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Der Israelit · 1927-07-28 · Heft 30 (28.7.1927) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 30 (28.7.1927)
Date
1927-07-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
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28. Juli 1927 , ' yTeft Mll Den DmtiatnBiripn ln ■^rer Vorgeschichte und ihren bisherigen Folgen etwas p tun hatte;es sei denn, man denkt ün die bisher fefigestellten drei jüdischen Opfers die, gänzlich unbeteiligt, von Flintenkugeln tödlich getroffen,wurden; man würde ihnen Nachweisen,, daß in keiner Anderen Stadt der Welt die Juden soviel Grund haben, m i t d e r 8 o g! a I! eS E 8U ß UH? 3 u f r i eben z u s e i n', wie in Wien; daß dort die Mentalität-der „Arbeiterzeitung" in mancher Beziehung bezüglich der Juden der der Hakenkreuzler oft verdammt ähnlich ist. Allein, schade der Worte . . . 2)0 Schaktön DDti ©öfartciniDBFf «mschwebt noch gespenstisch die einstens gute Stadt ar der Donau. Rauchgeruch erfüllt noch die Luft um den Justizpalast herum. Das Thermometer der kranken Stadt zeigt noch Fieberhitze, es betlllts ps?6?lcht nur eines Funkens, daß sich der fchtSSkge aller rote Freitag in einem an^r^u Stadtteile wiederholt. Da kommen die Herren mit dem Hakenkreuz, kaum, daß sie die Sprache wieder gewonnen haben, und sorgen für den nötigen Funken. Und die gute Wiener Polizei, die sehr rasch ,'lM MöiM lLMllMAkil mitDer schweigt, i Die Juden und der Minoritätenschutz Wir haben vor kurzem auf die bedenklichen Nachteile hingewiesen, die den jüdischen Minderirr etrter ganzen Reihe DOn ÖststaateN QUS dem vielfach recht unüberlegten Po^cn aus Schutzbestimmungen der Friedensverträge erwachsen find und erwachsen können. Inzwischen ist auch ein so erfahrener Politiker wie Louis M a r s h a l l in Newyork ganz im Sinne unserer AllsfühxllllgM öer WUttllllg 8k§ ir absichtigten Minoritätenschutz-Kongresses in Genf entgegengetreten und hat über diese Frage ein scharfes Zeitungsduell mit Stephen Wise, dem bekannten Zionisten-Rabbi, ausgesuchten. D6. der Protest Marshalls hinreichen wird, um die Genfer Demonstration zu verhindern, kann fraglich erjdpemen. Wenigstens sollte MllN sich M Genf aber auf Ne Behausung öer r ii iU 5 H i j 8 U Frage beschränken, weil dabei jedenfalls für den Augenblick noch am wenigsten zu verderben ist. In diesem Zusammenhang möchten wir auf eine beachtenswerte Darstellung der der rumänischen Tragödie zugrunde liegenden geschichtlichen MwMMg WMifkll, kl? Benjamin Segel in ber Wiener „Wähkheit" verösseMliHl. m\i enthält Tatsachen, die zwar für den Kenner nicht neu sind, die aber bei der Vergeßlichkeit des zei- bis zu 1500 Kilometer Länge, haben am 3. April und am 5. August 1872, sowie am 9. Januar 1873 stattgeflMDin: Mk MttM ITT1 5raufe der Geschichte «ls gerstört pmelMen TläMe Kegen teils an dsrKüst?, nits im Talzuge des Nähr el Ast (Orontüs) und des Jordan. Bon der Wirkung der Erdstöße zeugen vor allem di>^ Ruinen von Baalbek (Heliopolis), von Babbath Ammon und von Tedmur (Palmyra). Die bis jetzt vorliegenden Nachrichten über das jüngste Beben lassen zwar eine genaue Bestimmung feines Herdes nicht zu. Jedoch deutet alles darauf hin, daß diesmal das Beben vom iQfcCn MM MWMWll ist, SI’fT? s— zentrierten Salzwüsters nimmt M Mffte Stelle der Erdrinde ein, denn ihr Spiegel liegt 394 Meter unter demjenigen des Mittelländischen Meeres. Sie ist durch Einbruch der Erdrinde in geologisch jüngster Zeit entstanden. Mit dem letzten Erdbeben waren kömerlei vulkanische Vorgänge verbunden. Die Ursache sind Sflattmaerfißietiimmn m m SrHfg?"? Zo*-en MMöL, moMi Me mit ihiBN Mllykll sruüjranötrn «arm ander reibenden Felsschollen die Schwingungen der Erdbebenwellen erzeugen. Es handelt sich also, wie bei allen Erdbeben in dieser Gegend, um sogenannte Tektonische oder Dislokations-Beben. (Der Lhakam Sofet und das Erdbeben in Palästina.) D 3$rm MtnräM in Der iüngften Nirmmki, m m r-e Gedenkrede dös Rabbi Mofchs SvM aus Awatz des Palästina-Erdbebens im Jahre 1837 zitieren, sei noch nachgetragen, daß in diesem Hesped der Vers aus Psalrn 60 angeführt >ist:nvv'2 fns nrwsnn. aus dessen Buchstaben der Rabbi die betroffenen Städte '.“inatj ,nsx sowie das Wort dzusammenstellt. (Tiberiassee.) Es stk auch NW Dtmerft; Daß 8Wgm «• aani«uluaggMNstz im Kuglülls mit Lim strafe öafüi ertast.! Der I S k ä e l i t tuttglsssnden Publikums von Zeit zu Zeit wieder yervorgehoöen werden ' Bekanntlich ist auf dem Berliner Kongreß im Jahve 1878 die Emanzipation der rumänischen. Juden durch Artikel 44 des Friedensvertrages auf dem Papier durchgeführt worden. Sobald -man der rumänischen Regierung aber vorhielt, daß sie m M: fä jmi fäffim?? niY evfüUi: ',abe' so berief sie sich darauf, daß der Kongreß lediglich den rumänischen Juden „volle bürgerliche und politische Gleichberechtigung" zügesprochen habe, daß es in Rumänien aber keine rumänische Juden gäbe, sondern nur — aus! ä nb i f cf) e Juden Als a u s ländische Juden gatten ste auch, wtKH. fli st! gklPHUNVollM IM Lande wohnten und nie einem fremden Staatsoerband angehört hatten. Die rechtliche Grundlage für diese Fiktion war das von Rußland 1832 in Rumänien eingeführte sogenannte „Reglement orgllstilMk", laut wklHM Pi? $*ben «iHtals klne RblkglöttsgSM eins cyasl, ]mUm als eine fremde Nation betrachtet wurden. Auf Grund dieser Tatsachen mußte sich seit der Thronbesteigung König Earols von Hohenzollern jeder rumänische Jude besonders um die Naturalisation bewerben und es war zu vWr MlurMlllwll MMlll kill All P?T Gesetzgebung durch das Parlament notwendig. So, war es natürlich, daß in den vierzig Jahren seit dem Berliner Kongreß kaum einige Dutzend Juden naturalisiert wurden und der gutgemeinte Berliner Vertrag völlig wirkungslos blieb. Erst im Jahre 1919 wurden auf private Intemntion cinftukrclchcr PstNWilSN, ÜMM das Schicksal der rumänischen Juden am Herzen lag, durch eine einfache M i n i st e r i a l v e r - ordnung alle rumänischen Juden, dieinRumänien geborenwarenund n Dg nntmfrnnötnf??Fbaiib€ angeh ö et hatten, z u rumänischen Staatsbürgern erklärt. Damit war die politische und gesetzliche Voraussetzung auf ein allmähliches Hineinwachsen der Juden in den rumänischen Staat und ihre Anerkennung als vollwertige Staatsbürger auch durch das Volk geschaffen. Erst die Friedensverstnlluiigm in Wstnillsr ufm. mit MM Wr gut gemeinten in der Wirkung aber höchst traurigen „Minoritätenschutz" brachte den rumänischen Judenfeinden das unerwartete Geschenk einer Rückkehr zu dem R a tu r a l i f a t i o n s - Prinzip des Königs Carol, gegen das sich die Juden so lange gewehrt hatten. Die Wirkung der neuen staa^sre^ü^sn ü-öttZH die Juden die Ehre erlangten, gleich den Ungarn, Deutschen, Rüssen, Polen und Bulgaren, zu einer daß sich zu Anfang der Jischuw a u f Galiläa beschränkte und die heilige Stadt Jerusalem vernachlässigte. Der Jude auf Posten. Von I. Blum in Jchenhausen. Dort zwischen Serre und Hebuterne, Unweit der Somme, der Heimat so fern, Stehn deutsche Männer und Jungen bereit Zur Wehr und Ehr, zum Sieg im Streit. «Sd^terd^ien im Dunkel ber schützeubeu Nacht In Gruppen zu zweien unü einzeln aus Wulhi. Versinkend im 'Wasser und lehmigem Brei, An Löchern und Trichtern und Gräben vorbei. Das Gewehr umspannt von nerviger Hand Die Gasschutzmaske am Schulterband, Auf dem Kopf den Helm von schwerem Stahl, Wm Öre Brust i>en Gürtel für Tab uub Qual, Den Mul' gxstiUsll in Mww?«' Im Kamps bewährt aus Leben.und Tod. Doch im Herzen nach Heimat, nach Kind und nach Weib Die zehrende Sehnsucht, das rührende Leid. So wachten sie gestern, so wachen sie heut', Steh'n treu ihren Posten, wie Pflicht es gebeut. Da ruft sie die Aufsicht vom Grabendienst an: „Der Feind," — „Alles ruhig!" „Parole?" „Sedan!" §10 Feinhen - bedangen im blutigen SO&afjn -, Bat unser Kriegsherr den Frtsden «n'," Da jubelt der Jüngling: >,O, ist das fein, Vielleicht wenige Wochen, dann kehren wir heim!" „'s ist doch nur Schwindel, ich glaube es nicht; Ein Latrinenbefehl" — der zweite spricht. Der Jude blieb still. Den betrübt es wohl gar? Der betete -leise: „O Gatt, rnach's raahr." . ~9lt. 30- 0dt« 3 „ n a t i o n a l e nMinderheit " des rumänischen SllllllkZ kkttSkt m ^rbenf amr katasteophal. Die jüngere GenevattSN des rumänischen Bottes begann, so schreibt Segel, die Juden als Staatsfremde zu betrachten, die unter ausländischem Schutz stehen, aber Staatsfremde, vor denen man zum Unterschied von anderen Minoritäten weder Achtung noch Furcht zu haben brauchte. „Senn MtzMS öia Ungarn, mimiu Bulgaren, Russen in Rumänien zwar Minderhei^n sind, aber in ihren respektiven Mutterländern als mächtige Mehrheiten dastehen, dje Ruznänien gegenüber . Reziprozität üben, und ihm im Völkerbund und auch: sonst m hohem MllU sHMtch ^bb" sein könnem bilden die Juden nirgends in der-Wett die Mehr^ Heit, auch in dem ihnen von England garantierten Nationalheim in Palästina sind sie von einer Mehrheit noch sehr sehr weit entfernt. Dis Wirkung des Gesetzes vom 22. März 1919 ist «iss in f?™ MMW woiMi. Die Rumänen betrachten die Juden als Fremde. Den Fremden betrachtet man bald als den Feind, besonders wenn er unter auswärtigen Schutz sich stellt, zumal ja das Ausland nur zu oft unfreundliche Tendenzen verfolgen kann. Und diesen Feind braucht man nicht nur nicht zu fürchten, man Eann!i)n gyüosi U11Ö verhöhnen: Ruse nur ruhig den Völkerbund zur Hilfe; bis er kommt, machen wir dich kalt..." Wir möchten glauben, daß kein gewissenhafter jüdischer Politiker, und sei er noch so sehr in nationalen Doktrinen befangen, an diesen auf TÄsaMll gkMtkll tefü^rungen »«"übergehen kann? Das Schicksal der rumänischen Juden verpflichtet und zwingt ihre Brüder in allen Ländern ohne Zweifel, sich zum Schutz der Verfolgten zu erheben, aber es ist keineswegs nötig, daß man sich bei diesem Vorgehen auf die juristischen Klauseln W Mll ÖQnßil nur das Gegenteil der erhofften Wirkung erzielt wird. Auch als religiöse Minderheit haben die Juden Anspruch auf Schutz, und die Stimme der Menschlichkeit hat immer noch mehr Aussicht auf HViderhall in der öffentlichen Meinung der Welt als die schroffe Rechtsforderung, hinter der rVeltlio^e QJIacijt stsht. Dr. Wolfs Mlchenseld Von Dr. Alax Lalvary m Berlin. (Schluß.) Er liebte die Bezeichnung „Orthodoxie" nicht,!??ll srerüden Ursprunges, seiner Möi- -llung nsch, Zu Mißverständnissen führen könnte. Wir Juden kennen den Begriff Dogma nicht. Was 600 000 Menschen am flammenden Sinai gesehen und gehört haben, ist eine geschichtliche Tatsache, so verbürgt, wie kein anderes Geschehen in der Geschichte der Menschheit. Bezeichnen .wir kW 9^?ns?«rrrng äjst lll ^FßDßD haftem Vergleich mit „Religionen" als Dogma, so muß die Folge fein: „Du vergißt die Macht, die dich hervorgebracht." — Feilchenseld war aus diesem Gedankengang heraus in seinem langen, gesegneten jüdischen Leben der prominenteste Vertreter der „Gesetzestreuen". — Als aber die .Frei- B«k«k»iWz fiir Bis 3nt#wp ow on-W doxen Judentums", die Schöpfung Samson Raphael Hirschs die lange Jahre eine im Wesentlichen süddeutsche Organisation war, das gesamte Deutschland zum Feld ihrer Wirksamkeit TT?ß^!?f mit ber Devise: änp» hatten iiiir Die grotzö Freude, — eg war im Mbtuar 1912 — unfern greifen Rarv als Ehrenpräsidenten die für alle Teilnehmer unvergeßliche imposante Versammlung in Posen begrüßen zu hören. Hier hatte er seine Bedenken gegen Worte völlig zurückgestellt: es galt für Gott zu wirken, und da palt ber Satz: iiDH r"ft nwji’j ny Besonders interessant ist seine Einstellung der sogenannten „liberalen jüdischen Richtung" gegenüber. Entsprechend seiner Erklärung zu 'Vn Pib' NM konnte er wohl bei andern „Reliaioner ßlllk ortöoDorr unü llbkistk ÄkAllllZ M

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