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Der Israelit · 1927-07-14 · Heft 28 (14.7.1927) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 28 (14.7.1927)
Date
1927-07-14
Page
– (sequence 6)
Language
German
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r,i Seite 8 Nr. 28 Dr. Ephraim, zugleich auch im Namen seines Kollege^ den Dank ausgesprochen hatte, schloß di« Feier einem vom Dozenten Dr. S. Grünberg verfaßten und oor ber geöffneten ^eiligen ßabe pjjarot^peney) ~'~73K' Schächter-Schule. Berlin, 4. Juli. Am 3. IM ds. Js. fand die erste Sitzung des Aufnahme-Ausschusses des vom Preußischen Landesverbände geschaffenen Schächterschul . Kuratoriums MM oem florftäi Ms mnUSmno ßaUänli.mv* Tn statt. Es lag eine sehr große Anzahl von Gesuchen vor, von denen nur ein kleiner Teil berücksichtigt werden konnte, weil der Ausschuß Wert darauf legt, das Schüler material so auszuwählen, daß die Erreichung der Ziele dieser Anstalt nach außen und innen hin möglichst ge- KSUtMl U ißHDörisr im AM DDR Mp all 01 fahren wurden nur dann berücksichtigt, wenn eine ganz besondere Eignung zu diesem Beruf nach den vorhandenen Zeugnissen und Auskünften gegeben schien. Es wurden Herren aus fast allen Teilen Preußens aufge nommen, darunter aus Frankfurt a. M. allein vier? Ferner wurden auch noch 2 Hospitanten zugelassen. Die nor^anbenen MsM Mtffi MlMM Schülse müssen sich damit e'knoerflanben erklären, daß das Kuratorium das Recht habe, Kandidaten, die sich im Laufe der ersten drei Monate als ungeeignet erweisen, ohne jede Entschädigung wieder zu entlassen. Mit Rücksicht auf die Ferien ist die Eröffnung endgültig auf Montag, den 15. A u g u st festgesetzt worden. Die mm mit mtüffln mtörmn WMWöll und sanitären Maßnahmen vertraut gemacht werden. Die religiöse Ausbildung wird sich auch darauf erftrecken, di« Kandidaten zu Borbetern in kleinen Gemeinden auszubilden. Der Äsraelir yritglieder Lübecks und.der mecklenburgischen Gemeinden ^in grLHer Mzahl ' erschienen ' waren. Die Tagung begann mit' dem Gottesdienst am Freitag Abend in der stilvollen IWUM m mtiwüfflm wm-MM WM. Oberkantor Ahlbeck aus Berlin, der früher in Lübeck als Kantor fungierte, hatte für diesen Tag das Kantorat übernommen. Am Sabbat-Vormittag hielt Herr Rabbiner Dr. Winter eine Festpredigt, deren Thema „die Heiligung des jüdischen Lebens" darstellte. Am Nachmittag sprach Herr Rabbiner Dr, Winter in, Anschluß än ükr §rnnbl«gcn jüdischer Erziehung nach Bibel und Talmud". Am Abend behandelte Frl. Kar min s k i - Berlin, „die Aufgaben des jüdischen Frauen- (EnHaroung einer gefäfjvtidjen HWsgLNjkkl Bamberg, 10. Juli. > Unter starkem Uffhrgng des Publikums fand heute vor dem Schwurgericht Mltzherg ein Prozeß gegen die Schriftleiter des „Völkischen Beobachters" in München und des nationalsozialistischen Organs „Die Flamme" in Barnberg. S t 0! z » n g - C L r n unb S02 Stier j’tertt, Mc Anlage lllllltt auf PrMelMlgMlg und B S-! schimpfung der israelitischen Religionsgemeinschaft und ihrer Gebräuche. In der Bamberger „Flamme" erschien im August 1926 ein Aufsatz: „Deutsche Mädchen als Freiwild", in bern ütalmub unb Sck>ulchan Aruch fc^roer be|e^itnjj|f wurden, ön Nr. 242 des „DölUGen «eoBaä)terr vom 19. Oktober 1926 veröffentlichte Mölter einen Artikel, in dem die Behauptung aufgestellt wird, die jüdischen Religionsgesetze machten verbrecherische Taten gegen Christen zur Pflicht. Im Zusammenhang hiermit steht eine Beleidigung des Distriktsrabbiners von Burgpreppach, dem in einem Leitartikel „Rabbinerschutz für jüdische fSetbT&dy&n"r Begünstigung jübifc£>er Verbrecher vorg^worfkn wirb. Da Stolzing-Cerny sich mit Krankheit entschuldigt, wird gegen Mölter allein verhandelt. Der jugendliche Angeklagte stützt sich auf eine Menge Zitate, die er der antisemitischen Literatur entnommen hat. Geheimrat Dr, theol. Adolf Johannes legt in «intern rrte^r als zweistündigen ®utaetjten ttar, daß der Talmud kein Gesetzbuch, sondern ein literarisches Sammelwerk ist. Auch nach talmudistischer Auffassung ist jede« unsittliche Handlung an einer nichtjüdischen Frau sündhaft und strafbar. Die Berufung auf Ecker und Rohling sei nicht zu empfehlen; beide Herren seien Täuschungen zum Opfer gesellen. Er ssWsZ MMttzLm &8B 881 W9N MkM „Was du nicht rvillfl, das ms» dir tu, däs füg' auch keinem andern zu!" Grundlage der jüdischen Sittengesetzgebung ist. Der Staatsanwalt beantragte 1000 Mar? Geldstrafe eventl. 30 Tage Gefängnis. Die Verhandlung habe ergeben, daß der Angeklagte nicht aufklären, sondern hetzen wollte. Rechtsanwalt Lsvinger unterstreicht die leichtfertig« und gewissenlose Art ber An^riss« unb beantragt MriheRsMüsö. Das Gericht verurteilt den Angeklagten zu einer Geldstrafe v o n 5 0 0 Mark anstelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von 50 Tagen. Jüdische Tagung in Lübeck. Lübeck) L7r öuul. Die Esra-Loge in Lübeck veranstaltete vom 17. bis 19. Juni eine Tagung in Lübeck, zu der die Gemeinde- Berlin. Wegen der Eintragung „Hebrew" für jüdische Amerikareisende aus Deutschland hat auf Beschwerde das Staatsdepartement in Washington durch das Berliner Generalkonsulat den Centralverein wissen lassen, daß dies eine Angelegenheit sei, über die die deutsche Regie ru n g durch ihren BotlAfkök ffl MWRZttn zu inl«rx>enl«f?n — Bom Deutsch-Israelitischen Gemeindebund wird auf Einladung der Initiatoren eine H i ndenburgspende zum 80. Geburtstage des Reichspräsidenten propagiert. Wien. Im Sitzungssaal der Handelskammer konstituierte sich ein Verband jüdischer Kaufleute und Gewerbetreibender, der bereits 482 Mitglieder 93orJtanb $1ß88FH8f waren auf Der GeMrnlversnmmlung vssiziöll vertreten. Budapest. Ber den Erdbeben, die dieser Tage einige Gegenden Ungarns heimgesucht haben, wurde in Wargalota neben 50 Häusern auch die Synagoge schwer beschädigt. London. Herr Luoi-en Wolf wurde zum a ch t e n M a l e zum Präsidenten der „3e= Msh MöNkgl ©DdtfD Df ffDQifQDÖ" gMghlt. Jerusalem. Hisr ist die erste arabische Tageszeitung in Palästina unter dem Titel „Sowt al Hk" (Stimme der Wahrheit) ins Leben gerufen worden. Warschau. Entgegen einer früheren Mitteilung, muß konstatiert werden, daß die polnische Fraktion die bereits fast gesicherte Wahl srnes Juden zun, Vrz « burg « r - 8t i I fl 1 r no^ im teilen- Glorn^gj e?rhin°° bert und an dessen Stelle einen Sozialdemokraten mit dieser Würde betraut hat. Lemberg. Vom Justizminister wurde eine strenge Untersuchung der antisemitischen Unruhen aus der Hochschule ungeordnet. Alle Schuldigen sollen der verdienten Strafe zugetii^rt werben, wop NstMsWMWM!Uk CMwiMgung gegeben hal. komm. In der Kowno benachbarten Gemeinde Pilvischok zerstörte di« Polizei unter dem Porwand, Raum für einen Promenadenweg zu schaffen, in der barbarischsten Weise den dortigen jüdischen Friedhof. Sämtliche Grabsteine wurden weggeschafft, die Gräber umgegraben und die Totengebeine über die nahen Felder und Wege zerstreut. Wegen dieser unerhörten Schändung jagte bas Otabbinat «inejj |JaJtt)T)b Hnßfgg «n, Männer, Frauen imö Kinder verbrachten den ganzen Tag in den Bethäusern. Paris. Wie soeben von Gerichtsseite offiziell mitgeteilt wird, wurde der Beginn der Schwurgerichtsverhandlung gegen Schalom Schwarzbart, der den ukrainischen Ataman Petljura durch einen Revolverschuß getötet hat, für den 17. VklktzLi? t Ä. knpfläU. Franz Ginsberg, ein deutscher Jude, wurde in den Senat Südafrikas gewählt. Er ist der erste Jude in Südafrika, der aus der Volkswahl als Senator hervorgegangen ist. Die früheren zwei jüdischen Senatoren waren von der Regierung ernannt worden. 14. Juli 1827 Die Schächkgegiier in Oesterreich an der Arbeit. .«U», lü. W, Die von dem österreichischen Tierschutzverein geleitete Propaganda für ein Verbot der Schächtung nach jüdischem. Ritus nimmt in der letzten Zeit wieder überhand. Die Schächtgegner bereiten eine nach Ländern gegliederte Volksabstimmung für die Einbringung eines Gesetzes vor. wonach, das Schächten offne doxtfertige Pxtäubung verboten fern soll. Durch die. länderwsise Abstimmung will man auf die Regierung einen Druck ausüben, ein allgemeines Schächtverbotgefetz dem Parlament vorzulegen. In der judenarmen Provinz Vorarlberg soll zuerst ein Schschita-Berbot durchgeführt werden, wodurch ber Schlvciscr Judenheil die MöglWM genommen m-kden soll, im österreichischen Grenzgebiet Schächtungen stattsinden zu lassen. (ITA.) 1tn$arn. Iudiendebatte im Ungarischen Oberhaus. All Düst ü st/08. Mm.' j In der Mtzung des Ungarischen Oberhauses vom 24. Juni hielt Oberrabbiner Dr. Immanuel Loew, einer der beiden Vertreter der Israelitischen Glaubensgemeinschaft im Oberhaus, eine Rede, die mit gespannter Aufmerksamkeit angehört wurde. Er führte aus: „In der inneren Verirrung unseres Landes scheint sich S<?f(?fvfnfj «nzuöa^nrin Als Beweis dieses Um-, tandes kann in erster Reihe die Tatsache dienen, daß die durch den Numerus clausus verletzte Glaubensgemeinschaft infolge einer Initiative der Regierung und durch einen Beschluß der Nationalversammlung in diesem Hause eine Vertretung bekommen hat und mithin in die, W Mksötzl ist. SBef^wer^n fjler zur Sprache M bringen. Als Vertreter dieser Glaubensgemeinschaft habeich die Ehre, hier das Wort zu ergreifen, ohne aber die Unterbreitung eines Befchlußantrags in der Frage des Numerus clausus zu beabsichtigen. Nicht als ob ich kein, Vertrauen zur Weisheit und zum Wohlwollen dieser hohen!WMlsMs Bflflt UM flöOE MT ich m Allfftss^z nn, baß es ein Gebot der nationalen Ehre ist. daß die Wiedergutmachung in dieser Frage von der Regierung elbst angeregt werden soll. Eine Regierung, die immer wieder auf die Notwendigkeit der Wahrung unserer kulturellen Ueberlegenheit verweist, muß ja bestrebt sein^ UM m Kfffi MM UMUMll DMWMM mmbi JUHÜ äuch auf bem Gebiete ber Praxis Geltung zu ver-' chaffen und ihren Kultusminister in die Möglichkeit za versetzen, das auch von ihm betonte Prinzip in die Tat umzufetzen. In der Hoffnung, daß dies befolgt werden wird, nehme ich den vorliegenden Staatsvoranschlag an."' Der Unterrichtsmickister, Graf Kl ebelsberg, erklärte in seiner großen Rede, in der er allen Rednern Debatte «ntwvrMs, hsx AllftkchlklhÜllllW 8kS Mr MökUS clausus mit dem DeMst von zwei Dritteln des- Landes und damit, daß die Nachkriegsjahre aus den Reihen der Heimkehrer eine übergroße Masse von Diplomierten geliefert haben. bunbes" und Herr Dr. Goldmann -Leipzig, die Synthese „Deutschtum und Judentum". Am Sonntagvormiüag sprach Herr Schuldirektor Dr. Jonas, Hamburg, über „jüdische Erzrehungsfragen". Am Nachmittag fand eine Jugendtagung statt, an die sich ein Vortrag des Herrn Dr. K a n o w i c s, Berlin, über „das Programm des Zionismus" onschloß. Den Ausklang ber großen Tagung bilbete Wrrn «nt MsttÄstl am Mcuv: Eine Kunstausstellung jüdischer Künstler wurde, eigens für diese Tagung zusammengestellt, die von der Vielseitigkeit dieser Künstler Kunde gab. Herr Dr. Oskar Meyer, Präsident der Esra-Loge, eröffnet« diese Kunstausstellung unb wies darauf f>mf wie jef^r bod^ bie Kunst bWg UÄlllgliche tmn dekinslMe. Mltz mm Ausflöllung ABmt »bi jüdische Buch fand großen Anklang. Sik rmiiänUA SkiivmkmMft aus dem inJernationalcn Ktubenkeakongreh lluvgeschlvssen. Budapest,. 26. Juni. In der gestern abgehaltenen zweiten Sitzung des Internationalen Studentenkongresses in Szeged berichtete der Leiter des Zentral-Büros, Jean Baugniet, über die Sitzung der Propagandakommisfion. dis diie Verbreitung- 8B>ee ber 9n1e:rnaünna>?en <§tubentenr> QUT Aufgabe hat. Da die rumänischen Studenten dre jüdichen Studenten aus ihren Reihen ausgeschlossen haben- und also nicht alle in Rumänien lebenden Studenten vertritt, können sie nicht ordentliches Mtglied der. Internnationalen Studentenvereinigung sein. Aus Wäkschaüep Kehrüttrak. Warschau, 1. Juli.- Die Ratmänner von der linken Fakultät streichen nicht allein die Gehälter der Rabbiner, sondern treten auch männerst gegen die Alten- und Krüppelunterstützung. m Wkn 8i« linDcrfDrifunQiin öuf. 3e Mi WM 3urm Ntzllllg. heleucfybeke Ralm«nn 2 e w i n den Stand' Punkt der Herren, die mit der Begründung, daß man nicht alles geben kann, nun. a 11 e s o e r w e.i g e r n.

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