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Der Israelit · 1927-07-14 · Heft 28 (14.7.1927) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 28 (14.7.1927)
Date
1927-07-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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14 Juli 1927 Der Israelit Nr 28 Se'tt 3 am nächsten stehen. Das ist seine wahre Bestimmugn und sein göttlicher Beruf. Das Schiboleth des Juden wird zu allen Zeiten das Leben jMIUVklllllMllNSfÜlrn§Hudentnm bleiben. . * * Anmerkung der Redaktion: Wir haben den vorstehenden Ausführungen Raum gegeben, weil wir mit dem Herrn Verfasser einig in der Ablel^nnn^ jenes unerträglichen, von liberaler Seite manchmal gepflegten Heroen^ultcs gegenüber Männern, die ihr Leben lang mit Juden und Judentum nichts zu tun haben wollten. Im übrigen bietet uns der schätzenswerte Aufsatz erwünschte Gelegenheit, uns mit dem Herrn über die Grundfrage auseinanderzusetzön; „Wer gehört vvfeMv in eine Mische Hell dengalerie?" In dieser Hinsicht scheint uns eine Klärung der Begriffe dringend nötig. Wenn das „Judentum", wie Fabius Schach ganz richtig bemerkt, Lebensgesetz für den Einzelnen rvis für die Gesamtheit fein soll, dann hat mit dem Judentum gebrochenwer vieles göttliche Lebensgesetz nicht als verpflichtend anerkennt. Die Nichtanerkennung der Verpflichtung bewirkt nach der Ueberlieferung in der Tat den Verlust der religiös-national L n Ijivf nr?4^ei Herit f*4 ^fe anerkennung durch eins T a t 6 f f e n t l i ch bekundet und auf ein Kardinalgebot wie das Sabbatgesetz erstreckt hat. Ein Jude, der öffentlich und bewußt ohne den Zwang der Lebensgefahr den Sabbat entverliert^ ebenfc, tme menn er einem frem- Kult diente, das Röcht, sich den Ehrentitel des Juden im höchsten Sinne beizulegen und im Kreise der religiös-nationalen Gemeinschaft derjenigen Ehren und Aemter teilhaftig zu werden, die das Gesetz nur seinen Treuen zuerkennt. Sagegen iji feder Jude, audj der abgesallene. der Verpflichtung der Rü ckkehr gum Gesetze von der Geburt bis zum Grabe u n - ablösbar unterworfen, und er bleibt in diesem Sinne — rrin toir» rrvmr> — ganz unabhängigvonseinsmWolleNUNd Bekennen 8ubcwelk er nun einmal einer jüdischen Mutter geboren und damit seiner Bestimmung nach für ewig an die religiös-nationale Gemeinschaft gekettet ist. Demnach wäre zu unterscheiden zwischen dem Jude - S e i n im Sinne der (bis zu einer gewissen Minimalgrenze) erfüllten Vestirnrnnng und döm JudörSöMsS ollen, bas aus ber 2Wuftatsache der Blutgemeinschaft, über alles subjektive Wollen und Nichtwollen des Individuums hinaus, ein objektiv gültiges Arewus schafft. Sr»rn^atl)ifche Gefühle unmittelbaren Cyaratters, vorbehaltlose unb unb e grenzte Bruderliebe, persönliche Verehrung, nationale Dankbarkeit kennt und billigt das Thoragesetz nur gegenüber den Individuen der ersten Gruppe, denjenigen, die in ihrem persönlichen Verhalten die Grenzen bes nuia-Ssm», lif ,M-«gSIMMlIsSiM" nicht überschritten haben. Der zweiten Gruppe, den „Andersgewordenen" gegenüber, auch wenn sie sich „ethisch, kulturell und charitativ" jüdisch betätigen und sich ihrer Zugehörigkeit zum jüdischen Stamme freudig bemüht sind — schreibt die jüdisch-religiöse 8® Ein 8e|ub!§Ma^!ges VsrHältell ü8Pf &8E kstHt so leicht positiv und eindeutig zu formulieren und in dem ungeheuren Bereich des halachischen und ethischen Schrifttums auch in der Tat sehr verschiedenartig formuliert worden ist. Fest steht aber jedenfalls, daß das, was wir die „religiösen Ehrenrechte" genannt haben und sbinft te Uuspuch aus Inerfonnimg als 3Ms jude dem mira trotz ethischer und kultureller Betätigung und trotz seinem W o l l e n, sich zur jüdischen Gesamtheit zu zählen, nicht zuerkannt werden kann. In dieser Hinsicht sind also Männer wie R 81 h ß n a u unD 93 r a n D1§ naco Dem Mllsik stab des Thoragefeßes objektiv nicht anders ZU werten wie — nomina sunt odiosa — mancher tüchtige und verdienstvolle jüdische Jurist, der den Sabbat für sich entweiht und doch dem jüdischen Gemeindeleben seine besten Kräfte widmet. Jede Umbiegung des objektiven Wertungsmaßstabes, bcrn'ornsa nair Wnt stütz stlltivnalen Ehrenrechte verlustig erklärt, würde, wie jeder Vorurteilsfreie einfehen wird, nicht nur psychologisch, sondern grundsätzlich die Preisgabe der Gefetzesautorität selber bedeuten. Trotzdem gilt der Satz: nsp» rrnpn stü *33 „feine guteTatbleibtvordem dichter st nung ungelohnt" und erv’ Segen i ft auch d e m j e n i g e n s ich e r, der zur Aufrechterhaltung wahrhaft jüdischen Gemeinschaftslebens, wie und wo auch immer, beim sttz? e? MksäMiH ddr WiWr umnm Vollendung entfernt sei. Wie sich dieses vom Gesetz legitimierte. Gefühl der Anerkennung für das gemeinnützige Wirken solcher anal» mit der pflichtgebotenen lebendigen Empörung über die „Tötung" des Sabbatgedankens durch dieselben Männer und mit dem Zchmerse *4 (Sßtofm MWr Mm lichen Thorageistes. Staat und Land sind nur dann Gottesstaat und Gottesland, wenn durch sie Gott gesegnet, Gottes Thora gesegnet, d. h. verwirklicht wird. Und nim selbst wieder nichts anderes als nma, als das Bestreben. Gott zu segnen. Gottes Welten-» M fcg? MlMMiMiw entaeaeninfttDim Dtr Bke jchäsiigung rnil der Nim ühNtz Me ausgesprochene Absicht, Gott durch seine mm segnen zu wollen, durch die min die ganze Welt zu durchgeistigen und zu den Gottgesteckten Zielen emporzusühren, durch die nun Gott und uns den wahren Segen zu erringen, läßt auch aus der nun die Seele schwinden und verwandelt den Segen in herben "Qluüj. jjSebenselejler ist sie den Redlichen und ©e« radm, die in rrchtrr Weste «m ihren Besi^ sich mühen, tätliches Gist denen, die mir unkieuschem Sinn und unreinem Herzen ihr nahen". Land und Nim, Staat und Gesetz, Volkstum und Geist wurden uns gegeben, auf daß wir durch sie gesegnet werden, daß wir durch sie alle in uns schlummernden Kräfte zur höchsten Entfaltung bringen und durch die Entfaltung dieser Kräfte den segnen, der Eigner und QtBöBTer UM Kräfte fff. Lllllä nntz min 8mr sin* pgs hbSii Gdttss. ©dö zu sögnsn. feinen Willen zu verwirklichen, seinem Geist die Welt und ihre Fülle dienstbar zu machen, seiner Herrschaft den Weg zu bahnen und sein Königtum für die Ewigkeit zu begründen. Und was kein Verstand der Weisen erkannte und kein Auge eines Sehers erspähte, das erblickte ffotti ÄIM: lllllllk vor VkNlMMtttzK KALME, als noch öte Tonne ungenlMen Glückes dem w Achen Volke zu leuchten schien, als noch heller Tag in Zion war. da weinte Gott schon min nns cwn. denn er sah, daß der jüdische Staat einem Baume glich, an dessen Lebensmark ein tötender Holzwurm nagte. Aeutzerlich schien der Staat blühend und gesund, aber die Seele fehlte, sie oblagen noch dem Studium der nun. aber Land und .min waren ihnen nicht mehr Mittel zu dem einen Zwecke ib \ni nwk nmon pan bv »*i nrr nnnm Gott öuifB Dös üonö in Tranen; inörm sik ms zu eto rjühh hb'nS zur DörwiiMchnnll Des Tvoill» geistes zu gestalten sich bestrebt Hütten und 1333 n*?nn minn die Thora diente ihnen nicht mehr dazu, durch die Thora Gott zu segnen d. h. Gottes Weltenvlan der Verwirklichung entgegenzusühren. Und da der jüdische Staat ein Staat ward wie alle anderen Staaten, so war die Frage pan mnx nv bv kein Rätsel mehr. Der Untergang mar natürlich, der Bestund ein i>as rtixv mrlgltch rbäi?, sdl/fNZA der Segen des Landes auch ein Segen der Thora war. Als die Seele den Staatskörver verließ, da ging der Staat zugrunde. Die Uepoigkeit gab den schlechten Sitten den Todesstoß. Zwist und Hader trennte die bisher durch die nun geeinten Führer des Staates. Hirt und Herde bekriegten einander, der eine Stein der Staatsmühle zerrieb den andern. Dt§ Das aamr Mrs in M8«8 rmr AM Und M Dem ©mutt flem die ©memtnaa und weint unb klagt Über das Golus, das Über die Kinder verhängt werden mutzte, weil sie sich von dem Tische des Vaters entfernt baben, oder richtiger, weil sie den Vater von ihren Tischen vertrieben haben. Wir haben die Schechikah ins Golus geschickt, lange lange bevor wir ins Golus gingen. Wir haben un- Jer Land Gatt en|cembei, Gatt mar nicht Asrrscksr IN Ötön tmW v« TBti kIsti'kN lä mir ohne Führer blteben. siegte der Feind. Unser Golus ist Golus der Schechinah. Wir haben Gott heimatlos gemacht aus Erden, wir haben scheu vereinigen läßt, ist ein psychologisches Problem, über das viel zu sagen wäre, und dessen gerechte Würdigung manches zur Klärung der innerpolitischen Gegensätze beitragen könnte. Slket wir «NM ElM wMlll. Ausschließen aus dem Bereiche der objektiven Würdigung vom Standpunkt jüdischer Weltanschauung möchten wir selbst Männer wie Rathenau nicht. Sind sie auch keine Juden im Sinne desnusnu tn nivu bmV''' so schweigt doch geraün MM TMN aeaenüöer itMs MW m Entrüstung, weil sie als v'nsm f'3 is^z^ nif>i;>n („Kinder, die gefangen waren unter Nichtjuden"), als unschuldige Opfer einer von Geburt an sie umfangenden Entfremdung gelten müssen, und nur bitterer Schmerz ergreift uns, daß so viel Schärfe des Intellekts, Schwung des sittlichen WallML uvä 2IM Des (EmannDens, legten MW doch an der religiösen Selbstergrehrmgsarbeii jüdischer Ahnen gereift, dem bewußten Dienste der Gottesherrschaft auf Erden, dem nidb» biy nVaj? ö’ött entzogen bleiben mußte. Unbewußt sinb sie dennoch Werkzeuge der göttlichen Weltwaltuna, die Toren und Sünder in ihren Dienst akstklll. wochenrundschau. Für die „Etama". Es sind in letzterer Zeit Bestrebungen im drnige, in UMtsrWllä klllk fllvilGk Lungenheilstätte im Formate ber allberühmten „Etastia" in Davos zu gründen. Daß diese Bestrebungen von allen Seiten kräftigst unterstützt werden müssen, erübrigt sich zu betonen. Kommt das große Werk zustande, dann wird es wohl keiner mit größerer Freude MgrüßM. als Mr MksltM Der Mailing, 8ls Entlastung der Heilstätte, die, in einem kleinen Lande von einer kleinen jüdischen Bevölkerungszahl erhalten, auch für Deutschland, ja für den ganzen Erdenrund mitzusorgen hat. Nach einem illnaUlll auf M ZkttkkMklsMMlrrng m Zür;^ vom Präsidenten, Herrn Mürntz Horn, erstatte^ ten Berichte hatte die „Etania" im Jahrzehnte ihres Bestehens 1236 Patienten zu einer Kur, größten Teils zur völligen Genesung verholfen, von denen nur ein kleiner Prozentsatz die .Sätze vollbezahlen konnte. Der überwiegende Töil ssW sich aus lÄimttnten WfgmimNt für ihmseinen Staat und sein Heiligtum entfremdet. Die Schechinah weint und sucht die Kinder. Sollen wir sie vergebens suchen lassen? Wenn uns nur das Weinen findet und wir Gott eine Stätte in unserem Herzen widmen, wenn wir seine nun zum Segen Gottes werden lasten, dann hat nrsvn nlbi aufgeunb n-nnn ro-o gemlnnt mtebee bas fiaitb. mieter jegnen- ]m ivrr n3ian pnrrn bv 1 nu nsnai (Sind Bruthühner rituell einwandfrei?) Vor kurzem tauchte in Wien die Frage auf, ob Bruthühner, die, nach Gerüchten, vielfach auf den Wiener Geflügelmarkt kommen, rituell einwandfrei feien. Es lagen zwar bereits Gutachten von anerkannten Autoritäten vor. die diese künWH fla^üöji?aten ßiiimer als Dofffommm toföjer tu Härten. Um jedoch Äii LäMÜtöö AU NkllWM. fUhrlö der Rabbiner der Adatz Jisroel, Rabbi Jesaja Fürst, eine Korrespondenz über diesen Gegenstand mit dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft. Aus Grund der dort eingeholten Gutachten konnte das Rabbrnat der Wiener Ädaß mit aller Entschiedenheit erklären, daß gegen die V e r w e n d - b -o r f e i t d o rt SBrutt,üI>nern nicht bi-e ge - Tingfttn ü0*ege Palästinensischer Witz. Bei einer Agudaoersammlung in Jerusalem, in der R. Mosche Blau und Dr. Robert Weiß sprachen, ries Jemand: „Ich protestiere dagegen, daß die Aguda eine blau-rveiste Fahne heraushängt". Drs nach bem ^ö nig von England Wkäßö in Jerusalem nennt der Humorist des „Doar Hajom" konsequent „ O w i n u m a l k e n u - Straße".

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