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Der Israelit · 1927-07-07 · Heft 27 (7.7.1927) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 27 (7.7.1927)
Date
1927-07-07
Page
– (sequence 13)
Language
German
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ST Der Israelit nr.27 1927 Zarin Jekaterina und der kluge Jude. Jekaterina, die Große, die legendenumwobene mo MM Mk flnn SÄ für ein kluges Wort. Mit einem Anekdötchen, einer gelungenen Schnurre in guter Stunde konnte man bei ihr mehr ausrichten als mit allen Petitionen. So geschah es einmal, daß die lebenslustige Beherrscherin aller Reußen auf dem Wege von einern Volksfeste, an dein sie als einfache Bürgerin Derselbe! infogmle $4 Wfevßgf l}aU<£r einen kleinen jüdischen Handelsmann antraf, chn stellte und, gutgelaunt, ausfragte. „Wohin, Jude?" „Wohin denn sonst, als dem Verdienste nach?" „Du arbeitest?" „Wie denn sonst? Urnsonst roird rnir keiner was gellen/' „Wieviel verdienst Du in der Woche?" „Zwölf Rubel." „Das ist viel. Was machst Du mit soviel Geld?" Der Jude machte ein langes Gesicht und sagte llMvclsMLi „Es genügt mir, daß ich mstnsm Wsills Rechenschaft ablege und außerdem auch noch dem „Herrn der Welt" Rechenschaft schulde. Für fremde Weiber habe ich wahrlich keine Zeit. Gehabt Euch wohl!" Spruchs und wollte sich aus dem Staube machen. Aber Jekaterina ließ ihn nicht los. „Mißt Mf, Mj, mit «m Du MG?" „So soll ich non all meinen Leiden und Sorgen wissen." „Jekaterina, die Kaiserin ron Rußland, spricht zu Dir." DU juDi Dtm Suficn Bef M MiMn In Hände und Beine und er fing an, mii nervöser Hast in der Tasche Herumzuwühlen. „Was suchst Du da?" „Meinen Paß", antwortete der Jude, vollkommen außer Fassung. „Ist nicht nötig," lachte die Kaiserin und wie- DerDDitt Me MlM, auf Dir ihr Der öupe np® Antwort schuldig war, nämlich, was er mit zwölf Rubeln in der Woche mache. Der Jude hatte inzwischen seine Fassung wiedergewonnen, und die Schwache der Kaiserin für Witze und Worträtsel kennend, gab er folgende Auskunft: „Mit einem Drittel meines Einkommens ßWM $ 8U i fi l ® 3 & u e Mi« Wik» Mk tel geht darauf, daß man mich nachdemTode nicht verwünscht, mit dem letzten Drittel sättige ich meine hundertachtundzwanzig K o st g ä n g e r." Jekaterina fand Gefallen an dieser Nedeait, aller dunkel blieb ihr der Worte Ginn. „Du mußt mir schon erklären, was Du damit meinst," befahl sie. Und der Jude erklärte: „Ich erhalte in meinem Hause meine alten Eltern, damit trage ich mit dem Drittel meines Verdienstes die Schuld ab an die, die mich ge* Düren D a D e n. SiD lasse meinen Sahn lernen llud versorge Meine Töchter Mil ördäUllichöN Männern, damit die Nachwelt in meinen Kindern und Kindeskindern nicht meinen Namenverflucht. Mit den hundertachtundzwanzig Kostgängern hat es folgende Bewandtnis: Wir zählen im Hause sechs Seelen. Mein Weib/und tcf> urtb metne beiden Kinder; rvir haben zusammen viermal zweiunbllreitzig Jahne, die kauen wollen, das find hundertachtundzchanzig Kostgänger. Meine alten Eltern essen auch an meinem Tische mit, haben aber k e inen Zahn mehr im Munde." Das Rätsel und seine Lösung gefiel der Kaiserin ausnehrnend gut, lind sie versprach ihrn sine Belohnung, jedoch nur unter 'einer Bedingung i „Höre, Jude," sagte sie: „Deine Rede ist gut. Du bekommst eine Prämie mitsamt meinem Bildnis und Unterschrift. Du muht mir aber heilig versprechen, daß Du keinem Menschen in der Welt eher ein Wort von dieser Unterredung erzählst, als bis Du mein Silb ml! ünierftbrifi ettjalieri hast." ' „Wie Majestät befehlen," verabschiedete sich der Jude, der im Innern die hohe Frau für vollkommen verrückt hielt. Wie Kaiserin Jekaterina nach Hause kam, rief sis ihre Minister zusammen null aaD innen Die Antwort des Juden als Rätsel aus. Aber keiner von den Ministern konnte es lösen. Was sollte das sein mit der Schuld für Geburt, der Angst vor dem Verfluchtsein nach dem Tode und den hundertachtundzwanziä Kostgängern?! Da einer der Minister von bei Begegnung der Kaiserin Mil Mm 3uMn fiFfal/ron Mllß, rnalylß or sich zu ihm hin und fragte ihn nach des Rätsels Lösung. Der Jude weigerte sich natürlich, nach Abmachung mit der Kaiserin, die Lösung zu verraten. Da nahm der Minister einen neuen Hundertrubelschein und überreichte ihn dem Juden. Dieser öffnete seinen Mund, und er erzählte ihw die gange Geschichte von Änsang bis zu §nbe. Triumphierend eilte der Minister nach Hause und überbrachte der Kaiserin die von ihr gewünschte Lösung. Jekaterina war klug genug, um die Quelle für das Wissen des sonst wenig findigen Kopfes zu ahnen und ließ den Juden kommen. „Habe ich Dir nicht strengstens verboten, irgend Fernand unsere Unterhaltung rnit^uteilen," herrschte sie ihn an. „Gewiß," antwortete der Jude. „Aber nur allsolange ich nicht das Bildnis der Kaiserin mit ihrer Unterschrift erhalte." „Und wer hat Dir mein Bild mit Unterschrift gebrach!? 8s!f! mir nich! bekann!, §ir fölches geschickt zu haben." Da holte der Jude den neuen Hundertrubel s ch e i n aus der Tasche. Darauf war das schöne Bildnis der Kaiserin und darunter ihre Unterschrift. „Dein Manne, der mir dieses übsrbrachts, burftc ich nach Äcfch! 8brcr Majcfkät b!c beschichte erzählen." Damit war der Zorn der Kaiserin vollends besänftigt und sie entließ den Juden mit reichen Geschenken in Gnade. Die Redaktion des Talmud. DM MM MElnln 3»Jl! (Schluß.) Im 2. Daur der Amauroim sind es besonders R. Hunoh, der Schüler Raws und dessen Nachfolger in Sura und R. Jehuda (Bar Jecheskel), ber Begründer des Lehrhauses in Purnbeditcr, das eima vom Jahre 260 Bis gum Jahre 1000 Bestand hatte, die das Wirken ihrer Vorgänger fortsetzten. Es ist bemerkenswert, daß um jene Zeit eine Rückwanderung nach Erez Jisroel und damit ein reger Austausch geistiger Güter mit den dortigen Gelehrten einsetzt. Viele Berichte und anerkannte halachische Entscheidungen dieser Nechuse, TkiMyttnffiirDsn uns Lsl im LnilMiL üMr liefert? Ki osivh R. Dom, als R. Dimi von Erez Jisroel zurücktam. Nur von einem Amora, nämlich dem erwähnten Jehuda b. Jecheskel, ist es uns bekannt, daß er sich diesem Zug nach Erez Jisroel entgegenstellte und sogar den Ausspruch tat: kol ho-auwer leer ez jisroel aurvsr bsla rv. Freilich rvollte er damit nicht etwa dir Migwoh dcZ Difchuw Ereg Jisroel verneinen, aber er glaubte befürchten zu müssen, daß eine Massenauswanderung babylonischer Gelehrter auf der einen Seite ein Zurückgehen der durch eine geordnete Verwaltung geschützten Stätten der Thora in Babylonien' zur Folge haben müsse und andererseits die damals im Hl. Lande herr- Wv&m WW-8ZM8MNM ZUstÜllDß ß!U Mm hendes Thorastudium dort nicht ermöglichen würden. Daß jedoch die Berührung mit palästinensischen Gelehrten für das Thorastudium in Babylonien jedenfalls sehr fruchtbar war, können wir schon aus der Tatsache entnehmen, daß in jener Alt w PMMS K. 3oö)onan unD NW MW wirkten, deren Aussprüche und Kontroversen ja auch einen wesentlichen Teil unseres Talmud füllen. In der nächstfolgenden dritten Generation, die wir von etwa 300—325 anzusetzen haben, wollen wjp 4 grames! wenigstens erwähnen; Raw Chisdr», Schulhaupt in Sura, R. Nachmon (ll. Jaaroll), dann den durch seinen Scharfsinn hervorragenden Rabboh (b. Nachmoni), der wegen seiner Verstandesschärfe Anker Horim, Bergentwurzler, genannt wird, und schließlich den ob seines umfassenden Wissens bekannten und deshalb mit dem BkMsmEN «Sinai" lEEßrtEn N> NsuM, isr TissSr folger des ebenerwahnten Rabboh in Pumbebilöh war. Kontroversen zwischen Rabboh und R. Jaussef finden sich häufig. Den Höhepunkt der talmudischen Dialektik erreichen wir endlich mit der vierten Generation, der Abbaye und Rowo das typische Gepräge ßdbw. Atzösys map Mp Schülsv van Dßm er die Methode, und des R. Jaussef, von dem er den Stoff lernte, und wirkte in Pumbeditä. Rowo war ebenfalls ein Schüler des R. Jaussef, lernte aber auch bei R. Nachmon, und entfaltete seine Tätigkeit in Machusa. Eine neuartige Lehrmethode kommt auf; wenn wir die scharfsinnigen und geistreichen Bemerkungen dieser beiden Arnoräer anfefjen, bie benifjmlen §away-aus be-Abbaye we Roboh, die unsere ganze Gemoroh durchziehen, dann müssen wir erkennen, daß solche, oft auf ganz feinen Unterschieden der Auffassung beruhenden Kontroversen, daß solche höchst geistuaUßn Morprotatwum, miß [io una uon IDDap und Rowoh überliefert sind, ein neuartiges Moment in die talmudifche Gelehrsamkeit bringen. Während Rowohs Ableitungen und Schlüsse durch und durch logisch aufgebaut sind und von großem Scharfsinn zeugen, gebricht es denen Abbayes, obwohl sehr sinnreich und schwungvoll, Sft Sin wsniz sn innsssm plir sg daß s!H dis Halochoh in allen außer 6 Fällen zugunsten Rowohs gegen Abbaye entschieden hat. Diese 4. Generation haben wir etwa bis 350 zu datieren. Um 360 hat Hillel ll. (Patriarch)channossi die so wichtige Regelung des Kalenderwesens vorgenommen in der weisen Voraussicht, daß in Anbetracht der immer mehr wachsenden Unruhen und Wir- «,«« vnrr<r*ri<»«i» z... »t, t•♦rb reu em regelmäßiges Festsehen ocr Monarc valo nicht mehr möglich sein werde. Im folgenden 5. Daur (— 375) stoßen wir auf die Namen: R. Popo, Gründer des Lehrhauses in Naresch bei Sura, der usts viele Stichroör7ter unter dern Titel kede-ornre «treffe über- Iteferic, unv auf Den Des R. Hunnoh Drei Dernro Jehauschuoh. Beide waren Schüler Rowos. Schon die nächste Generation hatte schwer unter den Religionsverfolgungen durch die Perser zu leiden. Amemor ist Haupt der Schule zu Nehardea; er ist der Lehrer des R. Aschi, des Rektors der Schule zu Sura, den wir neben Ra- Wineh »ls NkLlMM Ms LMnrnös snMkchkn Dürfan. Disllsicht mären geraDe Diese Derfvigungen und Bedrückungen mit eine Hauptveranlassung zur Sammlung und Sichtung des Stoffes, der in den vorhergegangenen Jahrhunderten gelehrt worden war; denn nur ein systematisch geordnetes Material erleichterte die Möglichkeit des Lernens und der Ueberlieferung und bot sornit die Gewähr, d«h die aufgkhäuften GeisteZschätze i

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