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Der Israelit · 1927-07-07 · Heft 27 (7.7.1927) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 27 (7.7.1927)
Date
1927-07-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1. Juli 1927 Nr. 27 Sette 5 Rabbi Jonathan Eibenschützens Ansichten Äber die Bedeutung der Wissenschaften für die Lhora sind deswegen so interessant und wichtig, wc!i er öl? Wissättschäft UichL Mi MttischM Vorteils, ihrer Notwendigkeit für das Leben wegen empfiehlt, sondern aus ideellen Gründen, da sie tatsächlich für ein g r o ß z ü g i g e s, a l l - fettiges Verständnis der Thora und richtiges Erfassen ihrer sämtlichen Teile unbedingt erforderlich ist. SUffl* aus ^tuang sollen dis Wissenschaften gel^M werden, sondern aus freiem Vege^ren» um sie später sftr das gründlichere Erforschen der Thora zu verwenden. .Ganz ähnlich waren die Ansichten des von mir erwähnten Wilnaer Gaon, Rabbi § { 11 8 ÜJ Rabbi (Elijafyu f>ai nt bemfelBert Zeitalter wie Nübvi Jonathan gelebt, wohl war er ein junger Mann, als Rabbi Jonathan Greis war. Der Gaon war aber schon damals eine vollkommene Persönlichkeit und weltberühmt, so daß Rabbi Jonathan ihn darum bat, für ihn in Dliff Streit mit Nabbi Jacob Emden ernzutveten. Er schreibt über Den Gaon, er haöe gehört, er sei „die Leuchte Israels, vereinige in sich alle Weisheiten." Es war wohl noch zu einer Zeit) wo man wahrheitsgetreue Ausdrücke auch bei Titeln gebrauchte. Es liegt mir jetzt fern, die Biographie des -Zoon m MG nur mmifa ich io*? nur die angeschnittene Frage vor AugöN. Ich möchte deswegen nur das, was für diese Frage wesentlich zu sein scheint, aus seinem Leben und Wesen hervorheben. Der Gaon von- Wilna ist noch bis heute eine' Wundererjcheinung im jüdischen Leben der Neu- M und es'sind die trefstichstsn über sein Leben und Wesen die, welche sein Zeitgenosse, der Gaon Rabbi Menasche aus Jlje, ausgesprochen hat: „Bei der langen Dauer des Golus und der hieraus zu schließenden nahen Ankunft des Messias, ist SS offenbar nötig, diesem einen Weg zu bahnen, Iren Äeg &er Sßäijrlimt . . ' und offenbar deswegen hat uns Gott einen heiligen Engel erstehen lasten in der Person des Gaon Etijahu aus Wilna, der den Anfang gemacht hat, der Lehre ihre einstige Herrliches^ burdj seine t»ai>re und ungekünstelte einfache Lehrmethode . . . Wir aber folgenseiner Leitung willig und arbeiten an seinem Werke fort und fort, bis wir würdig sind, daß der göttliche Lichtglanz auf uns ruhe durch den Messias, den wir erhoffen . . Das sind die Worte des Rabbi Menafche in seinem Werke „Alsei MättäsHs", Sfstßf Ißl M. 173, Seite 73, gedruckt in Wilna. Ich mache den Leser darauf aufmerksam, daß der Rabbi Menasche unbedingter Rationalist und scharfer, nüchterner Denker war und er hat im Gaon Rabbi Elijahu den E l i j a h u, der dem Messias vorangeht, gesehen, den Erlöser aus der Geist es not, bevor die Erlösung aus der irdischen Not!ommt. Sie weitere iße&eUiüHg Sl? Worte des Rabbi Menafche liegt darin, daß er uns auffordert, dem Wink des geistigen Erlösers zu folgen; wir haben also für die geistige Erlösung selbst zu arbeiten. Das des ~?ftabbi fei danach Tür uns sin Crlösungsprogromm aus der geistigen R ot. Die Geistesnot war zu seiner Zeit auf dem Gebiete des Lernens, das imben wir schon bei Rabbi Jonathan erfahren, ls gab Auswüchse des Pilpul, die alle Geister verwirrten. Man konnte mit einem solchen /MM nicht zur WadMit rommeiu zur Ms«s-!'ung her klaren halachischen Deztsiütt. DSV Gaon Hot aber die Parole ausgegeben: kein Pilpul, sondern, einfaches, eindringendes Lernen, mit der Absicht, den richtigen Text festzustellen und zur sicheren Entscheidung der Halacha für das prakslche Leben zu kommen. Eine Reinigung der Geister sollte eintretsn, zmecklofe Sophismen iollicn vermieden werden. Ueber seine Stellung zu den Wissenschaften möchte ich hier folgendes erwähnen: In der Bor¬ D e r Israelit rede zu einem Werke „Peas Hafchulchan" wird seitens des Verfassers im Namen eines Schülers des Gaons neben manchem anderem eine Aeuße- MUZ Mi (Saens üößrmittett: „SämMche Msten? schäften sind für unsere heilige Thora nötig und sind in ihr enthalten." Ferner hat er unter den Kenntnissen, die er selbst besaß, die Philosophie aufgezählt und gesagt, er habe sie vollständig durchstudiert und habe in ihr nur zwei studienwerte Gebiete gefunden, das übrige habe er als Schutt erkannt und vsrmorfen. H F (?Ä f^S-1 Korrespondenzen « Hacbricbten. Deutsche» Reich. QäUPfSfliallMlfHIig MHgemefm«. D-uksch-n kattk-renverbandes. Frankfurt«. 26. Juni. In der am 26. Juni stattgehabten 7. Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Kantorenverbandes, über die wir im lokalen Teile der jüngsten Nummer bereits berichteten, erstattete der Vorsitzende, fcUr Z. B Qm, M MMsMßMt. Döltü® Nt M der Verband in dem abgelaufenen Geschäftsjahr kräfllg entwickelt und zählt gegenwärtig 160 Mitglieder. Der Bericht beklagt, daß noch immer eine große Anzahl von Oberkantoren, insbesondere in den Großgemeinden sich dem Verbände nicht angeschlossen haben, was im Hinblick aus hte sr^wäc^er>en (Elemente int SSattiarettfianb bedauerlich fÄ. Dse Mkbond Ml, MMrechLND vkm BcWussc der letzten Hauptversammlung inzwischen ein eigenes Presseorgan geschaffen, von dem bisher zwei Nummern erschienen sind. Das zur Erlangung künstlerisch wertvoller synagogaler Gesänge erlassene Preisausschreiben hat guten Erfolg gehabt, es sind 94 Arbeiten eingeganssn. Auch die früher beschlossene Herausgabe liturgischer iUungsWk!ft l«41« tww puspospn tw »ri wirklichung nähergerückt. Für das Archiv, das im November gebildet worden ist, erbittet der Vorstand besonders geeignete photographische Platten. Die Haupttätigfeit der Verbandsleitung war der Besserung der rechtlid^en intb firranzieUsn -Gage der Sierufsgenoffett zugsmcmM. Die Säjaffung eines Deamtrnnchts für bl? Kantoren schreitet fort. Innerhalb des Landesverbandes. Preußischer Synagogengemeinden hat die Verbandsvertretung die Interessen der Kantoren wirksam gewahrt. Der Verband tritt dafür ein, daß die Kantoren gleichzeitig den Lehrberuf ausüben, um auf diese Weise als vollbe- MäsWN Mamle zu MM. Mm m Mim die Kantoren-Äusdlldrlng an hell pädäZ0ZtfchöU UlfÄD'ßllliBit sowie an den in Aussicht genommenen Bildungsstätten für Religionslehrer und für Schächter in Berlin im entsprechenden Umfange zu erwirken. Der Bericht wurde von der im Hinblick auf die lokalen Veranstaltungen besonders stark besuchten Mitgliederversammlung mit großem Beifall ausgenommen. Die Sühne für die antisemitischen Ausschreitungen am Kurfürstendamm. Berlin, 30. Juni. Gestern in später Abendstunde wurde vor dem Schöfl'ercg'ericfrt Charlottenburg das Urteil gegen die früheren MN'glMsr Mi NlMvMlsvzmlWMen am 12. Mai am Kurfürstendamm und besonders vor dem Romanischen Cafe antisemitische Exzesse veranstalteten, gesprochen. Acht der Angeklagten wurden freigesprochen, dagegen andere acht zu Gefängnisstrafen von einem bis neun Monaten verurteilt. Eine Bewährungsfrist für UM DUWWMfSM g««ner wird «6ge lehnt. Dägsgsn mvl sis dsn onMrm ZWMllW. Tagung des Hessischen Landesverbandes (Mainzer Verband.) Mainz, 1. Juli. Der Verband hielt am 19. Juni in Mainz feine Generalversammlung ab. Nach den Berichten des Vorihm M Wt 131 WMinüß« an. Für den Religionsunterricht in Klein-Gemeinden wurden Wanderlehrer angestellt. Das Einkommen der Religionslehrer auf die Höhe der Gruppe VII zu bringen, ist dem Verbände aus Mangel an Mitteln bisher unmöglich gewesen. Der Bericht polemisiert gegen den Darmstädter ^Vandesuerbani» g e|>eg«s treuer ‘Stjuagogemg-emeintven", der angeblich jeves CnWMnkllmmen mir. eines »Anschlusses" abgetehnt habe. Der gesetzestveue Verband verlangt im Gegenteil, der Landesverband falle seinen Namen umändern und sich nicht mehr Landesverband der israelitischen Gemeinden Hessens, sondern Landesverband israelitischer Gemeinden Hessens nennen. Der Verbandstag lehnte diese Namensänderung, die doch eigent- W kNm gimmtürftitii MlUMliWllUkl! mimfäi sr schlossen ab. Getveunöe Kuüllsausschüsse für die ksnservative und neologe Richtung sind im Verband bisher nicht errichtet worden. Der Verband hatte im Jahre 1926 Mk. 17.700.— Einnahmen und Mk. 15.300.— Ausgaben. Vorsitzender des Mailte ist m 8»8 MTMM Kontrnerzl'Ml-at Mauer tu Mainz. Sstzu»riz. Die Palästina-Berichte vor der Mattdatskoininisstott des Völkerbttttdes. Gens, 1. IM . ' Die Mandatskommission des Völkerbundes hat am 30. Juni die Prüfung der Berichte über die Verwaltung Palästinas im.Jahre 1926 beendet. An diesem Tage nahm sie noch den Bericht der Zionisttschen Organisation über die Entwicklung des Jüdischen Nationalheims im Jahre 1920/27/ff» Dt MWH M WMMMWWll meinde Jerusalems über öle Frage der jüdischen Göm e i n d e o r d n u n g entgegen. Wie es in der offiziellen Mittsilung heißt, wird die Kommission ihre Bemerkungen zu den Berichten und Petittonen dem Völkerbundsrate unterbreiten. . Wie t»sr Weetvetse d«! Jüdischen- Tslsgraphsn-Agsntur krfllyn. Ml Frau Wicks-e.ll, die Bertteftrin foflmh in der Mandatskommission, die die Verichierstatiung Über die Petttion der aschkenasischsn Gemeinde Jerusalems ^Agudas Jisroel) innehat, vorgeschlagen/die Erörterung über diese Petttion solange zu verschieben, bis die neue jüdische Gemeindeordnung in Palästtna in Kraft getreten ist. Polen« Wilnaer Wahlen. . Wilna, 1. Juli. Vöi den bisr vor sich gehenden S t a d t r a t w a h l e n haben bi? jübll^n ülnkss-aeislsn üüüß UsssiihMsstj des „Bund" ihre eigene Liste. Der Bür gr l i ch e Block umfaßte Zionisten, Demokraten, Industrielle, Kleinhändler und Handwerker. Der zionistische Frauenverein stellte eine eigene Liste auf, weil ihm der Platz für seine Kandidatin an zehnter Stelle nicht paßte. Der gange Black i^t gegen di e Ori^-oboji* getricf>. t&t, Dm MM jeDen Platz an Der Sonne im etaDtratc Mißgönnt. Ein Kapitel für sich, und ein recht trauriges, bildet die Haltung des Misrachi. Als sich der Zionismus als echter Rabenvater zeigte, war schon Misrachr daran, sich mit der Orthodoxie zum Zwecke der Bildung einer r e l i g i ö s e n - L i st e zu alliieren. Dann aber siegte doch das zionistische Zugehörigkeitsgefühl, und üiSF8©t WüW? I*5*j sssif der in Me|ent ^alle rnietlich unglücklichen Rümmer 13 auf der Vlocklrste sdem Mock ind höchstens 8—9 Wmbate sicher). Aber auch an dieser zweifelhaften Ehrenstelle wollten die Blockzioniften keinen Rabbiner wissen, und so mußte Misrachi im letzten Augenblicke auch diese Erniedrigung auf sich nehuuz 3u» tzSkgssUagmm raööinücfjign SöuMDaten durch einen nnDeren Namen ablösen. Die Orthodoxie hat auf eigene Listenbildung verzichtet, um sich nicht nachsagen zu lassen, daß sie die jüdische Einheit nach Außen gefährdet. Aber die Einheit ist in sich gebrochen und Gutes kann aus diesem unnatürlichen Gebilde nicht mel srrvartst merban. Es ist traurig, konsta- U?V?n gu müfftn, -«tz f‘4 «»4 dlefee Deie^enheit Keß 1 Haß gegen die gssötzestreue Sache in deutlicher Weife zeigte. -i- * * Der Ausgang der Wahlen in den Stadtrat zeigt folgendes Bild: Der Jüdische Block erhielt 9 Mandate, M 33 u n D an Der MM Dtr mum limm 3 Ditze. Unter den p o k n! sch e n Parteien hät dis Linke einen großen Sieg davongetragen. Die Juden

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