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Der Israelit · 1927-07-28 · Heft 30 (28.7.1927) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 30 (28.7.1927)
Date
1927-07-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Sette 2 Nr. 30 Der Israelit 28. Juli 1827 nannt i'vnn n*n,T n nann» ausgebaut, und zwar auf einem Grundstück, das lange Jahrzehnte J'<^on Slgentunr her Äschkenasim war und infolge der widrigen Umstände brach lag. Der großen Synagoge folgten Jeschirvoth und Lehrhäuser. Viel trug zur besseren Gestaltung der Dinge die Tatsache bei, daß die aschkenasischen Juden nach einem neuen Gesetz Schutz bei den Konsulaten j tj f i r e ö n D c r finDtn rönnen, moDurtf) s!ö der Willkür der mohammedanischen Bevölkerung und türkischer Behörden enthoben waren. Es darf in diesem Zusammenhänge nicht unerwähnt bleiben, daß vorübergehend ein Schwiegersohn von Rabbi Israel aus Sklow, Rabbi I e s ch a j a V a r d a k i, als russischer Konsul in Jerusalem ämirerie, nn!> ln (einer Ämtsperiode, mit feiner Hilfe, manches ewige Werk auf dem Boden des aschkenasischen Jischuw entstehen konnte. Ein Jahrhundert anhaltender und ungestörter friedlicher Entwicklung war es leider nicht. MMgk Dalire spater (DD9D) ham Iörufalöm. nsch lttsshr aber Snfed, unser dem wilden Drusenaufstande zu leiden. Dann kam im Jahre 5597 (1837) das heute wiederum vielfach genannte - Erdbebenunglück über Nordpalästina, das den Jischuw in Galiläa fast vollkommen vernichtete, die Arbeit von Jahrüunümm in wenigen Minuten MstöAs. Ztt Safeb und Tiberias allein waren 3000 Juden ums Leben gekommen. Unzählige sahen, verschüttet, unter den Trümmern dem langsamen Tode entgegen. Bei den Aufräumungsarbeiten fand man in den Häusern Menschen in Sterbekleider gehüllt auf dem Bette liegen, zu dessen Kopfende zwei Kerzen brannten. Sie hatten, die I^nglucEll^en, In Erwartung des sicheren Todes, selber alle Vorbereitungen für denselben getroffen. Kinderleichen mußte man von der Brust der toten Mütter lösen. Die Leiden als Wirkung, dieser elementaren Katastrophe sind nicht zu schilfirrrs unD DllcDtn in fern Oüroßl miDßrgoffQn. Von den Folgen erholte sich Erez Jisroel mit Hilfe der gesamten jüdischen Welt langsam. Eine neue Wendung .kam mit MosesMontef i o r e, der sich ein Jahr nach dem Erdbeben nach Palästina begab und so als erster unzähligen Späteren den Weg zeigte, wie man Israel und Erez Jisrael in eigener Person Hilfe bringen kllllll. M 83H WUnlefjeire in SerwMem versammelten Vorsteher der sefardischen und aschkenasischen Gemeinden gaben aus die an sie gerichtete Frage, wie ihnen rationelle, produktive Hilfe zu reichen sei, die einmütige Antwort: „Es gibt nur einen Weg und eine Rettung, nämlich die Möglichkeit für die Juden, sich auf bem Fe 1 öe landwirtschaftlich zu bktätig e n." In einem ihm überreichten Memorandum waren bestimmte Pläne und Anträge nach dieser Rötung ^in enchattsn. KUM HUT große, billig zu erstchende Erdflächen in der Gegend von Safed, Tiberias und Akka hingewiesen. Alle Bedingungen der Urbarmachung, Steuern und Kostenvorschläge waren genau genannt. Reue Hoffnungen wurden geweckt, große Pläne harrten der Verwirklichung. Rabbi A r j e , der ütacpigoF um R»M MMchM M-ni-l. ist wie er sich in einem Briefe an Montefiore ausspricht, überglücklich, auf der „Höhe des Oelberges" mit eigenen Händen ein Stückchen Land zu bearbeiten. Man freute sich schon, im Jahr^e 601 die erste Schmito zu halten. Aber es tarnen die unVernreidli^^n vntürlssstfsi mungen und Störungen, die Verwirklichung des Traumes wurde hinausgeschoben. Nicht zuletzt infolge der Vorgänge in D a m a s k u s, die Moses Montefiore und feine Mitarbeiter ganz im Atem hielten und für eine Zeitlang vom Paläftinamert aMmftm. Aber der heiligen Sache waren neue Impulse gegeben, und sie wuchs, wohl langsamer als es jüdische Sehnsucht zu ertragen vermochte, aber doch sicher. Eine große Anzahl blühender Kolonien zeugen im heutigen Palästina von. dem engen Verbundensein von Volk und Land. Ihre Würfeln haj örese? Wer?, w 1 L Unb v 0 N w e M es auch heute geleitet werden mag, im alten Jischuw, der den Faden ausfrücheren Zeiten ausgenommen und ihn an spätere weiter gegeben hat. Kennt Erez Jisrael, kennt die Diaspora ihre Schuld an die Pioniere, die Chaluzim vor hundert Jahren, die treuen Wäckxter ou| ^eiligem PpstfN? Auch v o m Cr bb eben r m Z amu 5 5687 wurde der alte Jischuw weit mehr berührt als der neue. Alte Synagogen find eingestürzt, Jeschiwoths mußten geschlossen werden, jüdische Männer und Frauen, Bewohner baufälliger Häustx in ata Gösszch smz Machlö?. Iie neuen Niederlassungen haben dem Wanken der Erde eher getrotzt. Wir wollen uns darüber freuen, aber den Männern des Aufbaus in Palästina und ihren Freunden in den Golusländern in Erinnerung bringen, daß hundert .Jahre hingebungsvoller. Arbeit mit Geist und Seele, Herz unb S)anbr unter ^reubiger Preisgabe von Glück, Gesundheit und Leben, erst den Grund gelegt und die Voraussetzungen geschaffen haben für die neuen Verhältnisse, deren ein Wahrzeichen heute n eue monumentale Bauten auch elementaren Erschütterungen standhalten. O, öag linier den nwm, MlMlll tzkl Geist der alten lebe, der unerschütterliche Opfergeist sowohl, wie der Geist der jüdischen Zeiten, der im jüdischen Boden die Heimat der Sche- Ma, llkn Dnllm Der (Mtßanürjö für Dia des Gottesvolkes erblickt. .. Nehmen wir zur Jahrhundertfeier den A l - t e n mit dem schweren S a ck e a u f d e n müden Schultern als Sinnbild, dem die Jungen willig die Last ab nehmen . . Mochenrundfchau. Die Wiener Ausschreitungen und die Juden. Der blutig^' am iE, ÖS» war gewiß keine jüdische Auge l e g e n h e11, und wir hätten uns nicht träumen lassen können, daß wir an dieser Stelle die aus Erregung über ein Fehlurteil geborene, mit hundert Menschenleben bezahlte Revolte unter jüdischen Gesichtspunkten bshanbsln müßten. Aber ber ^Völkische Beobachter", Das Sprachrohr Des für lange Zeit zum Schweigen verurteilten Hitler in München, will es nicht anders. Er weiß ganz genau, daß das Ganze von Juden aufgezogen fei. Beweis: Die Ausschreitungen waren heraufbeschworen. durch einen Freispruch des Gerichts. Der Freispruch betraf Hakenkreuz- \ju dir in MllllrrMrf üTfpntinraner Über den Raufen geschossen haben. Republikaner sind Juden. Also rächten Juden das jüdische Blut, hetzten die Menge gegen Justizpalast, Reichspost und völkische Redaktionen. Was die Juden der „Arbeiterzeitung" nicht alles fertig bringen! Diese von München ausgegebene Parole nahmen die Wiener Gesinnungsbrüder freudig auf. In den ersten Nummern der nationalsozialistischen Blätter, die in Wien nach dem Generalstreik erschienen, kann man riesengroße Ueberschriften auf der ersten Seite lesen, wie: „Judas „Ein Ersofg WWkn AU"; „Schluß mit der Judenherrschast!". . Der Titel würdig sind die obskuren und verlogenenAusführungen imTexte, die in der Hauptsache darauf hinausgehen, nach bekannten, gutbewährten Mustern die Wut des Volkes auf die Juden- Quartiere abzulenken. WSrkn Die Herren Der Bernunft unD Der Belehrung Zugänglich, man würde ihnen erzählen, daß kein Jude irgendwie direkt oder in- Ein Gleichnis fürdie »drei Wochen". Von Rabbiner Dr. Felix Kanter in Znnktau (Mähren). Die traurigen Gedenktage. ßiFIß? flSiSM iSiö&f ehemnligrn großen russischen Reiches brach ernst des Nachts Feuer aus. Da die Häuser dort meist aus Holz gebaut sind — Steinhäuser gehören dort noch heute in kleineren Städten, zu den Seltenheiten — fand das verheerende Element reichlich Nahrung und verwandelte bald die ganze Stadt in einen uttb Trürnrrrsvhaufsn. to<nr bet UR& i-er Qlü>g-ef?r<2rrtxJrenr 1*7« |ic£^ i^rer £art$en fyabe fVtylld) öerauöt sähen, groß und herzzerreißend war ihr Weinen und Klagen und ihre flehentlichen Bitten um Hilfe und Rettung in ihrer Not und Verzweiflung. Eine solche Bitte richteten sie auch an die Regierung, die anfangs gar keine Miene machte, hier helfend einzugreisen und die Bitte einfach unberücksichtigt ließ. Schließlich sah sie sich doch genötigt, etwas für dis Unglücklichen zu tun, uni» beschloß, -einen cüi Üe iBränkfiaüe gu entsenden um sang des Schadens festzustellen und geeignete Vorschläge zur Abhilfe zu machen. Darüber waren inzwischen einige Wochen und Monate verstrichen; die Abbrändler hatten sich mittlerweile von ihrem Schrecken erholt und sich nach und nach mit ihrer traurigen Lage abgefunden. Manche fingen sogar an. neue Plans zu schmieden,! manche faßten sogar den Beschluß, an den Wiederaufbau ihrer zerstörten Häuser zu schreiten. Mit den. nötigen Werkzeugen ausgerüstet, suchten sie in den Schutthaufen nach denjenigen Bestandteilen i^res vernichteten bre von &er fjeutrsöiUTift Miflhlmi geblieben sind: Eiserne OsenbestandtMe, Nägel, Schrauben, Tür- und Fensterriegel, Beschläge aus Eisen, oder Messing, Steine, Ziegel usw. Diese wenigen Ueberreste sollten beim Wiederaufbau Verwendung finden und zugleich die sichere Grundlage für den g-epkanten Neubau bilden. Dem hohen Regierungsvertreter fiel es aber auf, wie wenige sich mit dieser Arbeit beschäftigten, wie wenige sich überhaupt -au^ der Brandstätte besttNh^^ erlaubte sich der Bertreter der von der Feuersbrunst vernichteten Stadt demütig zu bemerken, „daraus allein kannst du die Größe unseres Unglücks ermessen. Die meisten haben schon jede Hoffnung auf den Wiederaufbau ihrer vernichteten Häuser verloren; sie sind teils ausgewandert, teils an ihrer Hilflosigkeit und Verzweiflung zu Grunde gegangen. Die «ber an der BranZMM MklM- MZ bsn uns LrummcryäuM zu pettoi suchen, was zu retten ist und was ihnen einst kostbar und wertvoll war, diese sind voll Hoffnung und diese werden auch wieder aufrichten, was der verheerende Brand in jener unglücklichen Nacht erbarmungslos zerstörte." nn»nt2 nrrm vpn cr^m-p bv i>2, lehren uns unsere Weisen. „Wer um Jerusalem trauert, hat die beruhigende Dersicherung, seinen Wiederaufbau zu (elpen." Es ^ei|t bezeichnenvspwsjst gichl W2M MT t,er wird ctrtft den Trost sehrn," sondern novina asm „er sieht (schon jetzt) feinen Trost." In der Trauer selbst ist schon der Trost enthalten, der Trost und die Hoffnung, der Trost in der Hoffnung auf den Wiederaufbau der Stätten, die uns heilig und teuer sind, vrra n nrs ’3 lai „Du, 0 Herr, hast es durch Feuer zerstört und Du rnirst es durck^ raiedsr auid« unij" h-^^ch das Feuer der Liebe und Begeisterung, die w i r für nun und niLv, für Religion und Glauben empsinden. Wer die traurigen Gedenktage nach religiöser Vorschrift in Trauer begeich bekundet d«dutch felsig zll llll Hchvnen und EihudenM. das MI «mst dtzsaUn, und zugleich die Sehnsucht und das Verlangen, das Verlorene wieder zu erreichen. Und diese Hoffnung' wir d nicht unerfüllt bleiben und kann auch nicht unerfüllt bleiben. Denn so spricht der Herr (Secharja 8, 19): „Die Fasttage des vierten, fünften, siebenten und zehnten Monats werden einst für das Haus Juda zur Freude und Wonne werden ufw.". Zu beklagen sind die Ausgemanberten unb ätbgemcm^fl, AMMy. M Ulll ttouiigen GedeEuge mehr krnneu und hallen, und deren gibt es in unserer Zeit mehr als genug, sie kümmern sich um den Trümmerhausen nicht — sie haben mit ihrer Vergangenheil gebrochen . . . Kleines Feuilleton. (Die Wissenschaft und das Erdbeben in Palästina.) Die Röichsanstalt für Erdbebensorschung in Jena teilt mit: Das Erdbeben in Palästina vom 11. Juli bedeutete insofern eine Ueberraschung, als in Palästin« derartigs ichMK DOßN W BMNN trn chklstsW» Mrechöuög nicht mehr susgelreien fern dürsten. Die nicht seltenen Erdbeben Palästinas, etwa vier im Jahresdurchschnitt, sind meistens schwach. Die uns sonst zahlreich überlieferten schweren Beben beschränkten sich aus den Norden, also Syrien, wo Antiochia und Aleppo am schwersten und am häufigsten heimgesucht worden sind. Dis letzter, jtymm Dkökii in jener Mgem mit MultW«sm

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