Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 31 (4.8.1927)
- Date
- 1927-08-04
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Bäte 8 9lv8i Der Israeli t 4 August 1827 Prof. Gmsburg ermahnte, nicht mit Aenderungen hervorzutreten, die bestenfalls von einer kleinen Minderheit im Judentum anerkannt werden würden. Nur eine Versammlung in der ganzen jüdischen Welt anerkannter rabbirrischer Autoritären rväre in der ßa(ye, Aenderungen im jüdischen Zeremonial und den häuslichen Vorschriften stattfinden zu lassen. Insbesondere warnte er davor, sich die Meinung - des Dr. Kadushin zu eigen zu machen, als könnte die Lehre Spinozas eine jüdische Interpretation des Gottesbegriffes werden. Auch Rabbiner FinkölWn. wk DiMr-ösiLM L» m, trat die Ansicht, daß eine neue Interpretation gewisser Vorschriften ohne eine zentrale Aktion anerkannter Autoritäten ein revolutionäres Beginnen wäre, doch müsse man anerkennen, daß die Anregungen des liberalen Flügels nicht im Widerspruch stehen zu dem die cjart^e 23erjammtung eimcjenöen SBurijd^ bie ZCtjora gu erhalten, und daß sie nicht den Neuerungen zu vergleichen sind, die vom Nesormjudentum ausgehen und die die jüdische Lehre zu einem harmlosen und farblosen Monotheismus herabmindern. Er erinnerte an den Ausspruch von Resch Lakisch: „Zuweilen bedeutet die Ueberschreitung eines Teilchens des Gesetzes die Rettung für das ganze Gesetz", kam aber zu dem Schlüsse, daß immerhin jeder Gedanke an eine Aenderung jüdischer Traditionen seitens einer individuellen Rabbinerversammlung orthodoxwidrig wäre. lieber die Stellung der Rabbinerversammlung zur Gegenwartsarbeit in P a l ä st i n a stellte Rabbi Finkelstein bie folgende Formel auf: SO&ir roünschen ben Auf bau Erez Iisroels als Heim einer jüdischen, wenn mög lich autonomen, Gemeinschaft. Wir wünschen, daß die gegenwärtige Generation der Kolonisten und Arbeiter zur Ueberzeugung komme, daß die Interessen des Judentums unabtrennbar sind von der Beobachtung der Thora. Greift diese.Ueberzeugung nicht Platz, so wollen rorr im Gegensatz zu anberen relicjiö j ert ©ryj3|jert, bic den Zionismus vorbehaltlos akzeptieren, die Zukunft Gott anheimstellen. Nach mehrtägiger Diskussion wurde beschlossen, die Anregungen betreffend Abänderung von Religionsgrundsätzen und Vorschviftek^im Sinne einer Anpassung an die Gegenwart nicht weiter zu verfolgen. Ein aus 10 3taö8iM WchMss Ksuilt^ wunte welches die konservativen Rabbiner in Fragen des jüdischen Gesetzes und des gotttesdienstlichen Zeremoniells zu beraten haben wird. Die Auswahl der Mitglieder dieses Komitees wurde Rabbiner Max Drob überlassen. — Rabbiner Drob wurde zum Präsidenten der konservülivcn NllbblilmiMMMluilg MlWgkllWll. sZum Verständnis dieser Korrespondenz fei darauf hingewiesen, daß das Schächterfche Seminar niemals auf ausgesprochen orthodoxem Boden gestanden hat, sondern vielmehr Breslauer Richtung verfolgte. In den letzten Jahren ist dort der in wiederholten Korrefponmm unD anirtin unfm mim MilMMUile Professor Kaplan hochgekommen, der unter der Maske eines gewissen Konservativismus in Wirklichkeit ein vollendeter Reformer ist und keinen Stein auf dem andern läßt. Dieses Treiben scheint den etwas konservativer gesinnten Rabbinen der Schächterschen Richtung vorlllllftg VW llOly »8 zu UUU1 zu m unn W NAH daher den Kaplanschen Antrag abgelehnt. Man kann allerdings nicht annehmen, daß der Widerstand dieser Kreise allzulang anhalten wird. Dazu fehlt ihnen das Rückgrat.) er an Sabbaten einrichtete und die Zeugnis von seinem großen Wissen und seinem sprühenden Geist ab legten. In früheren Jahren noch in München, veröffentlichte er den Kommentar roo» bv t>ruin 1^21 uirs V'NVL dem später ein weiterer Kommentar v'ibv N12V Ivo folgte. Irr be-r n-adj wae-len Äqu^nb gä^tenben Bünden |eincr Bibliothek, worunter die seltensten Werke zu finden sind, befindet sich kaum ein Band, der nicht von ihm niedergeschriebene Randbemerkungien ausweist. Levy wurde in schwierigen rabbinischen Fragen oft von großen Gelehrten in England, aber auch auf dem Kontinent um Rat befragt. Au skilm mm sMAn EWMMj Dr. Serg; Nübbi Dr. SHönfiölü, Dr. Bu chlsr, (der Leiter von College), Dajan ftilman und Rabbi Dr. Herzog aus Dublin. Dr. Hertz bemerkte u. a., daß er seinen besten Freund und unersetzlichen Berater verloren habe, der bereits seinem Vorgänger Chief-Rabbi Dr. fterman Adler und dessen Vater Markus Adler wichtigster Ratgeber gewesen. Und als im Jahre 1909 der turtfioj MyWllg klllM MlsttllMU Führer für die Federation of Synagogues suchte, mußte Joseph Levy sein Urteil über die Verschiedenen Kandidaten abgeben, erst dann wurde Rabbi Jung gewählt. Um ihn trauern die hochbetagte Witwe, ein liebevoller Sohn und seine Familie, sein Brüder, der allgemein bekannte und beliebte Salomon Levy, der während 80 Jahren sich nie von seinem älteren Bruder getrennt hatte, sowie eine überaus große Zahl von Freunden. Sein f-5 mar DOIT |e*fer *?y Ml LM888kkN in London, aber auch solcher, die von auswärts kamen. Die Gastfreundschaft, die einzigartige Liebenswürdigkeit, die jedem, alt und jung, arm und reich dort entgegengebracht wird, dürfte allen unvergeßlich bleiben. Und alle jene, die das Glück hatten, Joseph Levy b"r zu kennen, werden verstehen, was der Verlust dieses Mannes, dieses biir für das gesamte Jubenturn bebeutet. A O. Eschwege. 24. Juli. Plötzlich verstarb Saroni Katzenstern i. F. Louis Katzenstein, der 30 Jahve das Amt des Kreisoorstehers der Gemeinden unseres Kreises bekleidet hat. Auch als Vorstandsmitglied und späterer Vorsitzender des israelitischen Wo.hltätigkeitsvereins war er viele Jahre äußerst segensreich tätig. Der Landrat widmete ihm einen warmen Nachruf. Wihenhausen» 24. Juli. Heute feierte der Gemeinde-?«?[» N«M UnD MMM Mmy Wb. Nußbaum in größter Frische die goldene Hochzeit. Der Jubilar bekleidet seift fast 40 Jahren das Amt des Gemeindsältesten. Wallach ist stets der erste beim Gottesdienst in der Synagoge. Kassel. 24. Juli. Ihren 82. Geburtstag beging in größter Frische Frau Dorathsa fiiefierg &&b. Hüner. tim. öopior. - . Küssel, 24. Juli. . Unter großen Ehrungen und Aufmerksamkeiten beging- Herr Richard Gotthelft am 21. Juli seinen 70. Geburtstag. Vermischtes. Berlin. 10. Juli. Am Un y. wurde im Vermattungsgebäude der Jüdischen Gemeinde die diesjährige Generalversammlung der „Chewra Kadischa" zu Berlin abgehalten. Der erste Vorsitzende, Bankier Siegbert- Seckelsohn, verlas Begrüßungstelegramme und gab ein Bild von der Liebestätigkeit der Chewra, die sich 1. in der ehrenamtlichen religiösen Betreuung der Sterbenden und der rituellen Waschung and Bekleidung! der Entpafinsu l in wk sürpkPkisW TüOZWf fürr N)arstige und verschämte Kranke durch die der Chewra angegliederte Krankenfürsorge, an deren Spitze Herr Gustav Lösser steht, kundgibt. Im abgelausenen Geschäftsjahre haben die Ehrendamen und die tätigen Mitglieder der Chewra 698 Krankenbesuche gemacht und bei 54 Glaubensbrüdern und -fchwestern die seelsorgerifche Betreuung m den lstzffn f«rn WWM MWmg) Dorgts nommen. In 205 Fällen' wurde die Totenwache gestellt. Die Chewra Kadischa hat ferner sowohl m den Sterbe- Häusern, als auch auf dem Friedhof zu Weihensee in 320 Fällen sowohl bei Mitgliedern der Gemeinde, als jjei'inon llevlagsH^üengejeWköalt Sran&furt am fflain, Stoße Efefienfteimevftvafie 23. Sc>£b£tt etjcbiert Jm Dienste der Derfieissung VON Dp. Daifiait Dirnlmiim. Persüttalieu. Joseph Levy London, 27. Juli. Amnpn's'pnav verschied in London Joseph Levy im Alter von 86 Jahren. Er war ein Urenkel des berühmten Rabbi Salman Wormser und Enkel von Rabbi Zekel Wormser vt von Fulda, MllllWiMii m uiMMimen Lellvlllü mm in Frant; surt a. M. Levy war am 2. Juli 1841 in München geboren und Mitbegründer der dortigen aps* Vns -Gemeinde, wo er am n"n aiy 1873 die Einweihungsrede in der Kanalstraße hielt. — In jungen Jahren besuchte er die Jeschiwah des Rabbi Seligmann Baer Bamberger b~r in Würgdurg, von vem xx vfx mnn xftzjxjh eine tlnzzeichüüüg, Dic Samberaef nur Dreimal in seinem Leben verliehen hat. Trotzdem Jos. Levy sich mit Vorliebe dem Thorastudium widmete, hat er sich nie dem Rabbinerberufe zuwenden wollen, hat vielmehr bis noch vor Monaten mit großem Fleiß und seltener Ausdauer sich seinem Geschäft gewidmet. Vor mehr als 50 Jahren siedelte er mit seiner Familie nadj London über und bald fand fich ein großes Are!? von Verehrern, die Hörer nmrDen seiner Schinrirn. Die Inhalt: Ein Schicksal. — Auch wir so vorlaut? — Auch wir so laut? Diensteicher Verheißung. — Voraussetzungen. — verländlichung. Allgemeinde. — Der Weg. preis Mk. 5.— |ju beziehen durch alle besseren Buchhandlungen sowie durch den Verlag. foanftfort o. Itl Sv. ßsekenkeimevstv. 23 Heemon-Derlag.