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Der Israelit · 1927-07-21 · Heft 29 (21.7.1927) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 29 (21.7.1927)
Date
1927-07-21
Page
– (sequence 7)
Language
German
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21. MN vsn £ c i ssra « lir 8* 2S Sftt*? muntoeien in ine Spitäler. JDie Schrecken schufen phantastische U-ebertreib ungen. Nach Stunden erst konnte man einen Ueb erb lick über die Größe der Katastrophe erhalten. Im Hospital „M-isgaw Ladach", dessen Mauern selber schwer gelittenhaben, würden die ersten Berwunbefcen Liufgerroinrnsn. 3n .einem rrsbenanlisg enden Hause holt« man ö SuW fdEji»« .«US W Trümmern hervor und verbrachte sie in das genannte Krankenhaus. Auch in den KränketlhallsevNHad.as-sia, Schare Zedek und im Regierungshospital fanden unmittelbar nach dem Unglück viele Verletzte Aufnahme. Die Zahl der eingestürzten jüdischen.Häuser in „Machne Jehuda' tiM Mm -Esiim Mp AWM ist Mtz. M TslmuL Thora-Schule der Sefardim ist zum -Telle ruimert. Der. Sachschaden am Universitätsgebäude beträgt mindestens 5000 Pfund. Polizei und englisches Militär, fülltengleich nach dem Unglück di« Straßen, leisteten die erste Hilfe und sorgten für Aufrechterhaltung der Ordnung. Fast sämtliche llfyren in Serufalem;£> lieben auf 3 Uhr. 7 Min. Whm. In der Provinz. In der Gegend von Jaffa spürte man das Erd hieben sehr stark, aber sowohl in Jaffa wie in Tel-Aünw gab es keine Todesopfer, nur einige ältere Häuser stürzten ein. Schlimmer, lauten die Nachrichten aus R a m l a und Lud. Bis 9 Uhr nachts hatte man in Ramla 12 ms porpi Mi m ^msmmnmm $ ms MW verbracht. In Lud zählte man die Opfer nach Hunderten. Schlimm wütete das Erdbeben in Jericho wo unter den Trümmern eines Hotels 6 Menschen ihren Tod fanden. Von einer wahren Verheerung kann man in S ch e ch e m sprechen, wo schon -am ersten Tage 300 (Eo-ie gerrceflei a»urt>-ert. Sie halbe Slatrl l|l ger|iojrk Saföd und Liberias gab -es keine Menschenopfer, nur Sachschaden und einige Verwundete, ebenso in Haifa und auf dem Karmel. Mehrere Araberdörfer sind mit Häusern und Menschen -fast vom Erdboden verschwunden. Aus den jü-dischen Kolonien kommen berni 1prgieni>e Berichte. SDl-cm Spürte boxt bas Beben iißeraii, dd®. n3QT Der SllchWaDen sehr gering. Jerusalem, 15. Juli Man darf heute sagen, daß das Erdbeben von Montag das größte in der Geschichte von Palästina war. Wenn es auch 1837 mehr jüdische Leben gekostet hat, so mar doch damals die Crr fcfriittenma nur mir einen flie I ... .,y......T].-.4 u>. ringen Teil des Landes beschränkt, während jetzt ganz Palästina betroffen wurde. In Jerusalem beträgt nach oberflächlicher Schätzung der Sachschaden über 100000 Pfund, abgesehen von den schweren Beschädigungen an der Omar-Moschee, deren Wiederherrichtung allein Hunderttausende erfordern wird. Einsturzgefahr besteht no^ in r» er^e teile ji blockten. 3lmh 1>er kv O b er k o mmissar s hat gettten. Emo Dienenm wurde dort getötet. Von jüdischen Institutionen des alten Jischuw haben Mlitten^: die Jeschiwahnvv l-nrr, Me 1880 von Rabbi I. L. Disk in begründet wurde, ferner die Jeschiwah ">n sowie Synagoge und Ieschiwah rn^> der Bagdader (&m,mhr Mi f4l «sllimmm .Mzisfefezl ist. S& litz. teren Lehrhaufe befanden sich während des Unglückes 40 Schüler mit ihren Lehrern. Kaum wenige Sekunden nachdem sie aus dem Hause geflüchtet waren, stürzten die Decken und Wände zusammen. In den Vorstädten ist kein 'einziges Haus verschont geblieben. Dort ist -eine große Anzahl weiterer Synagogen- und üehrhäus-er schwer betrosten roor-ben. ( In Hebron, wo os ungefähr 20 Opfer gab, ist die wirtschaftliche Not unbeschreiblich. In Tiberias ist mit 100 anderen Häusern auch die alte f e p h a r d i s ch e Synago ge eingestürzt. Heute, am Mittwoch, kampieren noch viele Familien unter freiem Himmel, aus Angst vor neuem Erdbeben. M süttstiM NichlllWu lüs döii Kiliniill bisILIi. gen sich. Am meisten verspürte man das Beben in „ S i chron Jako b ", wo große Panik ausbrach. In „ Pe tach - Ti k wa h " gab es einigen Sachschaden. Ein jüdischer. Arbeiter, der sich auf einer Leiter befand, stürzte hinunter und wurde verwundet. Gegenstände verletzt wurden entstanden. Wie man jetzt erst erfährt, wurde durch das Beben am 11. Juli auch das Rahel-Grab beschädigt und mußte für Besucher geschlossen werden. Schwer ist der Schaden cm den Mcruery, der „ tzes «^i xo « des 58,r i s ke * Ra w " , O h ö l .M o s ch e, di-ö. geschlossen werden mußte. Während des Erdbebens entgleiste auch Die Woche. Berlin. Der Wohlftrhrls-ausschutz des P r e utzffchen Landeso erbandes jüdischer Gemeinden vresendet -ein Flugblatt an weite Kreise der jüdischen 'Bevölkerung, in dem Aufklärung über dte b e v ö l k e r u n g s p o l i - t i scheu G e f a h r e n für die Juden Deutschlands, wie sie sich aus der neuesten Sta- Weiterer Schaden ist nicht Araber. Der Magistrat von Te l - A w i w erbot sich, 60 freiwillige Arbeiter dorthin zur Hilfeleistung zu entsenden. ti'pit €Tjj>et*eTTj gej wird, — Dff C, ry,- Zttlung wilv vmlym, Dvß MS DDM Hammer- Aerlag i-n deutscher. Sprache herausg-egebene Fordsche Buch „Der Internationale Jude" waggonweise nach Rumänien versandt wurde, und daß dieses Gift nicht wenig zu den letzten Ausschreitungen in Rumänien beigetragen habe. Wie will Ford dieses gut machen? Frankfurt a. 2R. Die ITA. weiß zu berichten, daß aus Frankfurter jüdischen Kreisen ein Anti«»,, an da«« rt?Moiifo:i{ol>o*> N»»»d «««,<> »>«»««) ««« trüg üü den Preußischen Landesverband ergangen fei, jüdischen Gottesdienst — oder nur religiöse Vorträge und gottesdienstliche Hebungen — Kleing-emeinden oder zerstreuten einzelnen jüdischen Famili-en auf dem Wege des Rundfunkes zu vermitteln und daß sich der Preußische Landesverband mit der Sache ernstliitf) m öofaffiün ßsMnk. MünMll. Ms fitfc ler-Org«n, „Der Völkische Veobachler", schr-elbi sehr unglücklich über die Bekehrung Fords, die für ihn eine neue krasse Bestätigung der Tatsache ist, daß sich „vor der Allmacht des Judentums heule -alles beuge." — In den „Münchener Neuesten Nachrichten" ist ein Artikel von Herrn Justizrat Dr. Fraenkel sssköiush m mit mnur vcrWOMst flaue DeiDssemlichling Der lepefl Zeit ettne [®ltu g-ende Widerlegung der schächtgegnerischen Argumente darstellt. Karlsruhe. Nach einer Veröffentlichung des deutschen Reichsanzeigers hat die Israelitische Religionsgesellschaft in Karlsruhe die Bezeichnung „Aktien-Gesellschaft" abgelegt. Budapest. Auf Beschluß des Vorstandes der Israelitischen Religi-onsgemeinde wurden am 13. Juli in allen Synagogen und Bet- J^äujem üojj e jt und O «• j| ^|almen gebetet für' Ne Genesung des schwer erkrankten als Judenfreund bekannten Cardmals, Fürst Primas C s e r n o. Warschau. In Warschau verließen Ende Juni 113 Absolventen die Schule des „Ort" mit Reifezeugnis, die meisten mit der Note „sehr gut". Es sind vortreffliche Handwerker aus sieben verschiedenen Fachtjru^>p«n. — ®emü| den Bestirnrnungen d-es ifil'eD'cissocrlragcs vDn Sl. main wurde die Baron Hirsch-Stiftung zur Gründung von jüdischen Schulen in Galizien aus Wien nach Warschau üb-erführt. Der Fond hat sich stark vermindert und beträgt heute nur noch 13^ Milliarden Kronen. — Im Alter von 57 Jahren starb Rabbi Jehuda Leib H u t t n -e r, Mitglied des War- MMl A SWkklk 8t AM iDiDQ als DtoBBiiner itn Warschau. 3erufalem. Von England aus, wo er z. Zt. in Urlaub weilt, sandte der Ob-erkommissar, Feldmarschall Lord P l u m e r, -ein Telegramm an die Palästina-Regierung, daß er seinen Urlaub abbr-eche und nach Palästina zurückk-ehre. — Dieser Tage sind aus London in 1500 Kisten Pfund 430.000 in Silber und andsr-sr Pronsnienz der llilli» juläftittiufifiuii WihrUn^ erngeiroffen. Das H-eid wird am 1. öitotar d. I. in Umlauf gebracht. Jerusalem, 18. Juli. (Telegr. Bericht.) Gestern früh gegen 10 Uhr wurde ein zweites Erdbeben »eTj^mrtj wobei drei Personen -durch ^erab^iür^ende ein Zug, auf den schwere Felsenftücke sielen. In dem Zuge befand sich der Stellvertretende Ob-erkommissar, Cooner ©üm(ßa. (Er MW öiio MkMön MfMikW filißöon urroertetzt. Die Regierung bewAigte die ersten Summen, auch die Privatwohltädigkeit hat bereits eingesetzt. Der bekannte amerikanische Philantrop Nathan Strauß überwies 5000 Pfund. Es wird im amtlichen Berichte heriMßißßBtai toi Sie füSisHs» „Pi. täch-Tikwah" und „Nechowoth" die ersten waren, die Geld und B ro t in die b e tro ffeen Nach barg e bie te sch ickten .Bon Jerusalem gehen große Lebensmittel-Transporte nach Nablus ab. Es ist die erste ch-lst des 31#^ M Sü Wlk SkUSffküM Die Trümmersiätte Nablus. I e r u f a l-e m, 13. Juli. Der MrrossionSöni hm WolfssAn IMMUsilBüms berichtet über -das verwüstete Nablus: > Die vom Erdbeben heimg-efuchte Stadt Nablus bietet ein furchtbares Bild der Zerstörung-. Diele Häuser sind zufammengestürzt, kein einziges Haus -ist ganz verschont geblieben. Die Geschäftsstraßen sind verödet, -die BerölkkktiW W MMWik Skk TMl m MM M8 MV bürsflge Unlerkunsi gesunden. Unter Leitung der ünßlischen Polizei ist man inmitten der Gefahr an der Arbeit, um aus den Trümmern noch Verschüttete zu retten. Die Haltung der Toten zeigt, daß sie bei ihrer gewohnten Beschäftigung vom Tode überrascht worden sind. (Nablus, das. Schem der Bibel, liegt -etwa 60 Kilometer nördlkch ssn Umfßlm. auf Ssk WMMMs mftfm Mm Mitlelmoer und Dem JorDan. Es hat etwa 30.000 Einwohner und liegt in fruchtbarer Gegend.) Keine Uebertreibungen! Jerusalem, 14. Juli. Gegenüber den U-ebertreibungen mancher Blätter ist auf dis Feststellungen der P o l ä st i n -a - R e g i e r u n g «, ,« < « ■ i o < « , •< > . yinzuweisen. Danach hat die Zahl der Todesopfer 147, die der Verletzten 454 erreicht. Die ärgsten Verheerungen sind in S e ch -e m angericht-et worden, das zur Hälfte zerstört ist. Dort sind 50 Tote und 250 Verletzte festgestellt worden. In Jerusalem ist die Zahl der Berrounveden -aus 38 gestiegen. Wie ö-utc^ ein Wunder tunten Die Insassen Der meisten kMkosfenen Häuser, vor allem der Schulen, die Räume kurz vor Beginn des Erdbebens verlassen. Nur so ist die verhältmsmähig geringe Zahl der Opfer -erklärbar. Der Hauptstoß erfolgte auf dem zum Glück nur wenig bebauten Russ -e n p l a tz. wo die russische Kathedrale schwer betroffen Ist. UurdjmßQ Von MohMm w ulte Hüllte uk-uNfcher Bauart gelitten, während die neuen nur leichtere Schäden davong-etrag-en haben. Die Beoölkerungbenahm sich nach der ersten Auftegung ganz ruhig. Der Verkehr ging sofort normal weiter. Europäer sind nicht unter den Todesopfern. In den jüdischen Koloniensind keinerlei ernsten Schäden und keine Opfer an Menschenleben zu beklagen. Die Jüdische Gemeindeordnung in Palästina. Jerusalem, 18. Juli. Wte die ITA berichtet, wurde die Jewish Communities Ordinance (Jüdische Gemeindeordnung) für Palästina oeben publiziert und ist somit in Kraft. In dem Statut ist nur von der Existenz einer -einzigen jüdischen Gen jekem Srle We OieL-Cj fttzocj^ sft VIt T T I ffj * autonomer Kong r-egation sn mit einer feparaten Schechita- und Begräbnis o r d n u n g zulässig. Das Statut enthält auch Vorschriften bezüglich einer Absonderung von der allgemeinen jüdischen Gemeinde. (Wie uns demgegenüber von -eingeweihter Seite mitie tun© MM MO, fcÜi lAZ Gesetz erji ner Veröffsntlichung tit Kraft. Red. d. Mc>n«l rwctz se-i- „Jsraelit".) Anreeik«. Die ankifemitifche Seuche in den Newyorker Hospitälern. NkKYSIki 10. fllffli Die sech-i christlichen AerPi des Kings Eountr^ Hospital zu Newyork, die wegen Befchimpsungi und Peinigung jüdischer Aerzte-Kollegen sich, vor Gericht zu verantworten hatten, haben eine öffentliche Reue- und Vußeerklärung abgegeben, woraufhin die jüdischen A-erzt-e von der Anklage zurücktraten. Es herrschte in der Hof^itcllsv^rrrmltung -ein Geist sc^im^skrchsten litzmus. Bas Pflegepersonal maiprte sich, M Ansrdnungen der Wischen Aerzte zu befolgen. Die jüdischen Patienten hatten furchtbar zu leiden. Bürgermeister Walker erklärte, er werde unabhängig von dem Ausgang der Gerichtsverhandlung eine Untersuchung durchführen, di-e bis zur lebten Konsequenz gehen törrStSr roer4>c oo” pch gegen alle MchnldiTyn Gerrchtsklag-e erheben und auf administrativem Wege restlos durchgreifen. Kein Schuldiger werde straflos ausgehen. Die Untersuchung -erstreckt sich auch auf andere städtische Spitäler. (ITA.) ü

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