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Der Israelit · 1927-08-11 · Heft 32 (11.8.1927) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 32 (11.8.1927)
Date
1927-08-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Der Israelit Nr 32 Sette 3 '11. August 1927 ____ Gruppen viel zu viel von Oberrabbinat, Rabbinaten. Schechito und Mazzos die Rede ist, liegt Zöv Hsnd. Ms Orthotzoriß wirk) nW aufhören, gegen den ungeheuren historischen Treubruch zu protestieren, der in der Errichtung einer jüdischen Religionsgemeinschaft in Erez Israel o h w e vorbehaltlose Anerkennung der Thora-Autorität für das g ef,am U P s M^ i tt s HrL l L b ö N IlOQt. Sie wird ebensowenig aufhören zu protestieren gegen die Ungerechtigkeit, eine religiös-neutrale, geschichtslose Kehillo, die den Namen „Kneßes Israel" usurpiert, von staatswegen öffentlichrechtlich anzuerkennen, dem historischen Judentum aber, wie es allein die orthodoxen Mann" rßDräfiQirtiQrm öiefe Anerkennung zu versagen. Dennoch müssen wir sagen: Wenn den Edaus durch die Verwaltung keine Schwierigkeiten gemacht und die guten Absichten des Gesetzgebers verwirklicht werden, dann wird sich in dem ästhetisch Zwar unschön zusammengeflickten, aber immerhin geräumiger geivöÄenen löäll Äk PAsllstinensischen Gemefnde-Legislatur einigermaßen leben lasten. Es ist zwar ein G o l u s - Nachtasyl, das man gezimmert hat, aber dennoch ein Asyl. All-L toaüffßfflfflßn, WM hllö L 0 b 0 n aus den Paragraphen machen wird, auf die innere Kraft der Gesetzestreuen in Erez Israel, auf ihre Opferbereitschaft und sittliche Stärke im Kampfe mit den bösen Geistern der Zwietracht, des Gruppen-Egoismus und der MnzMsnwstn MeiAültWeil: ©ine gkw«ltW Verantwortung liegt iw dieser Stunde auf unsren Brüdern in Erez Israel, die die Pioniere des geschichtlichen Judentums sind. Möchte der Lenker der Menschengeschicke ihnen die rechte Einsicht und die höchste Stärke schenken. Wochenrundfchau. Repräsentation. Der Preußische Landesverband jiMsHsr GomsinDen in Berlin m? breitet durch seine Presse-Abteilung folgende bedeutungsvolle Mitteilung: D>er Land eso erb« itnb ittt öffentlichen Lebe n. Irr. dsn lstztsrr Wochen sind dem Preußischen LnnÄLS- UNtS? ÜttMSM Ml EMoäi Diese Methode ist grundfalsch und grundschlecht; davon ist kein Segen zu erwarten. Beobachtet das Gebot der nnt». „schreibet sie an die Pfosten deines Hauses und deiner Tore — auf datz vermehrt werden eure Tage und die Tage eurer KMll!" m Der nniD m AN mm Wtkjgmn, sie allein verbürgt düS svahkS GMckr. VllS GILlL Ver Zufriedenheit, den Segen des Glaubens und Gottvertrauens. kleines Feuilleton. Rabbinische Geschichten. In Dwinsk gerieten zwei Nachbarn in harten Streit wegen eines Grundstücks. Man ließ Rabbi Meier Stmcho kommen, damit er die Grenzen in Augenschein nehme und den Streit schlichte. In Amvösonhoit Dos MM naDm Der Zank um slMfere Formen an. „Der Vödtn gehört Mir", ereiferte sich der eine. „Nein, der Boden ist mir", überschrie ihn der andere. Der Rabbi stand, den Kops zur Erde gesenkt, und sprach kein Wort. „Nun Eure Meinung, Rabbi?" drängten die Streitenden. DörMMsaMi »Indes jeder von Euch behauptet, Dei Boden gehöre ihm, neigte ich den Kops zum Boden hinab, um zu hören, was er dazu sagt" „Und er sprach?" „Er sprach: Ihr beide gehöret ihm! . . ." . ladungen zugegangen, die beweisen, daß der Landesverband entsprechend der evangeli- 1 chen Landeskirche und der katholischen Kirche Lä« (Stollen immer mehr als öle gegebene reltgionsgesellfchaftliche Vertretung der preußischen Judenheit angesehen wird. So ist dem Landesverband eine Einladung zur Eröffnung der Ausstellung „Das junge Deutschland", die vom Reichsausschuß der deutschen Jugend verbände in Verbindung mit DerföHeüitnitn MM im& AMMM'M wird, üböt'MiMtt worden. Ferner kjm der Dum der Saarvereine den Landesverband zu seinem diesjährigen Bundestag, verbunden mit einer großen Saarkundgebung nach Würzburg eingeladen. Wie schon in früheren Jahren so hat auch in diesem Jahre die Reichsregierung den Landesverband zur Teilnahme an der Verfassungsfeier im Reichstagsgebäude gebeten. Für die Feier, die die Reichsregi>erung zusammen mit Der MUMAN TtÄNMkMsmm Mni> *** ®tobt Verliv üm Adönd der MrsnsfungsÄlMs im Danfc vcr Funkindustrie zu Berlin begeht, liegt gleichfalls ein amtliches Einladungs-Schreiben vor. . Der Landesverband wird selbstverständlich überall in geeigneter Weise vertreten sein. Man wird dem Landesverband die harmlose Freuds gönnen dürfen, die er über die Einladung zur Eröffnung der Äussieüung „ 2« s jrinZ § Deutschland" und sogar zum Bundestage des Bundes der Saarr er ein e offenbar empfindet, und es wäre auch nicht weiter zu vernrunderr>. rvenn die Urheber d.i efer beiden Ein- (abwngen \itav öle ÖlMNft sation der verschiedenen Religionsgesellschaften in Deutschland nicht genau unterrichtet sein sollten. Anders steht es jedoch mit der Reichsregierung und der preußischen Staatsregierung. Wenn diese beidew Innungen m her EEäl, wie eö stäH ^UHÖ06011110 des Landesverbandes vermutet werden könnte, diesen allein als religionsgesellschaftliche Vertretung der preußischen Judenheit ansähew, so würden sie sich eines schweren Verstoßes gegen die verfassungsmäßige Gleichberechtigung der grst^esirLULN 3 N WirklichkeitistdieEinladungzuden mit dem V e r fa s s u n g s t a ge in Verbindung^ stehenden Feiern selbstverständlich in genau der gleichen ||prmun&|ubemglei(^en^eii})unfi auch dem Preußischen SanöesDtr* b a w b gesetzestreuer Synagogengemeinden in Halberstadt zugegang e v., ohne daß dieser Verband es für nötig erachtet hätte, hierüber Kundgebungen in der Presse zu MWnllichsn. Immerhin möchten wir auch bei diesem kleinlich scheinenden Anlaß nicht unterlassen, sestzustellen, daß als religionsgefellschaftliche Vertretung der preußischen Judenheit unter keinen UlllskSNö kll m BkNiMf Verband als solcher Rabbi Sorach Disk in, Bruder des berühmten Rabbi Josua Leb Diskin, war in jungen Jahren Kaufmann, schrieb aber in seinen Mußestunden Randglossen zu den vier Turim des „Schulchan Aruch". Nachdem er an dem Druck seiner Turim s?sfs ganges» ^3ernt£5geit verloren hatte, sah er sich gezwungen, die Nabbiv erstell^ In Grobnv angn nehmen. Er pflegte in laanigen Stunden zu sagen: „Mein Bruder ist ein Gaon, der alle Teile von Talmud und Dezisoren beherrscht. Mich haben die Turim zum Rabbiner gemacht." * Rabbi Josua. aus Kutna. ein bekannter und l^örberer bes alten Jischun, in Erez Jisroel, wurde von einem Nrcunde» einem wobllr«' benden Kaufmann um Rat aefragt wegen eines Geschäftsunternehmens in Palästina. ..Wollt Ihr nach Palästina übersiedeln?" fragte der Rabbi. .Nein, ich möchte nur dort Kapital unterbringen, iCD MM Bissr ■ , Der Rabbi. der ersaßt hatte, daß die Art des Geschäftes persönliche Anwesenheit und Aufsicht des Unternehmens erheischte, antwortete vielsagend: „Ich kenne wohl viele, die ihr Vermögen dalassen und selber hinaufgehen, um in Palästina beraben zu sein. Roch nie aber sah ich jemand, der m BlSiBUi ifl s?iy Vermögen IN Grabe trogt." « Rabbi Nastoli Berlin, der Leiter der Woloschiner Jeschiwa, stellte einen Schüler zur Rede wegen seines allzuraschen Betens. Der geistvolle Schüler verteidigte sich mit einem Beispiele: „Fährt der Fuhrmann langsam, so hängen sich die Gassenbuben angesehen werden kann, sondern lediglich die beiden Landesverbände zusammen. Der Konstikt in der Jerusalemer Orthodoxie. Der diesjährige — dritte — Besuch des Gerer Rabbi in Erez Israel hat zu einem Konflikte innerhalb der agudistischen Kreise Jerusalems ge- RW, ln Einsicht unk) griofionßi liebe der führenden Persönlichkeiten glücklich beigelegt wurde, dessen Ursachen und Konsequenzen aber dennoch ernste Beachtung verdienen. Denn hinter dem scheinbar persönlichen Charakter der äußeren Vorgänge wirken latent doch Gegensätzlichkeiten sachlicher Natur, die immer wieder hßrvvrbrßchßn fönom Die palästinensische Agudas Jisroei, insbesondere die stärkste Gruppe, diejenige Jerusalems, schart sich um die Person Rabbi Chajim Sonnenselds; ihr Mitgliederkreis setzt sich aus den Mitgliedern der Sonnenfeld'schen Gemeinde (zumeist Litauer. Ungarn und Polen') und aus hen meifi: erft in öen lefeieK Aalest A? 8 hß - rer Zahl hinzugekommenen polnisch-chassidischen Einwanderern vorwiegend Gerrer Richtung zusammen. Zwischen den letzteren und dem alten Stamm der Gemeinde bezw. der Agudas Israel hat üatlleZLMsß B8H jshßx ßiwiß gßwisiß Spannung bestanden^ weil die Leitung aus historischen Gründen noch in der Hand der unmittelbaren Umgebung Rabbi Chajim Sonnenfelds lag und die neu hinzugekommenen polwischen Kreise sich erst allmählich die ihnen gebühronöß «kung erringen rönnen: MUM in MQUtia und (Semeinbe der geistige Verschmelzungsprozeß zwischen Litauern und Ungarn sich — wohl dank dem harmowischen Zusammenwirken Rabbi Jzchok Jerucham Diskins Vsj mit Rabbi Chajim — merkwürdig schnell und reibnngöwü vollzogon Hai. hieße es Wnnöer nerk langen, wollte man das Gieiche innerhalb weniger Jahre von den seelischen Eigentümlichkeiten polnischer Ehassidim und ungarischer Orthodoxen erwarten. Solch eiw Anpassungsprozeß bedarf der Zeit und dev lange fortgesetzten agudistischen ^rs!ehungsarb«ii. Der imnn svw hat sich natürlich die günstige Gelegenheit, auf so wohl vorbereitetem Boden Unheil zu stiften, nicht entgehen lassen. Ein Mann namens Heller, der weder in der Agnöll: noch in öer ©enrnn&s jMndwslHk führende Rolle spielt, wohl aber zu jener kleiwien Gruppe leidenschaftlich unbesonnener Eiferer gehört, wie sie als Abfallprodukte bei jeder Intensivierung religiösen Gemeinschaftslebens überall in die Erscheinung treten, hat ein den Gerrer hinten an den Wagen, treibt er aber die Pferde aut dann bleiben die Anhänger zurück. So geht es mi. dem Gebete: je rascher vorwärts, um so weniger werden sich die bösen und ablenkenden Gedanken daran hängen und den Schwung erschweren." _3cb fürchte", antwortete der Rabbi. .Dein WägM lLllst ss s-üßll, datz Dßi Fuhrmann »si nicht mehr mitkommt-^ (Alfasst im Jerusalemer „Hathor"). Ostjüdischer Witz. Der Jude auf und über dem Ozean. Die aBogen gehen in der Presse hoch um den OzcamFlieger er .snde ist. Mitt Wunder. Schon beim Juden Jona erhob sich ein solcher Sturm auf dem Meere, datz das Schiff dem Untergehen nahe war. Relativitüt der Zeit. „Was ist das mit der Relativität des Einstein?" ..Dis l® Dir an einem einfachen Beispiel. Sitzen wir in ber Klaus bei einLk SöUdö, dann fliegen die Stunden dahin wie die Minuten. Suche ich meine Tabaksdose, um ihr eine Prise zu entnehmen und finde sie nicht, dann ist jede Minute eine Stunde." „Kapital und Arbeit," „Was ist das mit d?m Wort« vvn ,A«sill«l und Arbeit", um das heute so viel gestritten wird? „Du hast mir hundert Rubel geliehen, das ist Kapital." „Und Arbeit?" „Diese wieder von mir zu bekommen."

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