Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 29 (21.7.1927)
- Date
- 1927-07-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Nr. 29 Der 3 » r a } | | SL» JlM 1921 W gibt QUT Schonung der MM mt m& MUL Wütenlese der Aussprüche Passarges, wie z. B.: „Ein Jude behauptete von sich, zum deutschen Volke zu gehören. Darauf antwortete ihm ein Forscher „treffend": „Haben Sie sich schon jemals im Spiegel gesehen?" Eines großen Teils der Studentenschaft, meldet der Korrespondent, hat sich eine starke Erregung über die Art bemächtigt, in der es Ms tftfn MM Der Dimofratto ma$r ftiiu Zäft' lümmelhaft zu beleidigen" Die hamburgische Universität, bemerkt der Korrespondent, ist gewissermaßen eine Gründung, ein Kind des neuen, jungen, aufstrebenden, freiheitlich gesinnten Deutschlands. Männer, die gewohnt sind, in großen Zu- MMMYSMIL W 0M ELRWk 118* politischer Gebundenheit zu denken, wie Max Marburg, der weltbekannte Hamburger Bankier, haben sie geschaffen. Ihre Aufgabe ist: Zeinen Nachwuchs heranzubilden, der der deutschen Aufgabe der alten Hansastadt entsprechend erzogen werden sollte, den ganzen Umkreis der Geistesgeschichte mit überseeischen Slug«« m sich <mf- JUnßÖHM UHä iöt IDtittjl Hxhre unu Fütr schung der gesamten Kutturmenschhsit zu dienen. - Aus der Gemeinde. , : ' Leip zig, 18. Juli In der am 7. er. stattgefundsnsn ©em«mb«fi£ung vörangegangener Einigung in der Friedhosskommission die Bestimmung getroffen, einen Teil des neuen Friedhofs zur ausschließlichen Verwendung nach orthodoxem Ritus vorzubehalten, unter Ausschluß von Blumenschmuck und der Beisetzung der Leichen An d«rsgläublg«r fotoie oon ZCfrjrenveJten. Für Siefen vom BOTftQIlM und dSr Fvteöhofskom Mission eingebrachten Vorschlag stimmten von liberaler Seite außer Herrn K. Goldschmidt, dem ersten- Vorsitzen den, die Herren Markendorf, Gottlieb, Dr. Goldfchmtdt und Ury, während ein zionistischer Vertreter im Vor stände es sich nicht versagen konnte, unter Hinweis auf dro Mkk VkMNknM IN Mim WffOs« Michl«« (?) allök Schät'fe gegen diesen Antrag zu sprechen Nußland zu sprechen,' wo zwar eine eigentliche Juden Verfolgung nicht besteht, wo aber -die Unterweisung in der jüdischen Religion verboten -ist. Ein Lichtblick in dieser Tragödie ist die Tatsache, daß der glaubensstarke Ueberrest in Rußland sich nicht einschüchtern läßt. Dr. D. I o chelman, der Präsident des Londoner Werbendes der chälfsoiHaNisativsiMl MkWkllk M W Konferenz. M Jeschiwoth in den.Ländern Ost europas zu stützen. Dem Befand liegen Unterstützungsgesuche seitens 695 Jeschiwoth, Talmud Thoras hebräischer und jiddischer Schulen aus Polen, Litauen usw. vor. Cs handelt sich bei diesen Schulen um eine Schülerzahl von 77.770. Di« Wir^sch«^ts tage in ist f» katastrophal, Mtz das Tchulwestn Stütze von außen sich nicht erhalten kann. Der Verband der Hilfsorganisationen in London hat bis jetzt für er zieherische Zwecke in Osteuropa Lst^ 4443 aus eigenen Mitteln und Lst. 3450 aus den Mitteln des Jewish Vic tims Fund übersandt. — Zum Schluß der Sitzung hielt A. A. Green Msst BMM Wkl JM MMt Navtzmer frarrU spMch üW „Las GaHbatprodlem" Rabbiner Isidore Epstein behandelte sodann einem längeren Referat die Frage der Wiederausiebung des Sanhedrin, welches in strittigen religiösen Fra gen endgültige Entscheidungen treffen soll. Die Lage in Finnland. Berlin, 12. Juli. Gefteereieh. Der Verband der kuttusgemeinden in Oesterreich verboten. W t« n , IO. 3uß. Der im Dezember 1926 konstituierte Verband der Kultusgememden Oesterreichs (die Wiener Israelitische Kultusgemeinde war dem Verband« nicht beigetreten) ist nunmehr vom Ministerium für Kultus und Unterricht verboten worden. Das Ministerium ist der Ansicht, daß das sogenannte Oesterreichische JsraeWen-gesetz ein« Vsr«in>i- MM mn KultUMMSiM» ^llgE«kn«n Nicht vorsehe, und datz eine solche die im Gesetze begründete Autonomie der Kultusgemeinden gefährden könne. Ein solcher Verband könne daher nicht zur Kenntnis genommen werden. Dagegen liege nichts dagegen vor, daß eine bette big« Anzahl von Kultusgemeinden den Beschluß faßt, ganz bestimmte Einrichtungen und Institutionen zu ern$m UTiD Qmmim m eMA»; a ft W Grundsatz gu beobachten, daß die 'gegründeten Einrichtungen keine besondere Rechtspersönlichkeit vorstellen dürfen. Es soll nun in der nächsten Zeit daran gegangen werden, für die Wichtigsten Ausgaben, welche dem in Aussicht genommenen- Verband gestellt waren. Mejemgen Or. MMklWfVNIM zu m«f4e den Ver bmgimgen entsprechen. (ITA.) England. Rabbinerkonferenz in England. ßonnon. 15. 3ufi. 3h W Eröffnungssitzung der Konserenz englischer Rabbiner hielt der Rerchsrabbiner Dr. I. H. Hertz eine Weiherede, in der er sich scharf gegen den Reformismus in Amerika und Europa wandte und die Rabbiner aufforderte, die Gemeinde an das thoratrsu« 3uWum zu Mfefnf **tf ffFfflg? KköOllWllM -es Habbar und ver 'SMsMjM Zu fordern und für das Bestehen jüdischer religiöser Schulen zu sorgen. Er wandte sich dann dem religiösen Leben der Juden in allen Ländern zu und kam ausführlich auf die Lage in Herr Dr. A. EliO-öi am «in«* Mh rer der Judenheit Finnlands, gab einem Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur folgende Ausschlüsse über die soziale Position und das innere Leben d>er dortigen Judenheit: In Finnland existieren drei jüdische Gemeinden: In i>eIfin<,forS, Sffco urtb Viborg. Mx HrmAiive m Zelsmg! svrs Mir rund 1100. die >m Wo 380, m Vrdorg Söö Seelen. Noch bis vor ganz kurzer Zeit mußten die Juden Finnlands unter mittelalterlich anmutenden Ausnahmegesetzen leben. Ihr Wohnrecht war nur auf gewisse Städte beschränkt und mußte alle sechs Monate erneuert werden. Als Betätigungsfeld war ihnen nur eine primitive Form des Handels und das Handwerk zugewiesen Seit 1918 bat sich ihr« Positron -7«rdrkal tj-eimö'erjj jjgjjj|£ vollwertige Milbürger und genießen uneingeschränkte Gleichberechtigung. In den erwähnten drei Städten be ätzen die jüdischen Gemeinden schöne Synagogen, die Gemeinde in Helsingsors besitzt eine jüdische Mittelschule, die die gleichen Rechte wie alle übrigen Schulen genießt und vom Staate mit 50 Proz. des Ausgabenbudgets fubekMlONlM mirD. DiiQ;u u ft; nswn Jahren bestehenden Mittelschule ist schwedisch, Religion und andere jüdische Fächer werden in hebräischer Sprache gelehrt. Auch die finnische Sprache wird den Kindern gründlich beigebracht. Die Gemeinde Helsingsors besitzt ein modern eingerichtetes Schulgebäude mit großem Turnäale, der zugleich als Versammlungssaal dient. Dl8 IßDifrÖÜH SüBllioXin in ^elfingsvsK un& öißofö haben Lese säte unö Bibliotheken eingerichtet; mit allen Mitteln wird versucht, den Kulturzustand der jüdischen Bevölkerung und ihr Interesse für das Judentum auf einer respektablen Höhe zu halten. In Helsingsors erscheint eine kleine jüdische Zeitung in schwedischer Sprache. In der Zeit her Kriegs not« hoben di« Fjsi0°!>s einf ßfvfft stufopfmmgsfQD'iaCett gögMübsv thrött isidenden Brüdern in anderen Ländern bewiesen. Auch ür Zwecke des Palästina-Aufbaus haben die finnländichen Juden viel beigetragen. Die jüdischen Gemeinden sind von der Regierung' anerkannt und haben das Recht, ihre Mitglieder zu besteuern. Das Pudg«t 8er ^e£|tng|or|eTr ßfKjlifl auf jährlich 000.000 WmlMö Mork (ea. Doll. 9vvv). Im vorigen Jahre wurde die Synagoge zu Helsingsors mit einem Kostenaufwand von ca. Doll. 15.000 umgebaut. Für die Dotierung eines Rabbinlers wurde, um nicht das lausende Budget zu belasten, auf freiwilligem Wege ein Fonds oon 1.200.000 Finnische Mark (Doll. 30.000) ÜUUöörüM. Dis W;"tschöftss«g« ist relativ gm. ce Jugend 'ist dem Sport, gleich der übrigen Jugend des Landes, ergeben. Die jüngere jüdische Generation bevorzugt akademische Berufe, die in Finnland gute Aus- 'ichten bieten. Unter einem Antisemitismus, wie er in den Ländern. Mittel- und Osteuropas herrscht, haben die sinnländischen Juden nicht zu leiden. Die Frage eines Schächtverbots. war aber mehrmals auf der Tagesordnung. Zweimal, hatten die Juden längere Zeit unter Schächtverboten zu lslden, es gelang aber bis jetzt immer, eine Aufhebung Hf MMtk UrümufühM»-. 1 Dis' Juden-hÄl . in FinMand steht M einem engen Kontakt mit den Juden in den skandinavischen Ländern. Sehr verdient haben sich um die finnischen Juden die skandinavisch-jüdis-chen Führer, Insbesondere P-rofessor David Simonsen in Kopenhagen gemacht. Me Juden Mnnlnnds WMkMtt NüMMtzM fr Ln juMslyM (Bmmhen und Institutionen des Auslandes. Rutzl«i»d. Rabbi Schneirfohn von' Lubawitfch befreit, QJi o s t <t u , 17. Hnli. ist der LuAlMMvi' Rabbi. &A>nelr sühn, unter der Veschulbrgung, in Leningrad Geld für Jeschiwoth und andere religiöse Lehranstalten in- Rußland gesammelt zu haben, verhaftet und dann nach Kostroma verbannt worden. Die jüdischen Gemeinden in Moskau, Leningrad, Kiew und Minsk haben sich gegenüber der Regierung für die vollkommene Loyalität Rabbi «HI® mH) M m» 8iw. Die Sowjetbehörden gaben dieser Bitte Folge und sprachen die Befreiung des Rabbi aus der Verbannung aus. Rabbi Schneirfohn ist bereits nach Leningrad zurückgekehrt. Das definitive Ergebnis der Kammerwahlen in Rumänien. Bukarest, 12. Juli. Das definitive Ergebnis der vor einigen- Tagen durchgefü^n Wnyffn M rUMÜMMN LMMi« tU&l nun ddü. Ami 3.581.333 stMtllll^pechtigten Wählern im Reiche gaben 2.761.608 ihre Stimmen ab. Rund 33.000 Stimmen wurden annulliert: somit habenüber 850.000 Wähler ihr Stimmrecht -nicht ausgeübt. Es ergibt sich die olgende Verteilung aus die einzelnen Parteien: Liberale 73,08 Proz. und 318 Mandate; Nationalzaranisten 22,10 Proz. und 54 Mandate; Minoritäten- £>£0* 6f5 Wtz io mmmi 1ä Proz., kein Mandat; Arbeiterblock 1,17 Prgz., kein Mandat; Jorga-Partei 0,90 Proz., kein- Mandat; Christliche Liga (Cuza) 1,98 Proz., kein Mandat; ChriMche Liga (Codreanu) 0,27 Proz., kein Mandat. In dem neugewählten Parlament sind also nur Liberale, Nationalzaramsten und Minoni-tätsn ö«rt>7«ten, ab«r kein po^ener Änsistmtt, Don jüdischen Abgeordneten sind nach den bisherigen Feststellungen auf der liberalen Regierungsliste der Präsident der Union rumänischer Juden, Dr. File r m a n , und der Gereut der Czernowitzer Kultusgemeinde, Dr. S t r a u ch e r, gewählt. palaftt««,. Das Erdbeben in Palästina. (Letzte authentische Berichte.) .Jerusalem, 13. Juli. In Jerusalem. Dil? (EPlteüf$nD«rnng ftgtx sich ÄM MlläMg llMl mittag 3 Uhr, 7 Minuten. Der erste Eindruck war lähmend. Dann wurde man sich dessen inne, daß ein Erdbeben in all seinen Schrecken das Land heimsüche. Die Panik war unbeschreiblich. Die Erde wankte buchstäblich unter den Füßen. Fenster und Türenflogen auf, das Mobiliar stürzte um. Ein Knallen und SpMtsrn und iMWifchkN Suiunem u»8 fuchtM ihre Kinder and Kinder ihre Eltern. Die Händler liefen, ihre Kramläden im Stiche lassend, davon, in die Felder, auf die Straßen. Viele sprangen durch die Fenster oder vom Balkon herab. Entsetzliche Schreie kamen aus eingestürzten Häusern, wo -unter Trümmern Verwundete lagen. Rach döN öl'stött Schrecken und nachdem einige Beruhigung eingetreten war, bot Jerusalem das Bild einer belagerten Stadt. Große Ansammlungen bildeten sich auf den Straßen. Jeder lief, nach den Seinen zu sehen. Durch die Stadt sausten: dl« Kr<lnk«rr«utos mit den Der-