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Der Israelit · 1927-08-04 · Heft 31 (4.8.1927) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 31 (4.8.1927)
Date
1927-08-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seilt 2 911.31_ ■'■ ■ ■ äui.g* naäi -g “ f: tfj rüiLMskn, sm IT: SMsl beginnen soll. Zweck der Konferenz ist nicht nur, wie es zuerst schien, eine immerhin mehr oder minder vorüberrauschende Demonstration für das Recht der nationalen Minderheiten, insbesondere der jüdischen Minderheiten in den östlichen Län- Dtrn m mmnftaim, jonnom m u m äs? «s?- sandten Einladung heißt, eine Zentralstelle zu schaffen, die in allen Fällen verletzter nationaljüdischer Rechte auf Grund der Friedensverträge einheitlich einschreiten soll. Die Veranstalter der Konferenz sind der Meinung, daß bisher Schaden dadurch entstauben jei^ bag ebeng jstAijA§ Organlsationen jede m ihrer Weise für bis östlichen Juden erngetreten feien, statt mit gesammelter Kraft von einer Stelle aus die bedrohten Rechte der jüdischen Brüder zu wahren. Wie wir erfahren, ist auch der Agudas Jisroel- Weltorganisatisn eine Einlabtjjj^ MUZgllZM und es°yaven darüber in den letzten Wochen Mehrfach Erörterungen innerhalb der Agudaleitung stattgefunden. Wir zweifeln nicht daran, daß die ungeheure Mehrheit der leitenden Persönlichkeiten der Aguda gegen die Beschickung der Konferen$ 4f*f b«o 5ii grggnifation auco mätOt zögern wirb. Die Gründe ihrer Ablehnung öffentlich bekannt zu geben. Sie liegen ja auf der Hand. Man müßte mit Blindheit geschlagen sein, wollte man verkennen, daß nicht nur prinzipielle Erwägungen die Orthodoxie verhindern müssen, sich mit dem Zionismus in einer so hoch aktuellen politischen Frage in ein Bündnis unter ausgesprochen na iional jübi^djev Iiaggk hmemguöcgebcn, sondern daß auch praktische Erwägungenein Zusammenwirken in diesem Falle ganz unmöglich machen. „Agudas Jisroel" hat von jeher den Standpunkt vertreten, daß eine auf die Friedensverträge gestützte Einmischung oon äußert in die inner? Pb" litii her auf ihre SelbstündigleU -eisersüchttg bedachten Ostländer den jüdischen Schutzbefohlenen viel mehr Schaden als Nutzen bringenkann. Die Erfahrung hat die Berechtigung dieses Standpunktes erwiesen. Das ganze nationale Ressentiment der kleinen Staaten kehrt sich gegen diese??n Wmvmnonen, Gehen m NM einer politischen Macht wie England aus, so werden sie hingenommen und zähneknirschend verdaut. Eine ausgesprochen jüdische Zentralstelle aber, die — noch dazu lediglich unter Berufung auf nationale Momente — eingreift, versündigt sich am Leben und an dem persönlichen Wöhle derjenigen, die sie schützen will. Wir habm erst m Der narWll Nummer an Dann &mv au^evovbenlüd) bemerkenswerten Studie von Benjamin Segel nachgewiesen, welches Unglück D er I s r'a e I i t in Ruinä' n i e n ungerichtet hat und wie anders die Lage wäre, wenn man es bei dem alten System des rrn^m? hätte bewenden lassen. Wenn „Agudas Jisroel" die Züricher Ein- »blxMi, fs skM ftt Damit llkirigßiis nichk allein. Sswahl Äle aküoste Truppe der arner ikonischen Judenheit unter Führung von Louis M a r s h a l l, als der englische Board o f D e p u t i e s (Lucien Wolf) ebensowohl wie die französische Judenheit und dlS „Alliance Israelis Universelle" merben sic^ an der Zürichs Oonsrrsng nicht beteiligen. Die Gründe, die die englische Körperschaft, die in der Tat auf die größte Reihe von Erfolgen bei der erfolgreichen Vertretung jüdischer Interessen im Ausland zurücksieht, leiten, hat Lucien Wolf in der letzten Sitzung, über die an anderer Stelle kkNHM siFfc sinecöcnD DllMMl. Wir WM auch Diese Momente für vollkommen berechtigt. Wenn mangeltend gemacht hat, daß doch auch vom Standpunkt der Orthodoxie eine Berufung auf den Minoritätenschutz der Friedensverträge für dis Watzrung r e I t g t ö f er Srt£erejfen iüie Z. V. auf b?sn der 'S v n n 1 a 8 Zi ruhe, des Schulwesens, von großer Bedeutung sein könne, so halten wir diese Argumentation für ganz abwegig. Wie die Dinge liegen, werden die Machthaber in den meisten östlichen Staaten für eine Berücksichtigung rein religiöser Forderungen, bei deren Vertretung jede Berufung auf Gleichberechtigung oder gar auf Tliationalg MlW MkMiMN »i»3lr uisl zugänglich erseinalsg eg eniib-e reiner Verquickung dieser Gewissensforderungen mit der die Leidenschaften aufreizende Politik der nationalen I n te r e s s e n v e rbr et u n g. Der T Ij o v « unb Lern Sabbat kann am allerwenigsten aus dem unnatürlichen- Bündnis mit dem modernen Nationalismus irgend welches Heil erblühen. NnchgMrn des ErdvkvcilS. Es macht. einen deprimierenden Eindruck, daß die arabische Stadtverwaltung von S ch e - ch e m das Angebot von Tel-Awiw, 60 freiwillige Hilfsarbeiter dorthin zu entsenden, zurückgewiesen hat. Zuerst hieß es, es feien vorher noch einige technische Fragen zu lösen, dann, nach mehreren Tagen erst, kam definitive STntfflßPl, In „mst 2«nk «bgcfcW wird/' Vielleicht hängt die Absage damit zusammen, daß die Mohammedaner sehr ungern Anders- Zum 9. Am. $«n Rabbiner Dr. HL Umu in Hamburg. In der Pracht und Fülle des Sommers, - wenn die Natur neidlos ihre schönsten Gaben spendet und freudetrunken der Mensch aus dem ihm dargebotenen Wonnenbecher schlürft, zieht sich Israel in feine Heiligtümer zurück und klagt und trauert um verblichenen Glanz und verhallten Jubel. Dann durchleben roir irnrner von neuern all' bas und Lest», Wochen bas Gepräge verliehm. unb es ringt sich von unseren Lippen der Schmerzensruf des Mannes, der das Elend mit eigenen Augen geschaut: -o^n nta nn n*n nt 12 idVh asm? px *in V» ittst .Darob ist unser Herz krank, darum sind unsere Augen um* düstert, weil der Zionsberg verödet ist und zum Tummelplatz der Wüchse gewoiysg" , ,; Dgg sff der der Klage» die Iermiiahu ausiimml. Hier wirb sein Auge zum Tränenquell und sein Herz unheilbar verwundet, daß das Heiligtum in Schutt und Trümmer gesunken und der Gottesberg allen Glanzes beraubt sich zum Steinhaufen gewandelt. nrow die Trennung von der Gottesnähe, die die Seele des Klagedichters erschauern läßt und dariugmcb Jxsgfjs g« eintin Danemöm maßt. Mag auch sonst sich Judas Schicksal wieder wenden, neues Herl ihm unter den andern Völkern in feiner NöUM 11mssbu»s MMsi;,-dlef? bie ihm der Verlust des Heiligtums geschlagen, vernarbt nimmer, es sei denn, daß Er kommt und neu aufbaut sein Zion der Himmelsburg. IstdieseTrauerIeremijahus noch dieunfere?Klagen auch wir noch: nsn» -»82 ^n» nV?2K rpx Die Wege nach Zion trauern, weil nicht mehr zum Feste fromme Pilger wallen? Heil unsj wenn dies ggH Ullfere fag? ssi, hggg h«ö«N wtt VkN GtNN Ml .drei Wochen" begriffen, bann gehören wir zu denen, die unsere Alten mit der Hoffnuna erfüllen, daß nack der echten und rechten Trauer um Zions Herrlichkeit auch der Trost nicht ausbleibt. — Wir werden doch nicht unsere Schmerzenstöne herabstimmen wollen, weil sich neues Leben und Weben in Ierufalems Gaffen und Straßen des beiliaen Landes Mgst mMMnall MiWe. MtWHamwain Werks Mb, um vsn Schutt vergangener Zeiten abzuräumen und um wiederaufzubauen. Das mag alles als Liebe zum Lande der Väter gewertet werden, es find aber nur Zeichen von äußerer Zuneigung und Hingabe. Was den inneren, jüdischen Menschen erfüllen und beseelen muß, — das gibt sich eben in der Klage kund, daß die Straßen Zions trauern, weil sie egtY?WN MÜffkU ÖCI stglMNßN SS?«ßfflt)¥sr zum Qtittatn JiousismMl. Schön heißt es im Midrasch: 3**12 pv'b'Q ’Va» pjnia 'ba» un» 'X2 'ba» xbx qx2. Nicht heißt es hier, daß die Straßen Zions trauern, weil sie verödet find» weil ihnen fehlen, die sie bebauen und für ihre Ordnung sorgen (Siehe ,^1.12 ritttt» zur Stelle). — sie sehnen sich vielmehr nack Israels Kindern, die sum MaiWshStt lltth die h?i!ig?n Iciuschollliinis 4. August 182? glaumge cm ihre Toten heranlassen, ein an und für sich begreifliches und zu respektierendes Verhalten. Die .Chaluzim von Tel-Awiw erboten sich nämlich für die Aufräumungsarbeit und die Bergung der Toten. Etwas mehr Takt und rrnr Sit MamaMt Warn wüiq ln Awiw erspäkl geblieben. Brot und Held aus jüdischen Händen waren in Nablus willkommene Gaben. Ihre Toten wollten sie aus begreiflichen Gründen selber begraben. Auch die Parole: „Ohne Unterschied von Nasse und Konfession", in jüdischen Kreisen se^p kekekif ihr? Grengen haben. Die palö. stmensische Presse, sowohl „Doar-Hajom", „Haarez" wie der arabische „Palestin" stellen fest, daß die schwerreichen arabischen- Effend i s noch keinen Finger gerührt haben für ihre schwerbetroffenen Stammesbrüder in Nablus und MS Die jDfllttTt-inasDtugUrung ööötlt sich nicht, London will prüfen, zusehen, Mittel und Wege suchen, hat aber de facto bis jetzt nichts getan. Was bis jetzt für die Araber zusammengekommen ist, fließt aus jüdischen Taschen im Lande, in Europa und in Amcnra. Cs m sigköstsM MÄ erhsbsnd! Aber nicht gang mtt Unrecht fragt Ben Baruch im „Doar Hajom", ob es nicht richtiger wäre, die Nächststehenden für diese Hilfsaktion mehr zu interessieren und unsere Gelder mehr für den Wiederaufbau des vernichteten jüdischen, materiellen und geistigen Gutes zu verwenden? Denn unsrem beschädigten Hause werden keine C^endi^ und kkML NMNing M Hilfe kommen. Der Artikelschrerber meint: wenn schon Schechem, dann sollten wir uns mehr dem dort fast vernichteten uns eng verwandten Stamme der Samaritaner zuwenden. Wir wissen nicht, ob und inwiefern uns in unß Gllluüm m ©amariiansj» stehen, als die Araber. Die diesen wie jenen von jüdischer Seite gereichte Hilfe begrüßen wir als die Erfüllung einer Bruderpflicht, als einen vvn wiTp»' erst recht, we-n-n die Andern, und Berufenen auf sich wartenlassen. Aber wahr ist es, daß es auch hierin e i n Z u v i e l g«6en rann. Daß Dissö Htl^leistung nichi gar gu sehr auf Kosten der eigenen Sache gehen darf und daß vor allem auch jeder Scheinder Aufdringlichkeit, wie er durch das wenig überlegte Angebot von Tel-Awiw erweckt wurde, vermieden werden muß. bevölkern. So lange werden wir unser Iudenschicksal gu vswsknm j}g8§n UND Dauert ulM GMs sM. als nickl der HMigö wieder seinen Thron auf Zion aufrichtet und im neu erbauten wivd ihm Priester auf dem Altäre heilige Weihegaben opfern und Leviten chöre Iubellieder anstimmen. So lange müssen wir Zion als verödet betrachten, als nicht die ihm thront und wieder zur Wirklichkeit reist: IT» h *inT min xxn 11*2» *2 „Don Zion geht die M« aus uub -M MN BMks m üermcODlaiim“. Mögen noch Td herilichs ®iäöte auf hsillgöm Boden erstehen, noch so viele Siedlungen von jüdischem Fleiße und jüd. Kraft zeugen, der Ausbau, wie wir ihn erflehen und erhoffen, wie ihn unsere Propheten und Seher erschaut, ist damit noch lange nicht vorbereitet. Hier gilt es, daß wir erst zur Selbstbesinnung kommen und Einkehr üben, daß wir erkennen unsere Aufgabe und Destiinrnung als Träger der GoMslMo. Als sollten wir diesmal noch besonders an diese unsere Verpflichtung gemahnt werden. gesellte sich uns zu dem Schmerze um das Einst die Teilnahme mit dem herben Mißgeschick, das unsere Glaubensgenossen im heiligen Lande durch die entfesselten Naturpewalten urplötzlich ereilte.'Die Gotteshäuser und Lehr statt eu^ bie bgtgj tzgtz Wtzbsböli jerfiüri svÜ8N NUN ÖUIÜj Öt« tÜtiQt Muhilfe aller derer, die sich der Gesamtheit verbunbunden fühlen, neuerstehen, und diese Aufgabe, die nur durch die Opferwilligkeit weitester Kreise gelöst werden kann, möge uns ein Hinweis werden, uns allenthalben fteudig und willig für die Erhaltung unseres Erbes einzusetzen. „Gebet dem Herrn Ehre. ehe es dunkelt!- g-JQTJ MM Weisung jDillen wir jetzt aus der Trauer unserer

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