L d S5 :! erhallen. Aber so vieler „gute Juden wie in der Jetztzeit hatte sich das Judentum nie zu erfreuen. Früher galt d e r als guter Jude, der mindestens gut war, das heißt in erster Reihe „edel, hilfreich und gut" irn Sinns dev Th o r a ünE &er heiligen lleijerfkfenmg. guter §uöe war gleichbedeutend mit einem streng frommen Juden. Der „gute Jude" lebt nur seiner Religion und für seine Religion in seinem Glauben und für seinen Glauben, für seinen Gott und seine Lehre, für sein Judentum und seine 3B28[?. IlRter einem guten 3u£era oetflani man vor allem einen gelehrten Juden, einen solchen, der nicht nur im unendlichen Meere des Talmuds „gleichsam zu Hause" war, in dessen Abgrundtiefen er sich spielend versenken konnte, um dann unversehrt und siegesfroh aus ihnen IfflTOipP; sUlMtt MN MIHI, M W ganze rabbinische Schrifttum meisterhaft beherrschte und darin, d. h. in „den vier Ellen der Halacha" ganz und restlos aufging und kein anderes Streben kannte, als zu lehren und zu lernen, in der Thora zu forschen Tag und Nacht. solche ÜDiämter blfbeiert ben mucf ixnb die Zierde jeder Gemeinde, die so glücklich war, solche Männer zu besitzen. Diese „guten Juden" umgab man nach und nach mit einer Art Glorienschein; sie standen gegen ihren Willen im Rufe der Heiligkeit und man erbat sich ihre Fürsprache bei Gott m ben <&tunben ber Awj $fit£ §Sf8f}Fj ihren Rat und Segen, so man ihrer bedurfte, und man pilgerte zu ihren Gräbern, wenn sie aus dem Leben schieden. Denn solche Juden waren selten, und glücklich die Gemeinde,. die solche Männer aufzuweisen vermochte. Ihr Nuhrn rvar für ervrgs Zeiten gesichert. Yeute gibt es „gute Juden" in Hülle und Fülle, auf Schritt und Tritt, in Stadt und Land überhaupt überall, wo Juden leben. Jeder zweite Jude, mit dem man zusammentrifft, sei. es auf der Bahn, in der Elektrischen, im Kaffee- Seidenu. Gorn-Melsges jM 47 Bleidenstraße 47 (früher: Grosse Eschenheimerstrasse 3) SPEZIALHAUS in Nah'Und Sliek>Seiden Handarbeits-Garnen jeder Art haus oder in der Sommerfrische entpuppt sich bald als guter Jude. Jedenfalls behaupte^ er es steif und fest, oft sogar in Momenten und Situationen, die weder gut noch jüdisch sind. Die stehende Redensart lautst stets: „Ich -bin zwar §> ii< >. o ude, ein sehr guter Jude sogar, aber . , Dieses Aber lautet allerdings verschieden, je nach dem Thema,, das gerade.angeschnitten wird oder je nach dem religiösen Ge- oder Verbot, das er gerabe Übertritt. Er ist etni guter Si < ' - — , 8 . - - ude, aber . . . Ae Speisegesetze existieren für ihn einfach nicht. Er ist ein guter Jude, aber . . . seinen Sohn läßt er trotzdem nicht beschneiden. Er ist ein guter Jude, aber die Feiertage, hält er trotzdem nicht. Er hält von der Religion überhaupt Nichts, aber . . . sr ist trohdsw guter 3u^e. ' . . Worin seine Güte als Jude besteht? Nun, er ist Jude durch und durch, er schämt sich seines Judentums nicht und ist (!) stol5 auf seine jü-. dische Stammeszugehörigkeit. Wehe dem Antiihm zu tun haben, und er wäre sogar imstande, das Lokal, wo antisemitische Schimpfwörte fallen, einfach demonstrativ zu verlassen. Er lasse „sein" Judentum nicht beleidigen und dulde es Acht, wenn „seine" Nation herabgesetzt werde,. \n n im mm ßötr ©uft. mp ohdoh p es heutzutage, wie erwähnt, in Hülle und Fülle; Juden, die nichts halten, an nichts glauben und nichts können, weil sie nichts verstehen und nichts gelernt haben und trotzdem sich für — gute Juden halten. Wir will es In den Änn, daß ein Jude, dem nichts Jüdisches mehr heilig, der den Sabbat entweiht, die religiösen Feste nicht feiert,, seine Söhne dem Bunde Abrahams nicht zuführt, das Gotteshaus nicht besucht und um die religiöse Erziehung seiner Kinder sich nicht kümmert, — M ein sollM OlM ein „aulor 3iiDs. ist, hu* deshalb, Werl er vorgibt, jüdisch zu fühlen und zu denken, und sich als Angehöriger des jüdischen Volkes deklariert. Daß die jüdische Religion! ein überwundener Standpunkt sei; daß das Streben eines Rabbi Jochanan ben Sakkai, religiöse Lehr- Jamilienbad. Lange kulturpolitische Auseinandersetzungen einandermal. Heute nur ein kleiner Hinweis auf Gittin wo unter denen, die nizn:6 minn mxa von Thorawegen durch Scheidung zu strafen Gebot ist. auch j'srrn ö*tk öipaa nsma die öffentlich 18 WLll erscheint. Aus ->"vn ist zu ersehen, daß dabei weder böse Absicht, noch gleichzeitiges Ankleiden vorausgesetzt wird. Das Dulden solchen Gebahrens heißt dortfelbst Ni cnn ma; Eigenschaft eines schlechten Menschen. Traurig zu sagen, daß oft auch im besseren *ff beutln £mb fxffsllgW göSklltzkil mit sv manchem auch vlksk Tlllmuvsicllc in Dkigksskimm geraten ist oder durch Phrasen wie: ..Man denkt sich nichts dabei!" oderdgl. ihrer unveränderlichen Gültigkeit (vgl. die Dezisoren z. St.), widerrechtlich beraubt wird. B. C. in Jes^fm?m vrröffrntticht folgende Bekannimachung: rnmyian 'brrnv?' ->->N2 onn wria pna v'-,N2i ^nnn vN/22 nssinan nm D’jann Vsn bv inan nrr *7012? .]na misra •f^in li’illFW -r 'LnnLv nrr'L' Va/ d’oj •nnx mn’ 8>Mii «18^8 Ä«MW ife ws nx D*>jia iiiip DH’axn. •nm'? n» «nsrnn 1'vdN •D,T>nio’‘in -noina bv inson bn n sn n d ■» n «' n 1 b rr! 12215122? ttl12Vn r>r2 brr «n2ivb i^nirr r-nbvn n"2pn «« sfin'rnö föDmionn stin nniyn nniK ip^oyn -mvax? •137 ’*T3? pn DDJ’22 nVJl (Ist das Heöirge der Sinai-Katöinfet nicht das Sinai-Geöirge der Mivek)? Die Londoner Presse beschäftigt sich mit den Darlegungen des dänischen IMtzMN Mr Vltlks Nlklfkll. M WkllM Dfln einer MNwnngsrem vnrch PaMfliim, Aezyptsn, Transjordanien und die arabischen Länder zurückgekehrt ist und das Ergebnis seiner Forschungen dahin präzisiert, daß der in der Bibel erwähnte Sinai-Berg nicht identisch sei mit der Bodenerhebung auf der Sinai-Halbinsel, sondern im Gebirge von Edom im Süden des Toten Meeres gelesen ist. Dlk DgklkgMllm Drofkfwr RiklsLlls ftnöBii emMiß Deamiung m archäoiogischm Kreise», wie auch unter den religiösen Forschern. (Ein I»öntateuch-Iuvitäum). Die Firma M. Lehrberg er & Co. hat soeben die 100. Auslage ihrer bekannten Pentateuch-Ausgabe (Text mit Hastoroth. Megilloth und Notenbeilage zur Erlernung der Aeoente^ Mtz MM fkU aus holzireiem Papier MV in iavellvfem Halbfranz-Einband Mk. 3.—, in Leinwandband Mk. 3.75. Offenbar ist die Herstellung jetzt aus ^holr»gr-rs,hif^ern W«S ttt CrTCCUltCEjCr Weise zur Verbilligung beiträgt, wenn es auch in typographischer Hinsicht keinen ungetrübten Genuß gewährleistet. Außer der kleinen Ausgabe gibt es eine weitere mit Tefilla im Anhang und eine solche mit Tefilla unp Jozeroth. (..Aühisckö WL1tSr«lrsi>r«1»g ir» imittCetfue .1111 PW8S8i8?888 M Wf R. F. soeben eine Broschüre ,Jüdische Bauernsiedlung in deutscher Heimat" heraus, die die folgenden Aussätze enthält: Dr. Leo Löwenstein: ^Der jüdische Bauer aus deutscher Scholle"; Rittergutsbesitzer Rud. S: Moffe: ..Aufs Land!": Domänendirektor S. Dyk: ,Das Problem"; die Einleitung fferte'üte Dr, Frcrriz öppetihetnter bei, der untet: Jet Aeberf-hrift „Mne Lat" vi« Tisirlüng m ein jüdisches und zugleich ein deutsches Werk; ste sei aus dem besten Geiste des Judentums geboren. Die jüdischen Siedler werden sich als die besten Bürger des neuen Deutschland bewähren, den Haß und den Neid beschämen, wenn sie Deutschlands Boden mit ihrem ehrlichen Schweiße düngen. Hrn V. Lichicnllei 1 in Mailand fchrewiuns „Inder Mendelsohn'scher Pentateuch-Ausgabe (Fürth 5563) werden in der Haftara zu -»Nd» die Worte nilXLü'' M7iN3 übersetz; mit: „in jedem Forste wird man sie antreffeir. Dementsprechend hat der Biur auch eine Erklärungdie daraus hinausgeht, daß statt n^nnn gelesen wird ntznnn. Liegt hier ein einfacher Irrtum vorwas ooch kaum dmreimck! ist. üdß? ßms Skstchrnsc Jgnorierüna der Mdsfora und aller unserer Klassischen Bibelerklärungen? U. A. w. g.

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